Beiträge von Caro07

    Ehrlich gesagt, finde ich es schon seltsam, dass so etwas in einer Grundschule sein soll. Ein solche Ansprache der Schüler ist nicht Usus in der Grundschule, vor allem, wenn die Grundschule nur bis zur 4. Klasse geht. Oder ist das in Berlin?

    Für mich ist das eine etwas seltsame Grundschule oder die Grundschule hat nicht viele grundständige Lehrer, die in ihrem Studium die richtige pädagogische Einstellung und Sichtweise auf das Kind vermittelt bekamen.

    Die Frage ist, warum fragst du im Fall der Kollegin? Hat sie dich beauftragt?

    Wenn Eltern das einem vorwerfen, kann man kurz darüber reflektieren, ob das wirklich der Fall ist. Mir wurde in jungen Jahren einmal von einem Elternpaar vorgeworfen, ich hätte etwas gegen Ausländer (so nannte man das früher, das Wort Migrationshintergrund war noch unbekannt), weil ich für das verhaltensauffällige Kind Maßnahmen vorgeschlagen habe, die den Eltern nicht einsichtig waren. Da war ich sicher noch nicht so diplomatisch wie ich heute bin. Aber das hatte damals nichts mit Ausländern zu tun, sondern mit dem Verhalten des Kindes. Das war auch schnell Masche, hatte ich das Gefühl.

    Außer einer Schulbegleitung und mit viel Glück ein paar wenige Stunden vom mobilen sonderpädagogischen Dienst (MSD) passiert in Bayern recht wenig.

    Dazu muss man sagen, dass, nachdem man vor Jahren mehr Stunden durch den MSD bekommen hat, diese jedes Schuljahr spürbar sinken. Der MSD ist fast nur noch zur Beratung da, weniger zur Förderung. Das hat damit zu tun, dass wir zunehmend einen Mangel an Sonderpädagogen haben und die letzten verbleibenden, die von den Förderschulen aus diesen MSD machen können, also dort nicht fest eingesetzt sind, in die Schulen mit dem Profil Inklusion abgezogen werden.

    Wir haben aus diesem Grund an unserer Schule Stunden verloren. Plötzlich hieß es, dass diejenigen, die jahrelang bei uns den MSD machten, an der Förderschule Lernentwicklung zurück eine ortsgebundene Aufgaben haben. Dieses Schuljahr hatte ich trotz mehrerer Förderbedarfen Lernentwicklung (nicht zieldifferent) keinen MSD, sondern nur eine Differenzierungsstunde durch einen Förderlehrer (in Bayern gibt es Förderlehrer, die in Kleingruppen fördern, die aber keine Sonderpädagogen sind).

    Zurück zu Down: Ein interessanter Aspekt mit dem Klassenmaskottchen. Danke für die Schilderung Wael. Gut, dass das hier zur Sprache kommt.

    Das erschreckt mich auch. Da muss man ein Auge darauf haben.

    Ich finde solche Äußerungen von Prüfungsvorsitzenden eine Frechheit. Hat der dich je in einer Unterrichtssituation den Schülern gegenüber gesehen?

    Mannomann, ich kann nur den Kopf schütteln, was heutzutage alles Prüfungen abnimmt. Menschlich null Empathie.

    Und auch für angehende Lehrer gilt: Man wächst an seinen Aufgaben. Nach dem 1. Staatsexamen ist noch nie ein perfekter Lehrer herausgekommen, es sei denn, er hat eine Naturbegabung!

    In der 2. Phase lernst du ja erst, wie du den Stoff den Schülern vermittelst.

    Wenn ich daran denke, wie ich am Anfang Unterricht geplant habe. Ich habe mir jeden Satz, den ich sprechen wollte, im Voraus überlegt und aufgeschrieben und die erwarteten Schülerantworten ebenso. Da war ich zusätzlich noch in der Sekundarstufe. So habe ich mit der Unterrichtsplanung angefangen. Das war am Anfang hilfreich, alles zu durchdenken.

    Kein Vergleich, wie ich das jetzt nach über 35 Jahren Lehrererfahrung mache.

    Ich nahm die ersten Jahre die alten Proben auch zum Anfeuern. :pfeifen:

    Bis ich an eine Schule kam, die einen großen Schredder hatte.

    Wir haben wenigstens die gefühlte Illusion, dass bei alten Proben - siehe Zauberwald - nicht nachgeschaut werden kann und vielleicht nochmals Teile davon hergenommen werden können. Aber wenn man mal scharf nachdenkt, weiß man ja schon, dass Proben eingescannt oder kopiert werden um sie sich gegenseitig weiterzugeben.

    Kleiner Scherz: Vielleicht sind die Proben weniger wert als die Schulaufgaben. :autsch:

    Also ich war in Bayern bisher an 4 Grund- und Mittelschulen. Da lag die Verantwortung immer beim Lehrer. Ich denke, das mit der Aufbewahrung von Proben ist ein Gummiparagraph.

    Wenn ich mir überlege, dass man in anderen Bundesländern die Verantwortung los hat, nicht Proben hinterherrennen muss, weil die Schüler diese einfach behalten. Das wäre ein Stresselement weniger.

    Äh - ich muss Bayern nicht verteidigen. Es ist halt so, auch wenn es andere seltsam finden. Dafür können wir nichts. Wir haben die Vorschriften nicht erlassen.

    Früher war ich in Baden- Württemberg. Da war es anders. Da konnten die Schüler die Klassenarbeiten behalten.

    Wir geben die Klassenarbeiten, Proben genannt, an die Schüler zurück, die geben sie uns unterschrieben wieder zurück und wir bewahren sie auf. Bei mir ist das pro Schuljahr eine große Tüte voll. Also ich habe ständig 2 Tüten bei mir rumstehen. Also ich muss da nichts anmieten. Mir wäre es natürlich auch lieber, ich könnte die Proben den Schülern geben und ich hätte in der Schule eine Stelle. Ist eben nicht so.

    @ Lara:

    Proben sind die bayerischen Klassenarbeiten in Grund- und Mittelschulen. In Realschule und Gymnasium heißen sie Schulaufgaben. Jeder Lehrer bewahrt die Proben, die er mit Klassen geschrieben hat, selbst auf. Ich kenne das auch nur so, dass man die Proben 2 Jahre zuhause lagert. Das hat praktische Gründe. Wenn wir alle Proben in der Schule lagern würden, dann bräuchte man einen extra Raum. Du musst nur gucken, dass du sie nach den 2 Jahren datenschutzgemäß vernichtest, z.B. schredderst. Die Proben werden ja nur aufbewahrt, sollten plötzlich Zweifel an der Note aufkommen, dass man noch ein "Beweisstück" hat. Bei mir wollten einmal Eltern eine Kopie, weil sie in einer Beratung waren. Im Klassenzimmer finde ich die Aufbewahrung ziemlich unsicher, da könnte theoretisch ein Schüler an die Proben rankommen und noch etwas manipulieren oder etwas mit der Probe seiner Mitschüler anstellen.

    Allerdings wundert mich, dass du dies in der Elternzeit so machen sollst. Bei uns werden die Proben von den Lehrern, die nicht (mehr) an der Schule sind, ausnahmsweise in der Schule gelagert.

    Wichtige Schülerdokumente, Zeugniskopien usw. werden in der Schule gesichert gelagert und nach Vorschrift vernichtet. Für solche Dokumente gilt der Datenschutz ganz besonders und deshalb gibt es da strenge Auflagen.

    Der Schilderung nach war es ein Drittklässler. Radikale Sekundarstufemethoden sind da in meinen Augen nicht das Mittel erster Wahl.

    Der Vorschlag von Zauberwald finde ich gut, wenn man einen konsequenten Weg eingehen will. Eine Weigerung kann man natürlich nicht durchgehen lassen. Aber man kann sie auch hinterher klären. Z.B. über die Klassenlehrkraft oder bei schulbekannten, schwierigen Schülern auch einmal über die Sozialarbeit oder die Schulleitung.

    Man muss es immer im Zusammenhang sehen, wie der Schüler insgesamt ist und welche Maßnahmen er schon hatte. Die nächste Steigerung wäre gewesen, dass der Schüler einfach weggerannt wäre, das hat man in der Grundschule öfter mal.

    Man kann auch eine Maßnahme hinterher verhängen, nachdem man mit der Klassenleitung gesprochen hat. Für solche Dinge haben wir übrigens in der Schule einen Maßnahmenkatalog, der sich immer weiter steigert.

    Versuche vielleicht in Zukunft es nicht so weit kommen zu lassen, dass du die Geduld verlierst.

    Wie Zauberwald schon schrieb: sich das Bocken 5 min anschauen, wenn dann nichts passiert, etwas tun, wie man gut aus der Sache herauskommt. Wenn ich in der Situation gewesen wäre, hätte ich vielleicht Folgendes bei einem Grundschüler!, 3.und 4. Klasse getan:

    "Wie ich sehe, weigerst du dich weiter. Den Grund, weshalb wir das Klassenzimmer sauber verlassen, haben wir ausführlich besprochen. Ich habe jetzt aber keine Zeit zu warten. Du lässt den Platz jetzt so und ich werde darüber mit deiner Klassenlehrerin/ deinen Eltern/ der Schulleitung / dem Sozialarbeiter (da würde ich das nehmen, wo ich mir den erwünschten Effekt erhoffe) sprechen. Was du für dein Verhalten tun musst, erfährst du noch.( Das überlege ich mir noch.)

    Ich hatte natürlich auch schon bockende Schüler, jetzt zwar nicht wegen des Aufräumens aber in anderen Dingen. Meistens überlegen sich die Schüler es dann doch, wenn man ihnen klar sagt, dass ihr Verhalten eine Konsequenz hat. Wenn man das noch wegen eines nachhaltigen Effektes mit der Klassenlehrerin absprechen muss, lieber unklar bleiben. Man will ja eine Nachhaltigkeit erzielen.

    Ne, auf die Tische nicht, die sind ziemlich kratzfest. Sowohl unsere alten, als auch die neuen. Mit der Schere habe schon den einen oder anderen gesehen, wie er gedankenlos versuchte darauf rumzukratzen, doch das ist ziemlich erfolglos. Ich muss eher schauen, dass die Tische nicht mit Flüssigkleber zugekleistert werden, der ist eingetrocknet gemein wegzukriegen, deswegen haben alle nur einen Klebestift für den normalen Gebrauch.

    Solche Zeichnungen soll es ab und an schon in meinen Klassen auf geheimen Papieren gegeben haben. Aber ich denke, das wurde mir "gepetzt", da reagiert man je nachdem entsprechend.

    Wenn das geeignete Material im Klassenzimmer ist, lassen sich Schmierereien beseitigen, wenn es nur ein Zewa, Tempo usw. ist, das man feucht machen kann.

    Ich habe übrigens in meinem Klassenzimmer Wischtücher und Abtrockentücher, das bewährt sich bei solchen Sachen immer wieder. Oft sind die Tische verklebt mit Kleberesten oder verschmiert mit Füller. Viele Schüler putzen ihre Tische sogar gerne. ;) Und wehe, ich stelle Neutralreiniger zur Verfügung, da sind manche kaum zu bremsen.

    1. darf sich die Lehrkraft/Pädagoge vor der Tür aufstellen, und die Schüler erst rauslassen, wenn die Tische sauber sind?

    2. Man die Tür abschliesst und sich mit den Schüler(n) im Klassenzimmer/Gruppenraum befindet?

    3. Falls der betreffende Schüler versucht zu gehen, ihn verbal bzw. körperlich daran hindern?

    Ich hätte das ein bisschen eine andere Sichtweise, was Grundschüler betrifft, auf dieses Thema:

    Auch bei mir können die Grundschüler grundsätzlich erst raus, wenn ihr Platz aufgeräumt ist. Vielleicht liegt es am richtigen Ritual?

    Ich kann mich nicht erinnern, dass sich ein Schüler meiner eigenen Klasse einmal geweigert hätte. Das hat sich schnell eingespielt. Wenn einer früher gehen muss, dann springen halt einmal ausnahmsweise die anderen oder ich in die Bresche, was aber dem Kind dann auch so mitgeteilt wird.

    Bei Fremdklassen könnte eher die Situation vorkommen. Doch da hatte ich Glück: Meine Kolleginnen hatten einen Ordnungsdienst, der zum Schluss die Reste aufräumte. Ansonsten räumten die auf, wenn ich es ihnen ruhig sagte. Vielleicht nicht immer ganz zufriedenstellend, aber der Kinderblick ist oft anders als der Erwachsenenblick.

    Hättest du auch anders an den Schüler herankommen können? Wenn man ruhig mit Dritt- oder Vierklässlern redet, dann machen die meisten die Dinge. Das geht dann ganz schnell.

    Und wenn ich sehe, dass ein Schüler wirklich desorganisiert ist, dann helfe ich ihm. Viele Grundschüler verschmieren Bänke oft nicht "mit Fleiß", wie wir hier sagen, sondern oft stecken dahinter Konzentrationsprobleme, die dadurch ein Ventil suchen.

    Ich rate bei diesem Thema grundsätzlich zu einer entspannten Sichtweise und das nicht als Machtkampf zu sehen. Mit einer Hilfe anbieten, hätte man eine Brücke schaffen können und die Sache wäre evtl. schnell gegessen gewesen. Durchgehen lassen würde ich es nicht. Aber wie gesagt, ich kenne den Schüler nicht.

    Vielleicht noch etwas zu Punkt 1: Das war genau das, was der besagte Musiklehrer gemacht hat. Als Grundschullehrkraft muss man sich normalerweise nicht an der Tür aufstellen um ein Stopsignal zu setzen. Hier gilt: Der Lehrer beendet den Unterricht, nicht der Gong. Wenn die Klassen richtig gezogen sind, stürmen die nicht beim Gongschlag aus dem Klassenzimmer, wie man es in Filmen sieht, sondern man hat ein gemeinsames Verabschiedungsritual. Da kann man auch das Aufräumen irgendwo einbauen.

    Nun bin ich mal wieder gezwungen, mich selbst fortzubilden.

    An diejenigen, die schon mit dem Down-Syndrom konkret befasst waren:

    Gibt es eine gute Literaturempfehlung? Ich habe mir jetzt blind ein Buch vom Etta Wilken bestellt um mich überhaupt einmal in diese Art der Behinderung reinzulesen.

    Ich habe auch schon bei den pädagogischen Zeitschriften geschaut, da habe ich aber keine Ausgabe gefunden, die sich mit dem Down-Syndrom befasst. Mir geht es nicht um den Sinn der Inklusion und um hochtrabende Konzepte, sondern um Hintergrundwissen und Dinge, die ich für den praktischen Alltag brauche.

    Plattenspieler: Feusers Ansatz habe ich einmal im Internet überflogen, herzlichen Dank für den Hinweis. In meinen Augen hört sich alles erst einmal sehr theoretisch/philosophisch an. Ich fand aber kein einziges Unterrichtsbeispiel, das seine Idee bei einer geistigen Behinderung belegt. Das hätte ich nämlich einmal gerne ausgearbeitet gehabt. Für mich geht es um praktikable Lösungen.

    Auf jeden Fall nicht auf dem Stand einer 2. Klasse, eher irgendwo im 1. Schuljahr. Also wir brauchen uns nicht über irgendwelche Abschlüsse unterhalten. In dem Fall scheint es eine geistige Behinderung zu sein, kognitiv viel schwächer als Kinder die "nur" eine Lernbeeinträchtigung (L- Schüler) haben. Es ist nach Aussagen derjenigen, die das Kind kennen, nicht möglich, den Dritt- und Viertklassstoff so weit herunterzubrechen, dass das Kind daraus einen Gewinn zieht. So ist auf jeden Fall mein aktueller Wissensstand. Also die Differenzierung vom Stoff her kann ich mir wohl abschminken. Nicht umsonst wird zieldifferent unterrichtet. Ich hätte nämlich Inklusionsmaterial für Lernschwache zu einigen von unseren Schulbüchern. Selbst das wird zu schwer sein.

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