Oh Himmel, du machst mir Mut...20 Jahre lang bin ich mit den Jahrgangsstufen 8 - 10 problemlos unterwegs gewesen, aber jetzt (nach meinem Schulformwechsel) droht mir das Schullandheim mit allen Fünftklässlern gleichzeitig. Gut, es sind die beiden anderen Klassenleiterinnen sowie der Konrektor dabei... aber trotzdem. Nach deiner Schilderung bin ich grad seeehr nachdenklich...
Das waren jetzt aber wirklich auch Extreme, weil zum Teil Brennpunktschule. So richtig schlimm war nur der Beginn einer Klassenfahrt, bei der es die beiden Verletzten/Kranken gab. Die Begleitung meiner Klasse war dann 6 Stunden weg in der Notaufnahme, die Eltern sahen sich außerstande, ins Krankenhaus zu kommen, das Geld für die Rückfahrt im Taxi habe ich immerhin von der Unfallkasse erstattet bekommen und wir konnten die Eltern dazu bewegen, am nächsten Tag das leichenblasse Kind mit der suppenden (und im Verlauf der Woche eiternden Wunde) abzuholen. Die Begleitung der anderen Klasse kümmerte sich um das Kind mit hohem Fieber und Influenza-Symptomen, das wir quasi in Quarantäne geschickt hatten. Der Klassenleiter der anderen Klasse und ich mussten nun die Kinder dazu bringen, ihre Sachen auszupacken und die Betten zu beziehen, während ein weiteres Kind wegen Heimweh losheulte und betüddelt werden musste und aus meiner Klasse sich die ersten so stritten, dass sie sich fast schlugen und schon die ersten Zimmer getauscht werden mussten. Der Rest brüllte und schrie und sah unsere Ansagen als unverbindliche Handlungsmöglichkeiten an. Da hätte ich am liebsten zusammengepackt und das ganze abgebrochen. Als am zweiten Tag, achdem beide kranke / verletzte Kinder abgeholt worden waren und der Rest einen anständigen Einlauf verpasst bekommen hatte, wieder einigermaßen Normalität einkehrte, lief es dann mit meiner Klasse auch gut.
Auf der anderen relativ stressigen (aber nicht so schlimmen) Klassenfahrt hätte man einen Teil der Probleme vorhersehen und rechtzeitig gegensteuern können, ich habe als Begleitperson der Fahrtenleitung Vorschläge gemacht und sie in ihren Entscheidungen unterstützt ("einheitliches Handeln"). Ich als Fahrtenleiterin hätte an manchen Stellen anders / strenger gehandelt.
Die anderen beiden Klassenfahrten waren bis auf kleinere Probleme, die sich klären ließen, völlig in Ordnung und es war schön, unsere wirklich netten Klassen mal ganz anders zu erleben.
Ich drücke dir die Daumen für eure Klassenfahrt. Du bist erfahren und bekommst das sicher hin - und die anderen Lehrer/innen auch.