Wissenschaftliche Erkenntnisse sind das eine, aber Menschen sind ja eben keine Computer. Wenn ein Mensch Ängste, Sorgen, Vorbehalte hat, dann sind diese Ängste, Sorgen und Vorbehalte Tatsachen, mit denen man umgehen muss. Ob sie evidenzbasiert sind, eine wissenschaftliche Grundlage haben, rational sind … das steht für mich auf einem anderen Blatt. Man darf die Ängste, Sorgen, Vorbehalte nicht übergehen oder ins Lächerliche ziehen, auch wenn sie all das nicht sind.
Ich stimme dir zu, dass man die Gedanken anderer nicht ins Lächerliche ziehen darf. Das ist ein ganz übler Stil.
Hier ein paar Gedanken:
Sorgen und Ängste haben sowohl einige Impfgegner als auch massive Coronaeinschränkforderer (siehe News4teachers). Da haben beide Seiten etwas gemeinsam.
Mich überrascht bei den Coronademonstrationen, wie sich einige Leute instrumentalisieren lassen. Ob es wirklich so viele Hardliner in Bezug auf Corona gibt? Oder geht es bei einigen grundsätzlich darum, gegen die Staatsmacht zu demonstrieren, Themen austauschbar?
Unsere jetzige Gesellschaft ist in meinen Augen hypersensibilisiert und stärker individualisiert als dies vor 2000 war. Den Luxus, seine eigene Individualität im gesellschaftlichen
Zusammenhang zu wahren, kann man sich dann leisten, wenn es einem
gesundheitlich und wirtschaftlich gut geht. In Ländern, wo es um das
nackte Überleben geht, sind solche Befindlichkeiten ein Luxusproblem.
Ich könne mir vorstellen, dass die vielen Impfgegner im Osten noch eine traumatische Erfahrung der DDR- Diktatur in sich tragen und sich von niemandem bestimmen lassen wollen.
Das Problem bei dieser Pandemie ist die Geschwindigkeit: die Pandemie kam schnell, der Impfstoff ebenso. Wenn wir keinen Impfstoff hätten, möchte ich nicht wissen, wie unser Leben dann aussähe, evtl. ähnlich wie damals bei der spanischen Grippe - entweder überlebt man es oder nicht.
Impfgegner sollte man ernsthaft fragen: Welche Lösung sehen sie im Beenden der Pandemie? Corona zu leugnen ist wie die Augen vor Tatsachen schließen. Dieser Punkt zählt nicht. Wer dagegen ist, muss alternative Lösungen liefern. Es wäre schön, wenn es noch mehr Lösungsangebote gäbe, die brauchbar sind.