Danke für die Links! Interessant!
"Wie können Personen mit MS nun eine Verbeamtung durchsetzen?
Personen mit einem leichten Verlauf ohne, bzw. mit nur geringen MS bedingten Einschränkungen und einer günstigen fachärztlichen Prognose hinsichtlich des weiteren Verlaufs ihrer Erkrankung können verbeamtet werden.
Das Verwaltungsgericht Stuttgart geht in einem solchen Fall davon aus, dass zwar nicht mit absoluter Sicherheit, jedoch mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eine vorzeitige Dienstunfähigkeit ausgeschlossen werden kann."
Aber der Satz:
"Die Verbeamtung aus gesundheitlichen Gründen zu versagen geht heute kaum noch."
scheint mir nicht richtig, denn hier geht es doch darum, dass eine individuelle Entscheidung des Amtsarztes angegriffen wird, und nicht generell, dass es diese Selektion gibt.
Deinem Zitat aus dem Link geht Folgendes voran:
"Eine Sonderregelung gibt es für schwerbehinderte Personen. Bei ihnen reicht es aus, wenn eine voraussichtliche Dienstfähigkeit für mindestens 5 Jahre prognostiziert wird. Dadurch wird für viele an MS erkrankte Schwerbehinderte eine Verbeamtung möglich. Probleme gab es aber häufig bei MS-Betroffen ohne Schwerbehinderung, da sie durch das Raster fielen."
Darauf bezieht sich m.E.n. der von dir zitierte Teil.
Und danach:
"Eine weitere Möglichkeit besteht durch die Vorlage eines Schwerbehindertenausweises. Wie oben bereits dargestellt besteht für Schwerbehinderte ja eine niedrigere Zugangshürde hinsichtlich der Prognose der Diensttauglichkeit. Über eine Schwerbehinderung kann sicherlich häufig eine Verbeamtung erreicht werden."
Und einen Ausschluss für die Verbeamtung:
"Nur für Personen mit rasch voranschreitender MS, bei denen voraussichtlich keine 5 Jahre Diensttauglichkeit prognostiziert werden kann, ist wohl auch weiterhin keine Verbeamtung möglich."
Die rasch voranschreitende MS macht nur einen kleinen Teil der Erkrankungen aus. Viele haben Schübe, deren Einschränkungen dank weiterentwickelter Medikamente heute jahrelang mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder (fast) vollständig verschwinden. Je früher behandelt / erkannt, desto besser. Daher gibt es auch nicht mehr per se einen GdB von 50 und damit den Schwerbehindertenstatus bei MS. (So die Infos aus dem Freundeskreis, wo es gerade eine frische Diagnose gibt.)
Und ja, früher war das ganze viel strenger. Bei mir hat die Amtsärztin damals wegen einer 2/3-Stelle gezetert, weil ich ein leichtes, gut eingestelltes allergisches Asthma hatte.