Meine Eltern waren am Ende des Krieges Jugendliche. Als Kind wurde ich bei Verwandtentreffen oft mit dem Krieg konfrontiert, weil hier durch Erzählungen "aus der schlechten Zeit" aufgearbeitet wurde. Und da waren schon harte Sachen dabei, vor allem wurde von den ständigen Luftangriffen geredet, von Angst und Tod. Ich selbst wollte davon auch hören, da ich als Kind noch einige Kriegshinterlassenschaften gesehen habe - z.B. Bombenlöcher, zerbombte Häuser.
Anscheinend habe ich als Kind da ein bisschen ein Trauma mitbekommen - ich hatte panische Angst vor einem erneuten Krieg und träumte öfter davon, vor allem von Feuerbränden. Außerdem erinnerten mich die wöchentlichen Probealarme (gab's damals noch im kalten Krieg) an einen möglichen Krieg. Wenn im Radio von einem Krieg in der Welt geredet wurde, fragte ich meine Eltern panisch, ob dieser Krieg zu uns käme?!
Als ich als älteres Kind und durch den Geschichtsunterricht am Gymnasium das alles besser verstand, hat sich das gelegt. Geblieben ist mir in dieser Beziehung nichts. Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich irgendwelche irrationalen Ängste hätte. Deswegen kann ich ohne Belastungsgefühl davon schreiben.