Beiträge von O. Meier

    Und ja, es ist unehrlich, wenn man bauchfrei trägt und sein Gesicht mit Makeup vollschmiert, gleichzeitig aber "aus religiösen Gründen" ein Kopftuch trägt.

    Was ist denn daran unehrlich? Ich möchte mit der Religion anderer Menschen nichts zu tun haben. Insofern habe ich auch kein Interesse daran, ihnen zu erklären, wie ihre Religion funktioniert, wie man sie richtig oder gar „ehrlich“ ausübt. Wenn mir jemand erklärt, diese oder jene Kleidung passe zu ihrer Religion, interessiert mich das noch nicht mal. Ich nehme allenfalls zur Kenntnis, dass jemand auf eine bestimmte Art und Weise gekleidet ist.

    Bewusstes zur Schau Stellen von Reizen im Zusammenspiel mit dem Verdecken selbiger durchs Kopftuch könnte übrigens auch ein Aufbegehren gegen soziale Zwänge sein, in denen Familie oder Freunde das Kopftuch einfordern, die jungen Menschen es aber z. B. durch das bauchfreie Oberteil persiflieren. Auch das wäre legitim.

    In einer Fernsehdokumentation, ich entsinne mich nur noch dunkel, sprachen zwei junge Frauen, die Kopftuch trugen und sich schminkten (und sich eben nicht „vollschmierten“, wie du das abwertend nennst), dass sie sich bewusst schön machten, um ihrer Göttin zu gefallen, die „das Schöne“ liebe. Das mag einer logisch erscheinen oder nicht (das ist für religiöse Regeln eh kein Kriterium), für die beiden lag aber hier kein Widerspruch vor.

    Willst du ihnen jetzt erklären, dass du meinst, dass ihre Religion anders funktioniere?

    Nein. Aber es ist nicht die Aufgabe des Landes, Dir die Konsequenzen einer Entscheidung, die Du selbst frei getroffen hast, zu ersparen. Gegenwärtig weißt Du, worauf Du Dich einlässt - oder nicht einlassen magst. Mit allen Konsequenzen.

    Naja. In der Reisekostenverordnung sieht z.B. das Land NRW vor, dass man bevorzugt regelmäßig verkehrende Verkehrsmittel (also den ÖPNV) verwenden soll. Bei Abordnungen und Versetzungen soll es auf einmal das Auto tun, weil man weiß, dass man mit dem ÖPNV eh nirgends hinkommt. Das weiß das Land so genau, weil es nämlich für den ÖPNV verantwortlich ist und auf dessen Entwicklung seit Jahrzehnten scheißt.

    Da kann man sich jetzt auf einen Formalismus berufen, in dem man sich Wohnsitz und Verkehrsmittel „frei“ gewählt hätte. Oder man begreift die politische Dimension und versteht, dass hier mal wieder etwas verkackt wurde.

    So kann man die Mitarbeiterinnen drangsalieren, sogar sehr gut. Nur Klimaziele erreicht man so nicht.

    Es wird erwartet, daß Du pünktlich zum Dienst erscheinst und ggf. entsprechend die Führerscheinprüfung an- und dir einen PKW zulegst.

    So sieht’s aus. In einer dergestalt autofixierten Gesellschaft wird Autolosigkeit nicht geduldet.

    Dann darf man sich natürlich nicht wundern, dass es keine Alternativen gibt. Die Autofixierung erhält sich selbst. Über Staus und Energieverbrauch braucht man dann nicht mehr zu diskutieren. Es geht halt nicht anders. Glückwunsch.

    Vom Brandschutzaspekt her hat sich hier noch niemand über solche Aktionen beschwert. Weder die Feuerwehr, noch Eltern, die selbst in der frewilligen Feuerwehr sind noch andere Eltern.

    Wenn ihr die Feuerwehr einschaltet, ist der Brandschutz ja geklärt.

    Ansonsten muss ich aber such etwas den Kopf schütteln. Brandschutz war in diesem Thread kein Thema. Und sicherlich bei vielen in der Planung solcher Aktivitäten auch nicht. Wenn dann jemand auf diesen Aspekt hinweist, wird nach der Rechtslage gefragt, für die sich vorher niemand interessierte.

    Die Rechtslage ist immer, dass ihr für euer Handeln verantwortlich seid. Und wenn ihr entscheidet, dass Kinder in nicht dafür vorgesehenen Räumen übernachten, müsst ihr sicherstellen, dass das auch geht.

    Es ist ja schön, wenn die Kinder ein tolles Erlebnis haben. Noch schöner ist es, wenn alle wieder lebend nach Hause kommen.

    Ihr erwartet doch nicht ernsthaft, dass religiöse Regeln in sich oder gar im Abgleich mit der Realität Sinn ergeben? Man beruft sich ja gerade auf Religion, um absurde Ideen nicht sachlichen Kriterien unterwerfen zu müssen.

    Ich ließe mich da auf keine Diskussion ein, welches denn nun die „richtige“ Interpretation irgendeines dicken Buches ist. Es sei denn, ich wollte einen Krieg anzetteln. Dafür sind Diskussionen um Details der Dogmen in der Geschichte immer gut gewesen.

    Auf eine innerreligiöse Diskussion ließe ich mich nicht ein.

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