Beiträge von O. Meier

    Das ist beides nicht richtig. Beides kann man nicht Erfahrung sehr gut ersetzen.

    Eben. Erfahrung schön und gut. Trotzdem hat eine bestimmte Leistung eben einen Preis. Irgendwie haben wir uns angewöhnt, dass Software und IT-Dienstleistungen umsonst zu haben sind. Das gilt aber nicht durchgängig. Vieles kostet immer noch.

    Und es stimmt auch sonst nicht ganz. Wir zahlen z. B. mit unseren Daten. Und wenn die Schülerinnen ihre Daten hergeben sollen, damit die Schulträgerin nichts zahlen muss, ist das schon schräg.

    Wenn wir solche Dienste einsetzen wollen, muss das Geld dafür herbei. Wenn es nicht kommt, können wir auch nichts kaufen.

    Du beschreibst das Grundproblem, warum „Digitalisierung“ (egal, was man gerade darunter versteht) an Schulen niemals funktionieren wird. Es dürfe nichts kosten. Niemand erwartet, dass die Tafeln, Bleistifte und Bücher als Geschenke an die Schulen kommen. Aber die „Tools“ sollen „nichts kosten“.

    Das verletzt den Hauptsatz der Informatik:

    „Computer sind kompliziert und teuer.“

    Keine Ahnung, was dieses Taskcards ist oder kann, aber 1000 Euro für eine Schullizenz kommt mir nicht wirklich teuer vor.

    Die Gefahren und Nachteile der Digitalisierung des Alltags werden vermutlich genau so abgetan wie die des Alkohols und anderer Drogen, des Rauchens, der Zuckers, Fettes und Bewegungsmangels, des motorisierten Individualverkehrs und wasweißich.

    Die jungen Menschen wachsen in einer digitalisierten Welt mit ständiger Erreichbarkeit und ständiger Berieselung auf. Wie sollen sie darauf reagieren, wenn an ihnen erzählt, dass das aber nicht gut ist? Man kann ihnen genau so gut erzählen, dass der Sonnenaufgang und ein regelmäßiges Frühstück böse sind.

    Ich denke, der Drops ist gelutscht. Man ist heutzutage ständig am Draht. Dazwischen müssen wir halt unterrichten.

    Korrigiert werden muss, es muss ja eine Note geben.

    Meine Schülerinnen verwenden Klausurhefte Nr. 26, da hat man schon mal vier Zentimeter Rand.

    Wenn etwas trotzdem nicht passt, gibt es eine Endnote.

    Systematisch keinen Rand zu lassen, halte ich für mangelnde Mitwirkung an der Leistungsbeurteilung. Es widerspricht auch der Studierfähigkeit. Klingt etwas oversized, aber da haben wir dann schon einen Erziehungsauftrag. Ich greife da rechtzeitig erzieherisch ein, in der Oberprima habe ich die Probleme nicht mehr.

    Unterstell’ mir bitte nichts. Zu Beispielen, die du im Nachgang anführst, kann ich mich nicht geäußert haben. Im Übrigen kann auch ich nicht beurteilen, ob jemand, den ich gar nicht kenne, krank oder gesund war. Der Unterschied ist womöglich, dass ich das gar nicht möchte. Ich möchte auch nicht darüber nachdenken, ob ich eine Beispielsammlung mir irgendwie übertrieben vorkommt. Mich interessiert nicht, wer bei euch was hat. Du brauchst mich da nicht mit ins Boot holen.

    Und trotzdem ändert das alles nichts daran, dass man aus dem Fehlen einer ärztlichen Bescheinigung nicht darauf schließen kann, dass jemand nicht krank war. Selbst dann nicht, wenn das Fehlen vorsätzlich herbeigeführt wurde und diejenige sich dienstrechtlich ein echtes Problem verschafft hat.

    Zu den Verdachtsmomenten: wir haben auch einige KuK die ab und an gerne mal Freitag und Montag ohne AU fehlen. Bei einer Kollegin hat die Schulaufsicht jetzt sich eingeschaltet weil NIE eine AU viegelegt wurde. Die gute Dame hat vergessen sich um eine AU wegen der drei Tage (Samstag) zu holen und damit einfach unentschuldigt gefehlt.

    Sie hat es also versäumt, rechtzeitig zur Ärztin zu gehen. Das ist ein dienstrechtliches Problem. Das heißt aber nicht, dass sie nicht krank war.

    Isch ’abe gar kein ’andy. Ja, man lebt auch ohne.

    Um die Technik in der Schule macht man am besten einen Bogen. Dann ärgert man sich nicht, wenn’s nicht läuft. Dann steht das Zeug nur nutzlos ’rum, aber nicht im Weg.

    Und an der digitalen Demenz kann ich nichts machen. Also versuche ich es schon gar nicht.

    Ich komm’ klar.

    Die Sache ist ja so: Handys sind verboten, zumindest im Unterricht. Manchmal sogar komplett an der Schule.

    Die Tablets sollen bis müssen die Schülerinnen verwenden. Und ich soll dann bei jeder einzelnen sicher stellen, dass sie nicht unterrichtsfremdes damit treibt? Unmöglich.

    Wenn wir die Tablets wollen, müssen wir mit dem Ablenkungsrauschen leben.

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