@Buntflieger
Ich vermute, dass du in deinem Beitrag Übungsstunden in D oder M beschrieben hast.
Wie führst du denn das Thema ein?
In der Grundschule ist bei uns (vielleicht ist das regional, wir sind stark vom SINUS - Programm beeinflusst) verbreitet, dass wir die Einführung mit Aufgaben machen, die so gestellt sind, dass sich jeder auf seinem Niveau Gedanken machen kann.
Dann werden die Ergebnisse nach einem Austausch zusammengetragen und ggf. diskutiert und verifiziert und schlussendlich zu einer Sicherung (falls es das Thema so will) zusammengefasst. Da kommen Dokumentationen und auch kooperative Unterrichtsformen mit ins Spiel.
Man hat es sich zur Aufgabe gemacht, solche Fragestellungen/Impulse zu entwickeln, wo jeder angesprochen ist und diese auf seine Weise lösen kann.
Z.B. beobachte ich schon seit Jahren, dass es z.B. bei Experimenten, irgendwelchen Texten zum Nachdenken und mathematischen Aufgaben mit etwas Anspruch unterschiedliche Beobachtungen, Gedanken und Lösungswege von unterschiedlichem Niveau aufgeschrieben werden. Das Niveau steigert sich im Laufe des Schuljahrs, wenn es dazu Rückmeldungen gibt und den Kindern klar ist, dass ihre Notizen etwas wert sind (Stichpunkt: Lerntagebuch, wenn der Begriff es auch nicht ganz richtig trifft).
Wie du schon richtig schreibst, kann man für Schwächere, die mit der Aufgabenstellung überhaupt nichts anfangen können, Hilfen anbieten.
Meine Erfahrung: Nicht zu früh! Sonst werden sie denkfaul. Ich sage meistens, dass ich ihnen mindestens einen Gedanken dazu zutraue. Und meistens schreiben sie dann doch etwas Sinnvolles auf. Viele Schwache sind einfach nur unsicher und trauen sich nicht. Ich traue den Schülern in der Regel mehr zu als sie sich selbst.
Das, was ich geschrieben habe, betrifft jetzt eher die Einführungsphase. Lehrerzentriert mache ich es auch mal mit Kärtchen usw., wo die Schüler im Halbkreis (Kinositz) vor der Tafel sitzen. Kommt darauf an.
Zur Übungsphase: Ich fand es bisher nicht unbedingt nötig, so viele unterschiedliche Materialien in der Grundschule bereitzustellen. Wir haben allerdings auch gute Schulbücher inkusive angebotener Materialien. Ich sehe es da eher so, dass ich bei schwächeren Schülern entweder noch Hilfestellung gebe oder gewisse Aufgaben nicht machen lasse. Doch vieles in der Grundschule sind Grundlagen. Und eine Grundlage sollten erst einmal alle haben.
Dann gibt es schon Methoden, die von sich aus differenzieren z.B. die Lautlesetandems oder individuelle Lernwörterdiktate.
Wer schneller fertig ist und auf eine angegebene Weise kontrolliert hat, bedient sich aus den Angeboten, die im Klassenzimmer sind. Für mich muss das nicht unbedingt das Fach sein, denn die Kids haben ja bewiesen, dass sie das, was gefordert ist, können. Sie können auch gerne dann eine ganz andere Aufgabe aus einem anderen Fach machen.
Meine Erfahrung in der Grundschule (geht in die Richtung wie state_of_Trance beschrieben hat): Stellt man Material von unterschiedlichem Niveau zu freien Auswahl bereit, werden nicht alle das Material bearbeiten, das ihnen entspricht. Jeder hat eine andere Motivation, das Material zu nehmen oder nicht. Das kommt auf die Lerneinstellung, Selbsteinschätzung und den (nicht vorhandenen) Ehrgeiz in diesem Alter an.