Beiträge von Tom123

    Du vermutest falsch. Hast du den Rest des Threads nicht verfolgt? Es wurde schon so viel Wichtiges und Richtiges geschrieben. Es scheint mir nur gläubigen Menschen schwer zu fallen, ihre persönliche Weltsicht als ihre persönliche Weltsicht zu identifizieren.

    Ich habe den Thread verfolgt. Ich habe eher den Eindruck, dass diejenigen, die selber kein Religion unterrichten, den Unterricht als Missionierung kritisieren. Gab es hier irgendjemanden, der Religion unterrichtet und es als seine Aufgabe ansieht Kinder zu bekehren oder missionieren?

    Es mag solche Religionslehrer geben. Ich habe sie bisher nicht getroffen.

    Im Gegensatz zu Werten und Normen und Überlegungen zur Moral, die müssen natürlich Bestandteil des Unterrichts bleiben. Da bin ich ganz bei dir. Dafür braucht man aber eben keinen Religionsunterricht, aber das sagst du ja auch selbst.

    Das ist aber nicht alleine die Frage des Religionsunterricht. Wir können das Leben nicht auf Fakten oder Werte herunterbrechen. Für viele Menschen spielt(e) halt auch eine gewisse Religiosität eine Rolle. Dann bleibt halt die Frage, ob religiöse Bildung reine Privatsache ist. Andererseits finde ich es auch durchaus sinnvoll, sich mit der Fragen ergebnisoffen zu beschäftigen. Religion nur als Märchen und Mythen darzustellen greift halt viel zu kurz. Ich denke, dass es schon Sinn macht, sich auch in der Schule mit religiöser Bildung zu beschäftigen. Das muss natürlich nicht zwangsläufig im konfessionsgebundenen Religionsunterricht sein.

    Ja nu, ich habe anekdotische Evidenz, du hast Vermutungen. Beides wenig befriedigend.

    Die Frage ist, warum ist dieses eine Fach in einer Rolle, in der solche Ambiguitäten notwendig werden, und wird nicht einfach wie jedes andere Fach behandelt.

    Ok, ich formuliere um: Ich kenne evangelischen Religionsunterricht nur in dieser Form. Ich habe es noch nie erlebt, dass irgendwelche Schüler missioniert werden sollen. Mag aber im Süden Deutschlands anders sein.

    Es kann nicht wie jedes anderes Fach behandelt werden, weil es nicht wie jedes Fach ist. Es geht nicht um Wissensvermittlung sondern um Werte, Normen, Gesellschaft, Glauben ...

    Ich bin mir sicher, dass es in ein paar Jahren / Jahrzehnten keinen christlichen Religionsunterricht mehr geben wird oder dass er zu mindestens nur als Alternative zu Werte und Normen angeboten wird. Aber in der Vergangenheit war es nun mal so, dass die Mehrheit der Gesellschaft in irgendeiner Form gläubig war. Da war Religionsunterricht auch sinnvoll. In der Zukunft wäre ich aber auch eher für einen Werte und Normenunterricht, indem aber auch unsere christliche Tradition behandelt wird.

    Ja. Aber in der konkreten Situation mit Aviator mit der Kritik wohl mal leben.

    Das ist kein "überfordert fühlen", dass ist eher "die Schüler sind mir egal und ich mache mir nur sorgen um mein geistiges Wohlergehen".

    In gewissen Maße ist es aber auch nachvollziehbar. Gerade als Abordnung. Am Ende werde ich für XY-Stunden pro Woche bezahlen und wenn keine Struktur da ist, muss ich keine Mehrarbeit leisten um die strukturellen Defizite auszugleichen. Deswegen spiele ich natürlich noch lange kein Hang-Man im Unterricht. Aber ich würde als Abordnung auch nicht unbedingt anfangen irgendwelche Stoffpläne zu erarbeiten. Da mache ich mir eine Planung für meinen Unterricht und gucke, dass ich guten Unterricht machen. Wenn das Gesamtkonzept nicht läuft, ist es halt nicht mein Problem.

    Niemand hier hat sich gegen einen religionswissenschaftlich ausgelegten Unterricht ausgesprochen, der auch Werte und Normen vermitteln darf. Das wurde hier auch schon mehrfach betont. Gerne auch mit einem gewissen Schwerpunkt auf christlichen Traditionen als Grundlage unserer Kultur.

    Ich vermute, dass der christliche Religionsunterricht in der Regel nichts anderes ist.

    Am Ende gibt es da einige strukturelle Probleme. Es fehlen (ausgebildete) Lehrkräfte, es gibt viele Wechsel, Lehrermangel, Konzepte müssen erst erarbeitet werden ...

    Problem ist aus meiner Sicht, dass wieder vieles an der einzelnen Lehrkraft (und der SL) hängen bleibt. Wenn man dann nicht hoch motivierte Lehrkräfte hat, die viel Energie dort reinstecken, sieht es schnell schlecht für guten DaZ-Unterricht.

    Sondern?

    Politik und Öffentlichkeit im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten. Gewerkschaften und Personalrat. Ggf. weisen auch Eltern- und Schülervertreter von sich aus auf Missstände hin. Natürlich alles im beamtenrechtlichen Rahmen...

    Es gibt für alles einen Dienstweg und wenn da was faul ist, kann man den Rechtsweg bestreiten.

    Sowohl Dienstweg als Rechtsweg sind nicht ganz so einfach zu bestreiten. Es kostet Kraft (Energie), Geld, Zeit, ... und ob einen da wirklich geholfen wird, kann dir keiner versprechen. Wenn man sich mal mit der Materie auseinandersetzt findet man viele Urteile über die man nur den Kopf schütteln kann oder die ein paar Jahre später von anderen Gerichten bei gleicher Gesetzeslage einkassiert wurden. Es ist auch für mich vollkommen richtig, dass man als Beamter nicht alles in der Öffentlichkeit diskutieren kann/sollte. Aber es stellt sich auch die Frage, wo die Grenze liegt. Letztlich haben sich viele Dinge erst dann geändert, als sie öffentlich wurden. Man wird sicherlich im Einzelfall prüfen müssen, welche Aussagen zulässig sind und welche nicht. Aber es ist sicherlich oft keine Lösung auf den Dienstag oder die Gerichte zu verweisen.

    Es fängt schon damit an, dass die eine Lehrkraft vielleicht 20 Stunden Sport gibt und die anderen 3 Deutschklassen hat. Oder auch Sachunterricht empfinde ich an der Grundschule als sehr arbeitsintensiv, wenn man es gut macht.

    Dann gibt es halt noch die eine oder andere Extraaufgabe. An den meisten Schulen gibt es Kollegen, die jedes Mal gute Gründe hat etwas nicht machen zu können und andere, die an viel zu vielen Projekten mitarbeiten. Auch eine gute Schulleitung hat es da schwer zu steuern.

    Und natürlich hängt die Arbeitsbelastung auch von den eigenen Ansprüchen und den eigenen Fähigkeiten ab. Aber das ist nur ein Aspekt. Das fängt schon mit der Frage an, wie anstrengend sind die Eltern der Klasse und wie viele Förderkinder hat man.

    Der Innenminister wurde in den Merkeljahren stets von der CDU/CSU gestellt. Aktuell ist es die SPD. Die Bildungspolitik ist Ländersache, aber hier gibt es natürlich auch Schnittstellen mit anderen Ressorts, z.B. beim Thema "Migration" mit dem Innenministerium.

    Die Entscheidungen fällt nicht der/die Innenminister(in) alleine. Es hapert auch nicht nur an der Schule. Wohnungsnot, Abschiebung abgelehnter Asylbewerber, überforderte Sicherheitsbehörden, fehlende medizinische Kapazitäten, ... Am Ende muss sich einiges ändern.

    Habe heute erst wieder irgendeinen Kommunalpolitiker im Radio gehört, der meinte, die Sporthallen seinen jetzt auch bald voll und wenn nicht bald neue Massenunterkünfte gebaut würden, sei es nur eine unweigerliche Konsequenz, dass es irgendwann zu vermehrter Obdachlosigkeit kommen würde.

    Da der Staat aber im Grunde verpflichtet ist, die Leute unterzubringen, wird er zur Not noch größere Summen aufwenden, um Wohnraum zu beschaffen. Die Obdachlosen werden dann im Endeffekt m.E. eher nicht die Migranten sein, sondern Deutsche, die mit den Preisen, die der Staat für Wohnraum zahlt, nicht mehr mitgehen können.

    Bei uns sind die Sporthallen nicht belegt. Trotzdem haben wir das gleiche Probleme. Kommune und Landkreis mieten jede Unterkunft, die sie irgendwie bekommen können. Der Preis ist dabei oft sekundär. Momentan ist es für Menschen mit einem niedrigen bis mittleren Einkommen egal ob Deutsch oder nicht fast unmöglich günstigen Wohnraum auf dem freien Markt zu finden. Ich habe keine Ahnung, wie man die Probleme lösen kann, aber "es gibt keine Obergrenze" ist sicherlich falsch.

    Auch bezüglich der Schulen müsste man sich etwas überlegen. Eine Kollegin arbeitet an einer Schule mit über 90% Kinder nicht deutscher Herkunftssprache. Die deutschen Kinder im Einzugsgebiet finden Wege andere Schulen zu wählen. Unterricht ist dort nur sehr begrenzt möglich. Auf der anderen Seite haben wir auch Schulen mit so gut wie keinen Kindern mit Sprachproblemen. Aus meiner Sicht müsste man die Kinder gleichmäßig auf alle Schulen verteilen. Aber das ist natürlich auch in der Praxis kaum umsetzbar. Aber die aktuelle Situation ist aus meiner Sicht auch untragbar. Insbesondere, da durch den Lehrermangel die Förderstunden inzwischen auch regelmäßig komplett wegfallen.

    Darum ging es aber ursprünglich. Zur Erinnerung:

    Da steht nicht, dass Impfungen Teufelszeug sind, sondern dass es wünschenswert ist, dass es zu keiner Impfpflicht kommt.

    Darüber redest du. Warum auch immer.

    "Wir" machen gar nichts. "Wir" haben keine Entscheidungsgewalt darüber, was dann gemacht würde. Ansonsten: Drama much?

    Ok, Pepe schrieb, dass er hofft, dass es bei neuen Pandemie nicht zu einer Impfpflicht kommen würde. Darauf habe ich geantwortet, dass es nicht unbedingt schlimm ist und wir bei einer neuen Pandemie sicherlich andere, größere Probleme als eine Impfpflicht haben. Auch bei Corona ging anfangs erstmal darum, überhaupt schnell Impfstoffe zu entwickeln. Auch die AFD forderte anfangs härtere Maßnahmen. Die Ablehnung von Impfungen kam in der Masse erst viel später.

    Frechdachs schrieb dann, dass es in Österreich eine Impfpflicht gab und sie dagegen war. Deswegen schrieb ich, dass wir nicht über (eine konkrete / eine Corona)Impfpflicht reden. Die Frage ist, was ist wenn irgendwann irgendwo ein neuer Erreger auftaucht. Und dann sollte eine mögliche Impfpflicht erstmal das kleinste Problem sein.

    Die Art und Weise wie andere hier direkt von einer gewissen Person, die sich erstaunlich selten zu schulischen Themen äußert, sondern überwiegend in solchen Themen zu finden ist, angegangen werden, geht gar nicht.

    Ich äußere mich zu den Themen, die für mich relevant ist. Ist das ein Problem für dich? Und warum angegangen? Man darf doch wohl anderer Meinung sein. Auf der einen Seite bist du gegen eine Impfpflicht, weil es deinem demokratischen Grundverständnis widerspricht auf der anderen Seite hast du ein Problem mit konträren Meinungen? Habe ich das so richtig verstanden?

    Wir reden doch gar nicht über eine Impfpflicht. Wir reden darüber, dass es anscheinend die größte Gefahr einer Pandemie darin besteht, dass sie sich impfen lassen müssen.

    Was wäre wenn morgen die Pockenviren aus einem russischen Hochsicherheitslabor entweichen und als Biowaffe eingesetzt werden. Was machen wir eine Impfpflicht oder jeder entscheidet selber, ob er sich impfen lassen möchte oder nicht.

    ...was auch wieder Quatsch ist, denn ich setze voraus, dass Mr. Tom und viele andere hier meine Meinung kennen. Man muss das Kaugummithema "Impfen" nicht immer neu aufwärmen. Wer Lust dazu hat, hat genug zu lesen.

    Man muss aber so etwas nicht unkommentiert stehen lassen. Wenn es eine Pandemie gibt und deine größte Sorge es ist, dass es eine Impfpflicht gibt, dann muss man doch ernsthaft über deine Einstellung sorgen machen. Man kann sicherlich darüber diskutieren, ob bei Krankheit XY eine Impfpflicht sinnvoll ist oder nicht. Aber eine Impflicht generell als große Gefahr einer möglichen Pandemie anzusehen zeugt, doch von einem sehr komischen Weltbild. Da scheint man sich doch sehr weit vom medizinischen Stand der Forschung entfernt zu haben.

    Weiterhin bleibt zu hoffen, das Impfungen größtenteils freiwillig bleiben und keine Pandemien zu einer Impfpflicht führen.

    Warum sollte man es hoffen? Losgelöst von irgendwelchen Corona-Diskussionen kann es absolut sinnvoll sein, eine Impfpflicht einzuführen. Denken wir nur mal an die Ausrottung der Pocken. Witzigerweise haben viele kein Problem damit, wenn sie in einem diktatorischen Staat in Urlaub fliegen und bestimmte Impfungen nachweisen müssen. Aber wenn in Deutschland über Impfpflicht diskutiert wird, brennt die Hütte.

    Naja eben, das macht Ver.di stellvertretend. Zumindest fängst du jetzt offenbar an zu gucken, wer da wasvwill und tut. Mancher scheint sich das ja so vorzustellen, wie in Billy Elliott, dass die streikbrechenden Beamten in gesicherten Bussen zur Schule fahren und die GEW Flaschen und Steine auf die Busse schmeißen soll:P

    Danke, aber tatsächlich habe ich das Gefühl, dass ich das System besser verstanden habe als Du. Aber ich denke, dass Du von dir das Gleiche denkst. Aber macht ja nichts. Aber ich hoffe, dass Du neben der GEW auch bei Verdi eingetreten bist. Du profitierst ja von der Arbeit von Verdi...

    Wie ich bereits geschrieben habe, bin ich durchaus engagiert aber nicht in der GEW. Ich würde mich freuen, wenn die GEW so viele Mitglieder verliert, dass sie nicht mehr als Vertretung der Lehrer akzeptiert wird.

    Aber mal andersrum gefragt, ist dir eigentlich bewusst, dass die GEW nicht den Tarifvertrag alleine aushandelt? Bzw. wenn ich es richtig lese, saßen sie noch nicht mal mit am Verhandlungstisch...

    Lediglich über eine Gewerkschaft, die selbstredend mitverantwortlich für deinen Tarifvertrag und deine Lohnerhöhungen ist, öffentlich zu beklagen, das finde ich armselig.

    Ok, mal davon abgesehen, dass sicherlich auch mein Eintritt oder auch der Eintritt von 100 weiteren Lehrkräften keinen wirklichen Einfluss auf die Tarifverhandlungen haben, wie kann ich denn angemessen meinen Unmut äußern?

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