Beiträge von Caro07

    Jetzt mal unabhängig von meiner Frage:

    So lange man (als Frau) selbst bestimmen kann, welche Kleidung man, sofern sie nicht irgendwelchen Bestimmungen widersprechen, trägt, ist das kein Problem. Und es gibt vielerlei Gründe, weshalb Leute eine Kleidung tragen, die mehr Haut bedeckt. Das sind psychische, kosmetische, religiöse oder gesundheitliche Gründe.

    Aber über allem muss man die Überschrift schreiben: Es darf nicht erzwungen werden, es muss aufgrund einer freiheitlichen, eigenständigen Entscheidung sein. Und da sind Zweifel bei manchen religiös orientierten Bekleidungen angebracht, vor allem, wenn sie aus Frauen Menschen zweiter Klasse machen.

    Inzwischen habe ich festgestellt, dass sich das Mädchen beim Umziehen vom Sport von den anderen absondert und die integrierte Lehrerumkleide nutzt. Das ist mir bisher deswegen nicht aufgefallen, weil normalerweise immer die Schulbegleitung mit in der Mädchenkabine war und ich eher die Jungs im Blick hatte. Da diese nun fehlt, ist mir das aufgefallen. Ich habe sie daraufhin angesprochen und sagte: "Ich muss." Ich denke, da muss ich jetzt doch einmal mit der Mutter sprechen.

    Ich war in mehreren islamgeprägten nordafrikanischen Ländern und ich habe bezüglich der Religion immer mitbekommen, dass Frauen unter sich überhaupt kein Problem sind.

    Übrigens: Mancher wird sich wundern, wie vor allem junge Frauen unter Burka und Co gekleidet sind: sehr modebewusst und offen, top geschminkt. Diese Bedeckungen sollen die sexuellen Reize für andere Männer verdecken. Selbst sichtbare Haare gelten als sexueller Reiz.

    Das Mädchen kommt aus der indischen Ecke, der Burkini sitzt nicht wie angegossen, so wie man es auf Bildern sieht, sondern schlägt Falten und bedeckt Arme und Beine vollständig im Gegensatz zu dem oberen Omabild.

    Ich habe inzwischen gegoogelt, es gäbe durchaus Badeanzüge für Kinder mit islamischem Glauben, wo wenigstens ein Teil der Beine und die Arme frei wären.

    Es war mir fast klar, dass ich eine Diskussion auslöse. Mich hat interessiert, was andere Grundschulen in diesem Fall machen.

    Aber wie ich sehe, geht bei den Foristen der Trend dahin, dass man da gar nichts machen soll und die Grundschullehrer, die geantwortet haben, in der Regel auch nichts machen.

    Danke für den Aspekt, dass man froh sein kann, dass die Eltern ihre Kinder überhaupt mitschwimmen lassen. Das war neu für mich, dass es vermehrt Versuche gibt sich zu entziehen.

    Liebe KollegInnen,

    wir haben nun wieder Schwimmen. Das ist bei uns sehr selten und ich habe es so bisher nicht erlebt:

    Ein neunjähriges Mädchen meiner 3. Klasse (wird aber dieses Kalenderjahr noch 10) trug einen Ganzkörperbadeanzug mit vollständig bedeckten Armen (Flüchtlingsfamilie, ca. 3 Jahre in Deutschland) und Beinen. Die Haare hatte sie aber offen.

    Im Unterricht ist sie ganz normal gekleidet.

    Es gibt sonst keine islamischen Kinder in der Klasse und ich hatte das noch nie, dass Grundschulkinder hier schon diese Kleidervorschriften des Islam umsetzen.

    Irgendwie fällt sie auf und es ist ziemlich unpraktisch. Leider kann das Mädchen auch nicht schwimmen. Das Kind ist normalerweise angepasst, hilfsbereit, lernwillig und sehr zuverlässig. Einerseits verstehe ich die religiösen, traditionellen Ambitionen, andererseits soll sie irgendwie bei uns ankommen und sich nicht abgrenzen. Ich bin hin und her gerissen, wie ich mich verhalten soll.Was macht ihr in einem solchen Fall? Das ist ein Kind in der Grundschule und noch nicht in der Pubertät. Etwas vor dem anderen Geschlecht zu verbergen, was so der islamische Hintergrund ist, spielt da ja noch keine Rolle.

    Akzeptiert ihr das in der Grundschule?

    Im Kindergarten habe ich manche Texte/Wörter sinnbefreit mitgesungen, bis mir Jahre später aufgegangen ist, was die Wörter bedeuten.

    Z.B. war ein solches sinnbefreites Wort: dabesinnt (ich hatte keine Ahnung, was das bedeutet bzw. dass das eigentlich heißt: da besinnt...) von Hänschen klein

    Meine 1. Strophe lautete so:

    Hänschen klein, ging allein, in die weite Welt hinein (voll verstanden)

    Jetzt wurde es wirr:

    dabesinnt sich das Kind, fährt nach Haus geschwind.

    Kopfschloss

    Es ist irgendwie schwierig, das Thema um das es geht, herauszufinden. Ich kann aus deinen Ausführungen irgendwie herauslesen, dass sich dein Kind ungerecht behandelt fühlt.

    Wenn es darum geht: Dieses Empfinden haben Grundschüler öfter. Bei neuen Klassen kam bei mir ab und zu die Rückmeldung, dass Kinder zuhause sagten, ich würde sie nicht drannehmen und sie würden sich so oft melden usw. Diese Problematik kann man allerdings schnell mit den Kindern klären.

    Ich würde das Problem trotz allem nochmals mit der Lehrkraft ansprechen und dem Lehrer mitteilen, was dein Kind empfindet bzw. welche Probleme es hat. Du legst es auf den Tisch und hörst dir dann die Meinung des Lehrers an. Da ist es unerheblich, ob du Lehrkraft bist oder nicht, du bist als Elternteil da und teilst der Lehrkraft mit, was das Problem deines Kindes ist. Es geht ja um eine vernünftige Lösung des Problems.

    Blöd finde ich nur, wenn ein Elternteil einem Lehrer seiner Kinder wie ein Lehrer begegnet und meint, den Grundschullehrer dann zu belehren. Diese Versuche hatte ich schon und das empfand ich grenzüberschreitend. Es gab aber auch schon die ungekehrten Fälle.

    Ich selbst habe mich als Mutter meistens aus der Schule meiner Kinder herausgehalten und wo es ging, meinen Mann (Nichtlehrer) die Elternsachen regeln lassen.

    Textzeugnisse für alle Klassen in der Grundschule gibt es in Bayern seit ca. 20 Jahren. Vorher waren Texte nur in den 1. und 2. Klassen erforderlich. In Klasse 3/4 wurden diese immer unfangreicher und so vor ca. 15 Jahren gab es im Umfang keinen Unterschied mehr zwischen den Klassenstufen.

    In dieser Zeit war ich zuerst an einer kleinen Grundschule. Da haben das Korrekturlesen Konrektorin und Rektorin ohne Probleme bewältigt. Irgendwann kam ich an meine jetzige Schule mit ca. 500 Schülern. Da wurden wir gebeten, im Vorab gegenseitig Korrektur zu lesen, weil das genaue Lesen für Rektor und Konrektorin nicht mehr zu bewältigen war. Das hatte also rein praktische Gründe. Wir haben natürlich auch gestöhnt, weil wir ja schon für das Erstellen der Zeugnisse so viel Zeit brauchten.

    Im Augenblick ist die Situation aber eine andere:

    In Bayern können wir nun mit einem Zeugnisprogramm schreiben, wo wir die Textbausteine nur anklicken zu brauchen. Damit die Schulleitung nicht so viele Zeugnisse genau lesen braucht, haben wir festgelgte Textbausteine, die nicht zu ändern sind. Von Jahr zu Jahr evaluieren wir die Auswahl, damit man passend anklicken kann. Das einzige Freie sind die ergänzenden Bemerkungen, da muss halt die Schulleitung etwas genauer hinschauen. Ansonsten kann sie alles überfliegen, z.B. ob die Bemerkungen zu den Noten passen.

    Das grundsätzliche Problem der Textzeugnisse liegt in meinen Augen am System: Für was sollen wir zweiseitige Textzeugnisse verfassen, wenn im 3. und 4. Schuljahr so oder so Noten vergeben werden? Muss für jeden schriftlich wiederholt werden, was man in den Klassenarbeiten sieht? Reichen da nicht nur individuelle, ergänzende Bemerkungen aufs Kind bezogen? Der Trend geht Gott sei Dank in Bayern dorthin.

    Und als Zweites sollten offiziell wie bei uns Zeugnisprogramme mit vorgegebenen Textbausteinen zum Anklicken erlaubt sein. Die Arbeit der Eigenformulierung kann man sich echt sparen. Die gewonnene Zeit kann man für sinnvolle Unterrichtvorbereitungen usw. nutzen.

    Und als Drittes bringt ein Elterngespräch mehr.

    Texte im Fachunterricht:

    Zu deiner Frage, Palim:

    Ich diktiere sie nicht und ich glaube nicht, dass das jemand in der Grundschule macht. Die Kinder schreiben den Text ab. Während des Abschreibens oder danach kontrolliere ich die Rechtschreibung. Machen am Anfang des 3. Schuljahrs die Schüler beim Abschreiben in Sachkunde z.B. viele Fehler, wird das im Lauf der 3. und 4. Klasse immer besser. Am Ende des 4. Schuljahrs können fast alle (bis auf ein paar Unbelehrbare, die einfach nicht die Abschreibregeln beachten wie z.B. sich vorher das Wort genau anschauen und meinen, sie könnten das richtig schreiben) die Texte fehlerfrei abschreiben. Man muss allerdings genug Zeit dafür geben.

    Diktieren fände ich selbst im 4. Schuljahr für die Gesamtklasse zu schwer, das könnten nur die sicheren Rechtschreiber einigermaßen fehlerfrei schaffen.

    Die Rechtschreibung ist Ende der Grundschule nicht abgeschlossen. Sonderfälle der Groß- und Kleinschreibung werden nicht explizit behandelt und es kommen auch kaum solche Wörter vor, Kommaregeln nur rudimentär angesprochen. Das- dass wird vielleicht in einer Einheit thematisiert, Fremdwörter und komplexere Wörter werden nur in geringem Umfang behandelt.

    Deswegen muss die Rechtschreibung mit ihren Regeln in den weiterführenden Schulen weiter thematisiert und geübt werden. Außerdem wird der Wortschatz - wie Palim schon angemerkt - größer.

    Wenn man einer guten Rechtschreibung nur durch Schulbücher begegnet, ist das in meinen Augen wenig. Wünschenswert wäre das Lesen von Texten, die nichts mit der Schule zu tun haben: also Bücher, Ebooks und Zeitung - auch Online. Selbst in der Grundschule merkt man: Kinder, die viel lesen, haben in der Regel (es gibt auch Ausnahmen) eine gute Rechtschreibung, weil sie jenseits der Rechtschreibregeln durch die häufige Begegnung mit geschriebenen Wörtern ein Rechtschreibgefühl entwickeln.

    Es ist schon vieles genannt worden. Manchmal muss man ausprobieren, was am besten zieht.

    Ich halte folgende, teilweise schon genannten Aspekte für wichtig:

    - angekündigte Maßnahmen konsequent durchziehen

    - das System der Klassenlehrerin oder der Schule anwenden, damit es ein einheitliches Vorgehen gibt

    (die Schritte sollten den Kindern klar sein und durchgezogen werden)

    - mit der Klassenleitung zwar zusammenarbeiten, aber letztendlich die Schritte selbst durchziehen

    - Sehr wichtig bei unteren Klassen in der Grundschule ist das, was jemand schon schrieb: Mit der positiven bzw. Lobschiene arbeiten. Die Kinder loben, die erwünschtes Verhalten zeigen. Damit bekommt man viele andere eingefangen, denn sie wollen nämlich auch gelobt werden bzw. positiv auffallen. Und zu zeigst deutlich, welches Verhalten du wünschst.

    Man sollte den Aspekt, den es schon lange in der Pädagogik gibt, nicht außer Acht lassen: Die Kinder, die negativ auffallen, holen sich dadurch Aufmerksamkeit.

    - Nicht aufgeben! Bei den Kleinen ist es unter Umständen ein sehr langer Weg. Das Erziehliche in der Schule wird eher die Klassenlehrkraft leisten können. Aber ihr müsst an einem Strang ziehen!

    Sommerschule: Bei meiner Schule ist man auf der Suche nach Nichtlehrern bzw. Leuten, die aktuell nicht als Lehrkraft unterrichten. Ich glaube, das ist eine Falschinformation mit den Lehrern. Das können sie auch nicht machen, dass sie uns verpflichten. Wir haben so oder so schon ganz viele Überstunden durch die täglichen Aufsichten, da die Klassen getrennt gehalten werden müssen, angesammelt.

    amelie

    Leider konnte ich aus deinen zwei Beiträgen nicht herauslesen, aus welchem Bundesland du kommst und habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen.

    Falls du in Bayern bist:

    Halte durch! Im nächsten Schuljahr hast du keine Mentorin mehr, sondern arbeitest mit den Kolleginnen in der Jahrgangsstufe zusammen, da du eine Klassenführung hast.

    Je länger du in der Praxis bist, desto selbstständiger kannst du arbeiten.

    Differenziere: Versuche die Tipps, die dir gegeben werden, als Möglichkeit der Verbesserung zu verstehen. Entscheide selbst, ob du sie annehmen willst oder nicht. Als Referendarin bist du sozusagen Lernende (was leider in der Uni oft vergessen wird zu vermitteln).

    Versuche allerdings auch zu differenzieren. Das ist die größte Herausforderung. Jemanden persönlich anzugreifen, wie es teilweise die Mentorin macht, zeugt nicht unbedingt von einem Feingefühl. Sie ist dazu da, dich in das Alltagsgeschäft einzuführen und dich zu unterstützen. Sehe dich als Lernende, die an ihren Aufgaben wächst - u.U. durch Erfolge und Misserfolge.

    Mentorin und Seminarleitung kleben nicht unbedingt zusammen. Die Seminarleitung hat auch eine Fürsorgepflicht dir gegenüber. Überlege, ob du das Problem des Umgangs mit dir der Seminarleitung gegenüber ansprichst. Allerdings sind es jetzt noch wenige Wochen bis zu den Sommerferien. Das würde ich an deiner Stelle durchhalten.

    Ich habe mich auf diese Aussage "verlassen":

    Die Tests sollten in den nächsten Wochen starten, niedrigschwellig als Klassenarbeit, «aber ein bisschen standardisierter», wie Karliczek sagte. «Dafür gibt es Module, die jetzt länderübergreifend genutzt werden können.» Auf der Basis sollten die jeweiligen Klassenlehrer dann individuelle Empfehlungen aussprechen, was nachzuholen sei.

    https://www.news4teachers.de/2021/05/lernst…n-sommerferien/

    Wo sind sie nun, die Module? Wenn sie die VerAs im Hinterkopf gehabt hat, dann war das wohl wieder am Ziel vorbei.

    Vielen Dank für die bisherigen Berichte. Das ist sehr interessant, wie unterschiedlich die Erfahrungen sind. Offensichtlich fallen die Schüler vermehrt durch das Raster, wo es auch vorher aus irgendwelchen Gründen Schwierigkeiten gab. Das Ganze hat sich wohl verstärkt.

    Bei uns kam jetzt ein Rundschreiben, wie wir die Defizite feststellen sollen - irgendwie haben wir ein Stück weit freie Hand und dann wieder doch nicht. Es wird auf die Orientierungsarbeiten im 2. Schuljahr und die VerAs im 3. Schuljahr hingewiesen. Ich denke, da werden sich die Defizite auftun, die auch ohne Pandemie entstanden wären - na ja, dann bekommen diese Kinder ein zusätzliches Förderangebot.

    Zudem finde ich es total schwierig, gezielt Defizite zu testen - wir hatten zwischendurch Wechselunterricht und konnten Proben schreiben - das ist sozusagen abgefragt. Ursprünglich hieß es doch, dass man Module zur Auswahl bekommen würde - das ist bisher nicht der Fall. Die VerAs behaupten doch immer von sich, dass sie nicht den Lernstand testen, sondern die allgemeinen Kompetenzen, jetzt plötzlich sollen sie als Diagnoseinstrument dienen. Ich hätte da bessere Angebote erwartet.

    Dieses Thema ist im Augenblick öfter in den Nachrichten. Von politischer Seite wird die These aufgestellt, dass sehr viele Schüler durch die Pandemie Defizite erlangt hätten. Als mögliche Lösungen sieht man u.a. Kurse in den Ferien und es werden Stimmen laut, dass dies Lehrer tun sollten, weil sie dazu fachlich am besten geeignet wären.

    So langsam frage ich mich, wie realistisch die Analyse ist, dass viele Schüler Defizite hätten. Wenn ich Politiker höre in ihrer Analyse, die sie wahrscheinlich von wissenschaftlichen Untersuchungen haben, meine ich manchmal, ich wäre im falschen Film. Kann das wirklich sein, dass das so viele sind?

    Es deckt nämlich nicht mein Eindruck in meiner Klasse. Bei mir sind es höchstens 1-2 Schüler, wo es leicht hapert, weil nicht alles gemacht wurde, aber das kann ich auffangen.

    Wie ist das denn bei euch? Deckt sich eure Erfahrungen mit den offiziellen Verlautbarungen bzw. Untersuchungen?

    Die zweite Frage: Was meint ihr zur Art der Förderung? Sollen das Lehrer machen oder können das auch andere?

    Aber genau das meinte ich: Die Entscheidung für oder gegen Hausaufgaben sollte aus dem Unterricht heraus entschieden werden und nicht aufgrund der Wünsche einer einzelnen Familie.

    Da triffst du genau den Punkt. Letztendlich kommt es darauf an, wie der Distanzunterricht vorher gelaufen ist. Ich kann für meine Klasse mit ruhigem Gewissen ganz normale Hausaufgaben aufgeben, da ich sowohl im reinen Distanzunterricht regelmäßigen Videounterricht gemacht habe und entsprechende Rückmeldungen hatte als auch im Wechselunterricht ganz normal Hausaufgaben gegeben habe. Die Eltern meiner Klasse sind eher erleichtert, wenn ihre Kinder in die Schule zurück können und sie nicht noch etwas zuhause erklären müssen bzw. nachprüfen müssen, ob ihre Kinder auch zielführend gearbeitet haben.

    Das war ja bei einigen das große Problem, da einige Selbstständigkeit gefordert wurde und eben die Erarbeitung des Unterrichtsstoffes über digitale Hilfsmittel wie Videokonferenz und Erklärfilme bei Grundschülern nicht so gut funktioniert wie der reale Unterricht. Brauchten am Anfang viele meiner Drittklässler noch Unterstützung ihrer Eltern bei den digitalen Sachen, wurden sie im Lauf der Wochen selbstständiger; z.B. wählten sich so gut wie alle selbstständig in die Videokonferenzen ein, gingen selbstständig aufs Padlet und die anderen Tools. Dennoch musste die Arbeit der Kinder in gewissem Maß beaufsichtigt und kontrolliert werden.

    Die Hausaufgaben hingegen bedürfen keiner großen Erklärung der Eltern. Die Überprüfung geschieht in der Schule und durch den Lehrer. Das ist doch schon eine riesen Erleichterung. Die Unterstützung von Eltern ist generell viel weniger gefordert als beim Distanzunterricht. In wie weit Eltern schauen müssen, hängt natürlich von dem einzelnen Schüler ab. Der Stress für Eltern dürfte auf jeden Fall viel geringer sein.

    Zur Hausaufgabengewöhnung: In der ersten Woche nach langem Distanzunterricht, der in einer anderen Form gelaufen ist, ist das sicher ein Aspekt. Da ist so wie am Schuljahrsanfang. Da überschütte ich die Schüler auch nicht mit Hausaufgaben. Aber man führt die Klasse so langsam wieder in die Routine.

    Nur mal so zum Vergleich:

    In Bayern gelten in der Grundschule Hausaufgaben bis zu einer Stunde als angemessen. Die Bandbreite, wie schnell die Kinder die HA erledigen, ist unterschiedlich - das hängt von der Konzentrationsfähigkeit und -möglichkeit, dem Verständnis und der Arbeitshaltung ab.

    Nachtrag:

    laleona:

    In einer Halbtagsschule muss es Hausaufgaben geben, so viel Übungszeit hat man - zumindest in der Grundschule - während des Vormittags gar nicht um alles solide einzuüben. Vielleicht ist es in der Förderschule anders, weil man da mit anderen Zielen arbeitet. Hätten wir in der Grundschule die gezielten Einübungsphasen zuhause nicht, würden bei vielen Kinder Lücken bei den Grundlagen entstehen. Letztendlich gibt es in der GS hauptsächlich in Deutsch und Mathematik Hausaufgaben. In HSU und den anderen Fächern ist das sehr reduziert oder gar nicht vorhanden. In HSU sind es höchstens einmal kompetenzorientierte Dinge, wie z.B. etwas recherchieren, jemanden befragen, etwas beobachten...

    Wir haben an meiner Schule die ganze Bandbreite der Eltern, deswegen finde ich es wichtig, dass die Lehrer mit Gesamtblick auf die Situation die Entscheidungen treffen (so zum Beispiel auch über die Hausaufgaben). Die Erfahrung bei uns zeigt, dass die Extremen vereinzelt sind, aber am lautesten schreien. Deswegen ist als Grundschullehrerin ganz wichtig, nicht die Nerven zu verlieren und in der Gesamtschau über alle Kinder zu agieren. Ich sehe mich als Anwalt aller Kinder meiner Klasse von meiner Lehrerperspektive aus, einzelne Elternmeinungen zeigen nie die Gesamtsituation. Da müsste man dann alle Eltern der Klasse hören.

    Wir hatten vor den Pfingstferien Wechselunterricht. Da gab es am Präsenztag auch schon Hausaufgaben und Aufgaben für den Distanztag. Somit ist der Übergang nicht so krass.

    Bei uns wird es ganz normal Hausaufgaben geben, die sich aus dem Unterrichtsgeschehen ergeben und notwendig sind. Hausaufgaben ergeben sich aus dem Unterrichtsstoff am Vormittag und üben in der Regel diesen. Ich weiß nicht, ob man sich das leisten kann, auf die Übung zuhause zu verzichten.

    Hier geht es nicht um eine Arbeit im Referendariat, sondern um eine Zulassungsarbeit zur Erlangung des 1. Staatsexamens, so habe ich es zumindest verstanden. Bei meiner 1. Zula war das auch ähnlich - ein größerer fachwissenschaftlicher Anteil und ein fachdidaktischer Anteil, der natürlich mit wenig Erfahrungshintergrund geschrieben war. Ich finde es gut, dass du nachfragst, denn es ist schwierig, sich das alles so praktisch vorzustellen, wenn man noch keine bzw. nur sehr wenig Erfahrung hat.

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