Beiträge von O. Meier

    Wie kommst du darauf?

    Ich bin kein Experte, aber nach meinem Verständnis und meinen Erinnerungen folgt Religionsunterricht ähnlichen Prinzipien wie Geschichts- oder Politikunterricht, d. h. primär erfolgt eine Auseinandersetzung mit Quellen, was natürlich auch Quellenkritik beinhaltet.

    Konfessioneller Unterricht erfolgt nunmal unter der Maxime der Konfession. Sonst wäre es keiner. Alles nichtkonfessionelle kann man auch in anderem Unterricht machen.

    Oder wolltest du sagen, dass wir gar keinen konfessionellen Religionsunterricht brauchen, weil auf den Konfessionsbezug ohnehin systematisch verzichtet wird?

    Das ist bei Politik teilweise auch der Fall. Gibt es jetzt auch keine politische Bildung?

    Diese Verwechslung hatten wir schon. Politik ist keine Wissenschaft. Man kann sich aber wissenschaftlich mit ihr beschäftigen. Daraus kann man politische Bildung ableiten.

    Man kann sich auch wissenschaftlich mit Religion beschäftigen und daraus Bildungsinhalte ableiten. Das passiert aber gerade im konfessionellen Religionsunterricht nicht.

    Der Glaube ist (oft/in der Regel) nicht wider wissenschaftliche Erkenntnisse.

    Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten. Entweder der Glaube stimmt mit wissenschaftlichen Erkenntnissen überein. Dann ist er redundant. Oder er widerspricht diesen, dann widerspricht er diesen.

    Er bezieht sich i.R. auf Aspekte des Lebens, die wir weder naturwissenschaftlich erfassen noch erklären können.

    Woher kommt diese Einschränkung auf Naturwissenschaften? Hat irgendjemand verlangt alles naturwissenschaftlich erklären zu können? Diese Einteilung der Wissenschaften in bestimmte Zweige ist ohnehin kontraproduktiv. Muss ich ir wirklich darüber Gedanken machen, ob Züchologie eine Natur- oder eine Gesellschaftswissenschaft ist, damit ich züchologische Erklärungen akzeptiere.

    Aber was sollen, dass für Sachen sein, die wir wissenschaftlich nicht fassen oder erklären können? Wennn es denn so ist, dass man keine Erklärung hat, dann hat man kene. Dann sollte man auch nicht so tun, als ob man eine hätte. Der Erklärungsersatz ist dann eben — und dan sind wir wieder — nur Geschwurbel.

    Dafür gibt es in der Religionswissenschaft (natürlich nicht in der Biologie) vermutlich eine Definition.

    Kannst du eine nennen?

    Könnte schwierig werden:

    Die Frage, unter welchen Umständen eine Entität als Gott eingeordnet werden kann, hat bislang in der Religionswissenschaft kaum Beachtung gefunden, zumal die jüdisch-christliche Tradition stets eine implizite Vorlage für den Gottesbegriff lieferte. Dies ist neben der Einschränkung auf einen Kulturraum insofern problematisch, als es bereits in diesen Religionen eine Vielzahl unterschiedlicher Gottesvorstellungen gibt.[17] H. P. Owen stellt in der Encyclopedia of Philosophy fest, dass es „sehr schwierig und vielleicht unmöglich“ sei, eine Definition von „Gott“ aufzustellen, die alle Verwendungen des Wortes und entsprechender Wörter in anderen Sprachen abdeckt.


    Ich sehe auch nicht, dass es mit einer allgemeinen Definition getan wäre. Man müsste schon klar haben, was man im jeweiligen Glauben unter einder oder der Göttin versteht.

    Wenn der FC in 500 Jahren noch gesellschaftlich relevant sein sollte, können unsere Nachfahren ja diskutieren, ob der Fußball ein eigenes Fach bekommt, dessen Lehrplan vom jeweiligen Bundesligameister abgesegnet wird.

    Dann fändest du OK? Und der Zeitraum, in dem der Verein existiert hat, ist das einzige Kriterum? Um welche Inhalte es geht, wäre egal?

    Selbst in der Mathematik gibt es Dinge wie die Goldbasche Vermutung.

    Eben. Und die heißt Vermutung, weil es eine Vermutung ist. Sie ist in Form einer Aussage formuliert, so dass man sie beweisen oder widerlegen kann.

    Goldbach schreib ja nicht „Da ist was mit diesen geraden Zahlen, von dem man nichts weiß und das man nicht erklären kann. Und deshlab sollten wir beim Sex grüne Socken tragen.“

    Aber die Welt lässt sich halt nicht nur naturwissenschaftlich sehen.

    Warum auch?Hat das irgendjemand verlangt? Warum sollte man sich auf Naturwissenschaften beschränken? Eien Erklärung wider wissenschaftlcihe Erkenntnis bringt uns aber auch nicht weiter.

    Selbstverstandlich hat sich der Glaube weiterentwickelt.

    Das ist wohl selbstverständlich in dem Wissen, dass man keine reale Grundlage hat und man letztendlich ruminterpretieren kann, wie man möchte. Aus der Sichtweise, dass dr Glauben sich auf göttliche Regeln udn Gebote stützt, hätte ich etwas mehr Konstanz erwartet.

    Dinge wie Martin Luther

    Martin Luther war ein „Ding“?

    Es gibt Jahr für Jahr neue religionswissenschaftliche Veröffentlichungen, Ideen, Theorien.

    Ja, das ist auch gut so. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit gesellschaftlichen Phänomenen bringt uns weiter.

    Das weiß man halt gerade nicht.

    Eben. Es gibt nicht den gerinsgten Grund, anzunehmen, dass es ein „Leben nach dem Tode“ geben kann, weil man keine Idee hat, was das sein soll. Ich versteh auch nicht, wie Menschen in einem solchen Unwissen Trost finden können.

    s ist die Frage, ob es etwas wie die unsterbliche Seele gibt.

    Nein. Auch die Frage stellt sich nicht, solange man nicht benennen kann, was eine Seele sein soll.

    Es gibt eine Reihe von Medizinern, die trotzdem an eine unsterbliche Seele glauben.

    Eine Reihe. Klingt mächtig viel. Belastbare Zahlen hast du aber nicht?

    Wie kannst Du dir da sicher sein, dass die alle falsch liegen?

    Wie sollen sie richtig liegen, mit etwas, dass sie nicht erklären oder benennen können?

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