Beiträge von Schmidt

    Wir sind Teil des Staates und sollten diesem grundsätzlich vertrauen. Wir können nicht den Staat repräsentieren und gleichzeitig seine Entscheidungen in Frage stellen.

    Selbstverständlich muss jeder Bürger Entscheidungen des Staates reflektieren und selbstverständlich auch ablehnen dürfen. Dass ich für diesen Staat arbeite bedeutet doch nicht, dass ich alles zustimmend abnicken muss. Seltsame Vorstellung.

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    Der Vater verhaut das Kind oder vielleicht noch besser die Nachbarin. Oder er dealt Drogen. Oder er war ein Kriegsverbrecher. Oder er plant einen Anschlag. Oder was auch immer. Du erfährst davon. Behältst du die Information für dich, um die Familie vor einer drohenden Abschiebung zu retten? Wo setzt du die Grenze? Was gibt man weiter, was nicht?

    Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Bei diesen Beispielen würde ich vermutlich nur das Drogen dealen für mich behalten.

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    Ich will damit sagen, dass du dann zum Richter wirst und entscheidest.

    Nö. Ein Richter stellt anhand eines Sachverhalts fest, ob bzw. welche Merkmale von Straftaten gegeben sind und legt, bei schuldhaftem Verhalten ein Strafmaß fest. Dass ich nicht in vorauseilendem Gehorsam alles und jeden anschwärze, hat damit rein gar nichts zu tun.

    In dem du der Stadt / dem Landkreis mitteilst: Kind XY ist bei uns aufgelaufen. Was sollen wir machen? Kannst du ihm keiner Gefahr aussetzen. Dann wird die Behörde prüfen, ob er nach geltendem Recht hier bleiben darf.

    Natürlich schade ich dem Kind damit, wenn es abgeschobben wird. Oder die Eltern abgeschoben werden, das Kind aber bleibt. Dafür will ich nicht verantwortlich sein. Ich sehe mich auch nicht in der Verantwortung, Behörden etwas auf die Nase zu binden, nach dem ich nicht explizit gefragt wurde. Ich halte nichts von vorauseilendem Gehorsam. Das betrifft nicht nur den Aufenthaltsstatus, sondern natürlich auch Straftaten. Solange das Kindeswohl nicht gefährdet ist, geht mich das nichts an.

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    Was ist, wenn der Vater ein gesuchter Kriegsverbrecher ist, der hier untergetaucht ist? Du unterstützt ihn, indem du Informationen nicht weiter gibst.

    Ja, das dürfte natürlich beim deutlich überwiegenden Teil der Menschen ohne Aufenthaltstitel der Fall sein.

    Ist das hier nicht eine Unterhaltung über ungelegte Eier? Hast du dich irgendwo erfolgreich zum Studium der freien Kunst oder Kunst Lehramt beworben? Wenn nicht kann es gut sein, dass du dich selbst überschätzt. So wie, an meiner ehemaligen Uni, jedes Semester ca. 65% der Bewerber. Erstelle ordentliche Mappen, bewirb dich und schau dann erstmal, ob du überhaupt die Möglichkeit hast, Kunst zu studieren.

    Du hast keine 250 Euro für einen TOEFL, aber deine Eltern würden dir ein Studium mit 20.000 Euro Gebühren finanzieren? Es gibt auch Unis mit eigener Sprachprüfung oder an denen bestimmte Noten im Fach Englisch (im Leistungskurs) reichen. Daran scheitert es sicher nicht.

    Warum möchtest du nicht in einem Designberuf arbeiten? Grafikdesign hat bspw. mehr mit Kunst zu tun, als Kunstunterricht. Und wenn man das gut kann und kreativ ist, lässt sich da einiges erreichen.

    Du kannst dich übrigens auch ganz ohne Studium künstlerisch betätigen. Das Internet ist eine hervorragende Plattform für die zur Schau Stellung der eigenen Werke. Es gibt viele kleine Kultureinrichtungen, die gerne Arbeiten von Jungkünstlern ausstellen etc. Wenn du als Künstler aktiv werden willst, musst du dazu nicht Kunst studieren, sondern in erster Linie Kunst machen.

    Aber on topic, mich würde jetzt auch interessieren, wie das Seminar abläuft, in dem man einen Stundenentwurf schreiben soll, davon aber in der ganzen Veranstaltung nichts hört.

    Wir hatten im Studium zwei fünfwöchige Praktika in Schulen. Im Informatik Fachpraktikum haben wir im Vorbereitungsseminar ein Semester lang ausführlich über Unterrichtsplanung gesprochen und schrittweise selbst geübt (auch aneinander). Im Praktikum haben wir einen ausführlichen Entwurf geschrieben, ihn ausprobiert (mit Anwesenheit des universiätren Praktikumsbetreuers), später reflektiert und alles ausgearbeitet im Praktikumsbericht mit zur Benotung abgegeben.

    Das war sehr hilfreich und hat tatsächlich etwas für den Anfang des Ref gebracht.

    Stundenentwürfe sind kein Hexenwerk. Buch lesen, ausprobieren, gucken was passiert und Ratschläge annehmen. Ob das schon im Studium beginnt oder erst im Ref ist dabei unerheblich.

    Nanu, muss man jetzt schon während des Studiums Stundenentwürfe schreiben? Das wusste ich gar nicht. Ich habe damals meinen ersten Stundenentwurf erst im Referendariat verfassen müssen. Mein Studium ist aber nun auch schon 20 Jahre her...

    Gabs bei mir auch schon, das ist aber noch keine 10 Jahre her. Wir haben in jedem Didaktik Seminar ab dem 3.Semester einen Entwurf geschrieben und häufig auch im Peer Teaching ausprobiert. Natürlich mangels echter Lerngruppen keinen ausführlichen Entwurf.

    Hier ist sind die geleisteten Stunden auch im Durchschnitt auch höher, als im Büro innerhalb einer Firma. Die Arbeitszeit wird ja in den wenigsten Fällen erfasst, wenn ein Angestellter im eigenen Heim arbeitet.

    Klar wird die erfasst. Wenn es ein Aufzeichnungssystem gibt, man also auf der Arbeit "einsticht", dann kann man das in der Regel auch zuhause. Jedenfalls machen das alle meine Freunde und Bekannten von denen ich es weiß so und ich habe das früher auch gemacht.

    Ich habe schlichtweg das Gefühl, dass es verantwortlicher von mir wäre, so bald wie möglich zu beginnen, in Vollzeit zu arbeiten. Gleichzeitig fällt es mir sehr schwer, die Vorstellung loszulassen, Lehrerin zu werden.

    Nonsens. Wenn du Lehrer werden willst, dann arbeite ohne Umwege auf das Ziel hin. Master + neues Fach + Ref dauern 5 Jahre. Mit 30 ins Elterndasein zu starten ist früh genug.

    Wem, außer dir selbst, gegenüber hast du denn Verantwortung?

    Zieh das Studium durch und mach das Ref fertig. Dann bist du fertig ausgebildet und kannst dann beruhigt Kinder in die Welt setzen.

    Jetzt irgendeinen Vollzeit Job zu suchen und dann Kinder in die Welt zu setzen führt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dazu, dass du gar nicht mehr fertig studierst.

    Da hat halt schon jeder seinen Bias. Alle Leute, mit denen ich so näher zu tun habe, inkl. meiner Hausärztin und meinem Orthopäden, sind so... "naja, nervt schon irgendwie, aber dann machen wir es halt". Witzig irgendwie. Die Maske als Indikator für Leute mit denen man kann es ^^

    Bis auf einen etwas entfernteren Freund, sehen wir das auch alle so. :spritze:

    Einerseits sage ich mir, dass man nicht alles gutheißen müsse, nur weil es "neu" ist, andererseits besteht die Gefahr, dass etwas ab einem Punkt nicht mehr parallel läuft, sondern die neue Version die alte ersetzt.

    Wie damals beim Tonfilm. Dann kommt man mit dem klar, was es gibt. Dass sich Kino oder CDs total überholen zeichnet sich bisher noch gar nicht ab. Was soll die Panik?

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    Ich kann mir vorstellen, dass es Menschen gibt, die die Vorzüge von Streamingangeboten, insbesondere die Ort- und Zeitunabhängigkeit, zu schätzen wissen.

    Das kannst du dir vorstellen? Beeindruckend.

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    Ich bin jetzt eher ein Mensch, der von klein auf den ganzen Prozess hinter einem CD-, Buchkauf oder einem Kinobesuch sooo toll fand, und kann dieser Veränderung wenig abgewinnen.

    Stell dir vor: Kino heute ist gar nicht mehr das Kino, das du noch aus deiner Kindheit kennst. Damals gab es noch Filmrollen, die vom Vorführer in Projektoren eingelegt wurden und bei einem Filmriss hat man die Filme noch von Hand geklebt. Heute wird in der Regel digital projeziert. Ich habe als Jugendlicher quasi im Kino gelebt, habe von gelernt, wie man Filme vorführt, diese von Hand geklebt und fand das natürlich super. Auf die Zeit blicke ich auch gerne zurück. Als Erwachsener sollte man aber gelernt haben, mit Veränderungen umzugehen. Die sind normal und gehören zum leben dazu.

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    Wenn es nach mir geht, sind wir aber auch schon an dem Punkt angelegt, an dem es lediglich im Bereich Medizin und Pharmazie noch Bedarf an F&E geben sollte. Im Bereich Konsum, Dienstleistungen und Produkte geht aktuell der Trend dahin, dass der Konsument per Knopfdruck mit der gewünschten Ware oder Dienstleistung versorgt wird, was ich äußerst kritisch sehe.

    Dazu fällt mir nichts mehr ein.

    Es zwingt dich niemand, Musik oder Filme zu streamen. Lass es eben bleiben. Das Internet ist auch so ein neumodisches Ding. Dessen Nutzung solltest du vielleicht lieber unterlassen. Am Ende vereinsamst du noch, weil du gar nicht mehr aus dem Haus kommst.

    Wir haben Netflix (und Amazon Prime) UND gehen "halb regelmäßig" ins Kino. Ins kleine Kino um die Ecke, wo die Preise absolut angemessen sind (selbst wenn ich nicht mein Geld verdienen würde).

    Gibts bei uns nicht. Ich gehe immer mal wieder ins Filmmuseum, aber dort werden keine aktuellen Filme gezeigt. Um Film als Objekt des Kunst-Handwerks zu erleben, ist Kino sinnvoll. Für Sponge Bob oder Mulan, also Unterhaltungsfilme, die ich beide sehen werde, brauche ich nicht ins Kino gehen.

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    und interessanterweise werde ich weder gezwungen, Popcorn und / oder Getränke zu kaufen, noch danach essen zu gehen. Es hält sich also finanziell in dem Rahmen, den wir aussuchen.

    Natürlich muss man nicht. Ist aber dumm, wenn man will und nicht kann. Oder wenn alle nach dem Kinobesuch Hunger haben. Wenn man schon unterwegs ist, geht man dann auch gerne mal was essen.

    Natüelich kann man auch zum nächsten Kino fahren, sich von den Sppielzeiten vorschreiben lassen, wann man dort zu sein hat und dann wieder nachhause fahren. Man kann sich aber als Freundesgruppe auch gleich gemütlicb bei jemandem daheim treffen, dort einen Film zusammen schauen, etwas gemeinsam kochen und sich einen schönen Abend machen.

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    Das Gefühl, von zuhause wegzukommen, auch mal eben "alleine als Paar", ist doch ein anderes, als einfach so auf dem Sofa einen Film nach einer Serie anzumachen.

    Hm? Um raus zu gehen und etwas zu erleben muss man sicher nicht ins Kino gehen.

    Und sich einfach von einer Serien Epusode nach der anderen berieseln zu lassen, ist etwas anderes, als sich bequsst zu verabreden einen bestimmten Film zusammen zu schauen.

    Wer kennt sie nicht, die 6-Jährigen, die alleine ins Kino fahren um dort einen Film zu schauen. Die Kinder, die das sonst machen würden, um Sponge Bob zu sehen, sind natürlich alleine ohne Betreuung zuhause auch mit Netflix überfordert. Klingt logisch und durchdacht.

    Ich war früher viel im Kino, mittlerweile so gut wie nicht mehr. Vollkommen überteuert, Menschen, die sich unterhalten und telefonieren, ständig irgendwo ein blendendes Handy Display. Dann lieber daheim mit Freunden Filmabend. Besser als irgendwelche nervigen Fremden im Kino.

    Das hat, insbesondere mit Kindern, den Vorteil, dass niemand wegen zu wenig Geld ausgeschlossen wird. Mindestens einer meiner engeren Freund hat im Moment einfach nicht die Kohle für Eintrittskarte, Popcorn, Getränk und danach noch Essen gehen.

    Warum man angeblich ohne Fremde im Kino vereinsamt, erschließt sich mir nicht.

    Bei uns werden Fachräume nicht mehr genutzt. Informatik ohne Laptops, Musik ohne Instrumente, Theater ohne Bühne und alles im Klassenzimmer.

    Für Informatik Unterricht braucht man gar nicht sooft einen PC.

    Ich bin kein Musik Lehrer, aber mir fallen einige Wege ein, Musik Unterricht ohne Instrumente zu machen.

    Für Unterricht im Fach Darstellendes Spiel brauche ich nicht unbedingt eine Bühne.

    Ich war auf einer Gesamtschule und danach aif einem Beruflichen Gymnasium (Wirtschaft) und habe in meiner Schullaufbahn keinen Handschlag getan (mit Ausnahme von Mathe, weil mir das Spaß gemacht hat, da aber eher Material über den Unterricht hinaus oder Geschwindigkeitswettbewerbe mit Klassenkameraden; es wäre auch ohne gegangen). Neben der Oberstufe (G9) habe ich auch gearbeitet und hatte so etwas Kohle für mich.

    Eine Ausbildung wäre deutlich anstrenngender gewesen. Ganz zu schweigen davon, dass man sich hätte bewerben müssen. Dann lieber einfach weiter Schule. Da musste man sich keine Gedanken machen.

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