Beiträge von O. Meier

    Halte Dich aus Bildungsfragen dergestalt raus, als dass Du Dir primär politischen Geländegewinn oder ideologische Selbstbefriedigung versprichst.

    Darf ich dir den diesjährigen Naivitätspreis anbieten? Genau wegen dieser zwei von dir kritisierten Aspekte wird Bildungspolitik betrieben. Diese ist soweit weg von Sachorientierung, dass dein Wunsch die nächsten vierhundertdrei Jahre ein Wunschtraum bleiben wird.

    Das Arbeitszeitproblem kriegen wir nicht durch Umverteilung gelöst. Es sind schlicht zu wenig Leute.

    Wir haben jedes Jahr Laut ASD einen Stellenüberhang. Trotzdem kriegen wir die Stundentafeln nicht abgedeckt. Die Kennzahlen gehen schlicht von Klassengrößen aus, die wir in unseren Bildungsgängen spätestens im zweiten Jahr nicht erreichen.

    Und dann kommt ja immer noch etwas oben drauf. Aber nichts fällt weg. Schulentwicklung, Selbstlernen, elektrischer Unfug (vulgo Digitalisierung), KAoA, neue Bildungsplaninhalte, neue Zeugnisformulare, Liste hier, Formular da, hier ein Bisschen Verwaltung, da ein Bisschen Konferenz.

    Wenn man da nachrechnet, kommt man bei 41 h/Woche auf negative Zeiten für die Unterrichtsvor- und nachbereitung.

    Dann wundert man sich, dass die jungen Menschen nicht explosionsartig schlauer geworden sind, und treibt die nächste didaktische Zaubersau durchs Bildungsdorf.

    Direkt mit offenen Karten zu spielen, fällt mir da noch etwas schwer, um ehrlich zu sein

    Du gehst zur Toilette, wenn du musst. Nicht mehr nicht weniger.

    Ich habe ein solches Problem nicht, trotzdem muss ich gelegentlich im Unterricht den Abort aufsuchen. Durchaus, wenn vorher die Pause so voll mit kram war, dass die Zeit nicht reichte.

    Ich verlasse den Unterricht auch schon mal zum Kopieren, um Kreide zu holen oder einen Schluck zu trinken. Ursache wie oben.

    Da erkläre ich nichts. „Sie arbeiten bitte an der Aufgabe weiter. Wenn ich wiederkomme, steht etwas an der Tafel.“

    Fertig.

    Und was den Arbeitsplatz am Arbeitsplatz anbetrifft. Den kann man beliebig schlecht ausstatten. Die durchschnittliche Kollegin schleppt dann die private Hardware in die Abstellkammer, in der ihr ein Hocker zugewiesen wurde.

    Hier haben schon Kolleginnen Besprechungsräume mit privaten Möbeln ausgestattet.

    Und abstempeln, nach Hause fahren und da Überstunden verschenken, wäre auch für viele eine einsichtige Idee. Man muss ja, blabla, gute Lehrerin, Kinderaugen, blabla.

    Bildungsgangkonferenzen...). Sie haben daher ihre Arbeitszeit minimiert. Und das führt tatsächlich zu VZ-Kräften, die kaum mehr als ihre Unterrichtsstunden + maximal die Gesamt-Lehrerkonferenzen machen und alle Ferien komplett frei haben.

    Das klingt bei dir fast ein Bisschen vorwurfsvoll. Wenn ich dich aber vorher richtig verstanden habe, haben die gleichen Kolleginnen sich, als sie noch jünger waren, den Hintern wund gebuckelt. Letztendlich verteilen sie ihre Überstunden nicht aufs Jahr, sondern aufs Leben.

    Ich möchte sie nicht dazu drängen, mehr zu arbeiten. Wenn sie krank werden und ausfallen, ist keiner geholfen. Wer sich um sich selbst kümmert, kümmert sich auch immer ums Ganze.

    Was ich noch zum eigentlichen Thread-Thema anmerken wollte: Es scheint furchtbar einfach zu sein, eine Sonderzahlung auszuzahlen. Warum muss msn dann bei den Pflegekräften so rinen furchtbaren Aufwand machen? Anträge und Zeuch?

    wenn Du nicht fährst, muss aber KollegIn XY fahren..."

    Falsche Dichotomie. Es gibt noch mehr Möglichkeiten. Z. B. nicht zu fahren, wenn dafür das Personal fehlt. Auch eine Schule kann nur anbieten, was sie personell decken kann.

    Und genau das ist beispielsweise bei Klassenfahrten etc. nicht umsetzbar.

    Interessante Auffassung im Umgang mit geltendem Recht.

    sich vermutlich nachhaltig unbeliebt machen, wenn sie auf ihr Recht als TZ-Kraft besteht - sofern sie es denn überhaupt kennt.

    Also bei mir sind Kolleginnen, die ihre Rechte kennen und einfordern, äußerst beliebt. Wir sollten sie uns zum Vorbild nehmen, statt unsern Neid unentwegt in Missgunst zu gießen. Dann ginge es uns allen besser.

    Dass Ferien nicht gänzlich arbeits-, sondern nur unterrichtsfrei sind, stimmt schon. Abzüglich der Urlaubstage.

    Da ich allerdings in den Ferien immer recht viel an Korrekturen habe, bliebe gar keine Zeit, "etwas mit den Schülern zu machen". Warum auch? Haben die Schüler sich keine Ferien verdient?

    Die Korrekturen und dergleichen erledige ich außerhalb der Ferien. Die Ferien nutze ich vornehmlich zum Abfeiern der so entstandenen Überstunden. Müsste ich in den Ferien etwas zusätzlich machen, könnte ich nicht so viele Überstunden ansammeln. D. h. ich müsste außerhalb der Ferien etwas weegfallen lassen. Was?

    Die Idee der Schulleitung bei diesem Vorschlag war womöglich, die Kolleginnen „motivieren“, diese Aufgaben zusätzlich zu übernehmen und auf Freizeit zu verzichten.

    Als ob es eine vollkommen absurde Sache wäre, dass SL-Mitglieder in Dienstbesprechungen anwesend sind.

    Nein, das nicht. Aber der Unfug, was man in den Ferien zu tun habe, ist schon, hm, sagen wir, komisch. Das wäre für mich nix.

    Ich weiß aber, dass es Kolleginnen gibt, die selbst bei so etwas noch machen, was man ihnen sagt. Insofern passte ich da auf mich auf. Und das ist auch mein Ratschlag.

    Ich Sieze alle SuS mit Vornamen, ob sie wollen oder nicht. Und wenn sie fragen warum, dann sage ich „willkommen in der Erwachsenenwelt“

    Inwiefern ist Anreden mit Vorname denn ein teil der Erwachsenenwelt? Das passt nicht zum Sie, für das es für erwachsenene Schülerinnen keine Alternative gibt. Ab 16 ist aber auch siezen für die jüngeren OK, so dass ich am BK nicht lange überlegen muss.

    lola9

    Was ist denn der Hintergrund deiner Frage? Möchtest du wissen, wie du an das Geld kommst, das du mehrerarbeitet hast? Da kann ich dir auch nicht bei helfen. Das weiß ich nicht. Aber ich möchte hier generell einen Tipp geben: Klärt so etwas vorher.

    Wenn man als Vertretungskraft zusätzliche Stunden machen soll, fragt man als erstes, ob man das tun müsse, dann, was es dafür gibt, und dann, wie das Abrechnungsverfahren ist.

    Strafanzeigen.

    Dafür SL ins Boot holen, Formfehler vermeiden.

    Welchen Formfehler sollte man denn beim Stellen eines Strafantrages machen können? Man geht zur Polizei, erzählt was war. Die formulieren das in ihr Kauderwelsch um. Man unterschreibt, geht nach Hause und wartet, ob etwas passiert. Da brauche ich gar kein Boot. Und wenn ich mit einem fahre, muss da nicht die Schulleiterin drin sitzen.

    Wenn man sich dagegen auflehnt, spielen sie die älter-und-erfahrener-Karte.

    Eben. Sie wollen nur spielen. Lass Sie spielen.

    Du allerdings hast nur ein Leben. Bist du wirklich bereit, es den Ideen zu opfern, die dir diese Menschen in den Kopf gesetzt haben? Denk' mal realistisch darüber nach, was dir tatsächlich droht, wenn du einfach 'nen gute Job machst, der dich nicht zerstört. Welche Karte spielen die Arschgeigen dann? Ist das schlimmer, als kaputt zu gehen?

    Ich mahne mich jetzt auch mal zur Vorsicht mit Ferndiagnosen. Ich werde auch einen Teufel tun, dir zu erklären, wie du dein Leben zu leben hast. Warum auch, wir kennen uns nicht. Wenn dieser Thread 'rum ist, landet dein Fall im Aktenkeller meiner Erinnerungen und staubt ein.

    Aber trotzdem klingt das, was du von dir schreibst, nicht so, als wenn du das bis zur Pensionierung durchhältst. Eher so, als wenn du nach wenigen Jahren schon kaputt bist. Du hast doch noch etwas vor, Haus, Familie, Reisen. Willst du das auch opfern?

    Wenn du schreibst, dass du deine Schülerinnen nicht im Stich lassen möchtest, ist das für mich eine völlig falsche Idee. Wenn du krank bist, bist du krank. Für die Beschulung deiner Truppe ist dann die Schulleiterin verantwortlich, die Dienstherrin oder irgendjemand sonst. Nur du nicht. Sie werden jemanden finden, die die jungen Menschen auf die Abschlussprüfung vorbereitet. Jede — absolut jede — ist ersetzbar. Das stellst du fest, wenn du mal nicht da bist. Der Laden läuft weiter, die Erde dreht sich weiter, die Bananen reifen und die Kaffeemaschine verschimmelt, wenn man die Plürre stehe lässt. Mit oder ohne dich.

    Ich habe mich von dem Gedanken gelöst, dass es Dinge gibt, die nur ich kann. Womöglich kann ich manches besser. Oder zumindest schneller. Oder muss mich weniger einarbeiten. Aber es findet sich eine, die es macht, wenn ich es nicht mache. Ich bin für viele Dinge „zuständig“, aber noch lange nicht „verantwortlich“. Die einen tragen das Porzellan, die anderen die Verantwortung. Ich bin eine prima Porzellanträgerin.

    Du hast das Bedürfnis, dich um die jungen Menschen zu kümmern? Womöglich, weil ihr bisheriger Lebensweg nicht mit Gold gepflastert war? Glaubst du wirklich, das alles reparieren zu können, was bisher vergurkt wurde? Ich halte das für unwahrscheinlich. Aber, s. o., wenn du es kannst, kann es auch jemand anderes.

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