Hier gibt es das Grundrezept für alles: Stttrrrtzzttrrrttttellaeis, Schokoeis, Vanilleeis, Eiseis auch laktosefrei, beginnend mit einem Wettkampf zwischen Eiweiß und Eigelb:
https://www.youtube.com/watch?v=GkgdVbe_nbA
Beiträge von Conni
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Energizer
*neues Fachwort lern*
Vielen Dank, das lasse ich bei der nächsten Fobi mal fallen: "Ich muss jetzt leider den Raum verlassen und einen Beruhigungstee trinken, ich habe eine schwere Energizerallergie." -
Ich bin heute gefragt worden, ob ich zum musikpädagogischen Tag gehe. Da war ich letztes Jahr zusammen mit einer Kollegin und wollte ihn dieses Jahr einfach ignorieren.
Eröffnungsvortrag, Dozenten stellten sich vor. Z.B. eine Frau (keine Lehrerin, nie dauerhaft mit Klassen gearbeitet), die uns ein Beispiel aus ihrem Kurs zum Vorkosten gab. Thematisch eher "Wie ich eine Klasse in 2 Minuten so hochputsche, dass ich in den folgenden 43 Minuten mit meiner Berufswahl hadere." Danach musste ich mir einen neuen Kurs suchen, das hätte ich keine 90 min ausgehalten.Ich war in einem Workshop eines Musiklehrers, der (schöne) eigene Lieder schreibt und herausbringt. Da musste man bewegend-inspirierende Sachen machen. Durch den Raum gehen und summen glaube ich und andere begrüßen (mit verschiedenen sich berührenden Körperteilen). Genau das, weshalb ich mich immer so auf Fortbildungen "freue". (War übrigens für Kl. 1 bis 10, nicht rein GS.) Dann sang er eines seiner Weihnachtslieder mit uns und war verdutzt, dass so viele einen "falschen Text" in einer Strophe sangen. Er übte den richtigen Text mit uns ein und erklärte, warum er gerade den gewählt hatte und fragte jeden einzeln, woher er/sie den falschen Text hatte. Ich habe mir ein Buch von ihm gekauft. Ratet, mit welchem Text dieses Lied enthalten ist.
Workshop Schulpraktisches Klavierspiel: Uns wurden (von einem wirklich guten Improvisations-Pianisten) Grundlagen des Findens von Tönen auf dem Keyboard gezeigt. Äh ja. Kann ich. Davon kann man noch lange kein Lied begleiten, da hätte ich mir aber Anregungen gewünscht. (Das ist wie mit dem Pfeil beim PC-Kurs, eher wie das Anschalten des PCs.)
Am Schluss wollten wir etwas Entspannendes machen, also sind wir irgendwo in einen Kurs über Stimmphysiologie gegangen, um uns berieseln zu lassen. Dort saßen 5 Teilnehmer und man musste ständig Übungen machen - wobei die angenehm und entspannend waren und wir dann fröhlich nach Hause gingen. Für die Schule konnte ich es nicht einsetzen, das waren Spezialtechniken für einen Sekundarstufen-Schulchor.
Insgesamt hatte ich zwar Spaß mit meiner Kollegin und es war ein netter Tag, aber nicht unbedingt wegen der Inhalte.Außerdem habe ich kürzlich eine Einzelfortbildung an einem Samstag(+Sonntag) besucht: Dozent kam zu spät. Am Empfang wusste niemand etwas. Kaffeeautomaten kaputt, Cafeteria vormittags zu. Mittagspause zu spät, es gab nur noch Reste in der Kantine. Dazu Bodypercussion und Rhythmusübungen nebst rhythmischem Sprechen. Eigentlich gut, wirklich tolle Ideen, aber ständig musste man sich dabei gegenseitig auf die Oberschenkel, die Hände, den Rücken oder sonstwohin klatschen und patschen. Nach einem halben Tag war mir dieses ständige Herumgetatsche an anderen Menschen (und an mir durch andere Menschen) zu viel, ich wurde aggressiv und ich bin am Sonntag nicht wieder hingegangen.
Und selbst bei wirklich guten Kursen fühle ich mich nach einem Tag oft so überfrachtet, dass ich nicht mehr in der Lage bin, die gelernten Sachen überhaupt in der Schule einzusetzen. Es wird einfach zu viel Input gegeben und nichts wiederholt, man müsste die ganze Zeit mitschreiben und ich erinnere mich hinterher oft nur noch an Bruchstücke.
Neulich eine FoBi über die Senatsverwaltung. So verklausuliert beschrieben, dass ich leider erst dort feststellte, dass ich von der Altersgruppe und vom Einzugsgebiet her völlig falsch war. (Ich war bei weitem nicht die einzige.)
Früher gab es schöne Nachmittagsfortbildungen für Kunst in meiner Wohnortnähe, leider machen die beiden Lehrerinnen das nicht mehr. Im Oktober teste ich eine neue Musikfortbildung. Bei der letzten Fortbildnerin haben wir im absoluten Luxusmusikraum das Finden von Tönen auf dem Keyboard und das gleichmäßige Klatschen eines 4/4-Takts geübt. (Entspricht etwa dem Öffnen eines abgespeicherten Word-Dokuments sowie dem Tippen einiger Sätze mit einem Absatz.)
Natürlich kenne ich auch die PC-Fortbildungen zum Thema "Sag mir, wo ich meine Dateien abgespeichert habe, Folge 5".
Ihr merkt, ich bin auch frustriert.
Ich habe den Eindruck, dass irgendwie "alles schon gesagt" ist und sich die Fortbildungen wiederholen oder sehr ähneln. Ich muss welche machen und hätte auf richtig gute oder ein punktuelles, gutes Input Lust, aber nunja.
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Meine Gedanken dazu:
- Bitte 1 Sys-Admin pro 80 PC-Arbeitsplätze einstellen.
... und zwar einen, der es kann.
Unsere Computerfee (kollegin, die das alles "nebenbei" am Bein hat) war krank und wir bekamen jemanden vom Amt gestellt. Den hat unsere Schulleitung am Ende mit dem Sortieren von Papier beschäftigt, damit er zusätzlich zu den 50% der PCs, die er schon abgeschossen hatte, nicht noch den Rest lahmlegte. PC-Kabinette nicht mehr nutzbar.Was uns gerade umtreibt: Um überhaupt Gelder aus dem Digitalpakt zu bekommen, brauchen wir ein Medienkonzept. Das letzte Medienkonzept vom Mai (entstanden in Arbeitszeit, die am "Kerngeschäft", dem Vorbereiten, Durchführen und Nachbereiten guten Unterrichts und der Erziehungsarbeit fehlte) ist hinfällig, weil es nun neue bundesweite, ganz andere Medienkonzeptvorlagen gibt. Die Schulleitung und die Computerfee sitzen nun wieder und schreiben ein neues Konzept.
Wenn alles fertig ist und viele Arbeitsstunden verbraucht sind, gibt es dann ein schönes Papier, welches sich in die Ordner mit den anderen schönen Papieren der letzten Jahre einreiht. Hauptsache, man hat ein Konzept.
Die Gelder aus dem Digitalpaket werden auf 5 Jahre gestreckt, d.h. wenn die letzten Räume ausgestattet sind, ist die Technik in den ersten Räumen wieder kaputt. -
Informationen des Auswärtigen Amtes, auch bzgl. Einreise:
https://uk.diplo.de/uk-de/02/faq-i…2200112-2-panelIch kann allerdings verstehen, dass die Fachschaft die Reise nicht mehr durchführen will, da es eben doch Unwägbarkeiten gibt.
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Hammer! Da kann gleich mal das Kriseninterventionsteam die verstörten Kinder betreuen. Ihre Einschulung werden sie jedenfalls immer in Erinnerung behalten. Also besonders...
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Ohje, du Arme...
- erregtes, vorwurfsvollen, zeitraubendes und nervtötendes Ausdiskutieren von Themen, an denen sich nichts ändern lässt/ich aktuell nichts ändern kann/für die kein Anwesender Verantwortung trägt (wer denkt sich sowas aus.../die Lehrer, Politiker, Ausländer sind Schuld, dass.../ Sie können nichts dafür, aber ich muss nur mal loswerden...)
Wie schon mehrere schrieben, je nach Situation / Thema:
- Verweis an die Elternsprecher --> zusammentragen --> Gesamtelternvertretung,
- Verweis auf Unabänderlichkeit und Terminplan (habe auch die Tagesordnung an der Tafel, gerne auch mit Unterpunkten, gerne in größerer Schrift mit Kreide an die Tafel geschrieben, das sieht "länger" aus. Die meisten wollen nämlich wirklich nach Hause und nicht 3 Stunden in der Schule hocken),
- Empfehlung, sich an Politiker zu wenden,
- Empfehlung, sich selber als Kandidat für den Bildungssenatorposten aufstellen zu lassen. (Mit einem warmen Lächeln der Begeisterung: "Sie haben so gute Ideen, ich stimme Ihnen vollkommen zu, werden Sie doch Bildungssenator!")
- Zustimmung signalisieren, Unabänderlichkeit betonen, auf den Zeitplan verweisen. (An meiner alten Schule unter dem alten Chef wurde um 19:45 Uhr geklingelt und um 20 Uhr nochmal, dann war der Elternabend beendet, egal ob alles besprochen wurde oder nicht. Habe ich beim Elternabend nie gebraucht, wohl aber bei Elterngesprächen.)Zitat von Krabappel- unvorbereitete Angriffe zu Themen, von denen man nicht wusste, dass sie ein Problem darstellen (Sie haben vor einem halben Jahr bla blub gesagt/Sie machen ja immer Dingsbums/hier wird auf dem Hof immer gemobbt, die Lehrer machen nie was)
Das hatte ich nie so extrem in Elternversammlungen (in Elterngesprächen durchaus). Es gab eher Anfragen zu Situationen, die bei Fachlehrern auftraten und mal einzelne Eltern, die eine spezielle KiTa-Behandlung ihrer Schulkinder beanspruchen wollten. Die habe ich notiert und versichert, dass ich Rücksprache halte. (Und das tatsächlich auch gemacht. Bei dringenden Dingen den Elternvertretern Rückmeldung gegeben oder auch mal einen Elternbrief geschrieben.)Berechtigte Kritik ernst nehmen oder auch fragen, was genau daran stört. Eventuell auch begründen: "Ja, vor einem halben Jahr habe ich Blablupp gesagt, Ihre Kinder haben sich aber so gut weiterentwickelt, dass ich jetzt Blablipp für sinnvoll halte / mir sind in Mathematik noch Lücken in den Grundlagen aufgefallen, die dringend geschlossen werden sollten, daher ist Blablupp für einen späteren Zeitpunkt vorgesehen." - "Dingsbums mache ich immer, weil ich Ihren Kindern die Möglichkeit geben möchte, xyz..." (pädagogisch- fachlicher Grund)
Pauschale Kritik konkretisieren lassen:
- genau beschreiben lassen, in welchem Zusammenhang du Dingsbums gemacht haben sollst, das bringt "allgemeine Kritiker" z.T. ins Straucheln ("Ähm ja, vor eineinhalb Jahren, da gab es mal eine Situation..."),
- Thema notieren und ggf. mit der Klasse besprechen (eventuell haben nur ein paar Eltern ein Problem, nicht aber die meisten Kinder), das ist natürlich auch wieder etwas altersabhängig, aber man kann ja auch die Kinder abstimmen lassen (demokratische Entscheidung),
- Alternativvorschläge geben lassen, wenn du denkst, dass du sie kontrollieren kannst (abweisen, wenn unpassend, Konsequenzen aufzeigen...)-
- Eltern in die Pflicht nehmen: "Wir können gerne jeden Tag die Taschen Ihrer Kinder darauf kontrollieren, dass alle Hefte drin sind. Ich setze ein Häkchen ins Hausaufgabenheft nach erfolgter Kontrolle und Sie unterschreiben das Häkchen bitte täglich." (Bei mir waren die wenigen Meckerer die, die nur alle 2 Wochen ins Hausaufgabenheft guckten und sich dann wunderten, dass sie von nichts eine Ahnung hatten. Die waren von der Vorstellung, täglich im Hausaufgabenheft zu unterschreiben, schon überfordert.)
- Kinder in die Pflicht nehmen: "Ihre Kinder sind jetzt 5. Klasse und damit in der Vorpubertät. Sie grenzen sich nun stärker von Erwachsenen ab und wollen mehr selber bestimmen, was natürlich mit mehr Eigenverantwortung einhergeht. Es ist unangemessen, wenn ich bei jedem einzelnen die Tasche kontrolliere. Aber Sie könnten Ihrem Kind ein Erinnerungszettelchen schreiben, das Sie in dessen Hausaufgabenheft kleben, das trainiert die Selbstständigkeit."
- GGf. mit freundlichem Lächeln versichern, dass du darüber schlafen und das durchdenken wirst. Ggf. mit den Schülern darüber reden (vielleicht haben die gar kein Problem). Eigene Entscheidung treffen. Ggf. Elternsprechern Entscheidung mitteilen.
- Mobbingvorwurf: Sollte Ihr Kind sich gemobbt fühlen, kann es sich an mich oder unsere Vertrauenslehrerin ist Frau XY, wenden.ZitatFühlt ihr euch auch unter Druck gesetzt, wenn ihr frontal angegangen werdet oder geht's eher am Allerwertesten vorbei?
Ich finde das stressig, ich fühle mich z.T. auch unter Druck gesetzt, weil eine unangenehme Stimmung sich schnell ausbreitet, daher versuche ich, es mir so wenig wie möglich anmerken zu lassen, mich so korrekt wie möglich (aufschreiben, berechtigte Kritik ernst nehmen) zu verhalten und so schnell wie möglich zur Tagesordnung zurückzukommen.
Und manchmal bin ich auch sprachlos. Dann versuche ich auch, schnell zur Tagesordnung zurückzukommen.PS: Eltern von Schulanfängern sind sehr anstrengend. Die haben noch keine Erfahrung mit "Schule für das Kind" und sind besorgt / übereifrig / verunsichert / orientierungslos. Die müssen tatsächlich etwas "erzogen" werden.
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Hast du schon mal eine Stunde in der Förderschule "sozial-emotional" gehalten? Dann wüsstest du, dass es keine gute Ider ist, mit Sitzkreisen und Krnnenlernspielen anzufangen.
Das würde ich (aus leidvoller Erfahrung heraus) nicht einmal in einer "normalen Grundschulklasse" empfehlen, wobei es bei uns vielleicht gehen würde.
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Zur reinen Vorbereitung für den Unterricht kommen in Deutschland noch einige andere Aufgaben hinzu: Teamsitzungen, Elterngespräche, Absprachen mit Fachleuten (Psychologen, Therapeuten etc.), Schreiben von Konzepten, Schulprogrammen, Curricula, Beurteilungen und Anträgen (z.B. für Fachleute), Organisieren von Kurs- und Klassenfahrten, Exkursionen etc. pp. Alles keine klar zu benennende Unterrichtsvorbereitung, aber deutlich zu Buche schlagend.
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Hach ja, meine Erstis haben gerade ihre ersten Schultage hinter sich und heute haben sie eines der ersten großen Abenteuer bestanden.
*Trommelwirbel*
Wir haben ein Arbeitsblatt EINGEHEFTET. Alle. In eine MAPPE. In die RICHTIGE Mappe. RICHTIGHERUM!
Es hat auch nur eine Viertelstunde gedauert.Und mutig führt die Erstklasslehrerin die Flöhe an die nächste große Hürde: Hausaufgaben aufschreiben!
Ohne Verletzte? In nur einer Viertelstunde? Wow!

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Heute hat einer meiner Drittklässler das Kind vor ihm gefragt, ob sie zusammen Schnaps trinken gehen wollen. Suboptimale Anmache, aber vielleicht frage ich meine Schulleiterin auch mal nach so einem Schild?
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Off-topic wg. "Vorbereitungstage":
Was ist das? Sind Vorbereitungstage an Grundschulen das Pendant zur GLK am letzten Ferien-Freitag anderer Schularten?
Falls ja: wie viele Vorbereitungstage sind dies und was wird dort gemacht?Die Vorbereitungstage sind Teil des "Maßnahmenpakets zur Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufs" in Berlin: Statt der GLK am letzten Ferienfreitag dürfen die Kollegien seit ein paar Jahren (ohne Ausgleich) die 3 letzten Tag an der Schule verbringen.
Was dort gemacht wird, hängt von der SL ab:
- Fortbildungen
- Gesamtkonferenz (hier auch mit Erziehern an den GS)
- Fachkonferenzen, Jahrgangsstufenkonferenzen, sonderpädagogische Konferenzen, Konferenzen-um-der-Konferenz-Willen-Konferenzen (beliebt an meiner ehemaligen Schule)
- individuelle Vorbereitung (Staubwischen, Chaos der Grundreinigung beseitigen, Tische erkämpfen, Pflanzen zum Leben erwecken oder wegwerfen, Klassenbücher einrichten, ausprobieren, ob der Wasserkocher noch funktioniert und der Kaffee / Tee noch schmeckt, ob die Schokolade, die man vor den Ferien hat liegen lassen noch schmeckt oder man neue besorgen muss, Geburtstagslagen der Ferien-Geburtstagskinder verkraften)Meine ehemalige Schule hatte mittwochs und donnerstags meist Fortbildungen von 8/9 bis 15 Uhr, freitags diverse Konferenzen von 9 bis 13 Uhr, an meiner jetzigen Schule gibt es 3 Stunden "Kernzeit" (nur länger bei eventuellen Fortbildungen), wobei keiner mit der Stoppuhr dasteht.
In Brandenburg mussten wir damals eine Woche vorher schon antanzen.
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- Falls es an einem Trauma liegt, könnte das aber doch einen anderen Umgang erfordern (wegen der anderen Ursache) als bei Kindern mit anderen Verhaltensauffälligkeiten, damit es nicht schlimmer wird, oder?Nein, nicht wirklich.
Du weißt gar nicht, welches Kind traumatisiert ist. (Wurde auch schon erwähnt.) Da sitzen vielleicht Kinder, die Gewalt erfahren haben oder sexuell missbraucht werden in der Klasse. Kinder, die lange im Krankenhaus waren und dadurch traumatisiert sind, Kinder, die Traumata ihrer Eltern übernommen haben etc.
Traumatisierte haben Trigger, die ein Trauma wieder "hochholen". Diese sind individuell extrem verschieden und manchmal logisch nicht nachvollziehbar. Das kann ein Wort, eine Farbe, ein Geruch, eine bestimmte Art des Lichteinfalls, ein Geräusch sein. Du kannst die Trigger nicht vermeiden und die Kinder nicht davor beschützen.
Das dritte ist, dass ein Traumatisierter, wenn er "wie ein rohes Ei in Watte gepackt" wird, also man alle Trigger und Unannehmlichkeiten versucht von ihm fernzuhalten, lernt, dass er ein rohes Ei ist, das in Watte gepackt werden muss und sich dadurch eher noch weniger zutraut. (Großes Thema unter Traumatherapeuten!)
Traumata verschlimmern sich nicht einfach so durch normalen Alltag. Sie verschlimmern sich aus sicht der Hirnforscher auch, wenn die Betroffenen weitere Traumata erleben oder sich durch Traumata besonders eingeschliffene neurologische Verbindungen im Gehirn noch weiter einschleifen. (Großes Thema unter Traumatherapeuten, denn diese Sichtweise zu übernehmen würde bedeuten, dass das "darüber sprechen" oder "wiedererleben", das lange Zeit als einzig Heilsames galt, kontraproduktiv wäre.)Und damit wären wir beim Umgang mit traumatisierten Kindern: So normal und sicher wie möglich. Die Schule ist ein Ort, an dem so viel Normalität und gesicherter, geregelter Alltag wie möglich stattfindet und sich belastende Erlebnisse so oft wie möglich vergessen / verdrängen lassen. Regeln, Rituale, Struktur, Abläufe, wurde schon erwähnt. Das ist aber nun wiederum etwas, was vielen Kindern im Grundschulalter nützt und auch Kindern mit anderen Verhaltensauffälligkeiten mehr Sicherheit gibt.
Wenn du das schaffst - neben dem Unterricht - dann tust du viel für alle Kinder.
Das einzige, was man noch tun kann ist, mit dem Thema Flucht sorgsam umzugehen. Z.B. Vorträge oder Plakate über verschiedene Länder gestalten lassen: Flüchtlingskinder wählen genauso wie alle anderen aus, welches Land sie nehmen und werden nicht dazu gedrängt, ihr Heimatland zu nehmen (dürfen es aber).
Und was andere schon schrieben: Die Schule ist kein Ort, an dem du (psycho)therapeutisch tätig werden kannst. Das ist nicht deine Aufgabe. Du wirst Pädagogin.Zitat
Regeln die Sozialarbeiter solche Situationen dann gemeinsam mit einem, wenn man sie hinzuruft? Und ist man ansonsten allein auf Erfahrung und Literatur angewiesen?Das kommt drauf an. An meiner ehemaligen Schule nur ganz selten, weil die Sozialarbeiter so viel zu tun hatten, dass sie nur ganz selten akut Zeit hatten. In schlimmen Fällen schon, aber normalerweise bist du auf dich alleine gestellt. In bestimmten Situationen (Kind verlässt das Schulgelände) gibt es rechtliche Dinge zu beachten, die du in deiner Ausbildung lernst. In anderen hilft Erfahrung oder auch dass du das Kind kennst.
Zitat
- Bei uns in der Klasse ist das Klassengefüge aufgrund verschiedener Vorkommnisse und der Unruhe nicht ganz im Gleichgewicht. Wie sieht es mit dem Klassenklima bei euch aus, wurde es durch "diese Situationen" auch problematisch? Habt ihr da Ratschläge, wie man daran arbeiten könnte?
Du schaffst hier eine Kausalität: Das Klassengefüge ist aus dem Gleichgewicht, weil es diese Vorkommnisse gab. Es ist nicht gesagt, dass das kausal ist.Es hängt viel von den Klassen an sich ab, von der Konstellation und Zusammensetzung der Schüler. Es gibt Klassen, die nie im Gleichgewicht sind, egal was los oder nicht los ist. Es gibt tiefenentspannte Klassen, in denen viel passieren kann und die trotzdem recht gleichgewichtig sind. Klar, wenn ständig was los ist, ist das Risiko, dass das Gleichgewicht gestört ist, größer. Was man dann tun kann? Siehe oben: Regeln, Rituale, Struktur, Abläufe, Classroom Management, soziales Lernen (da gibt es verschiedene Konzepte, z.B. Lubo aus dem All, Schatzsuche mit Ferdi), Teamspiele, gemeinsame Ziele, Klassenrat...
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Berlin: Alle zwei Jahre verpflichtend für alle (Lehrkräfte und Erzieher/innen).
Wir haben in den Vorbereitungstagen immer jemanden da, der das durchführt, da hatten wir auch immer kinderunspezifische Fortbildungen.
Letztes Jahr habe ich am gleichen Tag an einer anderen FoBi teilgenommen und dann einen Gutschein bekommen, mit dem ich zu bestimmten Anbietern gehen konnte. Dafür habe ich eine Unterrichtsbefreiung bekommen und hatte dann von 8 bis 16 Uhr Kurs. Die Frau hat neben den Erwachsenen-1.-Hilfe-Anteilen auch kinderspezifische Anteile eingebracht und frauenspezifische Themen (atypische Herzinfarktsymptome bei Kollegin als Beispiel). (Wiederbelebung auch mit Erwachsenen-, Kinder- und Babypuppen, da es eine gemischte Gruppe auch mit Tagespflegeeinrichtungsmitarbeitern war, die auch mal Babys zu Gast haben.)In meiner alten Schule hatten wir einmal eine Zusatzschulung durch einen Arzt, als wir ein Kind mit schwerer Allergie und Notfallpen einschulten.
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Wenn ich jemals eine erste Klasse hätte, würde ich unbedingt dich als Parallelkollegin haben wollen, Conni!
Dankeschön! Ich bin leider bei Stress auch schnell unleidlich. In meiner Ex-Schule bekam ich immer Beruhigungsduschbad mit Lavendelduft, Freudeduschbad mit BASF-Duft und Bambustee ("Zen - innere Ruhe auch für SIe") geschenkt. Das Zeug schmeckt furchtbar und wird leider auch nicht schlecht, sodass man noch brauchbare Lebensmittel wegwerfen muss.
Bzgl. der Eltern: Genau, die stoische Ruhe, freundlich-kompetente Schallplatte. Guter Tipp!
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Meine Parallelkollegin hat jetzt (nach 5 Tagen) schon die 1, 2, das M und das I eingeführt.Als ich noch in der 1/2 arbeitete, habe ich am Anfang für einen Buchstaben 7 bis 8 Deutschstunden aufgewendet (mit allen Übungen). Nach 4 bis 6 Wochen sind die grundlegenden Übungen bekannt, dadurch erhöht sich das Tempo, da die Kinder oft schon wissen, was sie tun sollen, sodass ich dann meist 6 Stunden pro Buchstabe (damals eine Woche, jetzt etwas weniger) hatte. Im letzten Drittel des Schuljahres waren es auch weniger, gerade wenn die Zeit drängte. Oft habe ich die letzten Buchstaben in die 2 mit rübergenommen, war ein wirklich schwaches Einzugsgebiet. Am Anfang der 2 ging es dann fix, alle Buchstaben abzuarbeiten.
In Mathe bin ich schneller vorgegangen und zwar deshalb, weil die Mengen vielen Kindern bekannt sind. Wenn sie dann eine Woche mit der Menge 1 rummachen, finden sie das blöd. Du übst sowieso (parallel?) das Erfassen und Zerlegen von Mengen, da würde ich mich nicht an einzelnen Mengen so lange aufhalten.
Ich habe den Ziffernschreibkurs relativ schnell absolvieren lassen (meist 2 Ziffern pro Woche) und parallel Übungen zu den Mengen durchführen lassen sowie Übungen, die man eher dem Vorschulbereich zuordnet.
Langsamer bin ich nur geworden, wenn es deutliche Probleme bei einigen Kindern gab.
Ich bin mir jetzt nicht mehr ganz sicher, ich meine, dass ich in der ersten Woche nur eine Ziffer eingeführt habe und ab der zweiten Woche 2 pro Woche.Zitat von "kneipentour"Ich finde das viel zu schnell weil ich denke, dass die Kinder auch ankommen müssen und sich kennen lernen.
Außerdem würde ich gerne basale Fähigkeiten intensiver trainieren.
Ankommen und Kennenlernen sind sehr wichtig. Die neue Umgebung, die Veränderungen zum bisherigen Leben sind immens und das ist sehr anstrengend, da muss das Gehirn sehr arbeiten (neue Nervenverbindungen bauen etc.) Das braucht alles Zeit.
Ich persönlich habe immer ein Vierteljahr parallel zum regulären Matheunterricht der 1. Klasse das laufen lassen, was früher Vorschularbeit war und würde bei jeder neuen ersten Klasse auch einen Teil der Zeit dafür verwenden - je nach Einzugsgebiet durchaus weniger.
Den Eltern habe ich bei der ersten Elternversammlung immer ein Haus mit Löchern im Keller und Erdgeschoss gezeichnet, das muss beeindruckend gewesen sein. Dadurch konnten die Eltern es nachvollziehen, dass man sich länger irgendwo aufhält.Zitat
Nun bekomme ich gesagt, dass die Kinder und Eltern erwarten, dass
endlich etwas gelernt wird und ich mich nicht zu lange aufhalten soll
weil es ja noch sooo viel gibt, was in diesem Schuljahr geschafft werden
muss.Wer sagt das? Die Parallelkollegin? Die Eltern?
Ja, die Kinder wollen lernen. Daher der erste Buchstabe direkt in den ersten Schultagen. Danach kannst du ihnen erklären, dass sie die Übungen für die Buchstaben ja auch neu lernen und du möchtest, dass sie die gut können.Was du aber im Auge behalten solltest:
Die Lehrpläne sind vollgestopft, der neue RLP hat die Situation eher verschlechtert. Insbesondere in Mathe.
Du musst also auch ein gewisses Tempo wahren.
In Mathe sind die großen Knackpunkte des 1. Schuljahres (oder waren es zumindest an meiner ehem. Schule) die Operation "Subtraktion", das Festigen der Zahlzerlegungen bis 10, die Analogieaufgaben im ZR bis 20 und das Rechnen mit Zehnerübergang. Dafür brauchst du Zeit, insbesondere für die Zerlegungen und den Zehnerübergang. Wenn du anfangs sehr langsam vorgehst, fehlt dir am Ende die Zeit, um den Zehnerübergang zu festigen und das rächt sich im 2. Schuljahr, in dem der Lehrplan eher noch voller gepackt ist.In Deutsch hast du diesen Packen von Buchstaben und Buchstabenverbindungen nebst Druckschrift und Lesenlernen als wichtigste Punkte.
Das dauert ebenfalls. Wie gesagt, bei mir hat es z.T. bis in die 2. gereicht, man könnte es aber mit der zusätzlichen Deutschstunde jetzt doch vielleicht in der 1 schaffen, auch in nicht ganz so gutem Einzugsgebiet, das wäre aus meiner Sicht besser.
Hier ist die Lage aber etwas anders als in Mathe, da Lesen und Schreiben mit dem Buchstabenlehrgang verflochten sind und du alles gut koppeln kannst, sodass du kein ganz schwieriges Thema am Ende noch "offen" hast.Ich würde an deiner Stelle jetzt etwas mehr Zeit verwenden, um den Kindern die Zeit zum Ankommen zu geben. Ich würde basale Übungen mit einstreuen, soweit sinnvoll. Ich würde ab der nächsten Woche etwas schneller den Ziffernschreibkurs absolvieren lassen und bei den Buchstaben das Tempo erstmal so beibehalten.
Je nach Einzugsgebiet würde ich versuchen, die Eltern (z.B. per Elternbrief) zu informieren und proaktiv Verständnis für dein Tempo zu wecken. Die Eltern sehen ja nicht, was noch hinter so einem Buchstaben steckt. Arbeitshefte / -Blätter mitgeben, zeigen und erklären lassen. Elternversammlung nutzen. Bild vom Hausbau, gutes Fundament. Und nienimmernicht sagen, dass es deine erste 1. Klasse ist!(Ich habe das Problem mit den Parallelkolleginnen gerade zwei Jahrgänge weiter. Ich bin in Mathe jetzt noch nicht so weit wie eine Kollegin vor 9 Tagen. Ich versuche mich immer selbst zu beruhigen.)
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Bei mir haben die Lücken im Lebenslauf auch nur die Rentenkasse interessiert.
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Welcher Studiengang ist das genau? Ich meine, dass im Zuge der Inklusion die Bestrebungen dahin gingen, Sonderpädagogik als offizielles Fach in das Grundschullehrerstudium zu integrieren, damit man keine Sonderpädagogen mehr braucht für die Inklusion an Grundschulen. (Damals stand auch E13 noch nicht zur Debatte.)
Ich weiß nicht, wie es sich nun entwickelt hat.Fakt ist: Als Grundschullehrerin musst du sonderpädagogische Kenntnisse haben, egal woher, um in Berlin unterrichten zu können.
Als Sonderpädagogin kannst du auch in Grundschulen eingesetzt werden. Momentan suchen die Grundschulen händeringend - nicht nur Grundschullehrer sondern auch Sonderpädagogen, die haben was von "Goldstaub". In 5 Jahren wird es vermutlich mehr Grundschullehrer geben, aber Sonderpädagogen immer noch Mangelware sein.
Deine Chancen, an einer Grundschule zu landen, sind sehr gut, solange die Förderzentren weiter reduziert werden.Es gibt allerdings unterschiedliche Konzepte, Sonderpädagogen einzusetzen, mal 3 Beispiele selbst im Berliner Schulbetrieb erlebt:
A: Sonderpädagogen haben eine Klassenleitung und ein paar Stunden für die Sonderpädagogik. Sie reiben sich auf, weil sie ständig von hilfesuchenden (und manchmal hilflosen) Kollegen angesprochen werden, für die Beratung die Zeit fehlt und sie sich kaum noch um ihre Klasse kümmern können wegen der vielen zusätzlichen Aufgaben.
B: Sonderpädagogen haben keine Klassenleitung, viele Förderstunden und etwas Fachunterricht. Wenn Vertretung anfällt, müssen sie vertreten. Mit viel Glück ist es eine gut funktionierende Schule mit freundlicher Schülerschaft, dann ist vertreten ganz gut machbar und der Krankenstand niedrig.
C: Sonderpädagogen haben keine Klassenleitung und erteilen ausschließlich Förderunterricht / Tandemunterricht / Temporäre Lerngruppen. Das Vertretungskonzept sieht so aus, dass sie nur im absoluten Notfall zur Vertretung eingesetzt werden.
Wie es ist, wenn du fertig bist, weiß niemand, aber im Zweifelsfall suche dir halt eine Schule, die ein Konzept hat, welches dich anspricht.Bezüglich der Fächer:
Sachunterricht muss jede/r unterrichten und die meisten arbeiten sich ein. Es fällt dadurch oft etwas "hinten runter", es gibt keine Fachkonferenz oder sie läuft zusammen mit NaWi / GeWi unter "ferner liefen".
Englisch ist in Berlin an einigen Schulen überrepräsentiert. Das kommt daher, dass vor ca. 10 Jahren in den östlichen Bezirken viele Lehrerinnen aus der Sek I an die Grundschulen geschickt wurden und viele haben dann eben Englisch oder "Neigungsfach Englisch" (umgelernte Russischlehrerinnen). An einigen Grundschulen herrscht aber auch Englischlehrermangel.
Wenn du ein chancenreicheres Fach möchtest, eher Englisch, ansonsten besser das, was dich interessiert. Es wird voraussichtlich noch einige Jahre Lehrermangel geben und die Studienplätze wurden ja nun nicht über alle Maßen aufgestockt. -
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