Beiträge von Conni

    Was sind denn das für Coaches, gibt's die flächendeckend?

    In Berlin gibt es für Schulen, die schlecht in der Schulinspektion abschneiden extra Berater, die hießen "Pro Schul", möglicherweise haben die sich inzwischen auch umbenannt.
    Ferner hatten wir SchoolTurnaround (Bosch-Stiftung) in der Schule, das betraf nur einen gewissen Anteil von Schulen in Berlin, i.d.R. welche mit hohen Durchfallquoten beim MSA - und ein paar wenige Grundschulen mit großen Problemen. (Eines unserer großen Hauptprobleme war z.B. immer ein sehr deutlich sanierungsbedürftiges Schulgebäude, für das ein Neubau geplant war und als der gestrichen wurde, haben wir SchoolTurnaround mit ein paar zusätzlichen Geldern bekommen, natürlich nicht für die Sanierung des Gebäudes, aber für ein Fußballtor zum Beispiel und bezahlte Fortbildungen, auf denen jemand mit großer Fehlerfreundlichkeit uns Aufgaben für die Sekundarstufe I vorstellte.)

    Hast du die Schule dann gewechselt? Gestern habe ich mit einer GS-Kollegin aus der Beratung telefoniert, zu der ich einen ganz guten Draht habe. Sie hat mir ebenfalls von ihren Erfahrungen berichtet, wie es für sie so unerträglich wurde, nachdem ein SL-Coach Einzug gehalten hat. Sie machte mir wenig Aussicht auf eine Besserung. Sie meinte, es dauere unter Umständen Jahre, bis solche Schäden behoben seien.

    Ja, ich habe die Schule gewechselt. Jetzt ist es viel besser und effektiver.


    Die Stimmung bei uns ist derzeit echt sehr weit unten und die SL bei manchem nur noch gereizt. Seitdem so ein Coach unsere Schulleitung "berät", werden immer verquerere Entscheidungen getroffen und Entwicklungs"prozesse" angestoßen, die eine vorherige funktionierende Struktur zerstört haben. Wir drehen uns echt ständig im Kreis in nahezu wöchentlichen Konferenzen, schreiben die immer gleichen Probleme/Themen irgendwohin, ohne die mal wirklich anzugehen. Klassenkonferenzen kann man praktisch nicht mehr am Konferenztag ansetzen, weil da immer eine Konferenz liegt, also legt man sie in Pausen. Rückmeldungen dazu wurden entweder abgewürgt, ignoriert oder man wurde wie ein kleines Kind behandelt

    Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Mit zwei Konferenznachmittagen, einem potenziellen Klassenkonferenznachmittag und einem potenziellen Fortbildungsnachmittag pro Woche, alle immer freizuhalten.
    Wir hatten aber auch richtig teure Coaches von ganz offizieller Seite, vielleicht daher die zusätzlichen Nachmittage?
    Ich habe lange Zeit gehofft, dass es besser wird.

    Ich drücke dir die Daumen für die Umsetzung an die neue Schule!


    Interessanter finde ich den zweiten Teil der Studie, in welchem es um die Verarbeitungsgeschwindigkeit von Stereotypen ging. Ehrlich gesagt hatte ich sogar die ganze Zeit gedacht, der erste Teil hätte nur dazu gedient, die Teilnehmer auf eine bestimmte Spur einzuschießen, um dann anhand der Verarbeitungsgeschwindigkeit andere lustige Dinge festzustellen.

    Ja, kann sein. Und: Diese Teile (ich habe ebenfalls schon mehrere Studien mit ähnlichen Aufgaben gemacht) gehen immer vom Klischee aus. Die Klischeekopplung findet zuerst statt. Schwierig finde ich anschließend immer das Umlernen der Tasten und frage mich jedes Mal, ob es wirklich so aussagekräftig ist.
    Ich hätte mal Interesse an den Ergebnissen, wenn man die NIchtklischeekopplung zuerst lernt (also Türkisch+leistungsstark zuerst koppeln) und dann in die Klischeekopplung umlernen muss.

    Und wie CDL schon schrieb: In unseren Schulen gibt es Schüler mit deutsch klingenen Vornamen, die nichtdeutscher Herkunft(ssprache) sind. Lukas hatte ich jetzt noch nicht, aber schon Kinder irischer, polnischer, italienischer, rumänischer, türkischer und vietnamesischer Abstammung mit Namen wie Sandra, Julia, Dexter (nicht der Ire), Arian, Ralf, Leon, Jana etc. Für mich war Lukas in der Studie keinesfalls klar ein deutscher Schüler.

    Anders herum haben deutschstämmige Kinder nicht immer deutsch klingende Namen.

    Das Problem ist - wie Nele es schrieb - dass Sie als ganz junger Mensch eine Studie erstellen müssen und dabei auf eine Zielgruppe treffen, die eine Vielzahl von klischeeerweichenden Erfahrungen mitbringt.

    Wenn man allerdings die Beschreibung des deutschen Schülers erhält, sehe ich keinen Grund, wieso jemand vermuten sollte, dass die parallele Versuchsbedingung die gleiche Beschreibung mit türkischem Namen erhalten hat.

    Wieso sollte man das nicht vermuten? Ungerechtigkeiten bei der Leistungsbewertung sind bereits seit meiner Studienzeit (2. Hälfte der 90er-Jahre) Thema, danach auch im Referendariat und ich habe schon ähnliche Umfragen ausgefüllt. Ergebnisse von Studien (sinngemäß: "Kinder mit deutschen Namen werden besser bewertet." / "Leistungsbewertung ist sowieso subjektiv.") gehen ständig durch die Medien. Ein Teil der Lehrer ist hier stark sensibilisiert.
    Ohne hier einen Kommentar gelesen zu haben war ganz genau das meine allererste Vermutung.
    Vielleicht hätten Sie die Umfrage - wie auch immer - in einem von der digitalen Medienwelt abgeschnittenen Teil der Lehrerschaft durchführen sollen, damit niemand das für Sie unmöglich Erscheinende vermuten würde?

    Zitat von nico_97

    Ich habe auch den Eindruck, dass hier ganz stark vermutet wird, man versuche, Lehrer schlecht dastehen zu lassen (welcher vor allem wegen der Kommentare bzgl. einer möglichen Publikation der Bachelorarbeit entstanden ist...ich kann Entwarnung geben, es ist eine Bachelorarbeit, wer soll die publizieren???). In der Forschung zu Beurteilungsverzerrungen geht man ja gerade davon aus, dass solche Prozesse unwillkürlich ablaufen. Somit wird auch keine Schuldzuweisung impliziert.

    Das Problem ist, dass die Forschungsarbeiten dann durch die Medien gehen und es dort doch zu Schuldzuweisungen kommt. Egal, wie es von der Forschung gemeint war. Und da haben eben schon viele vor dir geforscht, sodass du da ein wenig auf verbrannter Erde rumläufst.

    Wie möchtest du denn diejenigen aussortieren? Ich dachte die Studie wäre anonym?

    Das sehe ich genauso. Es wurde anonym geantwortet und jetzt sollen sich die Leute melden?
    Eine gute Idee für die nächste Umfrage wäre es, das als letzte Frage einzubauen ("Ja, ich habe nach bestem Wissen geantwortet, meine Eingaben können verwendet werden." - "Nein, ich habe Quatsch eingegeben, die Umfrage zum wiederholten Male gemacht, meine Katze über die Tastatur gejagt etc.")

    Vielen lieben Dank! fühle mich verstanden, da geht's mir gleich besser.

    kann man das? Ich hörte auf diese Frage ein "Das muss reichen, dass ich das Herrn Müller sage und der das Ihnen sagt."

    Ich würde an Herrn Müllers Stelle darauf beharren, aus unguter Erfahrung heraus. Mir wurde aus so einer mündlichen Anordnung im Gespräch mit Personalrat ein Missverständnis, das alleine an mir lag, zurechtgedreht.

    Zitat von krabappel

    beruhigt zu wissen, dass die Masche bekannt ist. Leider möchte sich niemand anlegen. Schön wär's, wenn mal einer mit dividieren würde :(


    Tja, das kenne ich nur zu gut. Leider. Jeder hat irgendeinen Grund, um sich nicht anzulegen. Aus der Erfahrung heraus würde ich versuchen, mich so wenig wie möglich anzulegen und die Schule zu wechseln. Einmal so eine Erfahrung reicht. Leider fällt es mir unglaublich schwer, mich nicht anzulegen, wenn etwas so schief läuft.
    Ich habe meiner Schulleiterin beim letzten Umsetzungsantrag gesagt, dass es nicht an ihr liegt, dass ich den Antrag stelle. Das hat sie dann zweimal vor dem gesamten Kollegium zitiert und die meisten wussten sicherlich, wie ich es gemeint hatte.

    Ich wünsche dir/euch viel Kraft!

    In meiner Klasse bin ich die einzige, die fließend Deutsch spricht. Die Kinder sprechen (bis auf mein einziges deutsches Kind) von leicht über stark gebrochen bis gar nicht Deutsch. Ich weiß, dass das nicht in jeder Klasse so ist, aber ganz egal wie viele Kinder mit Migrationshintergrund es gibt: sie brauchen ein Sprachvorbild, und Sprachvorbild können in Großstädten je nach Klassenzusammensetzung oft nicht die anderen Kinder sein.
    Wenn der Lehrer nun auch kein fließendes Deutsch spricht, wie sollen die Kinder es dann lernen?

    Dem muss ich mich leider anschließen. Auch wenn ich finde, dass Lehrkräfte mit Migrationshintergrund die Schulen bereichern können, Sprachvorbilder müssen sie trotzdem sein.
    In Berlin benötigen sie übrigens ein C2-Zertifikat, um ins Referendariat zu kommen. Aber selbst das lässt immer noch ganz leichten Dysgrammatismus zu. (Letztes Jahr in meiner einzigen Hospitationsstunde an der Tafel bei einer Kollegin gesehen, Deutschunterricht: "die Plakaten", dazu mündliche Grammatikfehler und wortreiche Umschreibunen, weil der Kollegin bestimmte Wörter nicht einfielen; mehrere Kinder haben diese Umschreibungen gar nicht verfolgen können.) Die Vertretungskräfte in Berlin haben nicht unbedingt das C2-Niveau. Sie können dann zwar gut Deutsch, aber wenn man in unteren Klassen Deutschunterricht im Brennpunkt erteilt, muss man Sprachvorbild sein für Kinder mit Migrationshintergrund und oft genug auch für Kinder, deren Vorfahren seit vielen Generationen Deutsch sprechen.

    Na das dauert doch auch noch länger, da müssen sie uns doch erst anschreiben, dazu haben sie maximal 3 Monate Zeit, dann müssen wir erst antworten, dass wir auch ganztägig gestreikt haben (das wird bei uns interessant, eine Kollegin hat erst zwei Stunden Arbeit geschrieben, ich war nach dem Streik beim Bezirkslehrerausschuss usw. also alle nicht ganztägig) und erst dann wird das mit der nächsten Abrechnung abgezogen. Vor 2 Jahren hat das ca. 6 Monate gedauert.

    Echt? Das letzte Mal, dass ich gestreikt habe, ist so lange her, kann mich gar nicht erinnern.

    Ich bin verwundert.
    Wir hatten mehrere Kolleginnen mit Studienabschlüssen aus Nicht-EU-Ländern an meiner ehemaligen Schule. Zum Teil wurde ihr Studium anerkannt und sie mussten nur die C2-Prüfung ablegen, zum Teil mussten sie etwas nachholen.
    Ich bin verwundert, dass in anderen Bundesländern erst jetzt darüber nachgedacht wird und dass offenbar Diskussionsbedarf dazu besteht.

    Zunächst liebe ich es Kindern neue Dinge beizubringen, sie zum kritischen Denken anzuregen und für neue Dinge zu begeistern.

    Kindern neue Dinge beizubringen - in welchem Kontext? Ein Kind, 4 Kinder, 28 Kinder? Interessierte Kinder? Kinder, die es nicht interessiert oder die sich nicht fokussieren können?
    Zum kritischen Denken anregen: So weit sind sie in der Grundschule oft noch nicht. Da geht es darum, die Grundlagen "einzuschleifen": Viele Kinder müssen Denk- und Lösungswege überhaupt erst einmal lernen. Kritisches Denken hast du ab Klasse 3/4 bei den sehr leistungsstarken Schülern, vielleicht 2 in der Klasse.

    Zitat von vanessa_42

    Ich spiele nebenbei auch Musik,türkische Laute, hatte eine klassische Gesangsausbildung.

    Joa, da kannst du dann Musik in vielen Klassen unterrichten, wenn es keine / zu wenige Musiklehrer an deiner Schule gibt. Das kann ein absoluter Knochenjob sein. Ich empfinde Mathe (fachfremd) und Deutsch als wesentlich entspannter.

    Zitat von vanessa_42

    Ich lerne Griechisch, hatte Spanisch und habe 2 Jahre in Australien gelebt, was mein Englisch enorm verbesserte.

    Wenn dann wieder ein Musiklehrer da ist und eine Englischlehrerin ausfällt, kannst du dich in Englisch einarbeiten, prima.

    Zitat von vanessa_42

    Ach ja, ich kann auch Zeichnen und war früher einer der besten in Kunst.

    Das qualifiziert jetzt nicht wirklich für den Kunstunterricht, da ist Zeichnen nur ein ganz kleiner Teil. Aber wenn mal kein Kunstlehrer da ist und gerade Bedarf ist, kannst du schnell noch einspringen.


    Zitat von vanessa_42

    Wie kommt ihr eigentlich in den Schulen mit der Zeiteinteilung zurecht (Grundschule vs Sek)? Ich habe von Gruselgeschichten gehört, wo Menschen bis zu 60 Std. arbeiten, am burnout sind.

    Das sind keine Gruselgeschichten, das ist relativ normal in der Anfangszeit.
    Auch in der Grundschule als Quereinsteigerin. Auch im Referendariat, vor allem, wenn man sich in die Grundlagen der Didaktik und Methodik sowie in Grundfragen der Pädagogik einarbeiten muss. Quereinsteiger haben z.T. auch schon Klassenleitungen an der Grundschule, die können sehr viel Zeit kosten.
    Mit deiner Vielseitigkeit kann es eben passieren, dass du alle paar Jahre oder auch Jahr für Jahr in anderen Klassenstufen und Fächern eingesetzt wirst und dich jedes Mal neu einarbeiten musst.

    Zitat

    Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, was könnt ihr mir als Ratschlag geben, um nicht in die Falle des burnouts zu gelangen?
    Welche Strategien habt ihr?

    Dazu gibt es einen oben angepinnten Beitrag hier im Forum.

    Aus meiner Sicht würde ich dir auch raten, dir das ganze anzuschauen, also Praktikum z.B.

    Meine Ex-Chefin sagte immer, sie empfiehlt, nur dazwischenzugehen, wenn wir uns selber nicht gefährden. In der Grundschule.
    In meiner damaligen 3. / 4. Klasse war ein Schüler, der ungefähr so groß war wie ich, ca. 80 kg und wenn er sich angegriffen fühlte (z.B. durch ein Wort, das er nicht richtig hörte, da er eine Wahrnehmungsstörung hatte und etwas anderes verstand oder einen Blick), wurde er ein Dino, rastete komplett aus. Es liefen mal 3 schlanke Kolleginnen hinter ihm her und versuchten erfolglos, ihn festzuhalten.
    Zum Glück müssen wir den Schülern keine Schraubenschlüssel in die Hand drücken.

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