Gut, drehen wir es dann mal um: Da ja bei dir Englisch und Gymnasium im Profil steht, was ist dir wichtig, was die Schüler am Ende aus dem Literaturunterricht mitnehmen an Literaturerfahrungen?
Eigentlich beantwortet man ja erst mal Fragen, die man gestellt bekommen hat, bevor man selbst welche stellt. Aber nun gut.
Mir geht es in erster Linie darum, dass gelesen, verstanden und kommuniziert wird. Dabei ist mir relativ egal, ob wir "Klassiker" lesen oder nicht. Literatur ist in der Schule ein Vehikel für Inhalte und macht mit etwas Glück dem ein oder anderen Schüler etwas Freude. Halt dich fest, ich arbeite auch ganz gerne mit Graphic Novels. Das ist auch Literatur.
Die Pflichtliteratur für den LK sind für das Abi 2021
- "To Kill a Mockingbird" (1960er, kein "Klassiker" in deinem Sinne und auch noch amerikanisch)
- "Mother to Mother" (1990er, kein "Klassiker", anglophon / süd-afrikanisch)
- "Othello" (puh, richtig schöner britischer Klassiker)
Im GK sind es nur die ersten beiden Titel.
Die Auswahl zeigt gut, dass Literatur nicht mehr nur sogenannte "Klassiker" von irgendeiner arbiträren, verstaubten Liste sind, sondern lebendig ist und sich weiterentwickelt.
(Ich persönlich habe gar nichts gegen Shakespeare. Besonders Macbeth lese ich immer mal wieder und ich habe im Studium viele andere "Klassiker" kennengelernt, die mir sehr gut gefallen haben. Das heißt aber nicht, dass ich damit unbedingt Schüler bespaßen muss. Und auch nicht, dass Schüler, die in der Schule kein Shakespeare gelesen haben kein Abitur bekommen sollten. Ich habe in der Schule im Unterricht auch keine sogenannten "Klassiker" gelesen).