Beiträge von Tom123

    Ja, ich konnte sie als MAU-Stunden abrechnen. 200+ Euro (netto) mehr im Monat sind schön (ausbezahlt ein halbes Jahr später) , aber statt 25 Deputatsstunden plötzlich 29 und 4 statt 2 Nachmittage (und alle Vormittage) sind am Gymnasium zu viel.

    Ich glaube, dass du da einfach zu nett warst. Wahrscheinlich hättest du einfach sagen müssen, dass es dir nicht passt. Ggf. hätte man sich zu 1-2 Stunden Mehrarbeit bereiterklärt.

    Anhand welcher Kennzahl kann man das Verhalten denn erfassen, wenn nicht anhand des Mobilitätsverhaltens? Und wenn ich meine Kontakte reduziere, ändert sich damit nicht ebenfalls mein Mobilitätsverhalten?

    Erstens gibt es halt Dinge, die man nicht erfassen kann. Ich habe mich eine Zeit lang nur mit 2 anderen Familien und mit meinen Eltern im Pflegeheim getroffen. Andere Aktivitäten sind weggefallen, dadurch war ich viel öfters im Pflegeheim. Das Pflegeheim ist aber in einer anderen Stadt. Ich bin pro Monat sicherlich um die 1.000 km dadurch zusätzlich gefahren. Normal hätte ich die Zeit gar nicht gehabt.

    Wenn ich mich 5x die Woche mit meiner besten Freundin treffe, ist das infektionsmäßig sicherlich unbedenklicher als wenn ich mich 5x mal mit verschiedenen Leuten treffe. Wenn ich mich aufgrund von Corona draußen treffe, ist was anderes als wenn wir im Wohnzimmer sitzen. Ich habe in den letzten Wochen ganz viele dienstliche Präsenzgespräche gehabt. Alle in der Mensa mit offenen Fenstern und mehreren Metern Abstand. Aber trotzdem viel Mobilität.

    Die flächendeckenden Schul- und Kita-Schließungen im ersten Lockdown fand ich ebenfalls akzeptabel, da zu diesem Zeitpunkt nur wenige Erkenntnisse über Covid vorlagen. Im Anschluss hätte man massig Zeit gehabt, diese Erkenntnisse gezielt zu sammeln, indem man z. B. ein systematisches Screening in zahlreichen Schulen (also mit einer ausreichend großen Stichprobe) etabliert hätte. Auf diese Weise wäre greifbar geworden, wie groß die Infektionsgefahr in Schulen unter Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen wirklich ist.

    Es gibt eine ganz Reihe von Studien zu Schulschließungen. Problem ist, dass sie nicht alle eindeutig sind und du vor allem trotzdem die Folgen von Schulschließungen bedenken musst.

    Schule unter "Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen" ist immer ein toller Begriff. In der Praxis ist das immer was anderes. Klar ich kann eine Studie an einer Musterschule durchführen. Aber in der Praxis hast du erstmal einen Anteil von 10-20% Querdenker. Dann lassen sich bestimmte Maßnahmen in der Praxis gar nicht umsetzen, weil die Voraussetzungen nicht da sind. Wir haben jeweils einen Sanitärraum für Jungen und Mädchen. Es sollen sich aber alle Kinder immer schön brav die Hände waschen... Die Kinder sollen Maske tragen, kriegen es aber nicht vernünftig hin. Und letztlich gibt es immer wieder die vielen Kleinigkeiten, wo gegen die Regeln verstoßen wird. Man redet doch mal eben mit der Kollegin ohne Maske. Oder hält irgendwo den Abstand nicht ein. Usw.

    Letztlich gibt es Maßnahmen, die immer etwas bringen. Halbe Klassen, Luftreiniger, ... Aber die werden halt nicht gewollt. Was Geld kostet, ist immer schwierig...

    Danke, dass Du mich in die Querdenker-Ecke schiebst. Das ist ein wirklich hervorragender Diskussionsstil.

    Ich habe dich nicht in eine Ecke geschoben. Ich habe dir nur deutlich gemacht, dass die Aussage Wissenschaftler XY hat festgestellt, dass Maßnahme X nichts bringt eine klassische Querdenkerargumentation ist.

    Du schreibst, dass sich das Mobilitätsverhalten nicht geändert hat. Dass ist aber nur ein kleines Aspekt. Frage ist eher, wie Verhalte ich mich im privaten. Reduziere ich Kontakte? Nutze ich Test? Etc.. Das lässt sich auch nicht einfach an der Mobilität ablesen. Da die meisten vor allem zur Arbeit und einkaufen fahren, ist die Mobilität sowieso schon eingeschränkt. Die meisten Freizeitaktivitäten fallen ja weg.

    Leider doch, wenn ich langfristig mehr unterrichten muss und meiner Gesundheit schade (habe ich zweimal erlebt und beim 2. Mal war ich gesundheitlich wirklich an der Grenze, Zusammenbruch).

    Sorry, wenn jemand krank ist, ist er/sie krank. Das hat nur indirekt etwas mit meiner Arbeitsbelastung zu tun. Wenn ich dadurch (zu viel) Mehrarbeit habe, bleibt etwas anderes liegen. In der Regel wird dann die Unterrichtsvorbereitung einfach etwas reduziert und es wird einfach mal ein bisschen im Buch gearbeitet.

    Und was soll sie machen, wenn die Dauerkrankschreibung kommt?

    Dann bringst du gerade zwei Dinge durcheinander. Eine Dauerkrankschreibung bedeutet, dass die Person unabhängig von Corona krank ist. Da würde ich mich überhaupt nicht beschweren, sondern gute Besserung wünschen. Gerade wenn Sie solange krank geschrieben ist, scheint es auch etwas ernsteres zu sein.

    Grundsätzlich würde ich auch nicht die Richtigkeit der Bescheinigung anzweifeln. Ab einer gewissen Anzahl von Fehltagen findet in der Regel sowieso eine amtsärztliche Untersuchung statt. Dann wird der Dienstherr von sich aus prüfen, ob überhaupt noch die Chance auf eine Rückkehr in den Beruf besteht.

    Natürlich können gerade neurologische Probleme durch Corona verstärkt werden, aber es hat grundsätzlich nichts mit den Kollegen zu tun, die aufgrund eines erhöhten Coronarisikos zu Hause bleiben.

    Krank ist krank. Da brauch man nichts zu diskutieren. Und bei berechtigten Zweifel muss die Landesbehörde das prüfen. Da hat man als Schule aber nichts mit zu tun.

    Ich möchte auch sehr bezweifeln, dass state das ganze seriös beurteilen kann. Ihr scheint ja nicht gerade befreundet zu sein. Vielleicht hat die Kollegin eine schwerwiegende psychische Störung?

    Wenn jemand zu Hause, weil die Person ein erhöhtes Risiko für ein schweren Verlauf hat, kann sie durchaus arbeiten. Dann liegt es an der Schulleitung sie sinnvoll einzubinden. Beispielsweise kann sie den Fernunterricht machen.

    P.S.

    Da waren nun einige schneller. Bei uns ist es übrigens so, dass die Schulbehörde die Überprüfung übernimmt. Man muss also nur die Zweifel als SL weitergeben und alles andere entscheidet die Schulbehörde.

    Und die führenden Modellierer, wie z. B. Kai Nagel, sind ebenfalls nur von einer höchstens kurzzeitigen Wirkung von Ausgangssperrenausgegangen. Somit reichen diese auch nicht als Erklärung.

    Alleine die Einführung der Maßnahmen, die steigenden Inzidenzen und die Berichterstattung über die Krankenhäuser am Limit haben dazu geführt, dass sich die Leute mehr zurückgenommen haben. Diesen Effekt sieht man auch beim Vergleich der ersten und zweiten Welle. Somit haben die Maßnahmen etwas gebracht.

    Einzelne Wissenschaftler heranzuziehen, die dann wiederum einzelne Maßnahmen untersuchen ist eine Methode der Querdenker. Es behauptet niemand, dass bestimmte Maßnahmen der alleinige Bringer sind. Es kommt hier auf den Effekt aller Maßnahmen zusammen an. Ich kann sicherlich fast jede einzelne Maßnahme in Frage stellen. Aber wenn ich sie alle abschaffe, bin ich wieder am Anfang.

    Das Virus hat keinen eigenen Willen. Wenn die Zahlen sinken, haben wir etwas richtig gemacht. Das Wetter kann es eigentlich nicht sein. Das passt nicht wirklich. Also bleiben nur die genannten Maßnahmen über. Und noch mal. Vieles hängt auch einfach von der Einstellung der Bevölkerung ab. Wird eine Gefahr wahrgenommen, bleibe ich auch ohne Zwang zu Hause oder mache eben einen Test vor einem Treffen mit den Eltern. Halte ich aber die Maßnahmen für überflüssig, versuche ich sie zu umgehen und verhalte mich verantwortungslos.

    Ob wir so genau Buch führen müssen, weiß ich gar nicht. Zumindest stehen in den beiden Lehrerzimmern (von sechs, die wir insgesamt haben), in denen ich in den letzten Wochen war, immer Körbe mit "Rückläufern" - also Tests, die nicht ausgegeben wurden, weil SuS nicht da waren.

    In Nds. muss die Schulleitung eigentlich digital zurückmelden, wie viele Test ausgegeben wurden und wie viele positive Ergebnisse es gab.

    Hast du eine Ahnung

    ... aber mit Schlüssel ist der Sachschaden vielleicht geringer, wenn Türen nicht aufgebrochen werden, Fenster heile bleiben und der Vandalismus ausbleibt.

    Da könnte der Schulträger fast dankbar sein, wenn es „nur“ Diebstahl ist.

    Ich meine vor allem die Gefahr, dass Schüler den Schlüssel absichtlich entwenden.

    Wir hatten auch schon mal verlorene Schlüssel. Der Schulträger hat nachgefragt, ob eine Adresse dran stand. Als das verneint wurde, wurde auch nichts gemacht. Gut, bei einer Grundschule ist das Risiko eines Diebstahls wohl auch deutlich kleiner...

    Die Möglichkeit sich mit einem ärztlichen Attest vom Präsenzunterricht befreien zu lassen IST aber eine politische Entscheidung und keine medizinische.

    Eine Infektion mit Corona gehört dann halt zum allgemeinen Lebensrisiko. Wenn ich mich nicht impfen lassen kann oder will - Pech. Ist bei Masern etc. übrigens auch so, da kann ich auch keine Befreiung vom Unterricht beantragen.

    1. Politische Entscheidung ist relativ. Letztlich stand auch die Gefahr einer Klage im Raum. Außerdem der Wunsch der Eltern nach dem Schutz ihrer Kinder.

    2. Nicht alles ist ein allgemeines Lebensrisiko. Wenn du Chemieunterricht erteiltest, hast du eine lange Liste von Vorgaben zum Gesundheitsschutz. Dein Dienstherr kann nicht von dir erwarten Chemikalien ohne entsprechende Schutzausrüstung zu verarbeiten. Der Dienstherr hat eine Fürsorgepflicht. Letztlich kann man nicht einfach alles als allgemeines Lebensrisiko abtun. Was ist mit Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können und trotzdem eine hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben? Es geht auch manchmal nicht um wollen sondern um können. Dann ist der Dienstherr verpflichtet zu prüfen, ob er nicht eine andere Verwendung für dich hat. Vielleicht kann die Person in der Schulbehörde arbeiten.

    Corona wird nie verschwinden, aber in NRW ist die Priogruppe 3 geöffnet, viele mit Attest haben Priogruppe 2. Bis zum Ende des Schuljahres sollte man einen vollständigen Impfschutz haben. Wer es bis dahin nicht hat, will nicht - sollte dann aber auch nicht mehr die Möglichkeit haben, alimentiert zuhause zu sitzen. Zumal, wie bereits geschildert, es eine deutliche Mehrbelastung der Kollegen ist.

    Wenn es eine Mehrbelastung durch die ausfallende Kollegen gibt, muss man diese irgendwo anders wieder kompensieren. Wenn das nicht möglich ist, bleibt Arbeit liegen oder das Land muss sich überlegen, wie man die Arbeit kompensiert.

    Das hat aber nichts damit zu tun, dass Kollegen einen Anspruch auf körperliche Unversehrtheit haben. Was ist, wenn jemand nicht geimpft werden kann? Was ist, wenn es neue Mutationen gibt?

    Genauso wie in anderen Bereichen auch, müssen die Experten also hier die Ärzte Vorgaben zur Arbeitssicherheit machen. Das kann keine Entscheidung der Politik sein.

    Na ja, wenn man es so sieht, sind wir alle Versuchskaninchen. Über Langzeitfolgen weiß niemand etwas.

    Beim Impfen treten eigentlich keine Langzeitfolgen auf. Du bekommst den Impfstoff jetzt und er bewirkt jetzt etwas. Das sich dadurch in ein paar Jahren plötzlich Langzeitfolgen entwickeln ist absolut unwahrscheinlich. Der Impfstoff wurde in sehr kurzer Zeit entwickelt und getestet. Dafür wurden aber die Studien mit sehr vielen Menschen durchgeführt. Außerdem wurden inzwischen Millionen von Menschen geimpft und relativ gut überwacht. Ich denke, dass es bei vielen Medikamenten und Impfungen größere Gefahren gibt.

    Das alte Problem: Schule und Lehrkräfte unterstehen dem Schulträger, also meist dem Land - Hausmeisterin und Sekretär unterstehen dem Sachaufwandsträger, also meist der Kommune. Folge: Der SL kann den Haumei mal götzvonberlichingen. Und zwar kreuzweise, wenns sein muss.

    Ich glaube, dass die SL sich dort nur mal richtig dafür einsetzen muss. So etwas ist letztlich Kinderkram. Die Bereitschaft eines Hausmeisters oder zu mindestens bestimmte Öffnungszeiten kosten letztlich kaum etwas. Man kann auch Schlüssel verteilen und das einfach mit einer guten Versicherung abdecken. Notfalls geht man halt den Weg über die Politik.

    Aber viele Schulleitungen sehen das Problem nicht. Nach dem Motto: Es kommt ja sowieso keiner.

    Diese Frage stellt sich auf jeden Fall. Jedoch gibt es bei uns an der Schule keine Tests mehr für geimpfte Lehrkräfte. Ich möchte aber auch nicht lügen müssen, damit ich weiterhin Tests bekomme.

    Witzigerweise ist es bei uns genau andersrum. Mein Chef meinte, dass es schön wäre, wenn ich mich trotzdem testen würde. Das wäre natürlich freiwillig aber im Sinne aller.

    Aber das ist wieder typisch. Keine klare Linie. Letztlich kosten die Test für die Lehrer auch nicht so viel. Da sollte man kein Risiko eingehen.

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