Beiträge von Tom123

    Die dürfen bei uns keine Gruppen beaufsichtigen, also können wir damit keiner Lehrer ersetzen.

    1. Nur weil es in Berlin verboten ist, muss es nicht in allen anderen Bundesländern verboten sein.

    2. Wenn sie keine Gruppen beaufsichtigen dürfen, was könnte die Schulbehörde bei euch dann machen? Kleiner Tipp: Wer hat es verboten.

    3. Wenn man mehr Waschbecken hat und meine Kinder nicht 20 Minuten brauchen, um in die Klasse zu kommen, verbessert sich mein Unterricht ungemein.

    4. Arbeitsschutz wie Plexiglasscheiben sorgt dafür, dass Lehrer gesund bleiben und zur Arbeit kommen können. Außerdem sind Lehrer aus Risikogruppen eher bereit zum Unterricht zu kommen, wenn sie sich sicher fühlen.

    Aber letztlich ist es doch ok. Wenn ihr in Berlin mit eurer Schulbehörde zufrieden seid, ist doch alles gut.

    Leider sehe ich diese überzeugenden Hygienekonzepte für den Beginn des neuen Schuljahres nicht. Für mich scheint hier in Hessen das Motto eher zu sein: "Mal schauen, was passiert, vielleicht geht es ja gut.

    Grundsätzlich scheint es in NDS besser zu sein, als in anderen Bundesländern. Wir haben zum Beispiel die Möglichkeit einer Maskenpflicht auf Fluren und auf dem Schulhof. Aber auch bei uns ist vieles nach dem Motto: Macht das und das. Aber wie das in der Praxis klappen soll, sagt keiner. Bestes Beispiel händewaschen.

    Ich fühle mich sehr verarscht von dem Satz in irgendeiner der letzten Schulmails in NRW, dass alle Schulen mit Masken ausgestattet worden seien.

    Masken haben wir in NDS auch nicht. Die Schüler sollen nach dem Absetzen der Maske aber ihre Hände waschen. Auf dem Weg zum Waschbecken müssen sie über den Flur. Dort müssen sie eine Maske tragen ...

    Habt ihr in den Klassenräumen gar keine Waschbecken? Dann müssten m. E. Desinfektionsspender aufgestellt werden, wobei man da natürlich die korrekte Benutzung bei den jüngeren SuS genau überwachen muss.

    Diese Absperrbänder haben wir schon seit Wiederöffnung der Schulen.

    Waschbecken in den Klassenräumen haben nur einzelne Klassenräume. Ich zitiere mal den Hygieneplan: "Händedesinfektion ist nur als Ausnahme und nicht als Regelfall zu praktizieren!"

    Ist das eine Dauerausnahme?

    Absperrbände haben wir nicht. Dafür Plexiglasteile. Leider aber zu wenige und zu kleine.

    Tom123 : Meinst du den "Nds. Rahmenhygieneplan Corona Schule - Ergänzung Sportunterricht"?

    Genau. Unsere Sportkonferenz fand halt das Problem, dass halt gute Vorschläge fehlt, was man mit der Klasse machen kann. Viele (Grund)schulen haben ja auch nur kleine Gymnastikhallen, wo es schon mit dem Abstand schwierig ist. Du hast natürlich Recht, dass das für Niedersachsen schon gut, aber es ist halt alles mit viel Verboten und Vorgaben, die in kleinen Hallen kaum umsetzbar sind. Da wären halt konkrete Stundenvorschläge toll, was man denn machen kann.

    Nein, ...

    Wir hatten eine PM-Stelle ausgeschrieben und gut 10 Bewerber. 2 bis 3 weitere PMs könnten uns viel helfen. Alleine um die Aufsicht bei versetzen Unterrichtszeiten sicherzustellen. Dann könnten PMs einen Teil der Klasse betreuen. Dazu können gerade benachteiligte Schüler von zusätzlicher Hilfe betreuen. Auch wenn es wieder zu Schulschließungen kommt. Die Lehrkraft unterrichtet dann von zu Hause, die PM unterstützt Kinder aus bildungsfernen Schichten in der Schule.

    In Nds. sollen die Kinder, wenn sie von draußen reinkommen, die Hände waschen. Leider haben wir nur jeweils ein Toilettenraum pro Geschlecht mit 2 Waschbecken. Du erkennst das Problem bei 10 Klassen?

    Plexiglasscheiben brauchst du doch nicht im Sportunterricht. Die kann man aber im normalen Unterricht einsetzen. In der Klasse zur Abgrenzung zur Lehrkraft, zwischen Schülern, bei Inklusionskindern, die besonders viel Nähe brauchen, im Computerraum wo Abstände nicht eingehalten werden können, in der Mensa um Klassen beim Essen räumlich zu trennen. Auf Fluren um Einbahnstraßen zu schaffen. Das müssen da natürlich keine Plexiglasscheiben sein. Aber alleine ein paar Absperrbänder helfen schon.

    Wenn du nicht genug Klassenräumen hast und mit Wanderklassen arbeiten musst, hilft dir ein Klassencontainer sehr viel. Kostet halt. Großes Klassen kann man ggf. in zwei Räume aufteilen. Ggf. mit Unterstützung durch eine PM.

    In Berlin mag es anders sein aber auf dem "flachen Land" gibt es durchaus freie Räume zum mieten.

    Natürlich schützen Geräte nicht vor Infektionen. Aber es ist ja durchaus realistisch, dass wir zu mindestens regional ins HomeSchooling zurückkehr. Das könnte man jetzt vorbereiten.

    Und wenn wir feststellen, dass sich die Schulen zu Infektionsherde entwickeln, werden wir wieder auch verstärkt von zu Hause arbeiten. Ist dann halt blöd, wenn Lehrkräfte und Schüler keine Endgeräte haben.

    Zumal nun seit 4 Monaten darüber gesprochen wird und nun offensichtlich ist, dass Schulen keine Orte der großen Verbreitung sind. Verstehe nicht, warum das einfach ignoriert wird.

    Weil das nicht offensichtlich ist. Es gibt Länder wie Israel, wo die Schulöffnungen ein großes Problem waren. Die meisten Studien, die es bei uns gab, untersuchten die Zeit nach den Schulschließungen. Letztlich wissen wir nicht, wie sich die Schulöffnungen auswirken werden. Es kann gut gehen, es kann schlecht ausgehen. Oder um Herrn Braun zu zitieren:

    "Das kann aber nur mit optimalen Hygienekonzepten an den Schulen gelingen. Darauf müssen wir viel Liebe verwenden, es wird ein aufwendiges Schuljahr", mahnte Braun in der NOZ.

    Es gibt übrigens eine große Studie aus Südkorea. Die sieht die Schulöffnungen auch eher kritisch:

    https://www.tagesspiegel.de/wissen/corona-…9/26020920.html

    Aufgrund der Anzahl an Teilnehmern ist das momentan wahrscheinlich eine der aussagekräftigeren Studien.

    Ich bin auf jeden Fall froh, dass wir nur 200 Schüler und vor allem Grundschüler haben. Ich möchte gerade nicht an einem Gymnasium mit 2000 Schülern arbeiten.

    Humblebee : Es gibt ein Sportkonzept. Da steht aber vor allem drin, was nicht geht und das man überall aufpassen soll. Toll wäre so etwas wie die Sportstunden von Alba Berlin. Vorschläge, was man sicher machen kann. Dazu klare Ansagen.

    Wo willst du die Lehrer her bekommen, bei uns gab es dann durchschnittlich 450 Minuten in der Woche Unterricht für jeden, das ist zu wenig. Schüler hatten wir übrigens teilweise bis zu 15.

    Man könnte es wie in Dänemark machen und Gelder für zusätzliches Personal bereit stellen. Studenten, PMs etc., die die Lehrkräfte unterstützen und zum Beispiel Gruppen beaufsichtigen.

    Man könnte die curricularen Vorgaben anpassen. Eventuell kritische Fächer zugunsten anderer Fächer für ein Jahr kürzen oder aussetzen. Dafür ggf. nächstes Jahr wieder eine Stunde mehr.

    Konzepte und Ideen für Sportunterricht entwickeln. Ggf. entsprechende Geräte und Materialien anschaffen, sodass diese Konzepte umgesetzt werden können.

    Statt 300 € Corona-Familien-Bonus an die Eltern, das Geld pro Kind an die Schulen, Kindertagesstätten, etc.

    Man könnte Vorkehrungen für ein mögliches HomeSchooling treffen. Geräte anschaffen. Software festlegen. Richtlinien erarbeiten.

    Man könnte die Hygiene in den Schulen verbessern. Plexiglasscheiben als Abtrennung. Örtliche Hygenienekonzepte durch Experten statt durch Lehrer erarbeiten. Kaputte Fenster reparieren und nutzbar machen. Zusätzlich Waschmöglichkeiten schaffen. Wenn Herr Drosten Recht hat, Ventilatoren beschaffen. Konzepte zu regelmäßigen Test entwickeln.

    Seit Jahren bestehende Probleme in den Schulen jetzt endlich in Angriff nehmen. Klassencontainer bei Raumnot bestellen, alternative zusätzliche Räume in den Kommunen suchen, um den Schulalltag in räumlich begrenzten Schulen zu organisieren.

    Soll ich weiter machen?

    Naja, mit dem Clubs ist doch schon sehr auffällig. Wir hatten den Start in Ischgl. In Südkorea gab es Berichte über "Masseninfektionen" in Clubs. Bei uns in Niedersachsen hatten wir den Fall von einem Restaurant in Leer. Ich glaube rund 40 Infektionen und am Ende 2 Tote. Da ist doch die Frage, was ist an Schweizer Clubs anders, dass es dort nicht zu einer Ausbreitung kommt. Da könnten doch viele Aspekte sein. Vielleicht gibt es standardmäßig andere Lüftungskonzepte. Vielleicht sind viele Schweizer schon immun.

    Das gleiche wäre dann auch für die Schulöffnungen interessant. Da müsste man sich überlegen, warum es in manchen Ländern wie Israel oder Südkorea problematischer gesehen wird. Klassisches Beispiel: Schulöffnung in Dänemark. Alle sprachen darüber, dass die Öffnungen in Dänemark unproblematisch waren. Es wurde aber vergessen, dass da ein ganz anderes Konzept mit Kleingruppen etc. hinter stand.

    Genauso müssten wir uns jetzt fragen, unter welchen Aspekten welche Öffnungen möglich sind. Und wenn es in einem Land (Schweiz) bei Öffnungen (der Clubs) keine Probleme gibt und in anderen Ländern schon, dann sollten wir den Unterschied suchen ...

    ... Was passiert, wenn Clubs und Bars weiter geschlossen bleiben, sieht man ja unter anderem in Deutschland und bei weitem nicht alles über illegale Parties landet in den Medien.

    Natürlich feiern die Leute auch, wenn die Clubs dicht sind. Aber sie feiern in deutlich kleineren Gruppen und zu mindestens hier bei uns momentan auch draußen. Ob sich 20 Leute abends am Strand oder am See treffen oder ob sich 100 Leute in einer Bar ohne Belüftung treffen, sollte schon ein gewaltiger Unterschied sein. Wenn die Discos dicht sind, wird kaum ein Jugendlicher zu Hause eine Großraumdisco für seine private Party haben.

    IIch las ein sehr interessantes Interview mit der Zürcher Kantonsärztin die meinte, es hätten sich jeweils nur Personen infiziert, die sowieso den ganzen Abend zusammen abgehangen sind. Das trifft bislang auf alle Infektionsfälle in den Schweizer Clubs zu.

    Du hast jetzt ja schon öfters berichtet, dass es in der Schweiz anders entwickelt als in vielen anderen Ländern. Da sollte man mal untersuchen, ob es vielleicht irgendwelche Unterschiede gibt, die man bisher nicht betrachtet hat. Vielleicht ernähren sich Schweizer anders oder haben bestimmte Verhaltensweisen oder es gibt baurechtliche andere Vorgaben. Es fällt ja doch auf, dass in der Schweiz vieles unproblematisch ist, was in anderen Ländern ein Problem war.

    Mir war eigentlich klar, dass die Sommerferien/Sommerurlaubszeit, nachdem in begrenztem Maß reisen wieder möglich geworden ist, auch schon vor der nächsten Grippe- und Erkältungssaison die Infektionszahlen wieder anziehen lassen werden und wenn wir mal ehrlich sind, ist das den meisten hier im Forum klar gewesen. Hat dich das jetzt ernsthaft überrascht Tom123 ?

    Ich hatte gehofft, dass die Hygienekonzepte einigermaßen klappen und der Effekt vom Sommer und draußen sein einiges gut macht. Aber wahrscheinlich war es zu naiv.

    Was mich tatsächlich überrascht / stört ist, wie schlecht wie vorbereitet sind. Die App läuft noch nicht zu 100%. Solche Fragen wie Test bei Rückkehr aus dem Urlaub hätte man vorher überlegen können.

    Warum gibt es zumindestens bei uns so gut wie keine Kontrollen? Es gibt Bereiche an den Stränden, wo jeden Tag massiv gegen Abstandsregeln und Masken verstoßen wird. Es gibt trotzdem seit Ferienbeginn keine Kontrolle. Zu mindestens stelle ich fest, dass sich nichts geändert hat.

    Wir haben immer noch (teilweise) einen Meldeverzug durch die Gesundheitsämter. Es fehlt anscheinend oft noch an überregionalen Kriterien, wie man auf Infektionen reagiert usw.. Im Schulbereich fehlen tragbare Hygienekonzepte und Regeln. Ich wünschte mir, dass die Schulträger in den Sommerferien durch die Gebäude laufen und prüfen, was es für Auflagen geben müsste und was noch getan werden muss. Ich wünsche mir, dass man sich jetzt Gedanken über DSGVO-konformen Onlineunterricht macht. ...

    Ich weiß natürlich, dass vieles Träume sind. Aber etwas besser sollten wir doch vorbereitet sein.

    Im Mai war halt das Abklingen der ersten Welle. Danach haben wir uns relativ lange auf einem niedrigen Niveau gehalten. Ich hätte erwartet, dass es Richtung Herbst wieder mehr wird. Das es jetzt schon steigt, sollte zu mindestens ein Warnsignal sein.

    Ok, die Formulierung Rekord ist falsch. Ich habe mich natürlich nur auf die letzten Wochen Tage bezogen.

    Es geht auch nicht um Panik oder überdramatisieren. Wie können einfach nicht davon ausgehen, dass sich die Zahlen von alleine stabilisieren. Wenn die Zahlen steigen, müssen wir uns Gedanken machen, was wir dagegen unternehmen können. Zumal tendenziell eher schwierigere Zeiten auf uns zu kommen. Ich meine alleine das Ende des Sommers, wo die Menschen wieder mehr in geschlossenen Räumen sein werden und es sowieso mehr Infekte gibt. Dazu der Aspekt der Schulöffnungen.

    Eine 2. Welle ist es noch nicht. Ich hoffe, dass es Dauerwelle (auf diesem Niveau oder weniger) bleibt und nicht Start einer 2. Welle (zu Israel hieß es hier im Forum auch vor knapp 2 Monaten, dass sei alles nicht problematisch).

    Frage ist, warum sollten die Zahlen nun stagnieren oder zurück gehen? Wenn wir unser Verhalten nicht ändern und keine Maßnahmen ergreifen, müsste sich das Infektionsgeschehen auch nicht ändern. Dazu noch der Aspekt, dass die Schule irgendwann wieder startet. Ich denke, dass man die steigenden Zahlen schon ernst nehmen muss und sich überlegen muss, was man machen kann mit möglichst wenig belastenden Einschnitten.

    Sie steigen wieder leicht an, würde ich sagen, wenn du dich auf Deutschland beziehst.

    Naja, wir hatten mal Zahlen von 300-400 täglich. Momentan haben wir jeden Tag einen neuen Rekord. Das Problem sind ja nicht die absoluten Zahlen sondern die Tendenz. Natürlich sind 800 pro Tag noch wenig. Aber wenn die Zahlen sich nach oben entwickeln. Je mehr Fälle es gibt, desto mehr kommen auch hinzu. Warum sollten sie plötzlich wieder fallen? Wenn die Zahlen tagelang neue Rekorde erreichen, wie momentan, sollten wir überlegen, was wir anders machen können, bevor es zu spät ist. Aber wahrscheinlich brauchen wir leider erst viel mehr Infizierte, damit die Leute erkennen, dass sie ihr Verhalten anpassen müssen.

    Ich bin froh über jeden Schritt in Richtung Normalität und darüber, dass auch mal wieder über was anderes gesprochen wird.

    Ich sehe es auch so wie Sawe. Ich bin auch froh über jeden Schritt in Richtung Normalität. Man könnte aber jetzt mit wenig Aufwand die Zahlen niedrig halten. Statt dessen gibt es eine Minderheit, die meint man müsse wie vorher leben. Statt jetzt ein wenig Abstand zu halten und Masken zu tragen, steuern wir statt dessen auf härtere Maßnahmen zu. Beste Beispiel gestern am Strand. Alle Leute saßen mit großen Abstand. Gegen Nachmittag kamen weitere Leute hinzu. Statt in den hinteren Bereich zu gehen, wo alles frei war, setzen sie sich vorne eng auf eng in die Lücken. Der Kiosk am Strand: Zitat: "Sie brauchen die Maske nicht aufsetzen. Wir nehmen das nicht so ernst und hier kontrollieren die eh nicht." 20 m weiter eine Minifußballfeld mit mind. 30 Kids. Eng auf eng. Wie gesagt, ich freue mich über jeden Schritt in Richtung Normalität. Aber ich trage lieber jetzt Maske und halte Abstand, als dass im Herbst wieder alles in den Shutdown muss. Oder noch schlimmer Menschen sterben.

    OT

    Ich finde es schade, wenn sich Bayestheorem zurückzieht. Er/Sie hat tatsächliche viele Aspekte im Faktenthread gebracht. Ob man die Meinung nun teilt oder nicht, sollte jeder selber wissen. Und hier im Galgenhumorthread fand ich es nicht sonderlich witzig, aber das sollte jeder selber wissen. Ein großes Problem habe ich damit nicht. Hier gibt es genug andere Sachen, die ich auch nicht witzig finde. Da finde ich es schade, wenn man dadurch aktive Forumnutzer verliert.

    P.S. Wer genevt ist, kann den entsprechenden User auch einfach blockieren.

    und vor allem in Nds:

    Um einen weitgehend normalen Unterrichtsbetrieb zu gewährleisten, wird das Abstandsgebot unter den Schülerinnen und Schülern zugunsten eines Kohortenprinzips aufgehoben. Lehrkräfte sind angehalten, das Abstandsgebot untereinander und zu ihren Schülerinnen und Schülern einzuhalten, wo immer dies möglich ist.

    Also für Lehrer und Schüler weiterhin Abstandsgebot. Finde ich gut. Wir haben es bisher auch schon so gehandhabt, dass wir Plexiglasscheiben auf dem Pult haben und wenn die SuS zur Lehrkraft kommen, tragen Sie einen MSN. Die Lehrkraft natürlich auch.

    Ist das im Ergebnis nicht egal? Kinder und Erzieherinnen kommen auf engem Raum ohne Mundschutz zusammen, wer da genau wen angesteckt hat, ist doch letztlich irrelevant. Das Problem ist die Grundkonstellation. Mal abgesehen davon, dass man das wohl nicht rekonstruieren kann, von wem das Virus auf wen überging.

    Nein, es ist überhaupt nicht egal. Wenn der/die Erzieher(in) die Kinder angesteckt hat, müssen wir darauf achten, dass Erzieher und Kinder Abstand halt. Lehrkräfte müssten ebenso aufpassen. Sinnvollerweise werden Sie öfters getestet und bspw. nach einem Risikokontakt oder ähnlichem sollten sie zu Hause bleiben.

    Andersrum wäre es deutlich schwieriger. Du kannst von Erwachsenen erwarten, dass sie Abstand halten. Aber nicht von Kindergarten oder Grundschulkindern. Selbst in der Sek 1 wird es problematisch. Dazu haben Kinder noch deutlich mehr Sozialkontakte. Morgens in der Schule, nachmittags im Verein etc.

    Außerdem haben Grundschulen mit 180 Schüler nur 20 Lehrkäfte. Wenn ich weiß, dass die 180 Schüler eigentlich nur selten jemanden infizieren ist es ein viel kleineres Problem als andersrum.

    Da sind wir wieder bei der Kerndiskussion, wie es mit Schulöffnungen aussieht. Sind Kinder "Superspreader" oder spielen keine Rolle? Genau das werden wir in den nächsten Wochen rausfinden müssen. Die Zahlen steigen ja momentan. Wenn wir Pech haben, haben wir zu viel gelockert und es gibt einen schwieriges Infektionsgeschehen im Herbst. Alleine, dass man dann wieder mehr Indoor ist, sollte das Risiko deutlich steigern.

    Und natürlich versucht man herauszufinden, wer wen angesteckt hat. Dabei geht es ja, wenn man Infektionsketten versucht aufzudecken. Das kann man zum Beispiel über Befragungen machen. Wer hatte wann mit wem Kontakt? Dann die medizinischen Daten. Beim wem ist die Infektion besonders fortgeschritten. Dadurch gewinnt man auch Erkenntnisse über die Infektionswege im allgemeinen. Z.B. weiß man jetzt das Chorproben auch bei genügend Sicherheitsabstand Indoor problematisch sind. Man weiß, dass Aerosole eine größere Rolle spielen usw.. Ob man im konkreten Fall, dass nachvollziehen wird, ist natürlich die andere Frage.

    In meinem meinem Landkreis haben sich diese Woche in einer Kitagruppe 9 Menschen infiziert, Erzieherinnen und Kinder.

    Da sieht man wie groß die Gefahr ist. Einige hier im Forum haben das ja immer abgetan. Frage wäre natürlich, ob die Infektion von einem Erzieher(in) auf die Kinder und auf die anderen Erzieher(innen) übertragen wurde oder von Kind auf Erzieher und Kind auf Kind.

    Bei einem positiv getesten Fall (Schüler, Lehrer, Sonstige) wird in Israel sofort die gesamte Schule geschlossen. Insofern: Nein, diese über 200 geschlossenen Schulen bedeuten nicht, dass das Virus sich dort überall rasant ausbreitete.

    Das wird aber in den Medien anders dargestellt. Dort ist die Rede davon, dass sich die Schulen zu Infektionsherden entwickelt haben. Auch in Frankreich gab es doch eine Berufs?-Schule, wo sich ein großer Teil der Schüler und Mitarbeiter angesteckt hat. Letztlich werden wir erst wissen, wie das Risiko für die Schulen ist, wenn Sie wieder normal öffnen. Und auch nach den Ferien werden wir ja nicht ohne Grund oft noch mit Einschränkungen öffnen.

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