Beiträge von Conni

    So viel zur Theorie bzw. zum Vorhaben/Willen des neuen RLP 1-10 in Brandenburg. Ob das so funktionieren wird, bleibt dahingestellt. Der allergrößte Oberhinkefuß für mich persönlich ist die Leistungsbewertung. Da hat sich wieder keiner getraut. Da ist alles alt geblieben, so dass es nun den erklärten Willen, Niveaustufen und damit auch Differenzierung/Individualität im RLP abzubilden, ad absurdum führt.

    Genau. Es passt nicht zusammen.
    Das verunsichert wieder, jede Schule macht "irgendwie ihr Ding", bestenfalls. Auf einer der Regionalkonferenzen wurde gesagt, alle Kinder müssen die gleichen Klassenarbeiten schreiben, egal ob Nachteilsausgleich oder nicht. D.h. unter Umständen ist ein großer Teil der Aufgaben in der Klassenarbeit für den Schüler ganz neu. Wir sollten dann halt die 6 geben und bei anderen Noten, z.B. mündlich oder bei TÜs ausgleichen. Wie motivierend.

    Viele Themen werden in jeder Klassenstufe neu behandelt. Da kann man durchaus "sparen": Ich habe z.B. Gewicht und Rauminhalt in der 3 nicht thematisiert, das kommt in der 4 aber nochmal. Dann muss man da die Einführung mit machen.
    Leider hilft das bei uns auch viel, dann mache ich alles Grundlegende. Teilweise reicht es nicht einmal dazu, dafür gibt es Spezialabsprachen in der Fachkonferenz bzw. der bezirksweiten Regionalkonferenz (wir haben sehr viele Brennpunktschulen im Bezirk).

    Gegen Ende des Schuljahres gibt es dann mitunter geballt "Mathe-Tage": 1 Woche Uhr mit 2 Stunden täglich, 1 Woche Geld mit 2-3 Stunden täglich. Da ist mir dann auch der Stundenplan egal.

    Leider habe ich in Deutsch das gleiche Problem, das liegt aber am Einzugsgebiet.

    Gerade deswegen kann ich diese Ablehnungshaltung nicht verstehen - weil in der Praxisphase hatte ich das Feedback von Mentorinnen, den Dozent*innen und den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst und es war wirklich hilfreich und praxisnah. Hilfreich übrigens auch für die Mentorinnen sprich Lehrerinnen, die dabei waren, die durchaus interessiert an den und offen für die Tipps in der Nachbesprechung waren. Die Schule arbeitet auch nicht umsonst in manchen Bereichen eng mit der Uni zusammen und Kommiliton*innen berichten nicht umsonst stolz davon, wenn manchmal die eigenen Ideen und die Ideen aus der Uni von den Lehrkräften selber übernommen wurden.Was machbar ist, habe ich ja nun in Ausschnitten erfahren dürfen. Und so schwer ist es nicht, Aufgaben in leichter Sprache zu formulieren; wirklich kooperative Lernformen umzusetzen; Selbstkontrollbögen einzusetzen, wenn es sich anbietet, statt eine Schlange von Schüler*innen vor dem Pult auf die Korrektur der Lehrkraft wartend stehen zu haben; sich richtige Unterrichtsthemen nach den Kriterien, die man in der Uni lernt, auszudenken; generell den Schüler*innen ein Ziel und einen Ablauf für die Stunde transparent zu machen etc. pp. Auch mal Kollegen oder Kolleginnen in den eigenen Unterricht zu lassen, Schüler*innen nach Feedback fragen, einfach offen für Anregungen sein und nicht alles als Angriff auf die eigene Person zu sehen, sondern als konstruktive Kritik, das werde ich wohl hoffentlich hinkriegen und das bekommen auch ganz, ganz viele Lehrkräfte jetzt schon hin.

    Ja, du hast Recht: Man bekommt tolle Anregungen und es ist nicht "so schwer".
    Ich habe eher das Problem: Ich habe so viele interressante (oder von der Schulleitung eingeforderte) Anregungen, wenn ich die umsetzen möchte/muss, dann würde ich statt 7 Deutschstunden 14 und 12 Mathestunden statt 5 benötigen, um den Rahmenlehrplan halbwegs umzusetzen. (Und dabei sind sich Schulleitung und Universität einig: Der Rahmenlehrplan muss umgesetzt werden.) Man kann einzelne kleine Anregungen umsetzen - aber man muss immer auf die Uhr schauen. Und nein, "ein bisschen was weglassen" tue ich sowieso schon, denn wir sind hier der Brennpunkt, wir schaffen eh nicht alles und "huschen" über vieles nur drüber, damit einige Dinge so viel geübt werden können, dass sie beherrscht werden.
    Ausdenken und Freiarbeitsmaterialien erstellen: Ja, geht. Wenn man Zeit hat, wenn der Kopf frei ist etc. Wir sind aber so mit der "Schulentwicklung" beschäftigt und dazu mit Klassenleitung, LRS, Rechenschwäche, sonderpädagogischem Förderbedarf, Gesprächsrunden mit X Lerntherapeuten, Familienhelfern etc. - Ich kann nicht mehr denken, meine Kreativität kommt nur noch an verlängerten Wochenenden und in den Ferien wieder zum Vorschein - und dann bin ich so kaputt von der Schulzeit, dass ich diese Zeit zum Erholen und Abarbeiten des vorher Nichtgeschafften brauche, dass ich einfach kaum noch dazu komme, Neues zu erstellen, schon gar nicht Basteleien. Die mir zur Verfügung stehende Zeit, um außerhalb der Arbeitsgruppen, Konferenzen, Projektgruppen, Jahrgangssitzungen, Betüddelung von Neueinsteigern etc. noch Unterricht vorzubereiten, reicht für 2/3 der Stunden für schnöden Frontalunterricht-Einzelarbeit-einfache Partner- oder Kleingruppenarbeit. Wenn ich also etwas Umfangreicheres vorbereite, dann nehme ich die Hälfte der benötigten Zeit (bestenfalls) von der Erholungszeit (oder Schlaf oder Essenkochen) und den Rest von der Vorbereitungszeit des übrigens Unterrichts. Und ich weiß, dass es bei anderen Kolleginnen, besonders denen mit Kindern, noch schlimmer aussieht. Da bekommen die LRS-Kinder dann eben keine extra für sie vorbereiteten Aufgaben.

    PS: Ich höre jetzt auf, hier OT weiterzumachen und widme mich weiter den Ferien. Ich merke, wie mich die Beschäftigung mit Schule und diesem ständigen, schulimmanenten Druck zwischen Wollen, Müssen, Sollen und Nicht-Können aufregt.

    Manche Lehrkräfte kommen nicht so gut mit Kritik klar. Dann starten die üblichen Abwehrreflexe und das ist ja nicht nur gegenüber universitären Institutionen zu beobachten. Andere Lehrkräfte im eigenen Unterricht werden in Form von Hospitationen oftmals abgelehnt; alles was von KMK, Schulverwaltung oder -leitung kommt sowieso, da die ja seit x Jahren nicht mehr wirklich / noch nie als Lehrkräfte gearbeitet haben; Empfehlungen von Gewerkschaften oder bei Fortbildungen seien zeitlich nicht umsetzbar [...] Interessanterweise werden die Schulbücher oder Unterrichtsmaterialien, die durchaus auch oftmals von Professor*innen und Dozent*innen konzipiert werden, dann teilweise einfach unkritisch übernommen und genutzt.


    Wenn man nicht sofort in eine Abwehrposition gerät, würde man vielleicht erkennen, dass das Thema Motivation nicht so pseudowissenschaftlich sein kann, es sei denn Psychologie ist eine Pseudowissenschaft. Denn das Konstrukt ist primär ein psychologisches, kein didaktisches. Man würde vielleicht auch erkennen, dass die Umfrage eventuell gar keine Kritik an Lehrkräften sein soll, sondern vielleicht nur das Lehramtsstudium evaluiert.

    Ich habe hier vor deinem Beitrag keine Kritik an Lehrkräften gelesen und kann deinen letzten Absatz nur unterstreichen. Es ist ein Konstrukt. Es macht Sinn, davon gehört zu haben (hätte ich gerne, ehrlich), aber die Brücke zur Praxis, muss sich jeder ganz alleine selber erarbeiten und jeder Lehrer muss sie quasi neu erfinden. Das ist es, was oft zu Kritik an "Universität" führt.
    Es ging um eine Umfrage mit tiefergreifendem psychologischem Wissen. Es ist frustrierend, wenn man etwas beantworten soll, was man nie gehört hat und nicht kann. Das war der Ausgangspunkt der Diskussion. Kein Abwehrreflex.
    Zum Thema "von oben": Ich war am Anfang meiner Lehrertätigkeit supermotiviert, habe bis spät abends und am Wochenende gearbeitet und hatte die gleichen Vorwürfe gegenüber "alteingesessenen" Kollegen wie du. Bis ich irgendwann gemerkt habe, dass eine Reform die nächste jagt. Von keiner dieser Reformen ist es besser geworden, im Gegenteil. Jede dieser Reformen müssen wir umsetzen, uns dazu Konzepte mit hübschen Formulierungen aus den Fingern saugen. Die Konzepte sind dann aufgrund Personal-, Sach- und Raummangels nicht umsetzbar - und das hat schon etwas damit zu tun, dass die Leute "oben" sich eine Idealschule vorstellen, von realen Schulen besonders in Brennpunkten aber kaum eine Ahnung haben. Die gucken mal 30 Sekunden in den Unterricht und das wars. Das kostet unendlich viel Kraft und Zeit. Irgendwann hat man keinen Bock mehr auf noch mehr Reformen. Ich kann die älteren Kolleginnen inzwischen gut verstehen und bin selber deutlich zurückhaltender geworden.
    Gleichzeitig kann ich mich aber noch an die Anfangszeit erinnern und gönne dir deinen Enthusiasmus. Nutze deine Energie, um möglichst viel zu bewirken.
    Und ja: Wenn ich all die Empfehlungen der Fortbildungen umsetzen wollte, dann müsste ich täglich bis 28 Uhr arbeiten und ich müsste Erwachsene in Form von Kindern vor mir sitzen haben, die das umsetzen könnten, was die Fortbildner uns beibringen.
    Nebenbei bin ich gegenüber Schulbüchern und den meisten Lehrerbänden sehr kritisch und setze davon zum Leidwesen meiner Schulleitung einiges anders um. ;)

    1. Meine Erfahrungen mit Schulbegleiterinnen sind sehr unterschiedlich. Da gibt es durchaus kompetente Menschen, aber es gibt auch welche, die die ganze Zeit am Handy spielen und sich in aller Lautstärke mit dem zu betreuenden Schüler auseinandersetzen. Da es sich um erwachsene Menschen, teilweise älter als man selber, handelt, hat man gewisse Hemmungen, diese zu maßregeln.
    2. Was ich persönlich als ungut empfinde: Die Besprechungszeiten, die man mit der Lernbegleitung nach dem Unterricht, bzw. bei Rundetischgesprächen hat, muss ich zusätzlich ohne Ermäßigungsstunden bzw. Bezahlung leisten. Bei den Lernbegleitern zählt dies als Arbeitszeit. Nach 6 Stunden Unterricht noch 60 oder 70 Minuten Besprechung ohne Ausgleich, mindestens einmal pro Woche, das nervt. Diese Besprechungen sind aber notwendig.
    3. Was ich mir dennoch wünschen würde, ist, dass Schulbegleiter dem zu betreuenden Kind nicht so viel abnehmen, bzw. grundsätzlich bei Problemen alles entschuldigen und auf die "Behinderung" schieben. Alle anderen sind Schuld. Komischerweise kann man bei Abwesenheit der Lernbegleitung Dinge einfordern, die diese nicht für machbar hält.

    Ich habe mal etwas am Zitat herumeditiert.
    1. und 3.: Dem schließe ich mich an.
    2. Bei uns stehen keine Besprechungszeiten zur Verfügung. Mal abgesehen von meiner Zeit, gibt es dafür keine Stunden für die I-Begleiter, denn die Stunden sind bei uns gedeckelt. Wir haben 20 Stunden für die ganze Schule, das sind im Schnitt 15 Minuten pro Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Dadurch bekommen das nur ausgewählte Schüler. Ich sehe die I-Helferin, die einen meiner Sch. in den Pausen begleiten soll, fast nie.

    Was ich mir noch wünsche:
    Ein gepflegtes Äußeres - es muss nicht "schick" sein. Zum Beispiel Jeans und Shirt ohne größere Löcher, die mehrmals monatlich die Waschmaschine von innen sehen; regelmäßige Haarwäsche; wenn möglich vollständige und geputzte Zähne.
    Ein nicht so häufiger Wechsel der Schulbegleiter: Derzeit wechseln die halbjährlich. Kaum haben sich alle aneinander gewöhnt, sind sie wieder weg und man fängt mit neuen von vorne an.
    Schön wäre, wenn die Schulbegleiter Grundwissen über die Störungsbilder und vor allem den Umgang damit, die die betreuten Kinder haben, mitbringen, z.B. bei Autisten oder Impulskontrollstörungen.
    Es wäre schön, wenn die Schulbegleiter die Empfehlungen und Wünsche der Lehrkräfte umsetzen. Wenn ich einem SB sage: "X. benötigt in der Pause Kontakt und Ansprache durch Sie. Bitte gehen Sie auf ihn zu. Lassen Sie uns das beim ersten Mal gemeinsam machen. Ab dem 2. Mal kennt X. Sie und Sie können alleine mit ihm sprechen.", dann meine ich das auch. Da nützt es dann wenig, wenn der SB am Schultor steht und in die Luft schaut. Kontakt und Ansprache gehen anders, z.B. mit dem Zugehen auf ein Kind, dem Verwenden der Stimme und Sprache und Augenkontakt. (Je nach Störungsbild, wie gesagt.)

    <Mod-Modus> Es kann sein, dass wir dich wegen nicht vorhandener Schreibberechtigung sperren müssen. Dann kannst du aber hier den Thread noch lesen.

    Ich finde ja, dass Humor solche Sachen vereinfacht - gerade wenn man keine Ahnung hat, sich vertut oder die Situation eh nicht ändern kann. Jahrelang an meiner Schule trainiert. Sorry, falls es etwas flapsig rüberkommt.
    Ich gehe übrigens auch öfter mal breit grinsend durchs Schulhaus. Wenn dann eine Kollegin sagt: "Dir geht es ja gut!" oder "Du lachst ja noch!" sage ich: "Klar, mein Berufsgesicht, lange geübt!" (Und im Endeffekt ist es auch so, es spricht einen dann viel seltener jemand an, weil er gerade über einen Schüler, eine Klasse oder die Situation an sich klagen will.)

    Ich war jetzt neugierig und habe mich an der Umfrage beteiligt. Leider bin ich an Frage 9 gescheitert. Da mir die Oberbegriffe kaum etwas sagten bzw. ich sie noch nie gehört hatte, habe ich da abgebrochen. Mir fehlte hier die Motivation, diese alle nach zugooglen (schreibt man das so?).

    Googeln? Ich habe geraten oder nachgedacht. Ich dachte, man solle da nur eigenes Wissen verwenden und gerade nicht googlen, da es darum geht, welche Ausbildung wir in puncto Motivation genossen haben. Kann aber verstehen, dass du abgebrochen hast. Da macht man nur weiter, wenn man eine niedrige Erfolgserwartung hat und sich deshalb nur zu leichte und zu schwere Aufgaben heraussucht. Zum Glück bin ich multiple... äh flexibel, ich kann meine Erfolgserwartung punktuell von Frage zu Frage ändern. :zahnluecke:

    Nicht zum Abreißen, aber zum Aufhängen gibt es solche Studien wohl tatsächlich. Nach einer (sagen wir umstrittenen) Studie gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Aufhängen der Klopapierrollen und der Persönlichkeit in der Form, dass man eher rezissiv ist, wenn man die Klorolle so aufhängt wie auf der linken Seite des Bildes zu sehen und eher dominant ist, wenn man es aufhängt, wie es auf der rechten Seite zu sehen ist :D

    Jetzt hatte ich eine durch externe Reize ausgelöste intrinsische Motivation, mal nach dem Clopapier zu schauen. Meine Erfolgserwartung war groß und da es sich - angesichts der aus meiner Reisetasche herausgesprungenen und zu überkletternden Wäscheberge - um eine mittelschwere Aufgabe handelte, war ich sehr erfolgreich beim Schauen.

    Ich finde es auch schade, dass du gehen willst. Ich habe deine Beiträge inhaltlich immer gerne gelesen.
    Die Situation wurde ausgiebig im Team und mit Stefan gesprochen, Fazit: Wir sind an bestimmte Gesetze gebunden, an die wir uns halten müssen. Letztlich ist das Fazit meiner Moderatorentätigkeit: Es hat eh immer einer was zu meckern. Dem einen ist man zu lasch, dem anderen zu streng, dem nächsten zu pennibel, der nächste diskutiert rum, weil er seine Ausdrucksweise prima und nicht beleidigend findet.
    Dabei macht sich aus meiner Sicht eine Kultur breit, die man auch in anderen Foren und in Schulklassen beobachten kann: "Der andere hat angefangen, der hat schlimmer geschrieben, der hat mehr beleidigt, ich wars nicht und ich bin für meine Ausdrucksweise auch nicht verantwortlich." Schade! Wirklich schade.

    Conni, jetzt wieder in den Ferien.

    Das ist die Stundentafel für den sprachlichen Zweig, im häufigeren naturwissenschaftlich-technologischen Zweig gibt es Chemie in 8-11, Informatik in 9-11, Bio nur 8-10, davor Naturundtechnik, aber dafür keine dritte Fremdsprache.

    Achso, das gab es zu meiner Zeit noch nicht. Da gab es in der 8. Klasse 4 Stunden Chemie statt 3. Fremdsprache. Danach nur noch 2.

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