Ja, gell, das wär a G'schit'n.
Ich entschuldige mich jetzt schon bei der Threaderstellerin,
"Sich" entschuldigen, ist auch so 'ne Sache. Da, wo ich herkomme, bittet man um Entschuldigung.
Ich finde es jetzt nicht so doll,
"Finde ich nicht so doll", "Gefällt mir nicht", "Nö, ich mag nicht." Wie wär's mit Argumenten?
sowas wie "SchülerInnen" oder "Schüler (m/w/d)" zu lesen.
Stimmt, das generische Femininum schreibt und liest sich eleganter. Das forderst du ja gelegentlich mal ein. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass die deutsche Grammatik nicht immer gut geeignet für eine geschlechtsgerechte Ausdrucksweise ist, da muss man schon mal Kompromisse eingehen.
wo Geschlecht für mich keine Rolle spielt,
Ja, wenn man selbst der Nutznießer (richtig, männlich, pun intended) einer Geschlecherasymmetrie ist, kann man schnell darüber hinweggehen. Komisch, dass die Benachteiligten das nicht auch einfach machen.
denn "Schüler" sind für mich erst einmal nicht Jungs oder Mädchen, sondern eine nicht näher geschlechtsspezifizierte Menschengruppe, die sich durch ihre Rolle in der Schule definiert.
Im Lebe nedd, im Lene nedd. Natürlich nimmst auch du die jungen Menschen mit ihrem Geschlecht und in ihrer Geschlechterrolle war. Dass du eine bestimmte, von anderen als rückwärts gewandt empfunde, Geschlecherrollenverteilung bevorzugst, hast du ja schon klar gemacht. Und auf einmal spielt das keine Rolle mehr? Alles nur geschlechtslose, zu beschulende Wesen? Glaubst du dir das?
Eine natürliche Entwicklung wäre z.B., dass man Lehrerinnen inzwischen kaum noch mit "Fräulein" anspricht; ist aus der Mode gekommen.
Die Bezeichnung rührt daher, dass es ein Zölibat für weibliche Beamte gab. Wenn die Lehrerin heirate, war sie ihr Amt und damit ihren Job los. Es gabe also nur ein "Fräulein Lehrerin", keine "Frau Lehrer". Die entsprechende Anrede entsprach der Rechtslage.
Mit Änderung der Rechtslage, änderte sich auch die Anrede. Das war jetzt "natürlich"? Gesetzesänderungen sind natürlich?
Nee, das ist Käse. Gesellschaften entwickeln sich nicht einfach so. Wir gestalten sie, wir nehmen Einfluss. Mal offen, mal hintenherum, mal durch Gesetze, mal durch aufmüppfiges Verhalten, mal bewusst, mal durch Vorleben von Dingen, die man für irgendwie selbstverständlich hält.
Wenn man manche Einflussnahme als "natürlich" deklariert wird, dann doch nur, weil man hofft, das "natürlich" irgendwie positiv konnotiert ist. Das ist aber auch Quatsch. Das meiste, was wir machen ist nicht natürlich. Wie dem auch sei, diese Deklaration entspricht der Aussage "Ihr seht das so, wir sehen das so, aber unsere Sichtweise ist richtig." Weiter geht die Lindbergh'sche Argumentation nicht.