...der dankbar entschwand, als die Schulleitung meinte, ein Dienstgespräch sei kein Verwaltungsakt sondern bloß ein Gespräch, Beistand mitnichten vonnöten.
Dann wäre ich auch gegangen. Entweder, das Gespräch ist dienstlich, dass ist der Personlarat dabie. Oder es ist nur so irgendwie ein Gespräch, weil der SL Langeweile hat. Dann soll er seine Frau anrufen oder seinen Frisör.
Unsere stellvertretende SL war mal mit einer meiner Antworten auf einer ihrer E-Mails nicht einverstanden. Sie hat sich dann wohl beim SL ausgeheult. Der sprach mich dann im Lehrerzimmer an, er möchte mit mir sprechen. Ich meinte er solle sagen, was er wolle. Er wollte aber, dass ich "mal schnell mit 'rauskomme". Jaja, Nachtigall ick hör' dir trapsen. Ich erwiderte, wenn das sooo ein Gespräch sei, müssten wir wohl einen Termin machen, damit ein Lehrerratsvertreter dabei sein könne. Das wollte er auch nicht. Es ging ein Bisschen hin und her, er hat sich etwas im Ton vergriffen, da habe ich locker mitgehalten. Dann hat er auf das Gespräch verzichtet.
Die stellvertretende SL passte mich ein paar Tage später im Verwaltungstrakt ab. Sie ging zügig auf mich zu, stellte sich in einem schmalen Flur mit geringem Abstand (unterhalb der Odeur-Grenze) vor mich, hielt mir ihren Schlüssel vor die Nase, dass ich Angst haben musste, sie steckt ihn mir ins Auge. Ins fand's etwas bedrohlich. Ich unterstelle aber, dass sie das in ihrer sozialen Behinderung gar nicht gemerkt hat. Trotzdem nahm ich erst mal die Hände hoch.
Die Begrüßung war dann "Mit Ihnen möchte ich auch noch mal sprechen." Auf Nachfrage führte sie aus, dass es um besagten E-Mail-Kontakt ginge. Als ich vorschlug, den Lehrerrat hinzuziehen, wollte sie auch abwiegeln, dass das nicht nötig sei, blabla. Sie lenkte aber ein, als die merkte, dass ich mich nicht über'n Löffel barbieren lasse.
Das Gespräch fand dann also zu dritt statt. Sie erläuterte mir dann ihre Sichtweise der Dinge. Die Formulierung prima aus der Fortbildung zur Kommunikation mit Mitarbeitern mitgebracht. Naja. Ich nahm die Ausführunng zur Kenntnis, fragte, ob sonst noch etwas sei und ging. Das war das Gespräch. Inhaltlich habe ich nichts gesagt. Dazu gab es keinen Anlass. Das war eh nur aufgeblasene kalte Watte.
Danach verstanden wir uns prima.
Ansonsten frage ich mich generell, ob man den Konflikt denn lösen muss. Vielleicht muss er auch mal ausgelebt werden.
Ich versteh nicht ganz, wie der SL beabsichtgt euch mit der Teilnahme an Fortbildungen zu ärgern. Da fällt dann jemand aus und er muss ich um Vertretung kümmern. Es muss Geld für die Fortbildung und die Anreise da sein, das wäre bei unserem knappen Fortbildungsetat etwas, mit dem unser SL sich eher ins eignene Knie schösse.
Achja, Fahrtkosten. Gibt es da eine Rechtsgrundlage, dass man die vorstrecken muss? Sind wir Lehrer oder Bänker? Das ist nur eine Idee, wie man so etwas verkompliziert kriegt. Wenn der SL erst mal ein halbes Dutzend Anträge von dir auf dem Tisch hat, wird er sich schon überlegen, wer hier der Geärgerte ist.
Wenn ich aber merkte, dass jemand versucht mir vor den Koffer zu scheißen, würde ich ihm erklären, dass ich mich von ihm ärgern lasse. Er könne gerne Anweisungen geben, ich würde jeweils prüfen, ob ich das remonstrieren kann oder muss, und dann würden wir weiter sehen. Alternativ würde ich ihm anbieten, weiterhin in mir einen loyalen Mitarbeiter zu haben. Aber in dem Punkt bin ich dann doch ein Untertan: Wenn er Streit haben will, bekommt er den.
Im Großen und Ganzen komme ich mit meinem SL gut aus. In einigen Bereichen soger sehr gut, Manchmal kommt er halt mit irgend'nem Scheiß. Er hat die tolle Idee, wir die Arbeit. Kein Bock drauf. Die Frage nach der Rechtsgrundlage bzw., ob er das schriftich anweisen würde, dann sei die Remonstration einfacher formuliert, führt meist zu einem "Sie schon wieder" oder ähnlichem. Und er sucht sich anderen Deppen (er findet meist einen, aber nicht mein Problem).