Und am allerschlimmsten finde ich den Wortbruch der Politik.
„Die Politik“ kann überhaupt kein Wort geben, da das keine homogene Struktur ist. Denjenigen, die sich früh gegen eine Impfplicht geäußert haben (kange bevor Impfstoffe in Sicht waren), unterstelle ich, dass sie damit nur rechts außen Stimmen fischen wollten. Machen Konservative gerne.
Die Impfplichtbefürwortenden Mehrheiten in diesem Land haben sie dabei geflissentliches ignoriert.
Beispiel: die CDU-Kanzlerinkandidatin Laschet hat sich gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. Das hat ihr nicht zu parlamentarischen Mehrheiten verholfen. Inwiefern soll das Gewissen der übrigen Bundestagsabgeordneten von dem Wort der jetzigen Hinterbänklerin abhängen?
Und auch Politikerinnen dürfen sich umentscheiden. Mir wäre es lieb, wenn das mal von den Worten „Tut mir leid, da habe ich mich geirrt.“ begleitet würde. Aber darauf kann man wohl lange warten. Die üblich Erklärung für den Sinneswandel ist, dass die anderen doof seien.
Aber das nützt uns nichts. Das Parlament ist völlig unfähig das zu tun, was es tun soll, nämlich eine Diskussion zu führen, die zu einem Gesetz führt. Im Wesentlichen können sie abnicken, was ihnen vorgesetzt wird. Und die Vorsetzerinnen haben mit ihrer Zerrederei ja schon klar gemacht, dass sie keinen Bock haben, sich auch noch um eine Impfplicht zu kümmern. Die muss man ja auch noch durchsetzen. Und das so kurz vor Weihnachten.
Es wid keine Impfpflicht kommen, zumindest keine, die den Namen verdient. Man muss nur noch den Wettbewerb, wer sich mit unsinnigen Argumenten am gründlichsten zum Löffel macht, zu Ende führen.