Drosten hat gerade darauf hingewiesen, dass selbst wenn Omikron milder verläuft es ja auch zu massiven Personalausfällen in Betrieben, Kliniken und Rettungsdiensten kommen kann. In London ist wohl bereits letzte Woche dadurch punktuell bis zu einem Drittel der Feuerwehrfahrzeuge ausgefallen. Wenn ich mir angucke, wie manche Feuerwehren schon unter normalen Bedingungen personelle Probleme haben, wird so etwas gleich zu einem Problem. Wenn dann in den Kliniken oder Pflegeheimen massiv personal ausfällt, weil selbst doppelt geimpfte noch erkranken, hilft es uns nichts, wenn die Ansteckungen mild verlaufen.
Außerdem kann man eine recht einfache Rechnung aufmachen. Wir können davon ausgehen, dass ca. 1% der Infizierten auf der Intensivstation landen (genau wissen wir es bei Omikron natürlich nicht). Wenn wir Zahlen um die 50.000 Infektionen pro Tag haben, sind das immerhin 500 neue Intensivpatienten pro Tag. Wenn Omikron nun deutlich ansteckender ist und wir 100.000 oder sogar 200.000 Infektionen pro Tag haben, sind wir schon bei 1.000 oder 2.000. Man darf ja auch nicht vergessen, dass die Patienten 3-4 Wochen auf der Intensivstation bleiben. Und selbst wenn wir dann davon ausgehen, dass Omikron milder ist und nur 0,5% oder 0,25% auf der Intensivstation landen, haben wir ein Problem. Nicht zu vergessen, dass wir noch relativ viele ungeimpfte ältere Menschen haben. Und das Pflegekräfte, die sich infizieren auch erstmal 10 Tage ausfallen.
Das muss natürlich nicht zwingend so schlimm kommen. Mit Kontaktbeschränkungen etc. kann man die Welle vielleicht dämpfen. Aber es sieht sicherlich nicht gut aus.