Beiträge von Tom123

    Es macht mich ehrlich fassungslos, wie emotionslos hier diskutiert wird. Wieso streichen wir nicht Geschichtsunterricht? Kann man alles nachlesen, ChatGPT spuckt einem sicher einen fehlerfreien Bericht über KZ-Opfer aus.

    Es wird sich aber kaum jeder Schüler freiwillig mit Geschichte beschäftigen. Wir haben Geschichtsunterricht, weil es aus Sicht der Gesellschaft sinnvoll ist, (unsere) Geschichte zu kennen. So Frei nach dem Motto, wer die Geschichte nicht kennt, ist verdammt sie zu wiederholen. Gibt es sicherlich auch noch viele andere Argumente.

    Nun ist es auch sicherlich sinnvoll, eine Fremdsprache insbesondere Englisch zu lernen.

    Aber muss wirklich jeder Abiturient eine zweite Fremdsprache (in Ansätzen) beherrschen? Ist es nicht ein großer Unterschied, wenn ich nichts über den zweiten Weltkrieg weiß oder über die Deutsche Teilung oder ob ich nicht auf französisch einen Kaffee bestellen kann. Alleine schon die Beliebigkeit der zweiten Fremdsprache. Es muss nicht jeder Französisch lernen, es geht auch Spanisch oder bei uns niederländisch. Ist es wirklich so, dass es sinnvoll, dass jeder eine zweite Fremdsprache lernen muss?

    Vor allem kann KI natürlich gehackt werden und wenn man dann gar nicht die Möglichkeit hat, zu überprüfen, ob da Quatsch oder tatsächlich Substanz da steht, weil man von der Materie selbst keine Ahnung hat, ist man natürlich schwach aufgestellt. Das trifft natürlich auf Sprachen wie auf MINT-Fächer zu. Wer kennt es nicht, wenn die Schüler mal wieder irgendetwas in den Taschenrechner eingegeben haben und das Ergebnis als Lösung der Aufgabe präsentieren, ohne überhaupt mal zu überlegen, ob das Ergebnis Sinn macht.

    Das ist aber ein Unterschied. In Mathematik geht es gerade auch darum was hinter den Zahlen steht. Gerade weg vom reinen Ausrechnen hin zum Verstehen. Das reine Ausrechnen war früher einmal der Sinn des Mathematikunterrichtes.

    Kannst du denn Tscheschisch? Kannst du ausschließen, dass in der Mail Quatsch stand? Ich finde wichtig, dass wir am Ende verstehen, was das Programm da gerade macht. Wenn der Taschenrechner sagt "582+359=941", bin ich im Zweifelsfall in der Lage, mithilfe meiner Rechenkenntnisse und -strategien aus der Schule die Aufgabe auch ohne technische Hilfsmittel nachzurechnen bzw. wenigstens zu überschlagen, ob das Ergebnis im Rahmen des Möglichen oder völlig abwegig ist. Wenn ich das nicht kann, bin ich der Annahme, dass die Maschine schon Recht hat, ausgeliefert, was mich als Menschen schon irgendwie abhängiger und damit unselbstständiger macht.

    Naja, aber das ist bei Sprachen deutlich schwieriger. Was hilft es dir, wenn Du beispielsweise Französisch als zweite Fremdsprache hattest der Text aber auf Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Russisch oder Chinesisch steht? Eine Sprache zu lernen macht meistens Sinn, wenn am einen konkreten Bezug zu dem Land hat. Wenn ich an der Grenze zu Dänemark wohne/lebe, macht es sicherlich Sinn dänisch zu lernen als wenn ich in Greifswald wohne und Französisch als zweite Fremdsprache habe. Spannend wäre doch, wie viele Schüler mit Französisch als zweite Fremdsprache den Mehrwert auch wirklich nutzen? Im Gegensatz zu anderen Fächern lernen die Schüler bereits eine Fremdsprache. Ich frage mich also, was haben sie davon außer, dass sie sich in einer weiteren Sprache verständigen können.

    Ich bin mir sicher, dass es auch interessant sein kann, aber ich habe meistens nach einer gewissen Zeit genug von jeder bestimmten Klasse, dass ich ganz froh bin, dass das an meiner Schulform gar nicht in dieser Form möglich ist. :D

    Liegt das an der Klasse oder an der Lehrkraft? ;)

    Ist bei uns alles im Lehrplan implementiert.

    Das ist es auch bei uns auch. Allerdings heißt, dass noch lange nicht, dass es gemacht wird, dass es ausführlich genug gemacht wird oder dass es bei den Schülern ankommt. Die Anzahl der Stunden für ein Fach hat durchaus Einfluss auf die Qualität. Ob ich ein Thema als Aspekt in einem anderen Fachunterricht mache oder ob ich ein Fach mit 2-3 Wochenstunden habe, macht doch schon einen gewaltigen Unterschied...

    Es geht auch (noch nicht) darum Sprachen lernen abzuschaffen. Aber die Frage ist doch, muss jeder Abiturient gleich zwei Fremdsprachen können? Wer sprachlich begabt oder interessiert ist, könnte zwei Sprachen lernen. Wer dieses nicht möchte, lernt "nur" Englisch. Am Ende gibt es doch so viele "neue" Dinge, die wir lehren sollten. Alleine der Bereich neue Medien wird aus meiner Sicht viel zu wenig beachtet. Dazu gehören auch gesellschaftliche Themen wie Datenschutz, Fakenews, Gefahren für die Demokratie, ...

    Finde ich auch ein spannendes Thema. Außer Englisch habe ich meine "Fremdsprachenkenntnisse" nie gebraucht. Mit Übersetzungstools etc. wird es immer weniger notwendig. Ich denke, dass man eine zweite Fremdsprache durchaus noch anbieten sollte. Aber warum soll jemand, der vielleicht eher mathematisch-naturwissenschaftlich orientiert ist zwingend zwei Fremdsprachenlernen. Dann lieber mehr Stunden in Deutsch und Englisch stecken.

    Nur, weil es wenige Kollegen sind, muss man mit denen doch nicht seine Freizeit verbringen, ihnen Geburtstagslieder singen oder sie beschenken. Ich finde das echt schräg.

    Freizeit verbringen? Es geht um den Schulalltag bzw. die Pausen. Singen ist/wäre auch nicht mein Ding. Trotzdem ist es nicht ungewöhnlich, dass an Grundschulen die Geburtstage der Kollegen in irgendeiner Form begangen werden. Bei uns wird auch "nur" etwas hingestellt und der Platz im Lehrerzimmer geschmückt. Ich habe sicherlich in den Jahren schon viele Grundschulen kennen gelernt. Ich kenne keine, die gar nichts macht.

    Gemeinsame Feiern gibt es im Übrigen bei uns natürlich auch: jedes Schuljahr ein Sommerfest und eine Weihnachtsfeier (richtet jedes Jahr eine der Abteilungen aus) und alle paar Jahre gibt's einen (freiwilligen) Kollegiumsausflug. Das reicht doch völlig.

    Das ist sicherlich der Unterschied ob man einer Grundschule oder in der BBS/Sek1/Sek2 arbeitet. Bei uns gibt es keine Abteilungen und wir hatten normal um die 15 Lehrkräfte. Wir haben aber auch Grundschule mit unter 10 Lehrkräfte. Die kleinste hat 5.

    Wenn man wie bei euch nur alle vier Jahre fährt, dann kann man die zusätzlichen Stunden vielleicht tatsächlich innerhalb der vier Jahre auf Vertrauensbasis abfeiern. Eine Teilzeitkraft mit 50% braucht dann aber zum Abfeiern im gleichen Rahmen dann schon 8 Jahre. Oder sie muss zusätzlich entlastet werden.

    Oder die Vollzeitkräfte fahren alle 2 Jahre. Aber bei uns gibt es auch Lehrkräfte, die gerne mit auf Klassenfahrt fahren und dann regelmäßiger fahren und andere nur, wenn ihre eigene Klasse dran ist oder gar nicht. Das kann man halt alles auch nicht wirklich genau messen und vergleichen. Den Eltern machen wir halt klar, dass es kein Recht auf Klassenfahrten gibt und sie dankbar sein sollen, wenn Kollegen Klassenfahrten oder auch Ausflüge machen. Da fängt es auch schon wieder an schwierig zu werden. Mit Sachunterricht kann man gefühlt ständig auf Unterrichtsgang sein. Andere Fachlehrkräfte eher weniger. Letztlich muss jeder für sich gucken, dass er seine Belastung angemessen steuert.

    Seltsame Auffassung. Andersrum wird ein Schuh daraus. Die private Krankenversicherung kostet, egal ob man VZ oder TZ arbeitet, den gleichen Beitrag. In der gesetzlichen KV sind die Beiträge jedoch an das Einkommen angepasst. Wer also TZ arbeitet, ist hier mal wieder gekniffen.

    Ich denke, dass das Argument ist, dass sie Beihilfe in gleicher Höhe bekommen. Theoretisch könnte man natürlich argumentieren, dass jemand mit 50% TZ auch nur 50% also insgesamt 25% Beihilfe bekommt. Dann müsste die Person entsprechend 75% über die PKV versichern und würde mehr bezahlen als ein VZ-Kollege. Das Argument ist natürlich nicht wirklich gut ...

    Und der Entlastungen schaffen muss für Teilzeitkollegen, die z.B. eine Woche Vollzeit auf Klassenfahrt sind. Schlecht, wenn dann ein Schulleiter diese Meinung zur Arbeitszeit von Teilzeitkräften vertritt.

    Das Problem ist natürlich schon, dass man eigentlich auch die Vollzeitkräfte entlasten müsste, die eine Woche auf Klassenfahrt mit "Dauerdienst" fahren. Wir regeln das so, dass Teilzeitkräfte seltener auf Klassenfahrt fahren sollen. Aber auch das ist natürlich nicht immer so einfach umsetzbar. Allerdings ist es in Niedersachsen sowieso freiwillig. Die meisten fahren sowieso nur alle 4 Jahre.

    Diese Art von "Erwartungen" von Kolleg*innen an andere finde ich daneben! Allein eine "Übernahme von Spüldienst" klingt albern. Braucht es sowas wirklich? Erwachsene Menschen sind nicht in der Lage, einfach mal den Spüler auszuräumen (bei uns wird der eh nur zwei- bis max. dreimal die Woche angestellt), wenn sie dran vorbeikommen?! Es will mir nicht in den Kopf, dass so etwas in einigen Kollegien anscheinend tatsächlich nur mit "Dienstplan" klappt...

    Naja, normalerweise hat man am Vormittag nicht mal eben Zeit für so etwas. Außerdem haben die wenigsten irgendwelche Springstunden. Also kommt man etwas früher, um die Maschine auszuräumen. Ich verstehe aber auch nicht, was daran schlimm ist. Wenn ich dreckiges Geschirr mache, beteilige ich mich an der Reinigung. So ist es doch normal.

    Und dass von den Kolleg*innen "Backerei zu Geburtstagen" erwartet wird oder bei euch anscheinend immer erwartet wird, dass der-/diejenige, die/der Geburtstag hatte, etwas mitbringt (und auch noch "schmückt"), finde ich halt merkwürdig.

    Es geht nicht um Bäckereien. Es geht darum etwas hinzustellen. Der Platz wird nett geschmückt und ein kleines Geschenk besorgt. Früher hatten wir das nicht. Da war das Problem, dass bei bestimmten Lehrkräften der Tisch voller Geschenke stand während andere fast ignoriert worden. So feiert man den Geburtstag von jedem ähnlich und wer möchte gibt der Person noch privat ein Geschenk. Etwas ausgeben kann jeder wie er möchte... Ich denke eher, dass das vollkommen normal ist. Als ich bei der Bank, wurden in den Filialen auch die Geburtstage intensiver als in der Hauptstelle gefeiert. Aber ich würde das extrem komisch finden, wenn man mit 10-20 Leuten zusammenarbeitet, jemand hat Geburtstag und man ignoriert es. An einer Schule, wo ich mal abgeordnet war, wurde sogar in Pause zusammen gesungen.

    Ich hoffe mal, dass es an der Größe der Schule liegt, dass es bei euch nicht klappt. Ich finde so etwas gehört einfach zum Miteinander. Wir sind doch auch Menschen und nicht nur Lehrer. Dazu gehört es auch gemeinsam zu feiern.

    Wir haben eine Spülmaschine und reihum räumen sie alle "Kaffeetrinker" aus. Immer eine Woche. Hat sich bisher noch keiner beschwert. An Geburtstagen stellt immer derjenige, der vorher Geburtstag hatte eine Kleinigkeit hin und schmückt den Platz. Klappt eigentlich super. Ich weiß nicht, was an solchen Sachen schlimm ist.

    Grundsätzlich ist doch nie möglich in der Praxis fair zu trennen. Wie geht man damit um, dass Lehrkraft A Sport und Lehrkraft B Deutsch unterrichtet? Wir haben Klassen mit 13-14 Kindern und welche mit 27-28. Wie ist es mit der Verteilung der Förderkinder? Insbesondere ES-Kinder können viel Zeit und Energie kosten. Wie ist es mit der Elternarbeit? Ein problematisches Elternteil kann gerne mal mehr Energie als jeder Unterricht kostet.

    Am Ende kann man immer nur versuchen, die Arbeit gerecht zu verteilen. Dass das nie klappt, sollte aber auch jedem klar sein. Das hängt auch damit zusammen, dass Lehrkraft nur das machen möchte, was muss und Lehrkraft B vielleicht noch voller Elan jede Aufgabe angeht.

    Aus meiner Sicht wäre eine Stechuhr die einzige Lösung. Aber das wird das Land nie machen. Wäre wahrscheinlich unbezahlbar ...

    Allerdings hast du insofern recht, dass eine demonstrative nach außen getragene Arbeitsbegrenzung eher nicht zu großer Anerkennung führt. Das Problem ist einfach, dass diese Haltung oft besonders penetrant und extrovertiert von notorischen Minderleistern kommuniziert wird. Das ist dann nicht mehr ok und macht es dem normalen Kollegen schwerer die Grenze zu ziehen.

    Und auch dazu volle Zustimmung. Letztlich wissen die meisten, dass man nicht alles schaffen kann. Aber für manche ist es der Grund nichts zu tun...

    Das sind, bis auf eine, alles ganz normale GS-Lehrerinnen, weder faul noch überengagiert. Die eine, die nicht "normal" ist ist von dem Gymnasium in der gleichen Stadt an die GS abgeordnet worden und nach anfänglichen Bedenken will sie nicht wieder ans Gym zurück, da sie unfassbar mehr Freizeit hat als vorher (Deutschkorrekturen fallen aus, Abi fällt weg, Nachmittagsunterricht fällt weg etc.). Und die ist keineswegs faul.

    Alles was du als Aufgaben aufzählst fällt genau so bzw. in ähnlicher Form an meinem BK und an meiner alten Gesamtschule ebenfalls an. Und das on top zu Korrekturen, Prüfungsvorbereitung, Abi, gebundenen Ganztag usw. Sorry. Aber das ist als Argumentationsgrundlage echt Quatsch.

    Also wir haben eine (zweite bzw. dritte) Abordnung vom Gymnasium. Junger Sportlehrer. Macht seinen Job gut. Arbeitet aber auch am Gymnasium weit unter 40 Stunden pro Woche. Und nun?

    Ich glaube nicht, dass Du Aufgaben an einer Grundschule mit der an einer GTS oder gar an einem BK vergleichen kannst. Wir reden hier von unselbstständigen Erstklässlern. Jede Grundschullehrkraft kennt den Unterschied, ob ich gerade eine vierte oder erste Klasse habe. Und Du möchtest mir ernsthaft erzählen, dass Inklusion, Differenzierung und ES in einem BK oder in einer Gesamtschule genauso schwierig wie in der ersten Klasse umzusetzen sind? Vielleicht kommst Du mal vorbei und zeigst uns das. Wenn die Kinder in die 5. Klasse kommen, haben die schon vier gelernt was Schule ist. In der Regel liegen schon Diagnosen und Förderpläne vor und vor allem sie sind deutlich selbstständiger. Es wird sich kaum ein Kind in die Hose machen, weil es nicht weiß wo die Toiletten sind etc.. Und wie viele Elterngespräche führst Du so pro Jahr am BK?

    Am Ende geht es auch nicht darum, wer nun mehr arbeitet. Letztlich wird das Profil an jeder Schule etwas anders sein. Aber an keiner Schulform ist es wenig Arbeit, wenn nicht gerade die richtigen Fächer studiert hat.

    Man kann auch mal ganz neutral auf die Arbeitszeitstudie des Landesniedersachsen gucken. Rechnet man bei der 40-Stunden-Woche Niedersächsischer Beamte die Ferien raus, müssten Lehrkräfte 46:38 h arbeiten. Die Studie kommt nun auf:

    Grundschule 47:58

    Gesamtschule 46:42

    Gymnasien 49:43

    Danach wäre es ziemlich dumm von der Gesamtschule an der Grundschule zu wechseln. Während die Grundschullehrer 1,5 pro Woche zu viel arbeiten, sind es bei den Gymnasialkräften 3 h. Wenn wir mal davon ausgehen, dass Lehrkräfte aller Schulformen gleich ehrlich antworten, kann ich nicht sehen, dass es da eine Schulform gibt, die von der Arbeitszeit deutlich attraktiver bin. Das heißt aber nicht, dass beispielsweise die Abi-Zeit für Gymnasiallehrkräfte toll ist. Ich möchten keinen Deutsch-Leistungskurs machen. Das macht aber auch nur ein kleiner Teil der Lehrkräfte. Genauso gibt es für Grundschulkräfte Zeiten, die sehr anstrengend sind. Das erste halbe Jahr mit einer neuen Erstklasse kann extrem fordernd sein. Insbesondere wenn du am ersten Schultag feststellt, dass das eine oder andere angeblich so liebe Kind doch eine extreme Herausforderung ist. Bis Gutachten, Schulhelfer oder ggf. Schulwechsel möglich ist, vergeht dann mal ein Jahr. Und dann hast du halt mal ein Jahr ein extrem auffälliges ES-Kind ohne Schulhelfer, weil halt Diagnosen oder Gutachten fehlen. Aber das ist auch nicht schlimm. Personal wäre sowieso nicht da.

    Dürfte ich bis Klasse 10 unterrichten, wenn ich als NRW-Lehrer (Primarstufenstudium, bis Klasse 4) in Berlin unterrichten würde?

    In Nds. studierst du Lehramt GHR mit Schwerpunkt Grundschule oder Sek 1. Die Idee war damals, dass man viel zu viele Bewerber für die Grundschulen hatte aber die Stellen eher im Sek 1 Bereich waren. Aber fast alle fertig studierten Lehrkräfte der letzten 20 Jahre müssten in Niedersachsen bis Klasse 10 ganz offiziell unterrichten dürfen.

    Die anderen 4 freuen sich über das Geld und sagen klar aus, das der direkte Vergleich an Arbeitszeit und -aufwand mit ihren Männern daheim ziemlich deutlich zeigt, dass sie selbst wesentlich besser abschneiden werden, sobald es A13 für alle gibt und sind fest der Überzeugung, dass es nicht gerechtfertigt sei.

    "Paul kommt fast immer wesentlich später aus der Schule, hat ständig Konferenzen, zwei Klassenleitungen (BK), korrigiert zu Hochzeiten die Wochenenden durch und muss mehr vorbereiten. Er ist jedes Jahr irgendwie im Abi. Ich hab's da echt chillig."

    Scheint alles eine Frage der Perspektive zu sein.

    Die Frage ist aber auch, wie sie ihren Job machen. Ich kenne auch Grundschullehrkräfte, die meinen, dass ihr Job mit Anwesenheit von 8:00 bis 13:00 Uhr und ein paar Korrekturen am Nachmittag erledigt ist. Und in den Ferien bitte frei. Wir hatten auch eine Sek 1 Lehrkraft, die mit dem Argument zu uns wechseln wollte, dass es weniger Arbeit ist.

    Aber wenn man sich einmal überlegt, was unser Dienstherr eigentlich von uns erwartet und fordert, ist das gar nicht mit 43 h die Woche zu schaffen. Alleine wenn ich mal an Inklusion, Flüchtlingskinder, Differenzierung, neue Medien, ... denke. Ich habe volles Verständnis, dass nicht jede GS-Lehrkraft alles sofort umsetzen kann. Ich finde es auch vollkommen legitim, dass man nach 43? h (oder wie viel müssen wir genau arbeiten, wenn man die Ferien weglässt) sagt, dass Dinge jetzt liegen bleiben müssen. Aber wer meint, dass er als Grundschullehrkraft genug Zeit hat, macht oft seinen Job nicht richtig. Das mag es vielleicht geben. Leute, die Sport und Religion unterrichten. Aber wenn man Hauptfächer unterrichtet, Klassenlehrerschaft hat, etc. ist immer genug zu tun. Alleine für meine Inklusionskinder könnte ich jeden Tag differenzierte Arbeitsblätter erstellen. Und dann müsste ich mich eigentlich auch viel mehr spezifisch fortbilden. Medienentwicklung und ES sind gerade bei uns ganz wichtige Themen. Aber es müssen im Prioritäten gesetzt werden, weil man gar nicht alles schafft. Wenn man aber zu Hause nichts tut, weil man nur Grundschullehrkraft ist, dann hat man einmal das System und die Wichtigkeit der ersten Schuljahre nicht verstanden und auch kein A13 verdient.

    Übrigens die "faulste" Person bei uns die zur Zeit abgeordnete Gymnasiallehrkraft. Diese Person ernsthaft auf einer DV argumentiert, dass sie nachmittags grundsätzlich keine Zeit hat, da sie sich um ihr Kind kümmern muss. Die Person arbeitet Vollzeit ...

    und vor allem die richtigen Fähigkeiten... Die Frage ist am Ende, ob ich "nur" Schule kann oder auch sonst andere Talente habe. Ein guter Freund von mir ist Personaler bei einer großen deutschen Firmen. Wie er erzählt, stellt er gerne auch Menschen mit ganz unpassenden Lebensläufen ein. Die Frage ist eher, was ist das für ein Mensch? Was kann die Person? Manches Fachwissen kann man sich auch noch später aneignen aber bestimmte Schlüsselqualifikation sollte man besser mitbringen.

    Genau, welches "schulrechtliche Buch" empfiehlst du?

    Ich mag die Bücher von Böhm. Sind allerdings schon recht ausführlich. Es gibt zu mindestens für Niedersachsen auch einige bundeslandspezifische Bücher. Das hat natürlich auch Vorteile. Bei uns gibt es auch eine Reihe offizieller Lehrerfortbildungen zu den verschiedenen Aspekten. Ich denke, dass man da ein wenig überlegen muss, was man eigentlich möchte und was einem liegt. Der eine will lieber ein ausführliches Buch mit Verweis auf die Gesetze, der andere lieber ein paar Grundaussagen.

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