Beiträge von O. Meier

    sollte man auch den Glauben anderer Menschen respektieren. Dazu gehört sicherlich auch Religionen grundsätzlich als Märchen abzutun.

    Ich ginge nicht soweit, dass das Erkennen von Religionen als Märchen unbedingt notwendig für den Respekt ist. Ich meine aber sehr wohl, dass man einen Menschen in seiner Haltung auch dann repektieren kann, wenn man weiß, dass diese Haltung völlig absurder Unsinn ist.

    Glaubensfreiheit ist ein hohes kulturelles Gut. Sie bedeutet, dass jede erstmal glauben kann, was sie will. Soweit. Wer allerdings in einem aufgeklärten Staat junge Menschen erziehen und ausbilden möchte, muss schon mit etwas mehr um die Ecke kommen, als dass man das nicht wiederlegen könne.

    Es hat bisher auch noch niemand wiederlegt, dass eine Teekanne auf einer Umlaufbahn um den Mars kreist. Daraus leite ich aber nicht das Recht ab, gegenüber mir anvertrauten jungen Menschen zu behaupten, diese Teekanne verlange nunmal, dass man nur grüne Socken tragen dürfe und jedem dritten KInd nach der Geburt die Augen zu entfernen seien. „Möge jede Dritte in Dunkelheit wandeln“ sagt die Teekanne.

    Die Behauptungen der Religionen sind unter anderem deshalb nicht widerlegbar, weil sie völlig unspezifisch und unscharf sind. Wenn überhaupt nicht klar ist, was eine Göttin sein soll, muss man sich über Existenz gar keine Gedanken machen.

    Auf der anderen Seite gibt es aber genügend soziologische, kulturhistorische, biologische und psychologische Erklärungen für die Exsitenz von Religionen, die alle mit weniger zusätzlichen (und absurden) Annahmen auskommen, als die Vermutung, an den Behauptungen der Religionen könnte etwas dran sein.

    Man kann (die katholische) Religion kritisieren, aber was hat sie mit Esoterik zu tun?

    Esoterik ist nach Etymologie und Definition eine "Geheimlehre" für einen auserwählten Kreis.

    Okay. Missverständnis. Esoterisch im Sinn der unwissenschaftlichen Erklärungsmuster.

    Wenn man sich Umfragen anschaut, wie viele Leute (primär Frauen, sorry, ist so) an die Sternzeichen

    Sternzeichen? Was soll das ein?

    und Horoskope "glauben" und danach Entscheidungen treffen ...

    Ja, was ist dann, wenn man sich das anschaut? Soll hier der eine Spinnkram den anderen rechtfertigen?

    Etwas kritisch zu beleuchten (auch eine These), heißt nicht, etwas zu verbreiten (im Sinne der Personen, die diese Auffassung vertreten).

    Du schriebst, man dürfe eine bestimmte These nicht äußern, weil man dann Rassist sei.

    Ich meine, dass man so etwas sehr wohl äußern darf. Sogar, wenn es falsch wäre.

    M.E. leider eine ganz gewaltige, was die öffentliche bzw. mediale Wahrnehmung betrifft; so dass bestimmte Diskussionen gar nicht mehr geführt werden können, weil Personen sofort in eine bestimmte Ecke gestellt werden bzw. gecancelt werden.

    Und jetzt möchtest du es diese Leuten unterstützen, indem du ihre These, Islamkritik sei rassistisch weiter verbreitest?

    Aber ich verstehe die Sicht, dass man eine Strömung ganz ablehnt und sich daher nicht traut, hineinzuschauen.

    Da ist bestimmt was dran. Es ist aber umgekehrt auch einfach, etwas abzulehnen, dass man nicht aus eigener Anschauung kennt. "Nö" ist legitim, aber halt auch engstirnig.

    Nein. Weder noch. Weder traue ich mich nicht, noch bin ich engstirnig.

    Man muss nicht alles mitmachen oder ausprobieren, um es beurteilen zu können. Und das jemand tolle Stimmung auf dem Winterbasar hat, belegt nicht, dass er ein gutes Konzept für eine Schule hat.

    Nochmal: die steinersche Esoterik-Spinnerei ist nunmal Unfug. Sie ist menschenverachtend und rassistisch. Wer sich das auf die Fahnen schreibt, kann noch so viele schöne Sachen für den Basar basteln, das interessiert mich dann nicht mehr.

    Wenn die Grundlage nicht stimmt, stimmt sie nicht. Da muss ich mich nicht durch Übernahme der Innenansicht von überzeugen lassen.

    Dass er insgesamt ein seltsamer Typ war, will ich aber nicht leugnen.

    Rassist und Antisemit. Da finde ich „seltsam“ etwas zu verharmlosend.

    Wobei die Waldorfschulen sich heute von bestimmten Aussagen Steiners deutlich distanzieren.

    Die Anthroposophie ist absurd. Es nützt nichts, sich von Einzelnen Aussagen Einzelner zu distanzieren, wenn man einer solchen Ideologie anhängt.

    Schau dir bitte im Gegenzug mal einen Adventsbasar einer Waldorfschule in deiner Nähe an

    Nö.

    Im übrigen: ich schaue den Böhmi, seit er nach der Schmähgedicht-Affäre wieder auf Sendung ist, ziemlich regelmäßig. Im Vergleich zu den übrigen Polit-Magazinen hat er eine Redaktion, die sehr gründlich recherchiert. Wenn diese Folge gefallen hat, empfehle ich, öfter mal 'reinzuschauen.

    Für oder gegen was? Du kannst von Waldorfschulen halten, was du willst, ich kenne welche von innen und hab mein eigenes Bild, das durchaus differenziert ist.

    Nunja, vielleicht gibt es ja mehrere Wahrheiten. Letztendlich ist es aus der Innenansicht immer schwieriger kritisch zu sein. Ich möchte es nicht so weit kommen lassen, hinterher nachschauen zu müssen, was aus den jungen menschen geworde ist. Völlig absurde Ideologien können nicht Grundlage für Bildung sein. Menschenverachtende wohl erst recht nicht.

    Die Information der Eltern mag rechtlich korrekt sein, wird vermutlich aber nicht dazu beitragen, dass die Schülerin dir weiterhin vertraut.

    Zu Recht, wenn die Zusage, die Information nicht weiterzugeben, nicht eingehalten werden kann. Das Problem bei dieser Zusage war, dass die TE das Gespräch mit der Schülerin ja nicht als Privatperson geführt hat, sondern m Dienst, sich aber über die rechtlichen Implikationen nicht im Klaren war.

    Ich bin dafür, begangene Fehler zu beheben und sie nicht fortzuführen. Es wurde schon gesagt. Rücksprache mit Schulleitung, Schulsozialarbeiterin etc. Dann gegebenenfalls die Schülerin informieren, dass die Information an die Eltern geht. Also, bevor man mit den Eltern spricht.

    Dann abwarten, wie die Schülerin reagiert.

    Ja, ich kenne das auch, dass das Handeln der anderen einer bei der eigenen Arbeit im Weg steht. Das sollte such benannt werden, damit man den Wirkungsgrad zukünftig erhöhen kann.

    Allerdings sehe ich nicht, warum man derartiges bei der nächstbesten Kollegin abladen sollte. ich finde derlei bei Vorgesetzten koordinierenden Lehrkräften besser aufgehoben. Die können sich grundsätzlich um die Vermeidung von Reibungsverlusten kümmern.

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