Beiträge von Schmidt

    Wenn es nach dem Grundstudium nur noch in die Breite geht und das alles gar nicht unbedingt notwendig ist, dann finde ich, dass wir den Ärztemangel am besten beheben, indem Mediziner nur noch bis zum Physikum studieren müssen. Und auch Juristen brauchen kein neun- bis zehnsemestriges Studium + Referendariat - die Methodik der ersten juristischen Hausarbeiten unterscheidet sich im Wesentlichen auch nicht von den Staatsexamensklausuren ...

    Du weißt selbst, dass dieser Vergleich unsinnig ist. Für Medizin und Jura kommt während des gesamten Studiums neuer, klar umrissener Stoff hinzu, der im Examen geprüft wird und insbesondere bei Ärzten zwingende Grundlagen für die Arbeit als Arzt ist. Die fachliche Tiefe nimmt über das gesamte Studium zu. Vielleicht machst du dir mal die Mühe, zu prüfen wie diese Studiengänge aufgebaut sind.

    Im Master für Lehrämter bspw. an der Uni Potsdam, kommt ein Semester Studium hinzu. Insgesamt hat der Teilstudiengang

    18 LP Fachdidaktik (davon 9 LP im Master), 81 LP Fachwissenschaft (davon 21 LP im Master). Dass jemand mit einem fachwissenschaftlichen Bachelor wegen zwei Dritteln eines Semesters (21 LP "auf Master Niveau"; was auch immer das in den Geisteswissenschaften sein soll) fachlich ungeeignet sein soll, ist schon sehr weit hergeholt.

    Der Bachelor ist übrigens mehr als ein Grundstudium. Die Behauptung Bachelor = Grundstudium kommt gerne von Menschen, die den Abschluss entwerten wollen (und selbst weder in diesem System studiert haben noch sich die Mühe gemacht haben, sich in konkrete Studiengänge einzulesen.

    Du bist doch selbst der Ansicht, dass der Anteil von über 100 LP im Studium Förderschullehramt (bspw. in Hessen) überflüssig ist. Genauso, wie das Referendariat an Förderschulen. Wenn jeder x-beliebige Lehrer für andere Schulformen sich das locker nebenbei draufschaffen kann, kann man das ja gleich aus dem Studium streichen. Dann kann es beim fachwissenschaftlichen Teil aber auch nicht am Master scheitern.

    Die Struktur einer guten, experimentellen Maturarbeit ist im Übrigen auch keine andere als die meiner Doktorarbeit. Etwas überspitzt könnte man jetzt fragen, wozu überhaupt studieren ;)

    Gute Frage 🤔😬

    Chemie ist da wahrscheinlich wieder außen vor, aber ein Grundstock an fachlichen Kentnissen und Fähigkeiten erarbeitet man sich im Bachelor. Das reicht, um darauf aufbauend selbstständig neues Wissen zu erschließen, weil zum Beispiel in Englisch nur noch Detailwissen hinzukommt. Wenn ich Journal Artikel lese, dann kommt da auf wissenschaftlicher Ebene, also bei Theorie und Methodik nichts hinzu, das ich nicht schon im Bachelor gelernt hätte. In der Tiefe kommt nach dem Bachelor nicht mehr viel, es geht nur noch in die Breite.

    An der Uni Potsdam hat bspw. das Fach Englisch mit Sek II Schwerpunkt einen Umfang von 30 LP (Sek I Schwerpunkt 24 LP), also einem Semester. Ich bezweifle ernsthaft, dass man in 14 bzw. 15 Wochen so elementare Geheimkenntnisse oder -fähigkeiten erwirbt, dass ein fundierter Unterricht ohne diese nicht möglich sein soll.

    Das würde ich jetzt nicht unterschrieben. Ich musste zum Vordiplom noch gar keine Arbeit schreiben und die Bachelor-Arbeiten, die ich als Doktorandin noch gesehen habe, sind schon von deutlich geringerem Umfang als eine Masterarbeit. Es wäre doch tragisch, wenn da im Master nichts mehr dazukommt.

    Von Chemie habe ich keine Ahnung. Ich habe nur Informatik (Master), Englisch (Lehramt + ein bisschen was für den Bachelor) und Politik (jetzt am Master dran) studiert. Insofern kann das für Naturwissenschaften natürlich anders aussehen.

    Mir geht es ansich gar nicht um den Stoffumfang. Da kommt natürlich noch einiges hinzu und das Lesepensum wird im Master höher. Aber die grundsätzlichen Prinzipien, wie im Fach wissenschaftlich gearbeitet wird, werden zumindest in meinen Fächern schon im / zum Ende des Bachelors erarbeitet. Ob ich eine 25-seitige Hausarbeit mit 50 Quellen oder eine 15-seitige Hausarbeit mit 20 Quellen, ist im Wesentlichen dasselbe. Dass die Frage, die ich bearbeite in der Masterarbeit viel spezifischer ist, als im Bachelor, ist auch klar.

    Das Vorgehen der Bearbeitung ändert sich aber nicht. Ich schreibe Hausarbeiten immernoch genauso, wie im Bachelor.

    Die Vorstellung, eine Klassenarbeit in der 10. Klasse sei gleich wie in der 12. Klasse ist eine Fehlvorstellung.

    Es geht nicht nur um die Fachlichkeit sondern das Arbeiten auf wissenschaftlichem Niveau!

    Zum Ende des Bachelor ist das wissenschaftliche Niveau nicht höher oder niedriger, als im Master.

    Ich habe fachwissenschaflich bis zum Master studiert (Informatik) und bin jetzt an einem weiteren Master (sozialwissenschaftlich) dran. Mir ist nicht ganz klar, was du mit "wissenschaftlichem Niveau" meinst. Im Master werden bestimmte Dinge aus dem Bachelor vorausgesetzt und es wird eine umfangreichere Literaturarbeit erwartet. Ansonsten unterscheidet sich die Arbeit im Master aber nicht von der im späteren Stadium des Bachelor. Nach Einführungen und ein paar Proseminaren, geht es dort auch mit (Haupt-)Seminaren weiter.

    Ich sehe beim besten Willen nicht, welchen Zusatznutzen ein fachwissenschaftlicher Master hier gegenüber einem fachwissenschaftlichen Bachelor hat.

    Wie manche partou versuchen, sich gegenüber anderen abzugrenzen und höher zu stellen, obwohl es dafür keine rationale Grundlage gibt, ist wirklich unterhaltsam.

    Die Fähigkeit zum wissenschaftliche Arbeiten (Erst auf Master-Niveau finde ich schon wichtig für den Unterricht.

    Vgl. Definition https://www.kmk.org/fileadmin/Date…tionsrahmen.pdf

    Die Vorstellung, im Master würde anders gearbeitet, als im Hauptstudium des Bachelors, ist eine Fehlvorstellung. Die wissenschaftliche Arbeitsweise der Fachdisziplin erarbeitet man im Wesentlichen in den ersten zwei Studienjahren.

    Ich wiederhole mich, aber ich schreibe es gerne noch einmal weil es nicht angekommen zu sein scheint: in Hessen ist der Studienumfang jedes Studienfachs im Gymnasiallehramt 88 Creditpoints. Davon sind rund 20 Creditpoints Didaktik. 68 Creditpoints sind ein fachwissenschaftlicher Umfang von ca. 2,33 Semestern. Wenn das ausreicht, was es ja offenbar tut, dann reicht ein Bachelor erst recht. Mir wäre nicht bekannt, dass Hessen eine besonders schlechte schulische Bildung hätte.

    Es geht darum, dass die BA nebenher lernen, was es noch benötigt.

    Von zusätzlichem Studium, nachlernen der vielen Inhalte auf wissenschaftlichem Niveau, gleichwertigem 2. Examen habe ich nichts gelesen.

    Also so, wie die Master auch.

    Ich verstehe das Problem um ehrlich zu sein nicht. Fachwissenschaftliche Master haben auch keine Pädagogik- und Didaktikanteile im Studium. Welchen Zusatznutzen hat es, wenn Seiteneinsteiger einen Master haben? Schon Bachelor haben eine umfangreichere fachwissenschaftliche Bildung, als Lehramtsstudenten.

    Der Seiteneinstieg mit mit Verbeamtung soll lediglich auch für Bachelor möglich werden.

    Edit: "Voraussetzung für eine Verbeamtung ist eine zusätzliche 18-monatige Zertifikatsqualifizierung mit Prüfungen (Befähigungserwerb) parallel zur Tätigkeit in der Schule."

    https://mbjs.brandenburg.de/aktuelles/pres…bb1.c.754245.de

    Und? Was daran ist weniger spezialisiert?

    Sie sind also nicht allein im Fach versiert, sondern noch in vielen weiteren Disziplinen, die auch alle Teil des Studiums wie auch des Examens waren.

    Generalist ist genau gegensätzlich zum Spezialisten. Der Generalist ist nicht weniger wert oder weniger professionell, als der Spezialist. Es ist aber einfacher, Teile der Ausbildung eines Generalisten nachzuholen, als die Ausbildung eines Spezialisten, die von Grund auf erfolgen muss.

    Zitat

    Warum kann man das nicht als Spezialisierung ansehen?

    Weil es keine ist.

    Zitat

    Anders herum wird ein Schuh daraus: Es reicht nicht aus, das eine oder andere Fach zu beherrschen. Als Lehrkraft muss man weit mehr können und mitbringen und bereit sein, die Professionalität auf vielen Gebieten auszubilden und aufrecht zu erhalten, wenn man unterrichten, erziehen, bilden, beraten und innovieren will.

    Und das kann man automatisch mit einem Lehramtsstudium, aber auf keinen Fall mit einem fachwissenschaftlichen Studium?

    Wohl kaum.

    Es geht hier, so, wie ich das verstehe, lediglich darum, dass der Seiteneinstieg bereits mit einm Bachelor möglich sein soll, statt wie bisher mit einem Master. Der Seiteneinstieg ansich ist doch schon längst möglich.

    "Man" kauft da, wo es billig ist. Und "man" billigt dabei durchaus Menschenrechtsverletzungen.

    Macht "man" ja auch im eigenen Alltag zur Genüge. Wobei "billig" wahlweise durch "bequem", "lecker" oder Ähnliches ersetzt werden kann. So sind Menschen eben.

    Wenn "Zusatzqualifikation" irgendetwas dem Referendariat Ähnliches ist, habe ich grundsätzlich kein Problem mit Bachelor Beamten. Fachwissenschaftlich haben die mehr gemacht, als Lehramtsstudenten (zumindest in Hessen) und die Pädagogik Veranstaltungen waren auch überflüssig. Didaktik fand ich ganz hilfreich, das ist aber auch nichts, was man nicht on the job lernen kann.

    Ich habe auch schonmal begründet, warum ich ein Freund der kurzen Aussagen bin: Weil man sich sonst an Nebensätzen festbeißt und weniger auf den Kern der Aussage zu sprechen, zu denken kommt.

    Verkürzungen und lapidar in die Runde geworfene, einzelne Sätze, sind keine auf den Punkt gebrachten Aussagen.

    Zitat

    Ich weiß nicht, warum ich hier von manchen immer wieder so angegangen werde.

    Von wem wirst du "angegangen"? Du fühlst dich nur extrem schnell beleidigt oder abgewertet. Menschen antworten auf deine verkürzten Beiträge. Da du dir nicht die Mühe machst, diese auszuformulieren, sind sie eben oft irritierend und wirken wie Trollbeiträge.

    Zitat

    Ich bemühe mich um Sachlichkeit und werde nicht persönlich. Dafür bekomme ich dann Lachsmileys und höhnische Kommentare, in denen mir jedwedes Wissen abgesprochen wird.

    Wenn du nicht schreibst, was du meinst, und so verkürzt und detailfrei antwortest, wie jemand, der einfach nur auch mal etwas dazu sagen will, dann sind die Beiträge eben lustig.

    Zitat

    Dass ich Dinge gern einfach ausdrücke ist nicht Ausdruck meiner Dummheit sondern Ausdruck meiner Fähigkeit, komplexe Sachverhalte in einfache Sprache zu übersetzen. Wenn ich dabei nicht den Kern der Aussage treffe, kann man mir das gerne erklären und ich werde mich korrigieren.

    Das Übersetzen komplexer Sachverhalte in Aussagen, die Fünfjährige verstehen können geht eben mit einer unzulässigen und unproduktiven Vereinfachung der komplexen Sachverhalte einher. Wenn du einem Fünfjährigen etwas erklären willst, dann ist das in Ordnung. Wenn du mit Erwachsenen über komplexe Themen diskutieren willst, sind solche Aussagen eben lustig.

    Wenn du deine Diskussionspartner nicht Ernst genug nimmst, dich gleich zu bemühen, verstanden zu werden, dann muss man dich auch nicht Ernst nehmen.

    Um bei der Haarspalterei zu bleiben. Wer sein Gebiet zurückerobern möchte und dabei angreift und tötet, ist immer noch beim Möchten.

    Was ist dein Gegenvorschlag? Den Angreifer einfach im eigenen Land Vergewaltigen, Morden, Zerstören und Entführen lassen?

    Muss man über solche Kindergarten-Vorschläge allen Ernstes noch drei Seiten diskutieren?

    Warum nicht? Ist ja nicht so, als hätte die Diskussion hier einen realen Einfluss auf die Welt. Das ist hier nichts weiter, als Zeitvertreib und Unterhaltung.

    Zumal es zumindest mir nicht um den Inhalt per se geht, sondern darum, dass studierte Menschen etwas zu Aussagen hinzudichten und zusammenphantasieren. Das ist zwar unterhaltsam, aber gleichzeitig auch etwas irritierend.

    Ja, das weiß ich.

    Wenn aber beide zusammen wo eingesperrt werden, beide bei Wasser und Brot, dann stehen sie doch auf gleicher Ebene?

    Nicht, was ihre Schuld an dem Krieg angeht. Das steht da nicht. Soviel Phantasie wie du hätte ich manchmal gerne.

    Sehe ich anders, ich finde sehr wohl, dass das da so steht, aber das Zitieren und Wiederzitieren ist jetzt einfach nur verwirrend und wir sehen es halt jetzt unterschiedlich.

    Es steht wörtlich in diversen Beiträgen, dass dem nicht so ist. Nimm villeicht mal deine Empörungsbrille ab und versuch, Beiträge halbwegs objektiv zu lesen.

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