Beiträge von Schmidt

    Danke für deine Antwort, die mir zu denken gibt... und mich zu einer anderen statistischen Auffälligkeit führt: sehr viele Lehrer*innen haben selbst Kinder. Ist das eurer Meinung nach eine wichtige oder wertvolle bzw. sogar unabdingbare Voraussetzung dafür, gut und erfolgreich als Lehrer arbeiten zu können?

    Auf keinen Fall. Kinder sind eine persönliche Entscheidung, die nichts mit der Eignung als Lehrer zu tun hat oder damit auch nur korreliert.

    Muss es nicht. In welchem dieser Bundesländer muss ein Kind Französisch lernen?

    In jedem, wenn die "Wahl" zwischen Pest (Spanisch) und Cholera (Französisch) fallen muss.

    Ich hatte das Glück, wenigstens eine Sprache wählen zu können, die mich interessiert hat und mittlerweile habe ich auch rudimentäre Französisch Kenntnisse.

    Für viele Schüler ist der Zwang zu einer zweiten Fremdsprache aber ein echtes Problem und eine Wahl zwischen Oest und Cholera. Und das, ohne vernünftigen Grund.

    Muss man nicht. Man muss gar nichts zwingend lernen.

    Doch, eine zweite Fremdsprache mit 4 Stunden pro Woche, wenn man das Abitur haben möchte.

    Dass man Privat- und Strafrecht nicht unterscheiden kann, seinen ersten Arbeitsvertrag nicht mal im Ansatz versteht, nicht versteht, wie BAföG oder Sozialabgaben funktionieren und das Internet für Magie hält, ist egal. Hauptsache, man hat ein bisschen Französisch gelernt, das man nie wieder benutzt und an dem man gar kein Interesse hat.

    Okay, die Gegenüberstellung ist deutlich. Trotzdem bleibt die Frage, was Schule leisten soll, ob Überbetonung nicht nach wie vor schlicht richtig ist.

    Weder im Sinne einer (Allgemein)bildung, noch im Sinne einer Vorbereitung auf die Welt außerhalb der Schule ist diese Überbetonung sinnvoll.

    Zitat

    Ich finde, wer aus der Schule kommt, soll sich vor allem vernünftig ausdrücken können, sich schwierigere Texte erschließen können, wissen, wie man mit Medien umgehen sollte, Grundlagen in zwei oder drei Fremdsprachen haben, Grundlagen erworben haben, wie man sich Wissen aneignet und son bisschen Schwerpunkte für sich entdeckt haben, was einen beruflich interessieren könnte

    Da fehlen aber noch einige Bereiche der (Allgemein)bildung. Geschichte und Politik sind zentral, wenn man mündige Bürger, die an der Demokratie partizipieren können, bilden will. Sport bzw. Ernährungs- und Bewegungslehre sind zentral, um Menschen unabhängig von ihrer Herkunft dazu zu befähigen, sich gesund zu halten. Kunst/Musik sind (in der Mitelstufe) ein kreativer Ausgleich zum sonstigen Unterricht bzw. Ausdruck der menschlichen Existenz und sollten auch Teil der schulischen Bildung sein. Ästhetische Verständnis hilft zudem auch, die Welt zu verstehen. Usw. usf. Es gibt reichlich wichtigere Inhalte, als eine zweite Fremdsprache.

    Das alles braucht Raum bzw. mehr Raum, als es bisher hat. Über die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit habe ich dabei noch gar nichts gesagt.

    Wie genau soll Schule bei beruflicher Orientierung helfen? Wenn überhaupt gibt es dafür externe Angebote, die auch nur bedingt helfen.

    Zitat

    Mit den Leistungskursen kann man sich eigentlich in allen Bundesländern Schwerpunkte setzen, heute noch deutlicher als früher, wenn ich es richtig sehe. Wie mussten noch Mathe und Deutsch belegen und in den beiden Fächern geprüft werden, durften nur bestimmte Sachen kombinieren oder abwählen etc. Wer heute Physik, Mathe und Chemie in Grund und Leistungskursen belegen mag, kann seinen Grundbedarf an MINT decken. Wer Deutsch- und Englisch-LK belegen will, der wird wahrscheinlich sowieso keine Naturwissenschaft studieren, wenn doch, dann ist das, was in der Oberstufe drankommt doch sowieso verzichtbar, so wie ich die Oberstufenkolleg*innen hier bislang gelesen habe.

    Man kann auch in der Oberstufe einen sprachlichen Schwerpunkt setzen und noch eine zweite und eine dritte Fremdsprache wählen. Dabei kommt mehr rum, als in vier Jahren Zwangssprachunterricht.

    Wundere mich gerade etwas, mein Staatsexamen habe ich in denselben Veranstaltungen gemacht, wie die Wissenschaftler. Für uns im Lehramt gab es halt noch ein paar fachdidaktische Scheine obendrauf. Ist das beim BA/MA jetzt anders?

    Hessen mit Stex (Gymnasien): 88 CP pro Fach, davon ca. 24 CP Fachdidaktik und 64 CP Fachwissenschaft (also ca. 2 Semester). Nein, selbst als Student fürs Gymnasiallehramt betreibt man kein fachwissenschaftliches Studium mit ein bisschen Didaktik. Das ist ok so, nur vergleichbar mit den jeweiligen fachwissenschaftlichen Studiengängen ist es einfach nicht. Im L1 hat das Studium gar nichts mehr mit einem fachwissenschaftlichen Studium zu tun und auch die L2er haben andere Studienschwerpunkte, als die Fachwissenschaften.

    Natürlich sind nicht alle Lehrämter unqualifiziert, ich selbst bin ja das beste Beispiel für das absolute Gegenteil, einzelne andere in diesem Forum auch.

    Und dabei bist du so bescheiden geblieben, Respekt.

    Aber mir ging es letztlich nur um die grundsätzliche Aussage, dass das Lehramtsstudium in vergleich zum jeweiligen Fachstudium - natürlich - einfacher ist, dass dieses in einigen Universitäten / Fachbereichen aber zum Teil so weit geht, dass Leute einfach durchgewinkt werden.

    Was verstehst du unter einfacher? Jemand, der an der Uni, an der ich studiert habe, Mathe fürs Gymnasiallehramt schafft, würde auch ein Mathe Fachstudium schaffen. Genauso für Informatik sowie Geistes- und Gesellschaftswissenschaften. In Mathe und Informatik sind die Grundlagenveranstaltungen, also diejenigen, die auch Gymnasiallehrämtler besuchen, die schwierigen mit hohen Durchfallquoten.

    Der Unterschied zum Vollfach ist in der Regel der Umfang und nicht unbedingt das Niveau des Fachs.

    Die Abbrecherquoten kommen eher dadurch zustande, dass Studenten die Lehramt studieren, ein festes Ziel vor Augen haben, nämlich Lehrer zu werden. Wenn man das will, muss man sich durchs Studium kämpfen. Bei Vollfächern ist das Ziel weniger klar umrissen und die Motivation muss woanders her kommen.

    Dass man sich anstrengen muss, um durchzufallen, wenn man ein Mindestmaß an Zeit ins Studium Steckt, gilt für die meisten Studiengänge. Da sind Lehramtsstudiengänge nicht besonders hervorzuheben.

    Zitat

    Und dann sitzen ungeeignete Kandidaten im Seminar für die das auch völlig unverständlich ist, dass das Leben nicht so weiter geht.

    Woran machst du fest, dass die Kandidaten ungeeignet sind?

    Aber nicht zwangsläufig an der Wunsch-Uni.

    Das kann tatsächlich schon jetzt 1,0 nicht mehr in allen Fällen garantieren:

    https://www.welt.de/print/die_welt…ium-reicht.html

    Der Artikel ist von 2017. Seitdem gab es eine Reform der Studienplatzvergabe für Medizin (Human-, Zahn- und Tier-). Damals gab es bspw. noch eine Wartezeitquote, die es heute nicht mehr gibt.

    Auch damals hat ein 1.2er oder 1.3er Abi noch direkt ohne Wartezeit für einen Studienplatz in Medizin gereicht. Je nach Uni auch mal eine 1.4. Nur je nach Bundesland nicht über die Abiturbestenquote, sondern über das AdH. Zu behaupten, man bekäme keinen Studienplatz für Medizin, weil man über AdH oder ZEQ und nicht über die Abiturbestenquote zugelassen wird, ist absurd. Mit 1.5er Abi und gutem TMS klappt es im aktuellen Verfahren an jeder Uni via AdH.

    Die Dame, um die es in dem Artikel auch geht, hat einen Fehler gemacht der damals beliebt war: bei der Bewerbung hat sie nicht angegeben, dass sie auch am AdH teilnehmen will, wenn es über die Abiturbestenquote nicht klappt. Da ist sie nicht die einzige.

    An der Charité lag die Auswahlgrenze bswp. im letzten WS bei 69,4 Punkten. Wenn man sich darauf vorbereitet und z.B. während der Schulzeit schon ehrenamtlich im Rettungsdienste/der Feuerwehr/dem THW tätig ist (20 Punkte), ein 2.0er Abi hat (ca. 13 Punkte) und beim TMS zu den besten 40% gehört, was durch entsprechende Vorbereitung gut leistbar ist (ca. 37 Punkte), klappts dort mit dem Studienplatz.

    Ich habe schon mehr als einen Abiturienten bei uns durch ein wenig Unterstützung bei der Planung ins Medizinstudium bekommen.

    Ich empfehle ernsthaft, sich mit der Studienplatzvergabe von Hochschulstart zu beschäftigen. Insbesondere, wenn man Schüler dahingehend beraten will.

    https://hochschulstart.de/unterstuetzung/downloads

    https://hochschulstart.de/startseite/

    Quark. Der TMS ist doch so konzipiert, dass nur eine immer gleiche Zahl an Prüflingen die erforderliche Punktzahl bekommt.

    Wie gut die Punktzahl ist, hängt nicht von deiner Leistung ab, sondern wie gut die Leistung im Vergleich mit den anderen Teilnehmen ist.

    Die Anzahl der Leute, die damit hochgehieft werden können, bleibt also konstant

    Ein gutes Abi bedingt nicht automatisch einen guten TMS. Ansonsten empfehle ich dir, dich über die Auswahlkriterien und

    -grenzen des AdH zu informieren.

    Eine amerikanische Freundin kommt nicht darüber hinweg, dass ich den nicht einfach ändern kann.

    Das verstehe ich such nicht. Man ist für den Staat und Arbeitgeber so oder so über Nummern identifizierbar. Welchen Vorteil es haben soll, dass der 508. Alexander Meyer, der in Frankfurt wohnt, seinen Namen nicht ändern darf, erschließt sich mir nicht.

Werbung