Beiträge von state_of_Trance

    Ganz oft saß ich in Stunden, in denen der Kollege Alltagsunterrich gemacht hat und danach zu mir sagte "mach das bloß nicht so in der Lehrprobe".

    Das dachte ich sehr oft und ich hab mich auch erwischt zu denken, dass die Hospitation bei Kollegen XY mir nichts bringt. Retrospektive hat man aber bei fast jedem Kollegen etwas gesehen zur Struktur des Alltagsgeschäftes, zum Classroom Management usw.

    Eine Kollegin hat mich wirklich nachhaltig beeindruckt. Der Unterricht war nach Seminarkriterien echt schlecht, aber diese Frau konnte mit den Schülern der Klassen 5-7 so unfassbar toll umgehen. Da konnte man so viel anderes bei lernen und abschauen.

    Zum Thema hospitieren:

    In NRW ist es üblicherweise so, dass man anfangs einen großen Teil der 14 Stunden hospitiert, dann irgendwann aber auch viele der Stunden übernimmt. Sobald man den eigenständigen Unterricht mit 9 Stunden hat, wird im Prinzip erwartet, kaum noch zu hospitieren, sondern den Rest auch eher zu halten (alleine schon im Hinblick auf die vielen Besuche).

    Ich empfand das hospitieren am Anfang als relativ sinnlos, weil ich endlich selbst ran wollte. Erst sobald man selbst unterrichtet erkennt man wirklich, was man vom hospitieren hat.

    Dem ersten Teil stimme ich zu.

    Warum nicht mit Hausaufgaben beginnen? Ich habe noch nie verstanden warum man in einem UB nicht mit den Hausaufgaben beginnen kann. In meiner Mathe - Examensprüfung zum 2. Stex. habe ich genau das gemacht.

    Naja kommt wohl drauf an wie man die "bespricht". Wirst dir schon was dabei gedacht haben, war vielleicht eine Vorbereitung für das eigentliche Thema der Stunde?

    Also zumindest in Mathe kann man eine neue Stunde immer ganz gut damit beginnen eine ganz ähnliche Aufgabe zu denen der letzten Stunde zu stellen. Dann sieht man ja gleich, ob die Inhalte der vorigen Stunde verstanden wurden.

    Ich frage aber in der Tat sehr selten Schüler die Frage "was haben wir letzte Stunde gemacht". Die fangen dann nur an zu kramen und lesen irgendwas aus dem Heft vor. Von daher hat die Fachleiterin schon recht.

    In einem UB fragst du sowas auf gar keinen Fall und du besprichst auch keinen Hausaufgabe, im UB startest du mit einem ordentlichen Einstieg (der genannte Stille Impuls ist eine Möglichkeit), anhand dessen eine Leitfrage entwickelt wird, die im Laufe der Stunde beantwortet wird unter Rückgriff auf das Vorwissen der Schüler. Da steckt dann das "was haben wir letzte Stunde gemacht" elegant drin.

    Grund für die Wahl dieser Jahrgangsstufe war, dass in Klasse 7 auch der grafikfähige Taschenrechner eingeführt werden (muss, laut KC Nds. Mathe Gym), Teil des Versuchs war es, zu prüfen, ob dieser durch ein solches Gerät ersetzt werden könnte.

    Das wäre auch mal einen extra Thread wert. Die Anschaffung eines solchen Sinnlos-Gerätes für 100€, das nur in der Blase Schule existiert und überteuert extrem veraltete Technik mit umständlicher Bedienung "bietet", sollte wirklich mal überdacht werden.

    Also ich kann dir nur empfehlen, dein Referendariat zu Ende zu machen. Du hast auf den Job hinstudiert, da sollte man nicht nach ein paar Wochen den Kopf in den Sand stecken.

    In dem Unterricht, den du alleine hältst, kannst du dich ausprobieren. Du musst unterscheiden zwischen den Bedingungen, die das Referendariat dir auferlegt, und der Arbeit generell. Unterrichten scheint dir Spaß zu machen? Das ist doch super, dann zieh durch.

    Ich habe zwischenzeitlich auch gezweifelt und für mich entschieden, dass mir die Arbeit bei den Kleinen keinen Spaß macht. Daher bin ich in der Erwachsenenbildung untergekommen und mehr als zufrieden, ich habe eine Freunde an der Arbeit, die ich mir während des Referendariat in 6. Klassen gar nicht mehr vorstellen konnte.

    Es gibt andere Schulen, es gibt andere Schulformen und es gibt vor allem die Zeit ohne Beurteilungsdruck. Zieh durch und orientiere dich dann.

    und Farbkopien (für Kartenmaterial, o.ä.) bei uns an der Schule nicht durchführbar sind (nur SW-Kopierer vorhanden).

    Und die Konsequenz die du daraus ziehst, ist die Farbkopien auf eigene Kosten zuhause zu drucken? Da freut sich der Dienstherr aber, dass du ihm Geld schenkst.

    Wenn es keinen Farbdrucker gibt, gibt es halt kein farbiges Kartenmaterial für die "lieben Kleinen".

    Das mit den Kombiarbeiten habe ich auch schon gehört. Wie ich schon 2018 fragte, :) ist das doch eigentlich ein bisschen "Betrug". Man schreibt für 2 oder 3 Bereiche eine KLassenarbeit (z.B. Grammatik, Rechtschreiben, Lesen), aber zusammen sind sie so lang wie eine normale Klassenarbeit (max. 45 Minuten - inklusive Erklärzeit oder ohne?), heißt, jeder einzelne Teil ist jetzt nur noch so lang wie ein Test, wird aber als KLassenarbeit gewertet.

    Und das geht?

    Wieso sollte das denn nicht gehen? Nach der Logik wäre eine Mathearbeit ja auch keine richtige "Klassenarbeit", man könnte ja auch die einzelnen Aufgaben als Test verkaufen.

    Das ist mein ganz persönlicher Albtraum :flieh: Auch nach mehreren Jahren hab ich Angst, dass das passiert.

    Ich hab letzte Woche die 3. Stunde gemütlich im Lehrerzimmer verbracht in der felsenfesten Überzeugung, die 3. frei und in der 4. Unterricht zu haben... Es war wohl umgekehrt. Nachdem die Einzelstunde mehr als zur Hälfte verstrichen war, wurde ich dann auch so langsam mal von den Schülern gesucht ... :autsch:

    Die letzte Unterrichtsreihe die ich vorbereitet habe, waren 12 UE zum Thema Stochastik. Dafür habe ich zwei volle Arbeitstage gebraucht, also gute 16 Stunden.

    Leicht OT:

    Du lässt die Schüler fast alles selbstständig erarbeiten, oder? Ich meine da schon öfter was gelesen zu haben über deinen Unterricht. Ich finde das echt beeindruckend. Da würde ich gerne selbst mal hospitieren.

    0 bis 10 Minuten im Schnitt. Das setzt allerdings voraus, dass man beim ersten Durchlauf so geplant und abgespeichert (oldschool: abgeheftet) hat, dass man das Material wiederfindet und es aus der (virtuellen?) Schublade zieht.

    Beim ersten Planen kann die Planung einer Unterrichtsstunde schon mal länger dauern als der Unterricht selbst, aber man kann im Berufseinstieg nicht alle Stunden so planen.

    In Geschichte liest man auch mal ne Quelle und spricht darüber (Aufwand: 0 Minuten) oder in Chemie ist mal ne Übungsstunde, wo was gerechnet wird (Aufwand: maximal 1 Minute um die Aufgaben zu kopieren.)

    Korrekturen gehen vor, je höher die Korrekturbelastung, desto eher wird der Unterricht zur Schwellendidaktik. Davor darf man keine Angst haben.

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