Beiträge von Conni

    Hier geht es vermutlich um eine Vertretungsstelle,

    Nein. Es geht um den Quereinstieg, das sind Stellen mit berufsbegleitendem Referendariat. Ziel ist das Bestehen der 2. Staatsprüfung und damit die Lehrbefähigung.
    Als Vertretungslehrer ist der Bachelor kein Problem, aber da wird man eben nur zeitweise beschäftigt.

    @HalfNelson
    Frage bei der Beschäftigtenvertretung (Personalrat) nach, die kennen sich am besten aus.
    Oder suche dir, wie hier schon empfohlen, eine konkrete Schule.
    Was mir noch einfällt: Wir haben derzeit eine Quereinsteigerin, die wohl keinen vergleichbaren Studienabschluss hat und bald Mathe und Deutsch berufsbegleitend studieren und dann den Vorbereitungsdienst machen wird. Vielleicht ist sowas für dich auch möglich?
    Google hat mir noch Erläuterungen der *böses Wort mit G* ausgespuckt: Quereinstieg


    Als Gedankenexperiment könnte man ja mal noch mehr Schulformen erfinden: eine für Hochbegabte. Eine für Autisten.

    Eine Schule für Autisten gibt es in Berlin, wie ich vor Kurzem erfuhr.
    (Die Bekannte, die ihre Tochter an der Autistenschule hat, schwärmt übrigens davon, da es ihrer Tochter dort sehr gut geht. Die Argumente finde ich nachvollziehbar. Leider werden die Mittel zum neuen Schuljahr so gekürzt, dass das Konzept "15 Schüler pro Klasse, davon 5 mit sonderpädagogischem Förderbedarf und 2 Pädagogen" nicht mehr aufrecht erhalten werden kann.)

    Ich verstehe, was du meinst, aber an manchen Stellen macht eine gute Förderung Sinn - und das, was momentan in den staatlichen Schulen meines Bezirks stattfindet, ist keine gute Förderung. Am besten wäre es, wenn jede Grundschule so ausgestattet wäre, wie die Förderzentren, deren Schüler sie aufnimmt: Teppichboden und Hörverstärkersysteme, Logopäden und spezielle Sprachübungsräume mit entsprechender Ausstattung, barrierefrei ist klar, eine extrem leise Schule mit kleinen Klassen und Rückzugsräumen, in der um jeden Preis der absehbare Ablauf aufrecht erhalten wird und die Außenreize reduziert werden für die Autisten, Therapieräume für körperlich-motorische Entwicklung, Krankenschwestern und -pfleger für die Kinder, die auf Medikamente oder pflegerische Hilfe angewiesen sind, Kinder- und Jugenttherapeuten für die psychisch kranken und emotional-sozial auffälligen Kinder, Hilfsmittel für Sehschwache, Gebärdendolmetscher... Genau so ist aber Inklusion politisch nicht gedacht.

    Waldorfschulen sind ein Beispiel dafür, dass eine gemeinsame Beschulung funktionieren kann und begabten Schülern durchaus den Weg zum Abitur und Studium ermöglicht. Da ich kein Freund der (bei vielen Waldorfschulen) implementierten Ideologie bin, kann diese Schulart imho jedoch niemals eine Blaupause für ein öffentlich-rechtliches System darstellen. Das pädagogisch-organisatorische Prinzip der Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg könnte sich zu einer Alternative entwickeln - so man diese mit Ressourcen ausstattet, die einem modernen Bildungssystem angemessen sind.

    Gerade im Bekanntenkreis erlebt: Schulleiter der Waldorfschule lehnt Kind ab, weil es nicht weit genug entwickelt ist. 1. Rückstellung. Erneute Ablehnung. 2. Rückstellung mit Sondergenehmigung des Schulamtes. 3. Ablehnung. "Solche Kinder nehmen wir nicht, wir können sie nicht fördern." Kind geht jetzt auf Regelschule. Wir sprechen von einem Kind mit Wahrnehmungsstörungen, das in der Berliner Regelschule mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf "Lernen" ab Kl. 3 geführt werden wird. Kein geistig behindertes Kind, kein schwermehrfachbehindertes Kind. Einfach ein Kind, von dem bei uns an der Schule 2 bis 3 in jeder Klasse sitzen, ganz normal. Die Erzählungen meiner Komillitonen, die ehemalige Waldorfschüler waren und gelobten, dass sie nie nie nie nie mehr eine betreten wollen, möchte ich jetzt nicht wiedergeben. Möglicherweise hat sich ja inzwischen auch dort etwas geändert. Oder nicht.
    Meine Nichte ist an einer teuren Privatschule, die es durchaus schafft, alle Kinder zu beschulen. Wie? Mit kleinen Klassen und Personal, Personal, Personal. 3 Erwachsene für 15 Kinder in Kl. 3/4, davon ein Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

    Hm, wenn man diese Konflikte im Thread austrägt, sagen die Mods immer geschlossen, dass es nicht hierherpasst und wir melden sollen.
    Dieses Thema ist sehr emotional besetzt. Deswegen muss es nicht jedes Mal persönlich werden.

    Und wenn ich unfreundlich war, dann bist nicht du gemeint, Tequila :)

    Ich sage meinen Schülern dann immer: Kümmert euch um euch selber. Seht zu, dass ihr euch so verhaltet, wie ihr von anderen behandelt werden wollt.
    Ihr tragt es ja auch hier im Thread aus.

    Aber wenn jetzt die Ansicht geäußert wird, dass es hier eben emotional wird und das dann so aussieht wie hier: Bitte, aber beschwert euch dann nicht, wenn was zurück kommt. Wer austeilt, sollte auch einstecken können.

    <OT>
    Je länger ich in diesem Thread mitlese und mir die dazugehörigen Meldungen von Beiträgen an die Moderatoren mitlese, desto mehr fühle ich mich an meine 3. Klasse erinnert, wenn sie mal wieder eine Petzphase haben: "Frau Conniiiii, der da hat ... gesagti!" - "Der hat aber angefangen!" - "Nein, die hat ... gesagt und weil mich das beleidigt hat, darf ich dann auch zurück beleidigen." - "Aber das war doch kein Spiel, das hätte die X doch wissen können, sowas muss man nicht sagen." - "Ich habe gesehen, dass es ein Spiel sein soll, da muss ich nicht fragen, ob ich richtig sehe."
    Wir haben dann wöchentlich eine Klassenratssitzung, in der wir immer wieder darüber reden, wie man miteinander spricht, dass man nachfragt und etwas sagt, wenn es zu viel wird und dass es so aus dem Wald herausschallt, wie man hineinruft.


    PS: Viele Moderatoren haben im Moment Sommerferien.

    Wir haben mit Einsterns Schwester gearbeitet: Zu jedem Thema gibt es viele Übungen (+ Kopiervorlagen und Lernstandstests). Man kann die Übungen in den Heften der Schüler ankreuzen und so individuell auswählen, es muss nicht jeder alles machen. Den Buchstabenlehrgang aus Kl. 1 ersetzt es natürlich nicht.

    Das braucht Dich nicht zu jucken. Bleib freiwillig in der GKV und gut ist. Dein AG zahlt die Hälfte des Beitrages, und zwar direkt an Dich statt an die Krankenkasse. Das ist der einzige Unterschied gegenüber vorher.

    Laut Aussage einer Kollegin nicht: Anfangs wurde die Hälfte bezahlt, sämtliche Steigerungen trägt sie alleine. Der Gehaltsunterschied fängt es aber sicher trotzdem noch auf.

    Aber ich denke, du hast auch in Brandenburg studiert? Oder nicht? In Berlin gab es in der Regel auch kein gekoppeltes Ref, sondern du hast das meist in der Grundschule gemacht und dann durftest du trotzdem bis Klasse 10 unterrichten. In Brandenburg das selbe. Heißt ja auch inzwischen "Lehrer für allgemeinbildende Schulen".

    Ich habe in Berlin studiert. Und: Stimmt, du hast Recht, das Ref machte man auch an der Grundschule, das war mir entfallen. Vermutlich auch daher die problemlose Anerkennung!

    Was ich explizit meinte ist, dass es mich extrem abnervt und klein macht, wenn aus heiterem Himmel über meine Qualifikation in der 3. Person gesprochen wird und Sätze fallen wie "Wir können die Jungen mit unserer Ausbildung in die Tasche stecken, kriegen aber nicht mehr Geld dafür." Das wertet meine Arbeit ab und das ist dumm, da es einen Keil ins Kollegium treibt, für den ich ja nicht mal was kann.

    Das kann ich gut verstehen, ich befürchte aber, dass es diese Tendenzen häufig gibt.
    Mir wurde im Referendariat immer gesagt, ich würde ja gar nicht arbeiten, weil ich nur 3 Tage an der Schule war. Die Krönung war, dass mir gesagt wurde, ich möge an meinem freien Tag mal in die Schule kommen und vertreten und ich antwortete: "Ich habe Seminar, beantragen Sie bitte bei meiner Seminarleiterin eine Freistellung." Leider war das dann spätestens 20 Minuten später wieder vergessen. Wenn ich da erwähnt hätte, dass ich Geld dafür bekomme, wäre was los gewesen. Einen Tag nach dem Examen (1,7) nahm mich der Schulleiter beiseite und fragte, was ich denn nun beruflich machen wolle, als Lehrerin sei ich ja nicht geeignet. Anschließend bekam ich 2 Klassen gleichzeitig zum Vertreten. Nee, ist klar.

    So, vom OT mal zurück: Ich kann verstehen, dass du genervt bist. Ich kann auch die Frustration der Kollegen nachvollziehen, ich kann mich erinnern, wie frustriert ich war, mitzubekommen, dass Studienräte 2 Gehaltsgruppen höher bezahlt werden, obwohl wir sie anlernen und z.T. ihre Unerfahrenheits-Patzer (Achtung: nicht "ihre schlechte Arbeit" sondern Fehler aus Unerfahrenheit und schlechten Schulleitungsentscheidungen, z.B. Einsatz in Kl. 1/2, Annahme angebotener Hilfe wurde von einigen StR verweigert) ausgleichen müssen/mussten. Gleichzeitig habe ich aber versucht, das für mich zu behalten, denn mir war bewusst, dass das eine politische Entscheidung ist und die Kollegen nichts für ihr höheres Gehalt können. Ich finde, man kann nachdenken und fair zu seinen Kollegen sein.
    Letztlich sind diejenigen, die nicht bereit sind, sich für ihre Recht einzusetzen, selber daran beteiligt, dass sie diese nicht bekommen. (Das hatte susannea schon geschrieben.)
    Und da ändert auch das "Wir dürfen nicht streiken." nichts dran: Ein Teil sind Angestellte, die dürfen, gehen aber oft nicht, weil "es nichts bringt", "die Gewerkschaft ja nichts macht". Und für die Verbeamteten ist es auch möglich: Es gibt Proteste nach Unterrichtsschluss, an denen kann man sich beteiligen. Man kann Überlastungsanzeigen oder als Schule geschlossen einen Brandbrief schreiben. Man kann! Aber viele wollen nicht. Ich sehe das als einen Rest dieser DDR-Mentalität: Oben wird uns schon sagen, was wir tun müssen, die Gewerkschaft kümmert sich um uns und man darf nicht aufmucken.

    Letztlich gehöre ich auch zu denjenigen, für die nicht geklärt ist, was sie tun müssen, um mehr Geld zu erhalten und wann genau es so weit sein wird. (Ich weiß gerade auch noch nicht, ob es so günstig ist, denn man fällt aus der Versicherungspflicht raus. Wobei das eine gute Gelegenheit wäre, ein Sabbatjahr zu beantragen.)

    Dann scheint das uniabhängig zu sein, ich habe 1998 in Potsdam schon mit dem gekoppelten Abschluss angefangen.


    Auch in Berlin ist der Koalitionsvertrag ja nun nicht eingehalten worden, denn die aktuelle Ausformulierung sorgt dafür, dass nur "Neuabschlüsse" seit 2014 in der Grundschule E13 bekommen. Alles davor hat dann entweder bei einem "West-Abschluss" die Möglichkeit sich nachzuqualifizieren bzw. hat dies mit Fortbildungen schon getan (aber das ist noch nicht veröffentlicht, wie das geht) oder wird eben als jemand mit "DDR-Abschluss" gleich ausgeschlossen.

    Nein, nicht uniabhängig, vielleicht bundeslandabhängig? Ich habe das gekoppelte 1. Staatsexamen (L1 = 1 Fach bis Kl. 10 + 2 Lernbereiche bis Kl. 4) und dann in Brandenburg das Referendariat angefangen, da es damals exakt 24 Referendariatsstellen für Grundschullehrer in Berlin gab. Gekoppeltes Referendariat stand gar nicht zur Debatte. In Berlin wird es aber wieder als L1 anerkannt, was mir wichtig war, da ich ja über das L1 hinaus noch viel mehr studiert habe.

    Warum wurden sie abgeschafft? Hört sich eher so an, als ob du gerne damit gearbeitet hast.
    Ich habe gesehen, dass es die Hefte jetzt auch als Leihmaterial gibt. Weiß jemand, ob die vergleichbar sind?

    Weil das Geld nicht mehr ausreicht und weil unsere Schulleiterin und einige tonangebende Kolleginnen der Ansicht sind, dass die Kinder zu wenig in ihre Schreibhefte schreiben und zu wenig von der Tafel abschreiben, dass klassische Fibeln das beste sind und überhaupt.
    Ich habe sehr gerne damit gearbeitet und würde es gerne weiter tun, darf es aber nicht. Ich werde auch nicht mehr in der 1/2 arbeiten (an meiner derzeitigen Schule).
    Die Hefte sind vergleichbar. Manchmal ist es etwas umständlich und die Kinder brauchen eine Weile, bis sie sich gemerkt haben, in welches Heft man schreiben darf und in welches nicht. (Wir hatten mal Flex und Flo als Leihvariante in Kl. 2) Es gibt sie nicht in der 1. als Leihmaterial.

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