Beiträge von Tom123

    Der Artikel verfolgt die klare Intention, die AfD als eine Partei mit völlig untragbaren Positionen darzustellen (die sie ja auch zweifellos haben!), mit denen sich jede inhaltliche Auseinandersetzung von vornherein erübrigt. Wenn man zu diesem Zweck Punkte unter den Tisch fallen lässt, die der eigenen ideologischen Ausrichtung entgegen stehen, aber durchaus auch Zustimmung in Bevölkerungsteilen außerhalb des AfD-Klientels finden, dann ist das ziemlich unseriös und tendentiös.

    Ok, du würdest also auch sinnvoll finden sich mit den inhaltlichen Aspekten des Wahlprogramm der NSDAP auseinanderzusetzen und zu überlegen, welche Punkte sinnvoll sind und übernommen werden sollten?

    Ich persönlich halte es für mehr als kritisch. Ich habe allerdings auch noch keinen inhaltlichen Punkten gefunden, wo ich irgendwas konkretes habe, dass die AfD fordert. Ok, vielleicht Einschränkungen des Zugangs zu Gymnasien nach bestimmten Kriterien. Aber da hört es auch schon oft. So ein Punkt wie kein Islamunterricht ist für mich in diesem Zusammenhang nicht diskutierbar.

    Dann verstehst du diesen einen Satz im Parteiprogramm eher im Sinne von "Wir wollen, dass Deutsch zukünftig Wissenschaftssprache wird.", weil sie es aktuell nicht ist, korrekt?

    Also ich habe etwas darunter verstanden. Aber ich hatten den Eindruck, dass du meine Verständnis nicht teilst und den Satz anders wahrnimmst. Deswegen hatte ich dich gebeten mir zu erklären, was die AfD darunter versteht und was anders gemacht werden soll oder gemacht werden soll. Aber irgendwie reden wir aneinander vorbei.

    Universitäten sind Institute, wo Forschung und Lehre stattfindet.

    Forschung/Lehre = Bildungspolitik = Ländersache.

    Die Länder sind Träger der Universitäten. Aber es geht hier nicht um Bildungspolitik im Sinne von Schulpolitik. Es geht um Forschung und Lehre allgemein. Was möchtest Du nun damit sagen, dass Forschung international aber Bildungspolitik Ländersache ist. Um es kurz zu machen? Es interessierte niemanden in der Forschung, ob die AfD Deutsch als Wissenschaftsprache möchte oder nicht. Forschung wird immer primär in Englisch stattfinden. Sicherlich gibt es irgendwelche Schulstudien auf Deutsch. Aber mind. 2/3 der Forschung findet in englisch statt. Da ist es Schwachsinn Deutsch als Wissenschaftssprache zu fordern...

    Also kann man das einfach machen, weil man fadenscheinige technische Ausreden hat? Ja klar sind ja nicht wichtige Daten oder auch "ich habe nichts zu verbergen".

    Ihr habt den Datenschutz komplett durchgespielt.

    Datenschutz ist in vielen Bereichen sinnvoll. Allerdings sind die einzigen Apps auf meinem Dienstgerät irgendwelche Lernapps. Dazu kommt mein Goodnotes Tafelbild. Maximal könnte irgendwo der Name eines Schüler im Tafelbild auftauchen. Noten und Schülernamen oder gar Fotos etc. werden wie vorgeschrieben auf einen Windowsgerät gespeichert, da in Niedersachsen diese nicht auf Dienstgeräte dürfen. Jetzt die große Frage: Warum darf ich für das Gerät die icloud nicht nutzen? Weil auch mein IP-Adresse schützenwert ist? Das war das Argument unseres Landesbeauftragten.

    Forschung ist international, aber Bildungspolitik passiert auf Landesebene, weswegen bildungspolitische Ziele aller Parteien immer in diesem Zusammenhang (aber natürlich immer mit dem Bewusstsein, dass Bildung über Landesgrenzen hinauswirkt) zu betrachten sind.

    Hä? Was hat das mit Deutsch als Wissenschaftssprache zu tun? Sie reden doch eindeutig an der Stelle von Universitäten.

    Ich will keine Daten von mir in iCloud haben, besonders nicht von der Schule erzwungen. Genau für sowas ist der Datenschutz ja da. Aber jeder hat den Datenleak von iCloud scheinbar nicht mehr auf dem Schirm.

    Das ist auch grundsätzlich kein Problem. Das Problem ist, dass man wenn man es will, es auch nicht darf/kann. Ich habe viele Daten, wo ich überhaupt kein Problem damit hätte, wenn sie in der iCloud sind. Aus meiner Sicht ist der Datenschutz in vielen Bereichen zu streng. Einerseits werden Daten geschützt, die aus meiner Sicht eher unproblematisch sind, andererseits kann man auch mit Zustimmung bestimmte Dienste nicht verwenden.

    Bei aller Liebe, es geht auch ohne diese von dir gewählte Wortwahl!

    Tom im Kommentar über deinem gelingt das auch.

    Mal ganz ehrlich, was willst Du denn sonst sagen? Deutsch als Wissenschaftssprache. Deutsch war vor 20 Jahren nicht die Wissenschaftssprache, sie ist es nicht heute und sie wird es in 20 Jahren nicht sein. Selbst wenn die Bundesregierung es wollte, würde es das Ausland kaum interessiert. Das ist doch alles nur übliche nationale Blödsinn...

    Einfaches Beispiel: Gehe mal auf das Vorlesungsverzeichnis einer Universität deiner Wahl und suche dir im Lehramtsreiter eine Einführungsveranstaltung heraus! Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Veranstaltung auf Deutsch gehalten und bei den Literaturhinweisen auf mindestens ein deutsches Lehrbuch verwiesen wird. Wenn du sicher gehen willst, was genau gemeint ist, fragst du beim AfD-Politiker deines Vertrauens nach, was genau mit "erhalten bleiben" gemeint ist, aber ich verstehe die Aussage so, dass diese eine Veranstaltung weiterhin auf Deutsch gehalten und (auch?) auf deutschsprachige Forschungsliteratur verwiesen werden soll. Würdest du dir in deiner globalisierten Welt eine Fortsetzung oder eine Abkehr von dieser Praxis wünschen?

    Mein Studium ist schon ein paar Jahre aber damals war die Frage nicht, ob Literatur deutsch oder englisch war sondern die Qualität der Literatur. Das finde ich ehrlicherweise das deutlich bessere Kriterium. Es ist schön, wenn es Literatur in deutscher Sprache gibt. Das ist für die meisten von uns einfacher zu bearbeiten. Aber manchen Quellen gibt es halt nur auf Englisch und manchmal macht es einfach Sinn das Original zu zitieren. Ich hatte ein relativ seltenes Examensthema. Da gab es halt keine deutsche Literatur. Muss man dann in Zukunft ein deutsches Thema wählen?

    Als ich studiert habe, galten beispielsweise Auslandssemester als Vorteil. Heute ist es schon fast Standard. Ich kenne auch im persönlichen Umfeld außerhalb von Lehrkräften und Anwälten kaum Akademiker, die ohne gute Englischkenntnisse in ihrem Beruf auskommen. Die Wirtschaft ist doch schon lange globalisiert. Entsprechend ist es sicherlich auch sinnvoll, wenn man sich im Studium damit auseinandersetzt. Wir haben im Sportverband regelmäßig ausländische Referenten. Die großen Namen unserer Sportart halt. Wenn die etwas machen, ist es in der Regel die begehrter als irgendwelche deutsche Veranstaltungen. Da zählt der Name und das Thema und nicht die Sprache. Ich höre doch lieber einen renommierten Experten, der auf englisch referiert als einen deutschen Niemand, nur weil er auf deutsch referiert. Gerade die Coronakrise zeigte doch wieder die globale Welt. Hätten die deutschen Forscher abwarten sollen bis man die Studien etc. auf Deutsch übersetzt? Man muss nicht zwingend Vorlesungen auf englisch machen. Aber es ergibt für mich keinen Sinn das zu fordern. Soll man doch das machen, was sinnvoll ist. Bekommt man eine tolle ausländische Referentin, hält die ihre Vorlesung auf Englisch. Gibt es ein tolles Fachbuch auf Deutsch, empfiehlt man das Deutsche.

    Witzigerweise läuft gerade Fußball. Beim Interview von Harry Kane wird das Englisch gar nicht mehr übersetzt. Vielleicht sollte Bayern ihn verkaufen und lieber einen deutschen Spieler verpflichten.

    Du hattest weiter oben geschrieben, dass man die zentralen Forderungen der Parteien schon kennen sollte. Dann hast du meine Aussage kritisiert. Da bin ich davon ausgegangen, dass du es verstanden hast. Sonst ist es schon irgendwie blöd mich zu kritisieren. Wie gesagt es wäre schön zu erfahren, was die AfD damit meint und was es bringen soll? Ist ja schon doof, wenn ich so eine zentrale Forderung formuliere und sie für Leute für mich keinen Sinn ergeben und andere Leute wie Du gar nicht wissen, was damit gemeint ist?

    Du hast doch selbst zitiert, dass da "landesweit" und nicht "bundesweit" steht, wo siehst du da ein Problem mit dem Grundgesetz?

    Da es auf der Homepage der AfD Deutschland ist, bezeichnet die AfD wahrscheinlich Deutschland als Land. Ansonsten wäre das Wort landesweit auch unnötig oder gibt es tatsächlich ein Bundesland, wo die Zugangsvoraussetzungen zum Gymnasium sich von Kommunen zu Kommunen unterscheiden?

    Es werden im Jahr 2023 Vorlesungen, Seminare und Reden auf Deutsch gehalten und Forschungsarbeiten, bishin zu Doktorarbeiten und Journalbeiträgen, auf Deutsch geschrieben - das ist erst einmal kein Wunschdenken der AfD, sondern tägliche Praxis in Bildungs- und Forschungsinstitutionen. Dass darüber hinaus auch Forschung und Lehre in anderen Sprachen stattfindet, dürfte bekannt sein. Ich lese aus diesem einen Satz nicht heraus, dass die AfD ausschließlich Kommunikation auf Deutsch fordert; hier wäre ggf. eine Präzision dieses Satzes seitens der Partei nötig.

    Ok, also eine zentrale Forderung der AfD in dieser Sache ist, dass alles so bleibt wie es ist, weil sie nicht möchtet, dass Vorlesungen auf Englisch gehalten werden oder Wissenschaftler auf Englisch oder anderen Sprachen Aufsätze veröffentlichen? Habe ich das richtig verstanden? Oder was fordert die AfD? Ist es nicht auch kontraproduktiv, wenn man von globalisierten Welt ausgeht?

    Direkt in Satz 2 und 3 zum Beispiel.

    Der von dir zitierte Teil ist natürlich komplett schwachsinnig, darüber brauchen wir nicht reden.

    Also das hier:

    Die Bildungsstandards in allen Schulformen müssen sich an dem jeweils höchsten Niveau in Deutschland ausrichten. Zugangsvoraussetzung für das Gymnasium dürfen allein landesweit verbindliche Leistungskriterien sein.

    Aber das ist doch kein Programm. Mir fehlt da, was sie ändern wollen und vor allem wie sie es machen wollen. Der erste Satz könnte so bei jeder Partei stehen. Der zweite Satz scheitert erstmal am Grundgesetzt und der Hoheit der Bundesländer. Unabhängig vom inhaltlichen wird das schwierig durchzusetzen.

    Aber losgelöst davon. Du schriebst etwas davon, dass die AfD auf ein leistungsorientierten Schulsystem setzt. Das machst Du an den Sätzen fest? Was will die AfD besser als die anderen Parteien machen? Ich meine, die machen alle genug Mist. Aber ich finde bei der AfD keine echten Ansätze.

    Ein Bekenntnis zu Leistungsfokussierung und Selektion dagegen schon und traurigerweise ist das ja fast schon ein Alleinstellungsmerkmal in der Parteienlandschaft.

    Wo findest Du das denn? Wenn ich mir die offizielle Homepage ansehen, kommt es maximal am Rand vor:

    https://www.afd.de/bildung-schule/

    Da werden andere Prioritäten gesetzt.

    Besonders witzig finde ich Deutsch als Wissenschaftssprache.

    Zitat:

    Das Promotionsrecht muss Universitäten vorbehalten bleiben. Deutsch muss als Lehr- und Wissenschaftssprache erhalten bleiben.

    Müssen wir nur dem Rest der Welt noch klar machen. Ich fand es auch immer doof Texte auf Englisch lesen. Wäre super, wenn in Zukunft alle ihre Sachen nur noch auf Deutsch veröffentlichen.

    Bedauerlich ist, dass es keine alternative, vertretbar wählbare Partei gibt, die die durchaus unterstützendwerten Positionen der AfD vertritt. Dazu zähle ich das Obrige, aber auch beispielsweise die bildungspolitische Ausrichtung.

    Ok, ich habe jetzt mal gegoogelt. Wenn ich mal auf die offizielle Website der AfD gucke finde ich für Schulen unter dem Punkt Bildung folgende Punkte:

    1. Kein Pisa und co.. Ok, wenn mir ein Ergebnis nicht passt, lehne ich es einfach ab.

    Zitat:

    Die AfD lehnt den Einfluss von internationalen Konzernen, Stiftungen und anderen Lobbygruppierungen, wie z.B. der OECD und des PISA-Konsortiums, auf unser Bildungssystem und damit auf die Zukunftsfähigkeit Deutschlands ab.

    2. keine politische Indoktrination Ok, auf gut deutsch: Keine Erziehung zu Demonkratie und Rechtsstaatlichkeit. Naja, verstehe ich, dass das die AfD will.

    3. kein Islamunterricht. Oh, wie überraschend.

    Also sind das die zentralen Forderungen der AfD? Oder weiß die AfD selber nicht, was sie fordert?

    Mal davon abgesehen ist ein Argument ungefähr das Niveau von "Hitler hat die Autobahnen gebaut. Es war nicht alles schlecht." oder "In der DDR hatten wir wenigsten alle Jobs und die Gemeinschaft war viel besser".

    Auch wenn deine Analyse, Tom, spannend ist: Hier wird auch wieder die AfD als deutsches Phänomen dargestellt. Es ist aber ein europäisches, wenn nicht gar globales, siehe SteffdAs Frage über mir.

    Das ist ein Phänomen, dass auch immer wieder in der Geschichte aufgetreten ist. Wir müssen uns nur Trump, Putin oder China ansehen. Populisten schaffen es in einem gewissen Maße das Volk hinter sich zu bringen. Das heißt aber nicht, dass man das akzeptieren muss.

    Was wäre wenn Trump mit seiner "geklauten Wahl Theorie" durchgekommen wäre? Was wäre wenn beim Sturm auf das Kapitol ein paar Demokratische Abgeordnete getötet worden wären und bei der Nachwahl durch Republikaner ersetzt würden? Was wäre wenn Pence genauso wie Trump reagiert hätte?

    Was ist in Polen? Dort versuchte man auch durch Beeinflussung von Politik und Medien die Macht zu erhalten.

    Müssen wir nicht für unsere Demokratie kämpfen?

    Dabei gehe ich aber grundsätzlich davon aus, dass jede Partei von Bürgern gewählt wird, die zumindest mit zentralen politischen Inhalten d'accord gehen und somit sich durchaus mit diesen identifizieren. Dazu gehören in der Regel die großen Themenblöcke Wirtschaft, Soziales, Inneres und Arbeit.

    Das ist (leider) selbst bei den demokratischen Parteien (Ich will nicht Altparteien schreiben.) Frage doch mal ein paar AfD-Wähler zu den genannten Themenblöcken. Ich vermute mal 90% wissen es nicht. Ich habe mal bei einem AfD-Stand mit den Typen diskutiert. Selbst die wussten es nicht.

    Tom123 Gute Spekulatuion. Ist sowas schon mal eingetreten? Ist es bei rechtskonservativen Parteien in unseren Nachbarländern Schweiz und Österreich schonmal eingetreten?

    Was ist eingetreten? Das seine rechtsextreme Partei an die Macht gekommen ist? Klar, beispielsweise in Deutschland 1933. Warum schreibst Du rechtskonservative Parteien? Nennen das Kind doch beim Namen. Die AfD Sachsen-Anhalt ist eine rechtsextreme Partei. Da muss man nichts beschönigen.

    Zuletzt kommen übrigens einige Forderungen von führenden Politikern anderer Parteien, die doch deutlich in die rechte Richtung gehen. Ich habe gerade gelesen, dass Kubicki eine Begrenzung von 25% Migrantenanteil pro Stadtteil fordert. War es vor ein paar Jahren überhaupt denkbar, dass ein führender Politiker derartige Forderungen offen formuliert?

    Also bitte nicht solche Verharmlosungen. Man kann die Forderung von Kubicki sicher so oder so sehen aber das ist sicherlich eine ganz andere Liga als die Forderung mancher AfD-Politiker. Da wird ganz offen rassistisch Argumentieren. Austauschen der Völker usw..

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