Beiträge von O. Meier

    viele Menschen kommen nicht damit klar, dass sie von Primaten abstammen

    Wir sind sogar welche. Noch interessanter finde ich, dass wir 80% unseres Erbgutes mit der Banane teilen.

    Rein biologisch gesehen sind die unterschiedlichen Geschlechter einfach dazu da, um sich fortpflanzen zu können.

    Sind dazu da? Hat sich das also jemand ausgedacht, so geplant? Diese teleologische Sichtweise ist eine grobe Fehldarstellung biologischer Erkenntnisse. Es deutet nichts darauf hin, dass die Entwicklung, die das Leben durchgemacht hat, zu irgendweinem Zweck durchgeführt wurden.

    Vielmehr ist es so, dass es die Entwicklungen bestimmte Wirkung haben.

    Dabei ist zweigeschlechtliche Vermehrung nur ein Konzept, das sich ergeben hat. Der Schleimpilz Physarum polycephalum hat 13 Geschlechter, sagt die Biologie.

    Es gibt sonst keinen weitergehenden Sinn darin, dass jemand ein Mann oder eine Frau ist.

    Auf welchem Planeten lebst du?

    Ich verstehe unter "Identitätsmerkmalen" Spezies, Sexualität, Geschlecht, ethnischer Hintergrund, Behinderung und Alter. Das sind biologische Aspekte, die von eigenen Entscheidungen unabhängig sind.

    Der ethnische Hintergrund ist eine biologischer Aspekt? Man gut, dass wir hier keine Rassitinnen haben, die könnten sich durch so etwas bestätigt fühlen. Was meinst du mit „Sexualität“ in diesem Zusammenhang?

    Die Behauptung, die hier abermals im Raum steht, dass sich Mensche ihr Gesclecht einfach so aussuchen. Es ist aber so, dass sie empfinden einem bestimmten Geschlecht anzugehören (oder eben nicht). Das ist etwas anderes.

    Das „Durchsetzen“ der Geschlechtsidentität ist mit viel Mühen und Leid verbunden. Das macht man nicht so, weil man gerade nichts besseres zu tun hat. Da setzt sich doch niemand hin und überlegt „Was mache ich denn heute? Eis essen, Auto waschen oder Geschlecht wechseln?“

    Was willst du eigentlich?

    Ich will schon mal gar nichts.

    Als ob du alles glauben würdest, was andere Leute über sich selbst sagen.

    Die meisten Sachen, die Leute sagen, sind ohnehin unwichtig. Das meisten vom Rest nimmt man einfach zur Kenntnis. Angaben zum Geschlecht braucht man in vielen Alltagssituationen eigentlich auch nicht. Aber es macht schon einen Unterschied, ob man zu jemandem sagt „Okay, nehme ich so hin.“, „Verstehe ich nicht, was das sein soll.“ oder „Dafür fehlt die wissenschaftliche Grundlage. Ich möchte nicht, dass du dich so selbst erklärst.“

    Sie nennen es dekonstruieren, für mich ist es schwafeln.

    Ja, das ist relativ typisch. Auf der einen Seite führst du viele Details auf, die du wissenschaftliche einbettest, auf der anderen Seite werden Dinge oberflächlich in Richtung „alles Quatsch“ weggewischt.

    Das führt zu nichts.

    Ich vertraue darauf, dass mir die Wahrheit gesagt wird, da das Konzept von Geschlecht nicht irgendetwas beliebiges ist, worunter jeder etwas anderes versteht. Alle wissen, was ein Mann und eine Frau ist, da es objektive Kriterien dafür gibt.

    Okay. D. h., dass du nur bestimmte Selbstauskünfte akzeptierst. Wie wendest du denn diese objektiven Kriterien im Alltag an?

    Was ist mit Säugetieren, die bei ihrer Geburt der menschlichen Spezies zugeordnet wurden und sagen "Ich bin kein Mensch."?

    Ist das ein Problem, das dich beschäftigt? Möchtest etwas zu dessen Lösung beitragen? Oder geht esn nur darum, zu sagen, dass man sich nicht mit <A> beschäftigen möchte, so lange sich andere nicht um <B> gekümmert haben?

    Siehe ihr Musikvideo zu "Stupid Girls" aus dem Jahr 2006!

    Das ist ja eine künstlerische Darstellung, keine Reportage.

    Sie machte immer schon, worauf sie Bock hatte, ohne je ihr Geschlecht infrage zu stellen.

    Ist das die Message? „Macht wozu ihr Bock habt. Nur euer Geschlecht in Frage zu stellen, lassen wir euch nicht durchgehen.“

    OK.

    Das, was du zitierst, sind Selbstauskünfte.

    Das klingt ein Bisschen, als seien Selbstauskünfte was Schlimmes. Wenn du im Alltag jemandem begegnest, dessen Geschlecht du falsch einschätzt, sprichst sie mit — sagen wir — „Herr Meyer“ an (womöglich weil auf dem Namensschild keine Anrede mit dabei steht), und die Person weist dich kurz darauf hin, dass „Frau Meyer“ aber richtig wäre, nimmst du dann diese Selbstauskunft ernst oder prüfst du dass meyersche Geschlecht wie Crocodile Dundee, weil dir die tiefe Stimme suspekt ist?

    An der Stelle würde mich zu sehr interessieren, was für sie z.B. Mannsein bedeutet und warum das auf sie nicht zutrifft.

    Dann frag' sie doch. Es scheint sich ja um öffentlich bekannte Fälle zu handeln. Haben die sich nie dazu geäußert?

    Oder ist das eine Aufforderung zur Spekulation?

    Zeig du mir lieber mal die wissenschaftliche Grundlage für die Annahme, jeder könne sich sein Geschlecht einfach wählen und dies hätte dann Gültigkeit.

    Es geht gar nicht darum, sein Geschlecht einfach zu wählen. Diese Darstellung ist schon respektlos.

    Auch wenn ich schätzen würde, wenn mehr auf wissenschaftlicher Basis entschieden würde, so funktioniert unsere Gesellschaft nicht. Die Wissenschaft liefert Fakten, diese ethisch einordnen müssen wir selbst.

    Wo ist die wissenschaftliche Begründung für die Existenz eines Verfassungsgerichts?

    Frapper hat übrigens auch den Unterschied zwischen sozialem und biologischem Geschlecht erwähnt.

    Und man ist dann respektlos, weil man nicht das Gendersternchen verwenden möchte?

    Wäre schwierig, wenn ich das jetzt so sagte. Ich verwende ja das Gendersternchen auch nicht. Aber um die Respektlosigkeiten zu erkennen, muss man mindestens die Bereitschaft haben, respektvoll über andere zu sprechen.

    Es ist durchaus möglich, dass Menschen die Sensibilität fehlt, die eigene Respektlosigkeit zu erkennen.

    In diesem Thread wurde viel erläutert. Wenn das alles nicht hilft, muss man such keinen weiteren Versuch starten.

    Vieles, das hier geäußert wird, kommt mir aber als bewusste Provokation vor. Als besondere Würze, kuckt man dann ganz unschuldig.

    Insgesamt habe ich aber keine Lust mehr, jede Pöbelei einzeln klarzustellen. Die Äußerungen sind auch ohne das entlarvend genug. Und wer sich mit solchen Sprüchen gefällt, braucht erst recht keine Erklärung.

    Und die Erklärung der Tatsache, dass das Geschlecht eine soziale Konstruktion ist, verschwende ich nicht an solche. Sie dürfen aber gerne die genetische Untersuchung vorlegen, die den Chromosomensatz, nach dem sie ihr Geschlecht ach so eindeutig festlegen, nachweist.

    Ich werde mich hier nicht für Frauenquote aussprechen. Nicht wegen beruflicher Kastrationsängste, sondern weil ich nicht sehe, dass man damit gegen männerbündische Diskriminierung ankommt.

    Es ist aber schon faszinierend, wie weit der sexistische Müll geht, der im Laufe einer solchen Diskussion geäußert wird. Ähnlich abstoßend ist die hier geäußerte Respektlosigkeit Menschen gegenüber, die mit ihrer sexuellen Identität in unserer Gesellschaft massive Probleme haben (und nicht etwa einen Frauentoiletten-Fetisch).

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