Beiträge von Conni

    Bekannt für Problemschulen unter Berliner Lehrern: Neukölln Nord. Nahe 100% Ausländeranteil. Kreuzberg hat z.T. einen schlechten Ruf. Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg auch. Tempelhof-Schöneberg hat ebenfalls eine Reihe von Brennpunktschulen. Treptow-Köpenick ist im großen und ganzen betrachtet noch der Bezirk mit den wenigsten schwierigen Schülern.

    Es hängt aber im Einzelfall extrem von der Schule ab. Ja, Marzahn-Hellersdorf war in den Medien. Zu Recht. Gleichzeitig gibt es in diesem Bezirk z.B. Schulen in Siedlungsgebieten (Einfamilienhäuser, alte Dorfkerne Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf), die von "Brennpunkt" weit entfernt sind (aber auch mit langer Fahrzeit verbunden).
    Zudem gibt es gerade in Brennpunkten sehr gute Schulen, in denen gute Konzepte bzgl. der besonderen Klientel vorliegen.

    Gehst du zu so einem Casting? Ich weiß nicht genau, wie die ablaufen, aber ich weiß, dass es "Verlobungen" gibt: D.h. ein Bewerber möchte an eine bestimmte Schule und die Schule möchte den Bewerber (und hat Bedarf). Diese Verlobungen werden akzeptiert und der Bewerber kommt an diese Schule. Macht unsere Schulleiterin im Moment fast nur noch so.
    Setzt vom Bewerber Eigeninitiative voraus.

    Ich würde an deiner Stelle Folgendes tun:
    1. Regionalverband wählen, der näher an meinem Wohnort liegt. Ich möchte nicht jeden Morgen über eine Stunde durch den Berliner Berufsverkehr fahren. (Auto: Stau, S-Bahn: Gleisstörungen oder die erste Schneeflocke, die alles zum Erliegen bringt)
    2. Mich durch die Schuldatenbank arbeiten. Du kannst den Anteil an Kindern nichtdeutscher Herkunft hier ablesen. (Das sagt aber nicht alles, wir haben z.B. viele Vietnamesen und viele aus der ehemaligen UdSSR, das sind zu einem großen Teil fleißige und bemühte Kinder.) Viele Schulen haben hier auch die Berichte der letzten Schulinspektion veröffentlicht. Die Schulinspektion ist nicht alles, sie legt Wert auf Punkte, die umstritten sind (z.B. ständig kooperative Lernformen). Gleichzeitig beobachtet sie aber auch z.B. Schulleitungshandeln und befragt dazu Lehrer, Erzieher, Schüler, Eltern. Du kannst hier einiges herauslesen über die Schulen.
    3. Schulen anrufen oder anmailen und fragen, ob sie Bedarf haben. Wenn ja: Hingehen, vorstellen. So bekommst du einen Eindruck und kannst eventuell eine "Verlobung" eingehen.

    wird jetzt ein bisschen off topic, aber:das wird so geduldet?

    In Berlin gibt es extra eine Ausführungsvorschrift, dass Fehlen vor bzw. nach den Ferien nur in Ausnahmefällen geduldet wird. Wobei sie das Kind dann eben krank melden (man braucht kein ärztliches Attest mehr, da die Ärzte u.U. Geld dafür nehmen könnten). Wenn es gehäuft passiert, kann man den Amtsarzt untersuchen lassen.

    Ich kann die Threadstellerin aber verstehen: Brandenburg und Sachsen-Anhalt haben komplett andere Winter- und Herbstferien derzeit und die Sommerferien überschneiden sich nur 2,5 Wochen. Wenn beide Lehrer sind oder noch Kinder im Haus, kann das schon unangenehm sein.

    Es gibt vom Verlag an der Ruhr eine Wiedergutmachungskartei für die Grundschule. Das sind Kärtchen, aus denen man eines ziehen kann. Sie sind thematisch geordnet. Man kann also zum "Themenbereich des Vergehens" eine Karte heraussuchen oder vom Schüler ziehen lassen.

    Beispiele: Einem Mitschüler einen Tag lang die Tasche hinterhertragen, ein schönes Bild malen, ihm einen (nichtmateriellen) Wunsch erfüllen, mit ihm etwas schönes spielen, seinen Arbeitsplatz aufräumen. Oder auch etwas für die Klasse tun.
    Wir haben eine Schulsozialarbeiterin, die regelmäßig Wiedergutmachungsmaßnahmen einsetzt.
    Beispiel: Eine Gruppe von Jungen hat einen einzelnen gehauen / dabei festgehalten und anschließend die Schuld auf den einzelnen geschoben.
    Erziehungsmaßnahme + eine Wiedergutmachung für den Jungen (mit ihm 3 Tage in den Hofpausen spielen oder in Deutsch und Mathe helfen) + eine Wiedergutmachung für die Klasse, weil durch die notwendige Streitklärung 1,5 Unterrichtsstunden verloren gingen und eine schlechte Stimmung entstand (Kuchen backen, ein schönes Bild malen, ein Gedicht aufsagen).
    Das sind aber alles Beispiele für die Grundschule, ich könnte mir einen Teil der o.g. Kartei aber auch noch ganz gut in Kl. 5 bis 7 vorstellen.

    Es ist mal wieder soweit.
    ... wenn ich im Tran der Gewohnheit am Nachmittag aus dem Zimmer gehe, wie gewohnt die Tür hinter mir abschließen möchte und nur an der Tatsache, dass mein Schlüssel nicht ins Schloss passt, realisiere, dass ich gerade versuche, die Sekretärin im Sekretariat einzuschließen.

    :D
    Bei uns passt der Klassenraumschlüssel ins Sekretariatsschloss.
    Ich habe allerdings letzte Woche meine Schüler daran erinntert, am Folgetag das Schwimmzeug mitzunehmen. Klasse stöhnt los. Ich denke: 'Was ist jetzt los!?!' Kinder: "Sport. Morgen ist Mittwoch, wir haben Sport. Schwimmen ist doch Donnerstag. Frau Conni, haben Sie Gedächtnisschwund?"
    Mittwoch nach der letzten Stunde sehe ich dann 2 Schwimmbeutel im Klassenraum. Gewahr, dass die am Folgetag ordentlich stinken, gehe ich in den Lebenskunderaum, um die Kinder zurückzuholen: "L. und F., euer Schwimmzeug ist noch im Klassenraum." Die Kinder haben sich zurück gehalten und nur die Augen verdreht. Es war natürlich das Sportzeug.

    Ich schließe mich dem an. Ich hatte schon im Studium einmal Logopädie, weil ich bei Erkältungen schnell heiser wurde - wobei der Logopäde nicht ideal war.
    Im Berufsleben habe ich irgendwann gemerkt, dass mir vorne am Hals die Muskulatur (Kehlkopfmuskeln) nach Stunden mit starkem Sprechanteil leicht weh tun. Daraufhin habe ich mir dann privat Sprecherziehung bei einer ausgebildeten Sprecherzieherin geleistet. (Kann man von der Steuer absetzen.) Das hat mir sehr, sehr gut getan und seither ist diese Überanstrengung ausgeblieben. SIe hat mir auch einen Trick genannt, wie ich während einer Erkältung feststellen kann, ob meine Stimme noch für den Einsatz im Unterricht taugt oder ich zum Arzt gehen sollte.
    Ansonsten habe ich Probleme mit der Stimme durch trockene Luft (Wohnung, Klassenraum - letzterer besonders). Viel trinken, im Winter eventuell ein Luftbefeuchter oder feuchte Handtücher auf die Heizung.
    Meine HNO-Ärztin hat mir Panthenol-Lutschtabletten empfohlen. Die enthalten Vitamin B5, welches auch in Bepanthen-Salbe und Sonnenbrand-Mitteln enthalten ist und der Haut helfen zu regenerieren. Zusätzlich Gelorevoice. Letzteres bildet beim Lutschen eine Art Gel, welches sich in den Hals legt, gegen die trockene Luft schützt und auch bei Erkältungen (Halsweh, trockener Hals) Linderung verschafft.

    Ja, man darf sie nacharbeiten lassen, muss man eine Woche vorher ankündigen. Habe ich einmal gemacht, stand vor einer naserümpfenden Konrektorin und durfte die Kinder dann noch ins Hortgebäude bringen. Mache ich seither nicht mehr. Hausaufgaben zählen laut Berliner Grundschulverordnung allerdings als eine mögliche Form von Leistungsnachweisen.

    Wenn wirklich das Lied von R. Mey Grundlage ist, könnte man die Kinder als Butler verkleiden. Gärtner dürfte von der Ausstattung her vielleicht einfacher sein? Zwischendurch mal eine Blattlaus...

    Ich komme aber aus dem faschingsinaffinen Preußen und weiß daher nicht, welche Standards für Verkleidung gelten. Bei uns wäre es eine "Mords"-Verkleidung und den Preis des Tages wert, wenn eine halbe Klasse als Gärtner verkleidet käme.

    Hallo ihr Lieben,

    ich würde mich über Tipps von erfahrern Lehrern freuen, die die erste eigene Klasse betreffen. Was würdet ihr heute anders machen als damals? Was sollte man sich sagen, um motivert zu bleiben. Was kann man tun, um nicht in Arbeit zu "ertrinken". Danke! ich freue mich über eure Rezepte, um den tägliche Wahnsinn im Klassenzimmer zu überleben :D

    Den Eltern nicht sagen, dass es die erste Klassenleitung ist. Niemalsnicht. Ganz böser Fehler.
    Je nachdem, wie Elternsprechtage bei euch geregelt sind (bei uns sind sie jeden Monat und man entscheidet selber, wen man wie lange einlädt): Gesprächstermine 20 Minuten (es sei denn Problemgespräch) und eine Liste mit Uhrzeiten draußen an der Tür anhängen. Rechtzeitig auf das nahende Ende des Gespräches hinweisen. (Ich habe irgendwie eine Ausstrahlung, die mich schnell in die Rolle der Seelsorgerin bringt.)
    Alles andere habe ich nicht als so problematisch in Erinnerung. Wenn du deine konkreten Probleme beschreibst, könnte man dir vielleicht noch konkretere Tipps geben.

    Klar hat jeder andere Erwartungen, jeder Lehrer ist anders und auch von Seiten der Schule werden unterschiedle Erwartungen an die Lehrer gestellt.
    Manchmal ist man selber auch hilflos und denkt, die Integrationshelfer haben eine Ausbildung in ihrem Bereich erhalten, sodass sie in manchen Punkten mehr wissen und können als man selber.
    Manchmal darf ich offiziell gar nicht so weit herunterdifferenzieren, wie ich müsste, weil ein Kind dem Rahmenlehrplan genügen muss und der in Klasse 3/4 das Lernen von Buchstaben nicht vorsieht. Was jeder inoffiziell daraus macht, ist dann etwas anderes und schul- und persönlichkeitsabhängig.

    Geh mit der Klassenlehrerin ins Gespräch.
    Je nach Situation könntest du einige Lerninhalte mit Bewegung verbinden. (Vorgänger - Nachfolger mit Hilfe von Treppenstufen; Sätze würfeln oder hüpfen... Es gibt wohl Kinder, die besser lesen können, wenn sie auf einem Wackelbrett stehen. Frag, ob es sowas gibt (oder einen Sitzball).
    Toll wäre auch das Marburger Konzentrationstraining, das ist extra für ADHS-Kinder konzipiert und übt Konzentration und auch den Umgang mit Fehlern. Es ist eigentlich als Programm von 90 Minuten konzipiert, man kann aber auch Teile herausgreifen, wenn die Zeit nicht reicht.

    1. sehr gut, komplett barrierefreies Haus mit vielen Differenzierungsräumen und sehr großen Klassenzimmern.
    2. Personelle Besetzung jetzt nicht mehr ausreichend. Vor dem 9. SchrÄG hinreichend, um die inkusive Arbeit so gut zu machen, dass Preise verliehen wurden: Ein Sonderpädagoge für jede inklusive Klasse in fast allen Stunden in Doppelbesetzung anwesend. So konnte man alle Kinder sehr gut individuell fördern.
    3. keine im inklusiven Bereich, da wir ja noch einige Sonderpädagogen haben, die ansprechbar sind.
    4. Auch vorher zu gering, da alle Beteiligten ohne Entlastungsstunden für Gespräche/Differenzierungen usw. auskommen mussten. Jetzt, da die Arbeit aufgrund der dünneren Personaldecke noch mehr geworden ist, mehr als grenzwertig.

    Aber ich arbeite immer noch gerne inklusiv und halte das im Ganzen für den richtigen Weg. Nun müssen alle Schulen aber zu einer Personaldecke kommen, mit der man so individuell fördern kann, wie es das Schulgesetz vorschreibt. Solange man versucht, Inklusion als Sparmaßnahmen zu etablieren, wird das nichts. Die Kinder profitieren (alle) nicht hinreichend und die Lehrkräfte leiden unter ungesunden Arbeitsbelastungen.

    @Jule
    WOW!
    zu 1. Schulneubau gestrichen, Sanierung seit Jahren aufgeschoben = nicht barrierefrei (--> keine gehbehinderten Sch.), keine Schallisolierung / -dämpfung (aber Schüler mitAVWS/Hören = Zumutung für die Kinder), keine Ausweichräume (Schule platzt aus allen Nähten), keine Teilungsräume, keine Räume für Kleingruppenarbeit. Kollegen, die I-Schüler mit rausnehmen, frieren auf dem nicht ausreichend beheizbaren Flur.
    zu 2. 2 Sonderpädagogen für 500 Schüler. Klingt gut. Ist es aber nicht, denn wir müssten so etwa 150 Stunden haben, die sind aber gedeckelt, d.h. wir bekommen nicht, was den Schülern zusteht, theoretisch haben wir wesentlich weniger Stunden, aber mehr, als die Sonderpädagoginnen unterrichten können. Das heißt, ein paar Grundschullehrkräfte dürfen "Kraft ihrer Wassersuppe" irgendwie die Förderstunden übernehmen, falls sie nicht vertreten müssen (kommt häufiger vor).
    zu 3. Nein. Fortbildungen gibt es für Lehrer, die maximal 2 em-soz oder ADHS-Kinder pro Klasse unterrichten, bei mehr Kindern mit derartiger Problematik wissen die bisher kennengelernten Fortbildner auch nicht wirklich weiter (maximal Empfehlungeiner Privatschule mit Kleinklassen). Fortbildungen GE, Hören/Sehen /körp.-mot. Entwicklung (Epilepsie), Autismus? Fehlanzeige, habe ich noch nie irgendwo etwas von gelesen.
    zu 4. Derzeit mehr als ausgeschöpft: Die Schulorganisation (Curricula, Planungen, Auswertungen, Evaluation, Schulprogramm, Rahmenlehrpläne) bricht uns zeitlich das Genick. Ich bin froh,wenn ich 1 Woche am Stück keine Schwellendidaktik betreiben muss. Ich schaffe es absolut nicht, neben diesen Aufgaben noch 15 Stunden (Deutsch, Mathe, Sachunterricht) wöchentlich 3- bis 5-fach zu differenzieren. Leider gibt es keine abgestimmten Bücher und Arbeitshefte, d.h. ich müsste das ganze Arbeitsheft / Lehrbuch quasi "neu schreiben" - für die Kinder, die zwar LRS/Rechenschwäche/individuellen Lernplan haben, aber auf Niveau Kl. 3 unterrichtet werden, die müssen nämlich laut Beratungslehrerin UNBEDINGT Übungen aus den Arbeitsheften für Grundschulkinder lösen, eventuell nur eine pro Seite, dann schreibt man eben den Rest der Seite neu als Lehrer.

    Am schwierigsten sind einige Kinder mit emotional-sozialen Förderbedarf zu beschulen. Ich habe ein Kind in der Klasse, dessen Selbststeuerungsfähigkeiten so schwach ausgeprägt sind, dass viele Kolleginnen Angst haben, in meiner Klasse zu unterrichten oder Aufsicht in dem Hofteil zu haben, in dem der Junge ist. (Nähere Details möchte ich nicht schreiben, alles was wir tun konnten, wurde und wird getan.) Einige Kinder mit emotional-sozialen Förderbedarf kommen z.T. aus der Tagesklinik zurück mit der Empfehlung einer Kleinklasse (maximal 6 Schüler), da sie in einer normalen Grundschulklasse nicht beschulbar sind. Sie sind trotzdem da. Schüler mit emotional-sozialem Förderbedarf sind nach "Sprache" bei uns die zweitstärkste Gruppe.

    Ich schließe mich da Schantalle mal an: Es gibt zu viele, die Kritik, die von Lehrern stammt als deren Unwillen und Unfähigkeit darstellen. Da haben einige hier einfach schlechte Erfahrungen gemacht.
    Man muss ja auch keine ellenlange Umfrage machen. Es gibt die Möglichkeit, kurze Fragen zu stellen. ("Ist die derzeitige Ausstattung mit Ausweichräumen ausreichend?" - 4 Auswahlmöglichkeiten) Ich bin - statt des Unterrichts, den ich eigentlich 5fach differenziert vorbereiten müsste - im Evaluationsteam und wir denken uns gerade solche Umfragen aus. Möglichst kurz, möglichst niederschwellig, möglichst viele Daten, möglichst schnell auszuwerten.


    Ihr seid hier im Unterforum Inklusion. Die Liste der Beiträge umfasst 3 Seiten. Warum sucht ihr dort nicht nach einem Stimmungsbild? Zum Beispiel in diesem Thread, den euch die liebe, hilfsbereite Grundschultante Conni gerade herausgesucht hat.

    Ich habe neulich ein Kind auf Rechenschwäche getestet, das rechnete so:

    34 - 17: 30 - 10 = 20. 20 + 4 = 24. 24 - 7 = 17. Funktionierte bei diesem Kind, da es sich über die Zehner-Einer-Strukturen bewusst ist und das Operationsverständnis für die Subtraktion hat. Dauert allerdings lange und da das Kind sich leicht ablenken lässt, funktioniert es im Klassenverband nur noch schlecht.

    Für die meisten Kinder wird es daher sinnvoll sein, bei der Subtraktion den ersten Zehner nicht zu zerlegen, wie meine Vorschreiberinnen schon bemerkten.
    34 - 10 sollte deine Tochter im Kopf rechnen können, bevor sie 34 - 17 rechnen lernt.

    Ah, verstehe! Vielen Dank! Dann sind diese verschiedenen Rechenwege dazu da, dass sich jedes Kind "seine" Methode aussuchen kann, also die, die seinem Denken am ehesten entgegenkommt. Das läuft dann ja unter "individuelle Förderung". Dann muss ich mich mit den Methoden gar nicht beschäftigen...

    Genau. Ich bin aber nicht sicher, ob jede unterrichtende Lehrkraft sich dessen bewusst ist oder nicht auch noch andere Rechenwege verlangt.

    Was mir noch einfällt: Mit welcher Methode kommt sie gut klar?
    Rechnet sie zufällig: 48 - 32 --> 4 - 3 = 1. 8 - 2 = 6? Falls ja, musst du darauf achten, ob ihr wirklich klar ist, dass sie Zehner und Einer subtrahiert: 4 Zehner - 3 Zehner = 1 Zehner. Es gibt Kinder, die sonst dazu neigen, die Einer und die Zehner durcheinanderzuwerfen, wenn ihnen nichts mehr einfällt. Es wäre durchaus sinnvoll, wenn sie 48 - 30 rechnet, sonst wird es mit dem Zehnerübergang sehr schwierig.
    Ich habe letzte Woche ein Kind gesehen, das rechnet: 40 - 30 = 10, 10 + 8 = 18, 18 - 2 = 6. Etwas umständlich, funktioniert aber.

    Ich bin in einem im Durchschnitt sehr leistungsschwachen Einzugsgebiet. Mal abgesehen davon, dass ich es spannend finde, wo andere Schulen bereits sind (bei uns wären diese Aufgaben im 2. Halbjahr dran, Zehnerübergang, also 47 + 18 oft auch erst nach Ostern), mache ich immer Folgendes: Eine Methode wird geübt bis es zu den Ohren herauskommt. Die anderen nur angeschnitten, sodass die etwas fitteren Kinder diese auch kennenlernen. Wenn diese eine Methode funktioniert, üben wir noch Strategien für denkendes Rechnen: 57 + 19 = 57 + 20 -1. Das verstehen oft einfach nur die Fitteren.
    Alles andere ist zu verwirrend, für Kinder, die noch nicht den Durchblick haben. Es wird auch von der regionalen Fachkonferenz Mathematik seit Jahren betont, dass jedes Kind nur einen Rechenweg können muss als Grundanforderung.
    Ich weiß nicht, wie eure Tests aussehen, aber vielleicht wäre es möglich, dass deine Tochter nur einen Weg kennt und diesen so weit wie möglich auf den Test anwendet? Damit müsste relativ viel lösbar sein. Ich ermutige meine Schüler z.B. auch, wenn sie noch einen Zwischenschritt benötigen, sich ein Notizblatt zu nehmen und diese Aufzuschreiben, wenn das Arbeitsheft den Platz nicht mehr vorgibt.

    Ich war auch unsicher, aber es wird ja explizit gefragt, wie viele Schüler mit Autismus man schon unterrichtet hat, und da ist Null sehr wohl eine Antwortmöglichkeit. Man kann trotzdem was darüber wissen und es geht auch darum, welche Fortbildungswünsche man noch hat.

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