Beiträge von Kiggie

    Und jetzt frage ich mich, ob das in den MINT-Fächern wirklich so viel anders ist. Brauche ich da denn kein vertieftes Verständnis für die Systematik des Fachs - auf einer abstrakten Ebene, die ich niemals im Unterricht verbalisieren werde - um meinen Unterricht angemessen planen und durchführen zu können? Irgendwie will ich das nicht glauben.


    Ich denke weiterhin das Problem liegt an der Tiefe und Breite der Fächer.

    Elektrotechnik umfasst so viele Vertiefungsrichtungen, die kann ich mir nicht alle im Detail aneignen. Und damit kämpfe ich nun gerade auch, weil es eben stark vom Bildungsgang abhängt. Hatte vorher Automatisierer und nun unterrichte ich Telekommunikation im Handwerk. ISDN und Co habe ich im Studium nicht kennengelernt. Daraus bezog sich meine angesproche Diskrepanz zwischen Studium und Schule.
    Signale und Systeme in absoluter Tiefe sehe ich gerade nicht, dass mir das was bringt. Kann aber natürlich auch an mir liegen. Ich zweifel definitiv immer häufiger an meiner Fächerwahl, werde nun auch Schritt für Schritt versuchen meine Situation zu verbessern.

    Studium war halt sehr mathematisch und wenig praxisnah. Und Schule ist da doch deutlich praxisnäher.
    Ich darf keine Installationen vornehmen, aber das ganze Thema unterrichten.

    Ich bin ja ein Fan der Berufsausbildung. Und gerade wenn man sich unsicher ist noch mehr. Dann hat man selbst im Studium auch noch etwas worauf man zurückgreifen kann.
    Also vielleicht auch einmal da schauen, ob es etwas gibt was einem gefällt.

    Ich wäre damals nach dem Abi nicht studierfähig gewesen denke ich. Und wie viele haben mich gefragt, warum ich nicht studiere, ich hätte doch ein gutes Abitur.
    Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie mich darin unterstützt haben, trotz Akademiker Familie.

    Versuche deinen Weg zu gehen und schaue ggf. auch nach alternativen Wegen. Tipps bezüglich Vorlesungen und Praktika wurden ja schon gegeben.

    Ich habe ja nun keine Ahnung von Naturwissenschaften und den entsprechenden Studiengängen, bin aber immer wieder erstaunt, wenn MINT-Kollegen sagen, dass die Studieninhalte für den Unterricht so wenig relevant sind,


    Elektrotechnik: Fast rein mathematische Betrachtung und fachlich schon ab der 3. VL in jeder Veranstaltung viel zu tief.
    Chemie war bei mir sehr viel speziell für Lehramt. Aber auch da 2 Vorlesungen die Stoff haben, welcher für die Schule nicht relevant ist. Dafür hat man andere Modelle, die eher nötig sind nicht behandelt.
    Liegt also meiner Meinung nach eher an der Breite und Tiefe der Fachgebiete und wie stark sie für die Schule runter gebrochen werden, bzw wie speziell das Wissen je nach Bildungsgang ist.

    Ich würde das fachliche auch deutlich wichtiger eingruppieren.

    Ich stoße ja aktuell immer wieder an meine Grenzen in meinen technischen Fächern. Ich kann die Mathematik zwar anwenden, habe sie aber nie verstanden und dadurch auch Probleme es zu vermitteln bzw. die Zusammenhänge zu sehen.

    Und in ET habe ich extrem gravierende Probleme. Studium habe ich mit viel Fleiß geschafft, aber nun merke ich tagtäglich, wie viel mir fehlt, dass Grundlagen nicht gegeben sind und ich den Schülern wenig bis nichts voraus habe (liegt natürlich auch an der Weite des Fachgebietes und den verschiedenen Ausbildungsberufen und vielen Lernfeldern), da muss ich mir und auch den Schülern sehr häufig eingestehen, dass ich Fragen gerade nicht beantworten kann. Und das nagt dauernd an


    Zitat

    Aber es hat mich angeödet stundenlang programmieren zu müssen oder Excel Tabellen hin und her zuschieben.


    Ein bisschen Bedenken habe ich auch bei diesem Satz. Gerade Sek I / II kann mit vielen Parallelklassen sehr eintönig werden. Auch wenn man selber verantwortlich ist. War für mich ein Grund damals mich gegen Gym zu entscheiden. (und nun habe ich genau das im dualen System mit Parallelklassen, alle an einem Tag :D )

    So Recht überzeugt mich deine Haltung auch nicht.

    Studium Mathematik an einer kleinen Uni -> sehr lange, aber Abschluss, aber mit relativ schlechter Note, obwohl es Spaß gemacht hat

    Studium Master Mathematik mit Wechsel an ner TU -> großer Fehler, ich komme nicht mit und bin überfordert -> Abbruch

    Nun 34 Jahre alt, finde keine Jobs mit meinem Alter und dem schlechten Bachelor


    Wenn du jetzt noch einmal studierst, Geographie fängst du ja bei 0 an, bist du noch deutlich älter. 5 Jahre Studium plus 18 Monate Ref.
    Wenn ich aber lese, dass du für Mathe sehr lange gebraucht hast (Warum?), dann dauert es vielleicht auch noch länger bis du im Beruf bist.

    Was für eine Ausbildung hast du denn gemacht, dass du da auch keinen Job findest?
    Oder was war dein ursprüngliches Ziel als du Physik, bzw. dann Mathe angefangen hast?
    Da würde ich doch eher ansetzen.

    Und wenn es der Lehrberuf sein soll, dann mach es, es ist dein Leben. Aber schau immer, dass du ggf. auch eine Alternative in der Hand hast (hatte ich auch immer, bzw. sogar mehrere).

    Ich spreche damit natürlich auch all jene Kollegen an, die hier und anderswo das Demonstrieren während der Unterrichtszeit toll finden und befürworten und verteidigen ...


    Kommt vielleicht auch auf die Schulform an, aber wenn ein Schüler krank ist muss er sich auch selbstständig um das Nacharbeiten kümmern (natürlich mit Unterstützung bei Bedarf).
    Gilt also auch für so etwas. Da muss ich dann nicht den Unterricht zweimal halten.

    Danke für die Info. Da wir noch keinen Absolventen im Ref haben, der nach diesem Modell studiert, wusste ich das noch gar nicht.

    24 Monate gilt für die Quereinsteiger, die haben im ersten halben Jahr Bildungswissenschaften und am Ende auch eine Prüfung.
    Da die dualen MEd aber die BiWi an der Uni haben brauchen sie das dann nicht, daher auch nur 18 Monate.
    Die müssen ja auch im Studium noch ein Praxissemester absolvieren. (trotz laufendem Unterricht)

    Nein, ein Grund ist eine persönliche Sache und muss somit nicht angegeben werden. Anders ist es natürlich vielleicht im Betrieb bei dualen Schülern.
    Aber deswegen sage ich ja auch, die Ü18 kann sich einfach selbst entschuldigen ohne dass wir wissen, ob er bei der Demo war oder sonst einfach geschwänzt hat oder wirklich krank war. Das will ich dann auch gar nicht wissen.

    Bei Klassenarbeiten gilt Attestpflicht.

    Ich ergänze: nach dem Master of Education hat man nur 18 Monate Referendariat, da man die Bildungswissenschaften schon im Studium absolviert hat. Läuft aber trotzdem unter OBAS

    Kenne auch aktuell mehrere mit diesem Weg.
    Es ist sicherlich nicht einfach. Vorteil ist aber dass du dein Studium so gesehen finanziert bekommst.

    Ich habe zwar andere Fächer, aber die Befürchtungen hatte ich in E-Technik auch extrem! (Und sie bestehen noch weiterhin).
    Das Studium bereitet nur sehr gering auf das Lehramt vor. Man muss sich für jede Unterrichtsreihe noch immer alles wieder aneignen. Nicht immer alle Details, aber doch hier und da recht viel. Auch gibt es bei mir Fragen, die ich schlicht nicht beantworten kann. Da fehlt es auch an Erfahrung.
    An der Uni bekommt man viel Wissen was man nicht braucht und vieles bekommt man nicht was man braucht. Das lernt man mit der Zeit.

    Ich habe gelernt, es ist wichtig dazu zu stehen. Heißt ich sage meinen Schülern offen, wenn ich etwas nicht weiß. Dass ich es noch einmal nachlese, bzw fordere auch die Schüler auf sich das anzueignen und vertage das Thema dann.

    Ohne Studium kein Obas, Verbeamtung schon gar nicht.

    Es gibt in NRW noch Werkstattlehrer, bzw Fachlehrer. Aber als Werkstattlehrer muss man noch mindestens einen Techniker Orth Meister haben (+Ausbilderschein). Und dann bekommt man auch nur A10 am Ende glaube ich (am BK zumindest).
    Ist dann auch nur Praxisunterricht.

    Also von dem her, sehe ich wenig Möglichkeiten. Außer eben nebenbei zu studieren.

    Es gibt durchaus auch Kollegen, die das gut finden jeden Tag nur zwei Stunden.

    Kommt ja auch auf den Anfahrtsweg an.
    Bei 2 Stunden bin ich genauso lange unterwegs wie an der Schule, das finde ich nicht so gut. Daher wird so etwas bei uns vermieden.

    Aktuell habe ich auch einen Tag frei in der Woche, das ist aber Zufall.

    So ganz erschließt sich mir nicht was links sein mit Demo erlauben zu tun hat.
    Aber dazu bin ich vielleicht auch zu unpolitisch. Ich habe keine eindeutige Richtung, hängt absolut von der aktuellen Lage und noch mehr von der Wahl ab. Kommunal, Land, Bund, Europa können bei mir völlig unterschiedlich ausfallen.

    Fachlich war er dank der Berufspraxis zwar herausragend, theretische Grundlagen zu Pädagogik und Didaktik musste er sich aber anders als die meisten Mitanwärter erst schrittweise erarbeiten im Hinblick auf die Prüfungen.


    Das möchte ich gerne mal hervorheben-
    Nicht nur die reine Didaktik ist das Problem. Gerade wenn man lange an der Uni tätig war ist nach meiner Beobachtung (!) häufig das Problem die didaktische Reduktion! Es ist gar nicht so einfach etwas auf geringster nötiger Basis zu vermitteln. Bzw eben auf das Wesentliche reduzieren. Und das trifft einen gerade im Bereich der Naturwissenschaften.

    Ich empfehle auch die berufsbildenden Schulen, gerade weil dort das Niveau, was unterricht wird doch noch einmal die reinen Grundlagen übersteigt. Und ein Praktikum ist auch immer zu empfehlen!

    Ummon: Wie gehst du mit den aktuellen dienstlichen Anweisungen für BaWü im Hinblick auf den Datenschutz um? Reduktion der Whatsapp-Gruppen auf die Mitteilung nicht-sensibler Informationen?


    Ich bin nicht selber bei WhatsApp mit den Schülern in Kontakt, aber die meisten Klassen haben eine solche Gruppe. Und dann gebe ich schon einmal Infos so weiter. Also KA-Termine und Raumnummern. Sind für mich absolut sicher. Ebenso Antworten zu Inhalten von KA.
    Noten sind da natürlich tabu.

    Ja wie? Bei euch ist dienstags und freitags generell kein Unterricht? Was ist das denn für eine Regelung? Also bei uns läuft der Unterricht montags bis samstags, mo-fr bis abends 21 Uhr und samstags bis 14.30 Uhr. Ganze freie Tage dazwischen gibt es nicht. Und klar, bei uns finden die Konferenzen auch immer schön in der "Mittagspause" (geht bis 17.30 Uhr) nach der 8. Stunde statt. Da fällt überhaupt kein Unterricht aus.


    Ich glaube manchmal willst du falsch verstehen.
    Es geht wohl um Dienstags nach der 6. Stunde.

    So ist es bei uns übrigens auch. Ein Tag in der Woche (wird im Voraus für das Schuljahr bestimmt) ist nach der 6. Stunde Schluss (abgesehen vom Abendunterricht) und als Besprechungsnachmittag geblockt.
    Für Schüler also planbar immer frei (mit Ausnahmen)
    Und für Lehrer auch weitestgehend planbar, da Konferenzen ja nicht erst in der Woche vorher angekündigt werden. Lehrerkonferenz gibt es bei uns drei im Schuljahr.
    Bildungsgangkonferenzen finden dann auch an diesen Nachmittagen statt.

    interessant. Ist glaube ich in NRW nicht möglich (zumindest ist das Praxissemester nicht möglich, ich glaube auch fürs Ref), in NDS hatte das mein Studienseminar ausgeschlossen.


    Also beim Praxissemester musste man die Schulen angeben, bei denen man selbst Schüler war (meine ich mich zu erinnern).

    Aber beim Ref fragt da keiner mehr. Ich bin nun Lehrerin an der Schule, wo ich die Berufsschule besucht habe. Aber wie DPB schreibt, hätte ich mit meinen Fächern auch nicht sooo die Riesen Auswahl gehabt.

    Aber ja ich bin nun Kollegin von ehemaligen Lehrern. :D

    @plattypus: von einer Klausur sprach bisher keiner.
    Und komplett frei gibt es am Freitag ja nicht, die starten ja nicht früh morgens.

    Wenn du meinst deine ganzen Schüler wären gleich und die schwänzen nur, könnte man ja durchaus mit einer schriftlichen Abfrage in der nächsten Stunde arbeiten. Denn es muss ja selbstständig nachgearbeitet werden.

    Mir kamen gerade sehr viele Schüler mit schildern entgegen. Da steckt also durchaus auch Arbeit hinterher. Ich finde es definitiv gut.

    Finde ich kritisch, da von daheim quasi den "Freifahrschein" fürs Schuleschwänzen zu geben. Besonders da die Demos jede Woche stattfinden.
    Ich würde meine eigenen Kinder viel eher dazu ermuntern sich in Kleinen für den Klimaschutz zu engagieren (an Jutetasche zum Einkaufen denken, Müll trennen, Konsumverhalten einschränken).
    Wenn die Demos nachmittags wären, wären sie bestimmt nur halb so voll - wetten? ;)


    Ich kann ja nur von mir aktuell sprechen, ich kaufe unverpackt ein so gut es geht, habe kein Auto etc, und so würde ich natürlich auch meine Kinder erziehen und würde es entsprechend unterstützen.
    Aber ich würde eben auch das Nacharbeiten unterstützen.

    Streiks finden auch während der Arbeitszeit statt. Warum wohl?


    An der Uni war es früher doch auch so, daß man zweimal/Semester fehlen durfte. Danach gab es einfach keinen Sitzschein mehr und man durfte im nächsten Semester die Veranstaltung noch einmal wiederholen. An der Uni kam noch verschärfend hinzu, daß auch keine Atteste akzeptiert wurden, Krankheit war also ein Privatproblem. Oder, wie es ein Prof. mal auf den Punkt brachte: "Sie dürfen zwei Wochen im Semester fehlen, egal ob sie da im Krankenhaus liegen oder am Strand in der Dominikanischen Republik."


    Und auch an der Uni ist dieses Prozedere verboten.
    Wenn man häufiger fehlt musste man eben eine andere Leistung erbringen, also nacharbeiten und somit auch auf die Zeit kommen.

    Und das gilt bei den Schülern eben auch, wer nicht kommt muss es entschuldigen und noch wichtiger selbst nacharbeiten.

    Ich würde meinen Kindern immer eine Entschuldigung schreiben, bzw ab 18 kann man sich selbst entschuldigen.
    Für den verpassten Inhalt ist man, genauso wie bei Krankheit, selbst verantwortlich.

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