Ich finde den Artikel bzw. die Ansicht des BdK auch ok. Es sei denn, man möchte in der Schule (vielleicht bis zu einer bestimmten Klassenstufe) hauptsächlich die Freude an den verschiedenen Künsten und Sport, dann aber bitte auch in Mathe, Deutsch Fremdsprachen usw. fördern.
Das wäre dann so wie Musikschule in der Freizeit eine ganz andere Art von Schule. Das Problem daran ist immer, dass die Dinge in der Freizeit freiwillig nach Neigung getan werden können, in der Schule geht’s nur im Gleichschritt.
Also werden immer SuS Dinge tun müssen, für die sie gerade nicht motiviert sind.
Zu glauben, daran könnte man in dem System etwas ändern, halte ich für extrem blauäugig. In allen Fächern kann man, so wie im Artikel beschrieben, Dinge erlernen und üben, auch wenn man nicht besonders begabt darin ist, und dann lassen sich Lernfortschritte auch bewerten.
Allerdings hängen ja auch Lernfortschritte von Begabungen ab.
Wer kommt eigentlich auf die Idee, dass man mit Noten nicht stets auch die Begabung mitbewertet? Mir ist kein einziges Fach bekannt, in dem man das tatsächlich heraushalten kann.
Selbst wenn man versucht, nur die Dinge zu bewerten, die die SuS in der Schule dazu gelernt haben, so spielt bei diesem Lernen immer die Begabung eine ganz wesentliche Rolle.
Ich selbst musste beispielsweise nie Vokabeln lernen, weil ich offenbar einfach so ein gutes Gedächtnis habe und auch so manches andere flog mir einfach zu.
Dafür wurde ich stets mit guten Noten belohnt, während andere nicht so einen Erfolg hatten, obwohl sie schufteten. Noten sind in dieser Hinsicht fast immer ungerecht. Wenn man sie will, sollte man ehrlich damit umgehen und sich bewusst sein, was man da bewertet.