Vor dem Master bin ich davon ausgegangen, dass ich vermutlich Wirtschaftsinformatik an der FOS/BOS oder höchstens Informatikkaufleute unterrichten würde.
Wie kamest zu dieser Annahme?
Ich bin in der Informatik schlecht ausgebildet,
Hm, da ist wohl etwas schief gelaufen.
Mir wurde damals beim Quereinstieg die berufliche Fachrichtunf „technische Informatik“ anerkannt. Die elektrotechnischen Grundlagen schmeckten mir so gra nicht, ich kam aus der Theorie und hatte bis dahin Informatik als mathematische Teildisziplin betrieben. Aber mir der Fähigkeit Srum von Spannung unterscheiden zu können, lockte ich der Abteilungsleiterin ein Lächeln ins Gesicht. Sie nahm mich unter ihre Fittiche. Es ließ sich nicht vermeiden, dass ich so manchen Freitag Nachmittag im Elektro-Labor saß, um Schaltungen auszuprobieren, die dann am Montag stolz den Schülerinnen präsentierte.
Aber der anderen Seite waren die technisch orientierten Kolleginnen froh, dass mal jemand ums Eck kam, der eine andere Programmiersprache als C/C++ kannte.
Bei den Schülerinnen ähnlich. Ich hatte da welche sitzen, die wegen nicht-linearer Familienplanung ihr Studium abgebrochen hatten und dann während ihrer Ausbildung Projekte leiteten. In Programmierungserfahrung machte ich denen nichts vor. Aber als ich ihnen erklären konnte, wie das Verhältnis von Vererbung zu Subtyping in (z. B.) Java ist, und sie erstmalig verstanden, was sie da eigentlich machen, leuchteten die Augen derer, die vorher brav plapperten, dass man kein Studium brauche und Theorie eh nichts nütze.
War anstrengend, hat Spaß gemacht.
Die Unterschiede zwischen technischen und kaufmännische IT-Berufen hängte ich dabei nicht zu hoch.
Informatik ist ohne ein Fach/eine Fachrichtung, bei der man viel Arbeit damit hat, auf dem Laufenden zu bleiben. Insofern kann man sich da auch von Anfang an dran gewöhnen. Deswegen das Referendariat nicht antreten? Puh, das wäre ein großer Schritt. Da studierte ich dann lieber nach bzw. bildete mich anderswie weiter. Wenn das, was du bisher gelernt hast, wirklich so mau ist, was spricht dagegen, noch ein Jahr Studium dranzuhängen, vielleicht ein Praktikum in einer IT-Firma zu machen, einfach ein, zwei, drei Programmiersprachen zu lernen?