Beiträge von Tom123

    Viel spannender ist die Frage, was besser ist.

    Momentan findet religiöse Bildung unter staatlicher Aufsicht im Rahmen des Schulunterrichtes statt.

    Wollen wir lieber das die Kinder nachmittags direkt von den Religionsgemeinschaften unterrichtet werden? Ohne Aufsicht durch den Staat?

    Gerade beim islamischen Religionsunterricht ist doch immer das Argument, dass man es lieber in der Schule haben möchte statt das privat irgendwelche Prediger die Kinder radikalisieren. Wollen wir nun das gerade fördern?

    ...

    Also 1. : Es GIBT Gott, daran besteht gar kein Zweifel. Das ist der allererste Satz des Lehrplans. Es gibt keinen ergebnisoffenen Diskurs im Unterricht, ob es Gott gibt oder nicht, es GIBT ihn. Punkt.

    Natürlich gibt es aus Sicht der Kirche einen Gott. Das heißt aber nicht, dass es dazu einen ergebnisoffenen Diskurs geben darf. Auch NRW steht die Verfassung über den Religionsunterricht. Das Indoktrinieren von Kindern ist weder erlaubt noch vorgesehen. Es geht darum den Kindern die Sicht der jeweiligen Glaubensgemeinschaft zu zeigen. Trotzdem bleiben sie frei in ihrer Entscheidung.

    Zum 100. Mal und ich werde es noch ein 101. Mal schreiben: Religion ist KEINE Fachwissenschaft. Allein die Kernaussagen, die ich dir jetzt aus dem Curriculum zitiert habe, widersprechen sämtlichen Kriterien der Wissenschaftlichkeit.

    Also wenn ich mal google finde ich bei etlichen Universitäten den Verweis auf die Fachwissenschaft Religion.

    Hier von der Uni Hamburg:

    https://www.theologie.uni-hamburg.de/studium/studie…-ab-ws20-21.pdf

    Hier für den Islamunterricht von der Universität Tübingen:

    https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/ze…slehre-lehramt/

    Für dich mag Religionswissenschaften keine Wissenschaften zu sein. Ich habe allerdings keine einzige deutsche Universität die ihren Fachbereich Religion die Wissenschaftlichkeit abspricht. Vielleicht magst du mal den Beweis antreten? Also außerhalb deiner eigenen Meinung...

    Du hast mitbekommen, was die letzten Jahrzehnte (!!) alles aufgedeckt wurde, was insbesondere die Katholen versucht haben unter den Teppich zu kehren? Und da wunderst du dich, dass hier von Übergriffigkeit und Indoktrination geschrieben wird? Ja, aber sicher doch. Was denkst du denn, wer für die ganze Schweinerei verantwortlich ist und wie das hat so lange unter dem Radar hat bleiben können? Das geht doch nur, wenn genügend Leute mitmachen oder mindestens das Maul nicht aufbekommen.

    Und weil ein Teil der Kirche Mist gebaut hat, sind gleich alle schlecht? Wenn 20 Ausländer Sylvester in Köln junge Frauen jagen, sind gleich alle schlecht?

    Ja, es gab viele schlimme Dinge, gerade in der katholischen Kirche.

    Ja, es muss sich viel ändern. Systeme müssen aufgebrochen werden und geändert werden.

    Aber deswegen sind noch lange nicht alle oder die Mehrheit schlimm. Ich bin überzeugt, dass die Mehrheit gute Menschen sind.

    Wahrscheinlich meinst du es ironisch, aber so witzig ist es halt nicht. Wenn du ihnen beibringst, dass es Gott gibt, was vermittelst du ihnen denn dann? Dass er sie und die Oma in der Ukraine nicht lieb hat, wenn der Krieg weitergeht und die Oma stirbt?

    Das sind doch Grundfragen des Glaubens. Da wären doch beim Theodizee-Problem. Das haben wir zum Beispiel im Religionsunterricht der Oberstufe gemacht. Und es gibt auch genug Menschen, für die das Leid in irgendeiner Form ein Beweis ist, dass es keinen allmächtigen und gütigen Gott gibt. Irgendwo gab es mal ein Zitat, was mich damals persönlich sehr bewegt hat: Wer in Ausschwitz Kinder am Galgen baumeln gesehen hat, kann nicht mehr an einen allmächtigen und gütigen Gott glauben.

    Aber es geht doch auch im Glauben darum sich mit solchen Gedanken, mit Zweifeln auseinanderzusetzen und Lösungen zu finden. Die Kirche kann Lösungen anbieten. Gerade in den evangelischen Kirchen ist es aber nie eine endgültige Wahrheit.

    Es gibt keine Alternative. Habe ich schon geschrieben. Ja wir hätten die Kinder auch jeden Tage 15km pro Strecke fahren können. Organisatorisch wäre das zwar nix geworden, aber ja ne ist kein Problem. Wir haben die dort nur hingeschickt, damit ich mich drüber aufregen kann.

    Aber das ist doch nicht das Problem der Kirche? Dann beschwere dich bei deiner Gemeinde, dass sie dort einen Kindergarten betreiben sollen? Oder mache einen Elternverein und Gründe einen eigenen? Aber was willst Du da der Kirche vorwerfen? Sollen sie keinen Kindergarten betreiben, damit alle Eltern 15 km fahren sollen? Ich finde 15 km übrigens auch nicht wirklich problematisch. Wir haben hier genug Ecken, wo man 15 km fahren muss um überhaupt irgendeinen Kindergarten oder eine Schule zu erreichen.

    Ich war auch auf einem evangelischen Kindergarten. Wir mussten weder beten noch zum Gottesdienst.

    Im Studienseminar habe ich gelernt, dass man Kinder im Religionsunterricht nicht zum Beten zwingt. Man bietet das an und wer mitmachen möchte, darf das. Normalerweise betet man sowieso nicht. Wir haben einmal das Thema Gebet. Da kommt es natürlich vor.

    In der Gemeinde ist man in der Regel froh über die konfessionellen Kindergarten. Am Ende spart es einfach Geld. Die teuersten Plätze sind die in Trägerschaft der Gemeinde. Dann kommen irgendwelche Elternvereine. Die wollen immer irgendwelche besonderen Zuschüsse. Dann die der Kirchen.

    Konfessioneller Unterricht erfolgt nunmal unter der Maxime der Konfession. Sonst wäre es keiner. Alles nichtkonfessionelle kann man auch in anderem Unterricht machen.

    Nee, stimmt nicht. Beispielsweise beschäftigt man sich im evangelischen Religionsunterricht der Grundschule auch mit Islam und Judentum. Sind sogar zwei sehr große Themenkomplexe. In der Sek 1 kommen irgendwann Themen wie die 5 Weltreligionen, Drogen usw.. Ich habe im Religionsunterricht eine ganze Reihe von solchen Inhalten bearbeiten und auch genug kirchenkritische Fragestellungen.

    Soll man das? Ich freue mich überhaupt nicht darüber, dass der Kindergarten meiner Kinder von der Kirche betrieben wird. Zum Glück gehen bald beide in die Schule.

    Dann schicke doch deine Kinder auf einen anderen Kindergarten? Wo ist das Problem? In der Regel ist es doch so, dass die Kirchen dort Kindergärten betreiben, wo auch Bedarf ist. Wenn nun die Mehrheit einen städtischen Kindergarten möchte, dann soll man doch an die Gemeinde rantreten und einen städtischen Kindergarten fordern. Man kann doch der Kirche daraus keinen Vorwurf machen. Anscheinend hat die Kirche gar keinen Interesse daran, Kinder aus anderen Konfessionen aufzunehmen. Dann sind doch alle glücklich, wenn die Gemeinde einen zweiten Kindergarten aufmacht. Problem ist natürlich wenn man in Bayern wohnt und 45 Eltern ihr Kind auf einen kirchlichen Kindergarten haben wollen und 5 aber direkt am Wohnort einen konfessionslosen möchten. Da muss man sich überlegen, ob man nicht auch erwarten kann, dass man zum Nachbarort fährt. Wir haben vor Ort einen einzigen katholischen Kindergarten. Der hat auch ein riesiges Einzugsgebiet. Wer den will, muss halt fahren.

    Was wäre denn, wenn der Kindergarten von AWO oder der Caritas betrieben wäre? AWO ok, Caritas dorf? Ich finde die AWO doof. Ist das dann auch eine Schweinerei? Dann muss konsequent sein und einfach fordern, dass Kindergärten und Horte etc. nur noch vom Staat betrieben werden dürfen. Klappt bei den Schulen auch gut.

    Nochmal, es gibt keine religiöse Bildung. Religion ist erkenntnisfeindlich, weil sie ausgedachte Erklärungen belegbaren vorzieht.

    Ok, das ist deine Meinung. Wenn Du mal religiöse Bildung bei google eingibst, wirst du merken, dass es dazu durchaus eine konträre Meinung gibt.

    Gab's da mal 'ne Abstimmung zu?

    Regelmäßig. Den Religionsunterricht regelt in Niedersachsen erstmal das Schulgesetz. Dieses und seine ständigen Änderungen werden durch den Landtag beschlossen. Theoretisch könnte der Landtag durchaus morgen beschließen, dass es kein Religionsunterricht mehr gibt.

    Es geht um die Frage, ob es (in der Grundschule) konfessionellen Religionsunterricht geben sollte. Da müsste man schon etwas haben, was man den Kindern da erzählt. Das alles, was man nicht weiß, kann wohl kaum der Unterrichtsinhalt sein.

    Die Sache ist doch ganz einfach. Du hast selber keinen Bezug zu religiösen Inhalten/Gedanken. Daher findest Du Religiöse Bildung unwichtig. Die Mehrheit in Deutschland sieht/sah es anders. Deswegen gibt es Religionsunterricht. Vielleicht ist es in 10 Jahren anders. Werden wir sehen. Vielleicht gibt es irgendwann auch keinen Geschichtsunterricht mehr. Oder Kunst. Oder Musik. Ich persönlich könnte super auf Kunst verzichten. Ich habe da keinen Zugang zu. Aber nur weil ich ihn nicht habe, heißt es nicht, dass andere auch keinen Zugang haben.

    Eine Schweinerei ist in meinen Augen, dass die KiTa dann offiziell eine kirchliche ist, aber zu weiten Teilen eben nicht durch die Kirche finanziert wird.

    Die Kita wird sicherlich wie jede andere Kita durch die Gemeinde finanziert. Wir haben bei uns Kitas in Trägerschaft der Gemeinde, der Kirchen, Verbänden wie der AWO, Elternvereine und auch Betriebe. Eine Schweinerei wäre es, wenn die Kirche andere Gelder als anderen bekommen würde. Das ist aber in der Regel nicht der Fall. Wenn es dich stört, gründe einen Elternverein und macht eure eigene Kita auf. Sei doch froh, dass die Kirche überhaupt eine Kita macht. Es ist ein Angebot. Ansonsten wäre keine Kita da. Und wenn du meinst, dass die Gemeinde eine eigene Kita betreiben soll, wenn dich an den Bürgermeister:in und den Gemeinderat. Aber da kann doch die Kirche nichts dafür?

    Warum auch?Hat das irgendjemand verlangt? Warum sollte man sich auf Naturwissenschaften beschränken? Eien Erklärung wider wissenschaftlcihe Erkenntnis bringt uns aber auch nicht weiter.

    Der Glaube ist (oft/in der Regel) nicht wider wissenschaftliche Erkenntnisse. Er bezieht sich i.R. auf Aspekte des Lebens, die wir weder naturwissenschaftlich erfassen noch erklären können.

    Das spricht ja ungemein für die Kirchen, gell? Mein Neffe ist nur deshalb getauft, weil es keinen staatlichen Kindergarten am Ort gab. Das ist einfach eine riesen Sauerei, was dieser Verein sich mit staatlicher Rückendeckung erlauben kann.

    Sorry, aber was ist daran eine Schweinerei der Kirche? Wenn die Kirche einen Kindergarten betreibt, sollte man sich freuen. Man kann höchstens der Gemeinde vorwerfen, dass es keinen weiteren Kindergarten gibt. Sie also keinen eigenen betreibt. Was ist wenn irgendwo ein Montessori-Kindergarten aufmacht aber ich Montessori blöd finde. Ist dann auch der Kindergarten Schuld? In unserer Gegend gibt es auch Betriebskindergärten, wo nur Kinder von Mitarbeitern rein dürfen. Ist das auch eine Sauerei?

    Sorry, aber hier wird die Ursache an der falschen Stelle gesucht.

    Bezogen auf die Kindstaufe bleibt auch einfach die Frage, was die Alternative ist. Soll der Staat entscheiden, ob ein Kind getauft wird? Soll dem Kind bis zum Alter von XY die Ausübung einer Religion untersagt sein? Was ist beispielsweise bei den Juden, wo man per Geburt Mitglied der Glaubensgemeinschaft wird. Soll der Staat das verbieten? Bei uns gibt es viele, die "stolz" darauf sind, Ostfriesen zu sein. Soll man das auch verbieten? Was ist wenn das Kind lieber Bayer wäre?

    Nebenbei würde es mich als Atheist auch relativ wenig interessieren, ob die Kirche mich als Teil ihrer Gemeinschaft sieht. Auch die Fifa sieht in einigen Aussagen die ganzen Welt als Teil der Fußballgemeinschaft. Kann der Staat das auch verbieten? Und was ist wenn die Eltern einen katholischen oder einen Montessori-Kindergarten auswählen. Da wird ja viel viel stärker auf das Leben des Kindes Einfluss genommen. Wer sagt denn, dass das Kind das wirklich will? Sollen wir da nicht lieber warten bis das Kind selber entscheiden kann?

    Natürlich, Religion ist aber ein menschliches Konstrukt, daher verstehe ich den Einwand nicht.

    Nicht alles was die Menschen aus der Religion machen, liegt aber in der Religion begründet. Du wirst moderne Christen in der Regel nicht mit dem Verbrechen des Mittelalters in Verbindung sehen. Nur weil die Kirche des Mittelalters die Inquisition unterstützte liegt sie nicht in der Natur eines christlichen Weltbildes. Es werden heutzutage sicherlich die wenigsten Christen behaupten, dass die Bibel eine Inquisition fordert.

    Argumente? Was für Argumente`Seit wann brauche ich Argumente, um nicht zu glauben? Und? Werden diese die Inquisition beeindrucken?

    Ich habe nicht geschrieben, dass man welche braucht. Aber es ist in einem freien Land vollkommen legitim sie zu äußern. Die Grenze ist für mich aber erreicht, wenn ich den Glauben andere Leute beleidige oder lächerlich machen.

    Es wurde lediglich Geschwurbel als Geschwurbel bezeichnet.

    Grundsätzlich solltest du vielleicht mal die letzten Beiträge und auch deine eigenen noch mal lesen. Es ist halt nicht Geschwurbel, nur weil Du es nicht nachvollziehen kannst oder verstehst. Wenn ich sage: Die Sonne ist heiß oder die Erde ist eine Kugel. Dann ist das beweisbar. Die meisten religiösen Inhalte sind es aber nicht. Daher wirst Du auch nicht festlegen können, dass deine Ansicht richtig und alles andere "Blödsinn" ist.

    Toleranz und Meinungsfreiheit bedeutet eben nicht, dass man alles unwidersprochen stehen lassen muss.

    Da sind wir uns vollkommen einig. Es ist aber ein Unterschied, ob ich bei Corona Behauptungen aufstellen, die einfach widerlegt sind, oder ob ich über religiöse Fragestellungen schreibe.

    Ich kenne niemanden, die der Glaubensfreiheit widerspricht. Ich habe noch nicht gehört, dass jemand sagt, man dürfe dies oder jenes nicht glauben. ...

    Zur Glaubensfreiheit und Toleranz zählt aber auch der Umgang damit. Ich finde es vollkommen in Ordnung, wenn jemand sagt, dass er nicht gläubig ist und seine Argumente nennt. Wenn ich aber den Gläubigen per se die Vernunft abspreche oder ihren Glauben mit Märchen gleichsetze, dann ist das entweder wenig tolerant oder zeigt, dass demjenigen das Verständnis vom Glauben fehlt. Oder wenn ich den Glauben als Geschwurbel bezeichne.

    *Glaubende

    Zudem ist das nicht richtig. Wir haben Millionen Kirchenmitglieder, weil man das automatisch ohne gefragt zu werden wird, wenn die Eltern das möchten.

    Naja, das ist beispielsweise bei der Staatsangehörig oder schon bei einer Mitgliedschaft in einem Vereins nichts anderes. Wer sagt, dass das Kind gerne Mitglied beim FC Bayern München oder beim Turnverein sein möchte, nur weil die Eltern es anmelden? Vielleicht mag es auch den Montessori-Kindergarten oder die christliche Grundschule nicht? Was möchtest Du machen, wenn die Eltern das nicht entscheiden sollen?

    Übrigens haben die evangelischen Jugendlichen dann mit 14 oder 15 ihre Konfirmation (bzw. Firmung in der kath. Kirche). Diese setzt voraus, dass sie religionsmündig sind (In D ab 14). Somit entscheiden Sie dann ganz offiziell selber, ob sie der Kirche angehören möchten oder nicht.

    Ich kenne niemanden, die der Glaubensfreiheit widerspricht. Ich habe noch nicht gehört, dass jemand sagt, man dürfe dies oder jenes nicht glauben. ...

    Zur Glaubensfreiheit und Toleranz zählt aber auch der Umgang damit. Ich finde es vollkommen in Ordnung, wenn jemand sagt, dass er nicht gläubig ist und seine Argumente nennt. Wenn ich aber den Gläubigen per se die Vernunft abspreche oder ihren Glauben mit Märchen gleichsetze, dann ist das entweder wenig tolerant oder zeigt, dass demjenigen das Verständnis vom Glauben fehlt. Oder wenn ich den Glauben als Geschwurbel bezeichne.

    Und die Scharia. Nicht nur, dass sich eine Religion herausnimmt, strafrechtliche Vorschriften zu erlassen, so sind diese auch ungewöhnlich brutal.

    Vielleicht sollte man erwähnen, dass es nicht die Sharia gibt sondern sie wird von den unterschiedlichen Staaten/Strömungen des Islams unterschiedliche beurteilt. Es gibt im Koran kaum strafrechtliche Vorgaben. Das meister erwächst aus der Interpretation heraus und dem Weltbild / Religionsbild des entsprechenden Staates. Ich würde das ähnlich wie bei uns im Mittelalter sehen wo die Kirche einen immensen Einfluss auf das Strafrecht hatte. Ich denke aber nicht, dass es grundsätzlich an der Religion liegt sondern an dem was die Menschen daraus machen.

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