Eigentlich ist es eine spannende Frage, wie es wohl dazu kam, dass eine Schriftart derart in Verruf geraten ist.
Ja, das frage ich mich auch. Da wird so 'ne Schrift jahrzehntelang in wissenschaftlichen Arbeiten eingesetzt und auf einmal meinen die Leute, die ist ja nur für Comics und anderen Spielkram. Mysteriös. Dass die Schrift von vornherein nur für Sprechblasen und gar nicht für lange Sachtexte gedacht war, ihren Namen also zu Recht trägt, käme mir allerdings nicht in den Sinn.
Genauso wie kein Blocksatz, nicht sauber eingestellte Abstände zwischen den Absätzen, Verwendung von Leerzeichen anstatt Tabstop etc. halt schlampig aussieht und daraus zieht man unweigerlich Rückschlüsse über die schreibende Person.
Zumindest über deren Arbeitseffektivität. So Gedriler wie Leerzeichen-Aufläufe statt Tab-Stopps oder Einzügen sieht nicht nur doof aus, es kostet auch einen Haufen Zeit. So hat man dann für die schlechtere Lösung mehr Arbeit. Schade, dass so wenig junge Menschen den Umgang mit zumindest einem Textbearbeitungsprogramm lernen. Bei mir laufen regelmäßig Schüler auf, die "das mit Word" schon in der vorgehenden Schule gelernt haben wollen, aber den Begriff "Formatvorlage" noch hie gehört haben. Naja, Rechtschreibung, Garmmatik und Grundrechenarten beherrschen sie ja auch nicht.
Hauptsache es sieht ordentlich
Finde ich bei einer Bewerbung noch nicht mal unwichtig. Vielleicht sogar fast so wichtig wie "bübsch" oder "die Freiheit nehm' ich mir".
wobei dieses "ordentlich" irgendwie so eine stillschweigende Definition ist, die eigentlich gar nirgendwo so richtig fixiert ist.
Es ist gar nicht so schwer zu erraten, wie so eine Personalabteilung beurteilt, ob eine Bewerbung übersichtlich gestaltet ist, so dass man die Inhalte leicht erfassen kann. Für das Schreiben von Briefen gibt es sogar eine DIN-Norm.
Wer's fachlich genauer wissen will, darf gerne ein Fachbuch über Typographie lesen. Wenn das einigermaßen was taugt, sind die Regeln da auch nachvollziehbar begründet.