Beiträge von O. Meier

    ass den SuS ganz dringend bereits in der 1. Sekundarstufe die Arbeit mit Informationssystemen näher gebracht werden soll, wie soll das funktionieren?

    Da sprichst du einen interessanten Punkt an. Bildungspolitik ist in erster Linie Politik. Am Rande geht es auch um Bildung. Derzeit kann man billich Punkte sammeln, indem man von Digitalisierung schwafelt. Das wird auch noch ein paar Jahre oder Jahrzehnte so weiter gehen. Aber es ist halt Politik. Die lebt nicht davon, dass man etwas zu Ende denkt.

    Ob uns nun fachliche Dünnbrettbohrerinnen, die voller Stolz berichten, wie sie sich um die Grundlagen ihres Faches herumgedrückt haben, uns da retten?

    Fachlich sind Dipl.-Informatiker auf alle Fälle fertig. Selbst wenn sie keine theoretische Informatik hatten.

    Sorry, ein Diplom, also ein akademischer Abschluss, ohne Theorie ist dummes Zeuch. Wissenschaft fängt ja erst mit der Theoriebildung an. In der Informatik kommt ja noch hinzu, dass die Theorie zuerst da war. Die Informatik ist in besonderem Maße au ihrer Theorie aufgebaut.

    Ich habe an meiner Zeit an der Universität junge Menschen in theoretischer Informazik ausgebildet. Die waren nicht immer begeistert. Das Dogma, dass man „das“ nicht bräuchte plapperten sie fröhlich nach. Wenn man sie ein, zwei Jahre später wiedergetroffen hat, bedankten sie einige schon mal für die theoretischen Grundlagen, mit denen ihnen später alles leichter fiele.

    Ich halte es für 10 mal sinnvoller, wenn man das Niveau in den Staatsexamensstudiengängen absenkt bevor man den Unterricht ausfallen muss oder Leute immer wieder befristet als Aushilfen einstellt, die überhaupt keine pädagogisch-didaktische Zusatzqualifikation vorweisen können.

    Ah, du hast dich alos dazu entschlossen, den Weg in die Politik zu gehen und das Bildungssystem zu reformieren. Das ist eine ehrenvolle Aufgabe. Insbesondere die Frage, wo wir die Informatik-Lehrerinnen hernehmen, die uns die Digitalisierung fachlich unterfüttern, ist schon lange offen. Wenn da mal einer mit einer guten Idee daherkommt.

    Ansonsten ist ja dein Problem, dass du einen Beruf ausüben möchtest, für den dir die Qualifikation fehlt (formal und inhaltlich). Da kannst du dich auf den Kopf stellen und mit den Füßen wackeln, bis dein Marsch durch die Instanzen (s. o.) abgeschlossen ist, bleibt dir nur die Qualifikation zu erwerben oder dir einen anderen Job zu suchen.

    Ein wenig bellst du hier den falschen Mond an. Wir können dir Tipps geben, was du machen kannst. Wir können mit dir die Bildungspolitik diskutieren, dr widersprechen oder dir beipflichten. Aber die Regeln, die nicht zu deinem Lebensweg passen, können wir nicht ändern.

    Und, ach ja, Bundesland. Wenn Absenken des Niveaus dein Ding ist, wärst du in NRW richtig.

    Ausgerechnet die technischen Killerfächer (ja, genau die, die man als Lehrer später nicht mehr braucht) sind in praktisch allen Unis dieselben. Hierunter fallen z.B. Algorithmen und Datenstrukturen und theoretische Informatik.

    Das ist nichts „technisches“, das sind die Grundlagen. Wie ich finde, wären sie das auch für ein Bindestrich-Fach.

    Eine Diskussion, ob man das brauche, halte ich nicht für angebracht. Man muss sein Fach schon in der Tiefe durchdrungen haben, wenn man es vermitteln will. Nein, da hat der Freistaat nichts verkehrt gemacht. Er macht alles richtig, wenn er von seinen Lehrerinnen eine solide fachliche Grundlage verlangt.

    Du hast zwei Möglichkeiten: du gehst in die Politik und versuchst die Regeln zu ändern, oder du schaust, was innerhalb der Regeln geht.

    Irgendwie wurde herumgetönt, wir könnten dann ja auch Karfreitag in die Schule marschieren, man könne ja sonst eh nix anderes machen (... )

    Karfreitag, Ostermontag, Jom Kippur, Pessach, 4. Juli, Sprich-wie-ein-Pirat-Tag, 3. Oktober, Eiserne Hochzeit der Schwiegergroßeltern, Newtons Geburtstag. Kein Feiertag ist hoch genug, dass man da nicht impfen könnte.

    Trotzdem sollte man (zumindest meistens) Spaß an der Arbeit haben. Wenn das durch so etwas "leichtes" wie schöne Stunden erreicht werden kann, dann ist das doch eine gute Investition in die Arbeitszufriedenheit.

    Ja. Nein. Vielleicht.

    Wenn wir systematisch über die Belastungsgrenze getrieben werden, geht es nicht mehr um „Spaß an der Arbeit“ sonder darum, ob ich die Schule aufrecht oder mit den Füßen voraus verlasse. Wenn ich nicht mehr kann, weil ich nicht mehr kann, kann es keinen Spaß mehr geben.

    Nee, da schalte ich lieber rechtzeitig um, bevor was Sclimmeres passiert.

    Man kann übrigens auch in einer Buchstunde einen freundlichen Umgang mit den Schülerinnen pflegen und ihnen etwas angepasst erklären. Deswegen hat man doch nicht keinen Spaß.

    Was ich bezüglich der Impfung nicht verstehe, ist die Unklarheit darüber, ob man mit ausreichendem Schutz (nach der zweiten Impfung) noch ansteckend für andere ist. Gibt es dazu schon neuere Erkenntnisse?

    Laut einem öffentlich-rechtlichen Boulevard-Magazin gibt es da wohl eine erste Studie zu. Die ist wohl aber noch nicht begutachtet. Sie bezieht sich AFAIR auf den BioNTech-Impfstoff.

    Weshalb ist das bei Corona eventuell nicht so? Kann da jemand von euch Licht ins Dunkle bringen?

    Das hat weniegr etwas mit Corona zu tun, sondern ist, soweit ich das verstanden habe, impfstoffspezifisch. Im Prinzip muss man das für jeden Impfstff untersuchen, auch für die gegen Masern.

    Es hängt vom Wirkprinzip ab. Bei BioNTech wäre es nicht überraschend, wenn die Studienergbenisse bestätigt würden. Die Wirkweise basiert darauf, das Spike-Protein mit Antikörpern zu blockieren. Dann kann das Virus nicht mehr in die Zelle und dort für die Produktion neuer Viren sorgen. Somit sinkt die Ansteckungswahrscheinlichkeit erheblich.

    Ein weiterer Aspekt kann sein, dass man weniger Viren ausscheidet, wenn man nicht erkrankt, weil man z. B. nicht hust oder niestet.

    Andere Impfstoffe, andere Wirkprinzipien, eigene Untersuchung.

    Für die Zulassung ist die Ansteckungswahrscheinlichkeit noch nicht untersucht worden. Macht man also erst jetzt. BioNTech hatte ja z. B. mit Israel den Deal, dass sie Daten von den Geimpften bekommen. Die kommen jetzt auch uns zu Gute, z. B. über solche Studien oder Möglichkeiten, den Impfstoff anzupassen.

    Obacht, alles Klappentextbildung. So habe ich es verstanden. Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist das gewiss komplizierterer.

    Ketfesem: Sehe ich auch so. Die Gefahr ist jedoch, dass andere das nicht so sehen. Irgdnwie gibt es das Agreement, dass wir uns selbst darum kümmern, wie die Überstunden ausgeglichen werden. Darin erinnert sich im Zweifelsfall aber im Mysterium niemand.

    Ja, was ist denn nun Urlaub? Ich habe da alle Varianten durch, von 6-Wochen-Länderrundfahrten bis zu Tagesauflügen und ganz viel Garten. Hatte alles seinen Wert. Nur fliegen tu' ich ungern.

    Generell möchte ich mir aber aussuchen können, was ich mache. Ich möchte keine Verpflichtungen und keine Termine in den Ferien haben. Ich möchte mir aussuchen können, ob ich die Jahreswechselferien zum Korrigieren benutze oder ob ich das lieber nachtschichtlich im Januar mache. So kann ich den Erholungswert optimieren. Da hat dann auch die Dienstherrin was von (sie weiß es nur nicht).

    Wegen der Pandemie sind die Urlaubsoptionen etwas eingeschränkt. Aber das macht mir nichts. S. o., da ich flexibel bin, finde ich was. Irgendwann könnte es auch mal wieder ein längerer Tripp sein, damit man etwas vom Land sieht. Aber ob das nun dieses Jahr ist oder nächstes oder irgendwann. Da mache ich mir keinen Stress.

    Unausgesprochene Vereinbarungen sind im Zweifel keinen Pfifferling wert...

    Keine Ahnung, müssen wir hier auch nicht pseudo-juristisch durchdeklinieren. Womöglich gibt es aber einen Vertaruensschutz für das Gewohnheitsrecht in der unterrichtsfreien Zeit sowohl Urlaub zu nehmen als auch eigenverantwortlich Überstunden abzubauen. Wie gesagt, keine Ahnung.

    Wenn sich aber die Dienstherrin auf bisher ignorierte Formalismen wie „keinen Urlaubsantrag“ berufen sollte, wäre es undankbar, wenn wir nicht das Gleiche tun. Und dann fällt nach 41 h/Woche der Hammer. Wenn wir dann Unterricht so „vorbereiten“ wie von @Kalle29 beschrieben, brauchen wir auch keine heimischen Arbeitszimmer mehr.

    Die Dienstherrin ist sich dessen womöglich nicht bewusst und womöglich ist sie auch bereit diesen Vorteil zu opfern, aber sie macht einen guten Schntt damit, dass wir nicht so genau auf die Arbeitszeit achten.

    Was sind das denn für Regeln?

    Lüften, Abstand, Handhygiene, Maske - Die Reihenfolge gibt die Durchführbarkeit wieder. Lüften und Abstand halten, geht (fast) immer. Für Handhygiene und Maske braucht man ein Waschbecken bzw. eine Maske. Die Abkürzung LAHM erinnernt uns daran, dass wir im Rennen mit den Mutationne immer hinterherhinken. Hätte auch HALM heißen können, weil es der Strohhalm ist, an dem wir uns festhalten. Usw.

    Meine SL/Stellvertreter/erweiterte SL tut mir Leid.

    Ja, die Schulleitungen der BKs haben ziemlich viel „Ermessensspielraum“. Der muss gefüllt werden.

    Ich kann mir das lebhaft vorstellen, wie Herr Richter seine E-Mail am Tippen dran war und fragte, was denn nun mit den BKs sei. „Schreib', dass die machen sollen, was sie wollen. Du formulierst das immer so schön.“

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