Sehr wohl, Seph, man muss sich kümmern.
Allein, ich gebe zu bedenken, dass man nicht jedes Problem durch Durchschnittsbildung zerrechnen kann. Dass die 24-h-Stunden-Dienstzeit durch andere Lücken im Jahr ausgeglichen wird, ändert nichts an der biologischen Unmöglichkeit dessen, was da verlangt wird. Wenn man also davon ausgeht, dass ein klassenfahrender Kollege nachts zumindest Bereitschaft hat, muss er entsprechend tagsüber aus dem Dienst genommen werden. Und zwar zeitnah während der Fahrt und nicht ein halbes Jahr später.
Im übrigen bin ich nicht der Ansicht, dass Klassenfahrten ein Kernbestandteil des Lehrerberufes sind. Das ist allein der Unterricht. Alles andere kommt und geht nach Moden und Meinungen. Wer argumentiert, Klassenfahrten müsse man deshalb machen, weil sie zu Beginn der Dienstzeit mit im Paket waren, der müsste umgekehrt auch anerkennen, dass keine neuen Aufgaben hinzu kommen dürften. Interessant Idee, mit der ich mich anfreunden könnte, Schule tatsächlich von politischen Modeströmungen zu entkoppeln.
Nee, selbst wenn Klassenfahrten zu den vielen Dingen gehören, die zur Schule derzeit irgendwie dazu gehören, so darf man durchaus dagegen sein. Man kann verlangen, dass die Rechtsgüter, die sich entgegen stehen, abgewogen werden. Und man darf verlangen, dass die zur Durchführung verpflichteten, dies unter würdigen Umständen tun.
Wer sogar meint, dass Klassenfahrten "von Natur aus" zur Schule gehörten, dem ist doch nicht mehr zu helfen. Solche Dinge sind Ergebnis politischer Entscheidungen, aber doch keine Naturereignisse. Da kann ich nicht mehr sprechen. Genauso bei Vergleichen mit Militär und der sogenannten freien Wirtschaft. Sollen die machen, was sie machen und wie sie's machen. Ich möchte mir das Bett, in dem ich schlafe, trotzdem aussuchen können. Alles andere ist unwürdig.