Beiträge von O. Meier

    Dafür gibt es in der Religionswissenschaft (natürlich nicht in der Biologie) vermutlich eine Definition.

    Kannst du eine nennen?

    Könnte schwierig werden:

    Die Frage, unter welchen Umständen eine Entität als Gott eingeordnet werden kann, hat bislang in der Religionswissenschaft kaum Beachtung gefunden, zumal die jüdisch-christliche Tradition stets eine implizite Vorlage für den Gottesbegriff lieferte. Dies ist neben der Einschränkung auf einen Kulturraum insofern problematisch, als es bereits in diesen Religionen eine Vielzahl unterschiedlicher Gottesvorstellungen gibt.[17] H. P. Owen stellt in der Encyclopedia of Philosophy fest, dass es „sehr schwierig und vielleicht unmöglich“ sei, eine Definition von „Gott“ aufzustellen, die alle Verwendungen des Wortes und entsprechender Wörter in anderen Sprachen abdeckt.


    Ich sehe auch nicht, dass es mit einer allgemeinen Definition getan wäre. Man müsste schon klar haben, was man im jeweiligen Glauben unter einder oder der Göttin versteht.

    Wenn der FC in 500 Jahren noch gesellschaftlich relevant sein sollte, können unsere Nachfahren ja diskutieren, ob der Fußball ein eigenes Fach bekommt, dessen Lehrplan vom jeweiligen Bundesligameister abgesegnet wird.

    Dann fändest du OK? Und der Zeitraum, in dem der Verein existiert hat, ist das einzige Kriterum? Um welche Inhalte es geht, wäre egal?

    Selbst in der Mathematik gibt es Dinge wie die Goldbasche Vermutung.

    Eben. Und die heißt Vermutung, weil es eine Vermutung ist. Sie ist in Form einer Aussage formuliert, so dass man sie beweisen oder widerlegen kann.

    Goldbach schreib ja nicht „Da ist was mit diesen geraden Zahlen, von dem man nichts weiß und das man nicht erklären kann. Und deshlab sollten wir beim Sex grüne Socken tragen.“

    Aber die Welt lässt sich halt nicht nur naturwissenschaftlich sehen.

    Warum auch?Hat das irgendjemand verlangt? Warum sollte man sich auf Naturwissenschaften beschränken? Eien Erklärung wider wissenschaftlcihe Erkenntnis bringt uns aber auch nicht weiter.

    Selbstverstandlich hat sich der Glaube weiterentwickelt.

    Das ist wohl selbstverständlich in dem Wissen, dass man keine reale Grundlage hat und man letztendlich ruminterpretieren kann, wie man möchte. Aus der Sichtweise, dass dr Glauben sich auf göttliche Regeln udn Gebote stützt, hätte ich etwas mehr Konstanz erwartet.

    Dinge wie Martin Luther

    Martin Luther war ein „Ding“?

    Es gibt Jahr für Jahr neue religionswissenschaftliche Veröffentlichungen, Ideen, Theorien.

    Ja, das ist auch gut so. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit gesellschaftlichen Phänomenen bringt uns weiter.

    Das weiß man halt gerade nicht.

    Eben. Es gibt nicht den gerinsgten Grund, anzunehmen, dass es ein „Leben nach dem Tode“ geben kann, weil man keine Idee hat, was das sein soll. Ich versteh auch nicht, wie Menschen in einem solchen Unwissen Trost finden können.

    s ist die Frage, ob es etwas wie die unsterbliche Seele gibt.

    Nein. Auch die Frage stellt sich nicht, solange man nicht benennen kann, was eine Seele sein soll.

    Es gibt eine Reihe von Medizinern, die trotzdem an eine unsterbliche Seele glauben.

    Eine Reihe. Klingt mächtig viel. Belastbare Zahlen hast du aber nicht?

    Wie kannst Du dir da sicher sein, dass die alle falsch liegen?

    Wie sollen sie richtig liegen, mit etwas, dass sie nicht erklären oder benennen können?

    Woher soll man irgendeine Vorstellung haben, wenn man null Einblick hat

    Das Argument, dass Religion so furchtbar kompliziert sei, hatten wir auch schon. Für mich liegt das daran, dass im Wesentlichen Worthülsen durch die Gegend geschoben werden. Wie auch anders, wenn man keine reale Grundlage hat?

    Zur Taufe hätte ich glatt noch ein paar Fragen. Aber wehe, man stellt die. Dann ist man entweder zu doof oder man zieht nur etwas ins Lächerliche. Nur Glauben und Abnicken scheinen OK zu sein.

    So, aber wenn das alles viel zu kompliziert für uns arme Sünderinnen ist, welchen Gesellschaftlichen nutzen hat dann die Religion? Und was davon erzählen wir Kindern in der Grundschule?

    Die Taufe ist nicht die Entscheidung des Menschen für Gott, sondern die Entscheidung Gottes für den Menschen

    Klingt nach einer recht einseitigen Beziehung, wo nur die eine die Entscheidung trifft.

    die Wirkungen sind die Vergebung der Sünden

    Welche Sünden sollen denn einem Säugling vergeben werden?

    die Annahme als Kind Gottes, die Eingliederung in seinen mystischen Leib, die Kirche.

    Da frage ich schon gar nicht, was das bedeuten soll.

    Der Glauben ist keine Voraussetzung für den gültigen Empfang,

    Aber die Getaufte legt ein Glaubensbekenntnis ab? Das macht übrigens für einen Säugling keinen Sinn.

    Bei Kindern in christlichen Familien ist ja aber der Plan, dass sie direkt im Glauben und mit dem Glauben aufwachsen.

    Ja, das ist der Plan. Schnapp’ sie dir, wenn sie jung sind. Wenn Religionszugehörigkeit eine bewusste Entscheidung wäre, käme man nicht so gut an Leute.

    Den Eingriff in das Leben eines Menschen nehmen aber die Eltern vor, die das Kind taufen lassen.

    „Lassen“! Eben.

    Neben den Eltern gibt es weitere beteiligte. Die katholische Kirche hat nunmal dieses verfahren so vorgesehen. Da können die Verantwortlichen in diesem Verein wohl schlecht mit den Schultern zucken und so tun, als hätten sie damit nichts zu tun.


    Außedem hat es doch null Relevanz, dass die katholische Kirche ihre Ex-Mitglieder immer noch als katholische Christen betrachtet,

    In der Tat. Ich find's halt nur interessant, was für ein Bild vom Menschen die katholische Kirche haben muss, um zu ihrer Sichtweise zu kommen. Auch unter dem Aspekt, dass in dieser Diskussion dem Begriff „Zwangsmitgliedschaft“ widersprochen wurde.

    Wäre alles kein Problem, wenn man vollständig (also auch nach Verständnis der Kirche) und ohne Gebührenzahlung wieder aus dem Verein rauskäme.

    Eigentlich ist das Versändnis dieses Vereins, in dem man nicht Mitglied sein möchte, nicht relevant. Die können sich ja als Mitglieder vorstellen, wen sie wollen. Man muss ja die Realität nicht akzeptieren. Die Haltung, die sie damit zeigen, offenbart aber eine grobe Ablehnung von Freiheit.

    Ein bisschen korrekter wäre die Feststellung, dass man nach katholischer Aufassung zwar aus der Kirche als kirchensteuereinziehender Organisation austreten kann, aber nicht aus der Kirche selbst.

    Naja, eben. Die Auffassung der katholischen Kirche ist, dass man sie nicht verlassen kann. Das ist ein ziemlicher Anspruch, den man da an Menschen stellt. Das ist übergriffig und freiheitsfeindlich. Und auch nicht ganz so tolerant, wie hier schon mal geforfert wird.

    Mag sein, dass dieses Konstrukt keine rechtlichen Auswirkungen hat. Es offenbart jedoch ein Bild vom Menschen, der sich so etwas eben nicht aussuchen dürfe. Da finde ich jetzt wenig Glaubensfreiheit verwirklicht.

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