Beiträge von Tom123

    Aber dann ist (offiziell) nicht Covid-19 schuld, der Arbeitnehmer fällt trotzdem aus.

    Ich habe letztens irgendwo eine Studie gelesen. Da ging es darum, dass die Länder, die nun Covid durchlaufen lassen in 10 Jahren massive wirtschaftliche Probleme bekommen, da dann eine große Anzahl von Long-Covid-Patienten behandelt werden müssen. Könnte auch ein Grund für Chinas strickte Null-Covid-Strategie sein. Leider finde ich den Link nicht mehr. Ist natürlich alles mit großen Unsicherheiten verbunden. Letztlich kann man nur abschätzen, was wir noch für Langzeitfolgen erleben.

    Der Mann ist doch auch kein Dummkopf...warum sind meines Empfindens nach besonders die Leute hier im Forum so resolut gegen jegliche Lockerungen ..

    Ich frage mich, wie in einem Forum, wo eigentlich jeder studiert und sich mal mit Statistik etc. auseinandergesetzt haben muss, trotzdem so viele auf Querdenkerargumente reinfallen und sie ungeprüft zitieren, obwohl man mit ein wenig nachdenken sofort die Fehler sieht.

    Und um das klarzustellen, damit meine ich nicht, dass man aus den Fakten unterschiedliche Schlüsse ziehen kann. Sondern darum, dass man die Fakten einfach ignoriert.

    Doch Gassen ist ein Dummkopf, sein eigener Stand hält nichts von ihm. Er ist ein Lobbyist, wahrscheinlich auch Fdpler.

    Er vertritt zu mindestens eine Meinung, die die Mehrheit der Wissenschaftler ablehnt. Er hat schon 2020 gesagt, dass Corona mehr ein mediales Problem als ein medizinisches Problem ist. Was soll man dazu sagen?

    Er ist Orthopäde und wäre er nicht zufällig Chef der kassenärztlichen Bundesvereinigung würden ihn keiner wahrnehmen. Wenn sich seine Vita ansieht, hat er im Berufsverband der Orthopäden "politische" Karriere gemacht. Letztlich ist er Lobbyist und Vertreter der Kassenärzte. Als solcher kann er gerne äußern, was sich Kassenärzte wünschen. Ich kann aber nicht erkennen, mit welcher fachlichen Qualifikation er das Coronavirus beurteilen kann. Es gibt viele, viele Experten, die über deutlich mehr Kompetenz verfügen. Genau das sollte in den Medien klarer werden. Wenn er sagt, dass die Arztpraxen nicht überlastet sind oder halt dies und das fordern ist das sicherlich eine Aussage, die man ernst nehmen soll. Wenn er sich darüber äußert, wie gefährlich ein Virus ist, fehlt ihm einfach die fachliche Kompetenz. Insbesondere wenn bedenkt, dass seine Aussage regelmäßig im Widerspruch zur WHO, RKI, etc. stehen.

    Versorgungsengpässe von Long-Covid-Patienten in Deutschland:

    https://www.zdf.de/nachrichten/zd…ienten-100.html

    WHO fordert Europa auf mehr gegen BA5 zu tun:

    https://www.who.int/europe/news/it…european-region

    Aktuelle Zahlen von den Intensivstationen:

    Über 40 % aller Intensivstationen melden einen eingeschränkten Betrieb.

    2763 freie Betten in Deutschland. Der niedrigste Wert seit 23. Dezember 2021.

    1406 Coronapatienten auf den Intensivstationen. Das sind 4 mal so viele wie vor einem Jahr (356).

    116 neue Tote am Tag. 7-Tages-Schnitt 92

    https://twitter.com/OlafGersemann

    Unsere sind nicht ausreichend erdbebensicher, Fukushima zeigte, dass es auch mal 10x stärker beben kann als erwartet. Wir haben weniger starke Beben, aber unsere sind in dieser Hinsicht auch nicht so sicher gebaut.

    Das ist ja alles subjektiv. Die Grenze für ausreichend sicher ist letztlich subjektiv. Absolute Sicherheit gibt es nie. Aber wir reden ja auch nicht über 10 Monate länger sondern erstmal über 3 Monate. Ein Erdbeben könnte es auch jetzt geben. Dann müsstest du fordern, dass alle AKW sofort runtergefahren werden. Und bitte auch alle in Frankreich etc..

    Nicht genau gelesen? Sie liefen im letzten Winter nicht, nicht im April und voraussichtlich im kommenden Winter nicht. (Frankreich hat endlich mal geprüft. ) Es geht doch nicht nur um Sommer (aktuell werden sogar Regeln ausgesetzt, 4 der übrigen 27 AKWs dürfen ausnahmsweise auch bei zu warmen Kühlwasser laufen).

    Wir reden doch von Deutschland. Und Probleme mit zu warmen Wetter werden wir wohl eher nicht haben.

    Deutschland verzichtet seit Jahren auf richtige Prüfungen (es sollte ja Ende des Jahres abgeschaltet werden) , wird es auch jetzt nicht tun, dazu müsste herunter gefahren werden, ideologisch ist da etwas ganz anderes.

    Das ist in dieser Form falsch. Die Kraftwerke werden permanent überwacht und geprüft. Die in 2019 fällige 10-Jahres-Prüfung wurde aber angesichts des Ausstieges nicht mehr vorgenommen und müsste nachgeholt werden. Da stellt sich natürlich die Frage, ob man nur 3 Monate verlängern will oder gleich ein paar Jahre.

    Das BMWK hält das übrigens nicht für sinnvoll, sagt aber im Gegensatz zu dir, dass man bei allen drei Kraftwerken die aktuellen Strommengen bis April 2022 strecken könnte.

    Aktuell stehen von 56 Atomkraftwerken 29 still (also mehr als die Hälfte). Bei zunehmender Wassertemperatur werden weitere folgen.

    Wir reden ja über ein Problem im Winter. Da werden wir kaum ein Problem zu hohen Temperaturen haben. Ich denke, dass es ja auch nicht darum geht grundsätzlich zur Atomenergie zurückkehren. Es geht darum jetzt alle Optionen zu nutzen und nicht aus ideologischen Gründen am Atomausstieg zum 31.12. festzuhalten.

    Photovoltaik, Windturbinen (gibt es übrigens auch für daheim), Pumpspeicher, Fließwasser- und Gezeitenkraftwerke, Biogasanlagen, Nah- und Fernwärme.

    Dezentralisierung schmeckt den großen Energiekonzernen natürlich nicht, denn ihre Struktur ist zu ineffizient für sowas.

    Da bin ich bei dir. Nur aus unseren geografischen Gegebenheiten ist Solarenergie nicht unbedingt die erste Wahl für uns. Sie wird im Rahmen eines Energiemixes eine Rolle spielen aber die Priorität im Ausbau müssen aus meiner Sicht andere haben.

    Und Polen hat schon eine milliardenschwere Wunschliste zusammengestellt.. Dafür würden sie evtl etwas Gas an uns abgeben...

    Interessant finde ich, dass das Gas an Polen nicht mehr fließt und sie dafür Gas aus Deutschland einkaufen ..ich durchblicke das sicherlich nicht, aber es hört sich schon merkwürdig an...

    Da müssen wir aber aufpassen, dass wir jetzt nicht auf Blödzeitungsniveau abgleiten.

    Momentan aktuell verkauft Russland kein Gas an Polen aber an Deutschland. Die deutschen Händler verkaufen ein Teil ihres Gases an Polen statt an deutsche Firmen. Nennt sich Binnenmarkt. Genauso kaufen wir Dinge in Polen.

    Wenn aber Russland kein Gas mehr an Deutschland liefert, können wir auch kein Gas mehr weiterkaufen. Polen ist aber deutlich weiter mit seiner Unabhängigkeit von Russland als wir. Beispielsweise haben sie schon funktionieren LNG-Terminals und importieren Flüssiggas.

    Das mit "milliardenschwere Wunschliste" ist AFD-Polemik und Polen-Bashing. Polen hat jahrelang gegen die Deutsche Energiepolitik protestiert. Man hat darauf hingewiesen, dass wir uns damit auch die EU zu abhängig von Russland machen. Man war gegen Nordstream 2. Uns ging das und auch ein paar andere Sachen (Stichwort Verteidigungsausgaben) ziemlich am Arsch vorbei. Jetzt ist genau das eingetroffen. Wir sind wirtschaftlich abhängig und die Bundeswehr ist noch nicht mal Lage militärische Hilfe zu liefern. Und wenn wir jetzt die Hilfe unsere Nachbarn brauchen, machen wir denen erstmal Vorwürfe? Wenn Polen im Fall des Gasstops Deutschland unterstützt, sollten wir erstmal dankbar sein. Und wenn sie dann unangemessene Forderungen stellen, kann man sich immer noch beschweren.

    Damit wir realistisch mit Solar- und Windenergie versorgt werden können brauchen wir Speichermöglichkeiten und Lasten die schnell auf- und abgeworfen werden können.

    Ist es nicht vor allem auch sinnvoll, stärker auf Windenergie als auf Solarenergie zu setzen, da sie im Winter besser verfügbar ist? Hat man uns irgendwo mal erzählt. Gerade auch offshore-Anlagen und Anlagen mit einer hohen Höhe sind wohl auch im Winter deutlich besser verfügbar.

    Klar war das im Sommer und in den Ferien.

    Das ist der große Unterschied. Die Dinger erzeugen bei schlechtem Wetter im Winter deutlich weniger und der Stromverbrauch ist deutlich höher. Aber man könnte die AKWs jetzt schonen, um sie im Januar bis April noch als Reserve betreiben zu können.

    Ich hatte einen Bericht bei ntv? gelesen. Da ging es um den Fall, dass Russland kein Gas mehr liefert und um europäische Solidarität. Polen könnte zum Beispiel Deutschland unterstützen. Ein Aspekt, der dabei angesprochen wurde, war, dass die anderen europäischen Länder sich natürlich fragen, warum sie Deutschland ggf. mit Gas unterstützen sollen während Deutschland sich den Luxus gönnt seine Atomkraftwerke runterzufahren. Die Frage verstehe ich.

    Warum haben wir das nicht schon? Der Ausstieg aus der Kernenergie wurde ja nicht gestern nachmittag beschlossen, das Ende der Kohleverstromung übrigens auch nicht. Tasächliche Alternativen wurden systematisch politisch verhindert. Jetzt stehen wir mit heruntergelassenen Hosen da und sagen laut „Oh“.

    Nicht nur politisch. Auch die Menschen vor Ort haben es abgelehnt. Beispielsweise Stromtrassen oder Windenergieanlagen.

    Wir könnten auch jetzt die Gasspeicher mehr füllen, wenn wir AKWs voll laufen lassen.

    Das ist so nicht richtig. Einerseits ist es eine Frage Strombedarf und Stromerzeugung. Es kann sein, dass die AKWs momentan sowieso runtergefahren werden, weil Solar und Wind zu viel erzeugen. Strom kann ja nicht gespeichert werden.

    Dafür gelten die Atomverträge nicht mehr. Müssen überarbeitet werden, wie lange dauert das, wenn evtl. zusätzliche Wünsche geäußert werden? Wird weiterhin nicht überprüft (dann müsste es ja herunter gefahren werden) ? Normalerweise alle 10 Jahre , jetzt bereits 3 Jahre überfällig.

    Es wurde auch jetzt geprüft. Die Vorgaben wurden angepasst. Sicherlich muss man bei einem Weiterbetrieb noch mal genau überlegen.

    Das Argument mit dem Atomverträgen finde ich vollkommen unwichtig. Ich habe das Gefühl, dass da eine Grundangst vor einem Wiedereinstieg in die Atomkraft mitschwingt. Wir haben nach Fukushima gemerkt, dass die Mehrheit der Bevölkerung gegen Atomkraft ist und haben den Ausstieg vereinbart. Wenn wir nun unter neuen Bedingungen feststellen, dass wir doch weiter nutzen wollen und bei der nächsten Bundestagswahl entsprechende Parteien an die Macht kommen, wird man damit leben müssen. Das nennt sich Demokratie. Hier wird die Atomkraft gerade als Weltuntergangstechnologie dargestellt. Das ist doch ideologisches Denken. Letztlich ist eine Technologie mit Vor- und Nachteilen. Ich habe immer noch die ganzen Anti-Atomkraft-Demonstranten vor den Augen, die aber auch den Kohleausstieg und keine Windräder und keine Stromtrassen wollen. Wie soll das gehen?

    Die Klimakrise wurde übrigens von den meisten Wissenschaftlern und ich denke auch von den meisten Deutschen vorausgesehen. Wir können natürlich nur relativ wenig erreichen. Ist halt letztlich ein globales Problem.

    Viele Experten sind der Meinung, dass es lediglich möglich wäre, die Atomkraftwerke jetzt mit reduzierter Leistung laufen zu lassen, um sie dann noch ein paar Monate Anfang 2023 weiterbetreiben zu können. Die Strommenge die dabei erzeugt würde, ließe sich dadurch aber nicht groß vermehren – sie könnte nur über einen längeren Zeitraum verteilt, also gestreckt werden."

    Also da geht jetzt viele durcheinander. Letztlich geht es ja gerade darum, dass die Optionen jetzt überprüft werden sollten. Viele Experten ist natürlich einer sehr schwammige Formulierung. Es gibt auch viele Experten die das Gegenteil behaupten.

    Jetzt haben wir bisher nur den Tüv Süd der das Kraftwerk vor Ort kennt und eine Einschätzung abgeben hat. Ein Wissenschaftler in Berlin wird kaum aus der Ferne raten können, wie lange die Brennstäbe noch halten etc..

    Aber selbst wenn wir im Worstcase die Strommenge nur strecken können, wäre viel gewonnen. Wir werden doch sicherlich im Winter ein Problem bekommen und nicht jetzt im Sommer. Dann könnten wir die Kraftwerke jetzt schonen, um im Januar bis März genug Reserven zu haben.

    In der Überprüfung im Frühjahr hieß es, der Aufwand (Kosten) lohnt sich nur bei 3 - 5 jähriger Verlängerung. Söder möchte einen Weiterbetrieb. Und Politiker machen meistens, was die (laute) Bevölkerung will, zumindest wenn sie wieder gewählt werden wollen. Deshalb der Vorschlag 2 - 3 Monate. Die rechtliche und sicherheitstechnische Seite wird vernachlässigt. Sind die Atomverträge dann hinfällig.

    Perfekt. Dann lasst uns die Dinge 3-5 Jahre weiterbetreiben. Wenn das technisch möglich ist, bin ich sofort dafür. Das ist die Zeit die uns fehlt um bei den Alternativen weiterzukommen. Das Problem des radioaktiven Mülls haben wir jetzt schon 3-5 Jahre mehr von 3 Kraftwerken machen da keinen wirklichen Unterschied. Die letzten 30 Jahre liefen die Dinger sicher. Sie sind auch 10 Jahre jüngere als andere Kraftwerke, die gerade erst abgeschaltet wurden. Und soweit ich informiert bin, sind die deutschen Kraftwerke deutlich sicherer als die französischen oder tschechischen, die dafür an unserer Grenze jetzt stehen. Ich sehe keine Probleme.

    Und aus der Atomenergie kann man ja trotzdem aussteigen. Vielleicht erkennt man aber auch in den nächsten 5Jahren, dass die Klimakrise doch das größere Problem ist und eine Anzahl X an Atomkraftwerken vielleicht doch nicht so schlecht ist ... Das hat aber mit der aktuellen Diskussion nichts zu tun.

    Ich glaube, Kris, dass du eine sehr extreme Position einnimmst. Da bringt die Diskussion nicht viel. Für dich hat Atomkraft nur Nachteile. Das kann man sicherlich nicht so stehen lassen. Immerhin setzen die meisten Staaten weiterhin auf Kernenergie. Wir haben in Deutschland eine Situation, wo die Mehrheit findet, dass die Nachteile von Kernenergie überwiegen. Damit kann man leben. Persönlich hätte ich mir einen Atomausstieg 10 bis 20 Jahre später gewünscht. Aber das tut nichts zur Sache.

    Wenn ich mir deine reichlichen Zitate ansehe, ist eigentlich nur eines relevant: Der TÜV Süd, der als Kontrollinstanz das Kraftwerk sehr gut kennt, hält es technisch für möglich. Das ist in deinen Zitaten die einzige sinnvolle Quelle.

    Das Umweltverbände das nicht gut finden, hätte ich dir auch so sagen können. Übrigens klagen die auch gegen das LNG-Terminal in Wilhelmshaven, gegen verschieden Stromtrassen um aus Winderenergie gewonnen Strom nach Süden zu transportieren und gegen verschiedene Windparks. Das ist alles vollkommen legitim. Aber wenn wir nur Projekte realisieren, gegen die keine Bedenken von Umweltverbänden vorliegen, haben wir einen sehr kalten Winter ohne Strom und Gas.

    Selbst 5% sind ziemlich viel. In Oldenburg wurde das Warmwasser in den Duschen in Stadien während der Sommerferien abgeschaltet. Schalke wird beim DFB-Pokal deswegen kalt duschen müssen. In verschiedenen Städten bei uns wurden die Öffnungszeiten von Schwimmbädern oder die Temperatur des Wassers reduziert. Das bringt alles deutlich weniger.

    Hast Du mal mitbekommen, dass sich viele Leute jetzt elektrische Lüfter oder Heizungen für den Winter kaufen? Mal abgesehen davon, dass das wahrscheinlich wenig sinnvoll ist, können 5% Strom bei einem harten Winter viel bringen. Wir wissen nicht wie viel Wind im Frühjahr da ist. Letztes Jahr hatten wir extrem wenig Energie aus Windenergie, weil einfach der Wind nicht so stark war. Und bis der Ausbau der erneuerbaren Energien an Geschwindigkeit zunimmt vergeht mindestens noch ein Jahr.

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