Den zusätzlichen und völlig unnötigen Kampf darf man doch bitte abschaffen wollen?
So ist aber nun mal das Leben. Wo viele Menschen zusammen kommen, gibt es Wettbewerb und wo es Wettbewerb gibt, da gibt es "Kampf". Dazu müssen nicht mal Ressourcen knapp sein, aber wenn sie es sind (Zeit, Geld, Ansehen, Macht), dann wird der Wettbewerb erst recht zum Kampf. Das lässt sich in unserer Gesellschaft nicht abschaffen. Das lässt sich zum Beispiel durch ein bedingungsloses Grundeinkommen abfedern, damit nicht alle gezwungenermaßen am Kampf teilnehmen müssen, aber wer mehr Ressourcen will, kommt nicht am Kampf vorbei. Egal ob als Mann oder Frau.
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Du hast insofern recht, es sollte nicht nur um Einzelerfahrungen gehen. Dass Frauen strukturell benachteiligt werden und vor allem wurden ist aber kein Privatvergnügen und ich verstehe auch nicht, warum das jemand abstreiten wollen sollte.
Wurden ja.
Aber wo werden Frauen heute noch aufgrund ihres Geschlechts strukturell benachteiligt?
Aufgrund der Funktion als Kindererzieher und Angehörigenpfleger gibt es noch strukturelle Probleme, das stimmt. Die zu beseitigen wäre für alle wünschenswert. Das hängt aber nicht automatisch am Geschlecht, sondern wird durch die freiwillig gewählte Familienstruktur zu einem Problem, das überwiegend Frauen trifft. Kein Gesetz verbietet es, dass der Vater zuhause die Kinder hütet, während die Mutter bspw. ihre berufliche und politische Karriere pflegt oder Vollzeit weiter arbeitet, während der Vater in Teilzeit geht oder seinen Beruf vorerst ganz aufgibt.
Mich stört nicht grundsätzlich der Wunsch danach, dass die Strukturen kinder- und familienfreundlicher werden sollen, damit wäre ja allen geholfen. Mich stört das Narrativ der armen vom System gebeutelten Frau, das einfach vollkommen an der Realität vorbei geht.
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Ob das Binnensternchen daran viel ändert, daran könnte man natürlich zweifeln, aber wie gesagt, es ist nicht mehr wegzureden, weil es bereits existiert. Vielleicht gibt's ja noch praktischere Varianten, wie man die durchsetzen kann, weiß ich nicht.
Nein, tut es nicht. Ja, es existiert, man muss es aber nicht verwenden. Eine praktischere Variante wäre es, die Sprache so zu verwenden, wie sie funktioniert, so bspw. mit generischem Maskulinum und Kinder und jugendliche dahingehend zu unterrichten. Wenn man Sprache unbedingt von oben herab ändern will (immer eine ganz super tolle Idee), dann bietet sich die Einführung neuer Wörter bzw. einer neuen Endung als geschlechtsneutrale Endung an. Das ist alles besser, als diese gekünstelte Konsturktion, die Geschlecht betont, wo es vollkommen irrelevant ist.