Beiträge von Conni
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[ironie]
Ist doch ganz klar: Du sollst die Aufgaben in Version A und Version B kombinieren. Ausschneiden und neu zusammenschnibbeln.Alternativ könntest du dir auch noch 12 Tische in den Raum stellen, damit jeder einzeln sitzen kann.
[/ironie]Und jetzt mal im Ernst:
Wie willst du denn den Kindern das Abschreiben erschweren? Was meinst du denn, was sich die Leute, die diese Empfehlung geben, dabei gedacht haben? Ich vermute: Bestenfalls, dass Klassen in der Schule nur 15 Schüler haben, die man alle einzeln setzen kann. Ich vermute eher: nichts.Die Vergleichsarbeiten sind so angelegt, dass jeder die gleichen Aufgaben bekommt. Damit ist Abschreiben möglich und Klassen, in denen die Kinder dazu neigen, wird man nur schwer davon abbringen können.
Wenn deine nicht dazu neigen, würde ich dazu gar nichts sagen. -
Schreib dir doch selber etwas ähnliches, was sich vielleicht noch etwas an Besonderheiten deiner Klasse oder deines Klassenraumes orientiert.
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caliope
Dass das festgelegt ist. Und dass es nur dann Wirkung hätte, wenn ALLE Schulen sich geschlossen weigern würden.
An den Hauptschulen sind bei uns in Kl. 7 die Vergleichsarbeiten offenbar freiwillig, das wird in der Gesamtkonferenz abgestimmt.
Ich habe übrigens eine Schuleingangsphasenklasse, also nur 1./2. Das Vergnügen, diese Lernstandserhebungen zu schreiben, hatte ich genau einmal, das hat mir aber gereicht.
Daten und Wahrscheinlichkeit schaffe ich mit der 2. Klasse auch nicht. Die Uhr werde ich nur anreißen, das Messen gleich weglassen und das Einmaleins "durchhecheln".
Addition und Subtraktion bis 100 ist komplett eingeführt und gefestigt. ABER: Viele Kinder haben die Vorstellung nicht, die zählen z.T. noch mit den Fingern, obwohl wir bis 20 bis zum Erbrechen geübt haben und immer Anschauungsmaterial verschiedener Art bis 100 verwendet.
Heute kam ein Kind, welches inzwischen mal wieder Zehner und Einer verwechselt, mit einer genialen Rechenmethode seiner Mutter (Mathematikstudentin) an: Zuerst addiert man "die Zahl vorne" und dann "die Zahl hinten". Dass die Zehner und Einer heißen, weiß er nicht.
Natürlich stellte dann 54 + 6 ein großes Problem dar.
60 - 57 war 17. Der Hinweis eines Mitschülers "Wieviel fehlen von 57 zu 60" brachte nur Fragezeichen in die Augen. (Hatte ich erwähnt, dass wir ein viertel Jahr lang Zehnerzahlen rauf und runter aufgesagt, Nachbarzehner bestimmt etc. haben?)
Ich habe ihm als Aufgabe gegeben, seine Mutter zu fragen, wie er denn nun 60 - 57 nach der neuen Methode rechnen soll. Ich habe es den Eltern nämlich extra anders gezeigt auf der Elternversammlung.
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Ich komme gerade von einer Fortbildung. Dort hat eine Kollegin gefragt, ob sie verpflichtet ist, diese Arbeiten zu schreiben. Schließlich wüsste sie, dass ihre Klasse schlecht abschneiden würde, es wäre zusätzliche Arbeit und eine Arbeit, die sie nur für irgendwelche "Vorgesetzten" macht, die ihr aber gar nichts bringt.

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Mir hat er in den Mund geschaut. Ist abhängig vom Arzt, wie es auch in all den anderen Threads zu lesen ist.
Was aber - falls du beim Arzt durchkommst - ein wirklich ernsthaftes Problem darstellen könnte, ist die PKV. Die fragen nämlich haarklein, ob eine Behandlung angeraten ist und schließen dann die Kosten evtl. aus. Das ist sogar schon bei reinen Zusatzversicherungen für GKV-Mitglieder so.
Und ja, ich gebe panic Recht: Auch angestellt kann man problemlos überleben.
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Bei uns sind nach den alten Lernstandserhebungen (Klasse 2) die Schulräte in die Schulen gefahren, in denen es besonders schlimm aussah und haben die Kolleginnen persönlich zur Schnecke gemacht.
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alias
Weißt du auch, wie es mit Möbeln aussieht, die von anderen öffentlichen Einrichtungen besorgt wurden?
Wir haben Regale aus der Bibliothek bekommen. Außerdem haben wir uns in einem Kontor, welches gemeinnützigen Vereinen gegen Lieferkostenerstattung gebrauchte Möbel schenkt, Regale und Stühle besorgt. (Mit Wissen und Unterschrift der Schulleitung und des Hausmeisters.)Grüße,
Conni -
Man könnte auch Muster ankreuzen... Ich bin heute so geschafft, dass ich nicht mehr zum sinnverstehenden Lesen dieser Fangfragen tauglich bin.
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Wie wäre es, wenn du in Mathe in den beiden Stunden, die du die Klassen alleine hast, Einführungen machst oder Probleme besprichst, die beiden gemeinsamen Stunden Übungsstunden werden, dann hast du nicht so viel Stress.
Wie sieht es mit der FSJ-lerin aus? Macht die das bei euch, weil sie sonst nicht wusste wohin, oder will sie mal Lehrerin werden?
Vielleicht könntest du mit ihr etwas absprechen, dass sie in ihrer Gruppe selber unterrichtet, also den Kindern nochmal etwas erklärt. Sie in der einen Gruppe, du in der anderen, dann müsstet ihr nicht tauschen.Eventuell könntest du auch eine Leistungsdifferenzierung überlegen: Eine leistungsstarke Gruppe bekommt für die 2 Stunden eine Art "Wochenplan" - die FSJlerin beaufsichtigt die Kinder und bekommt von dir Lösungsblätter, damit sie weiterhelfen kann.
Du arbeitest mit den Kindern, die noch mehr Probleme haben und kannst nochmal etwas erklären... -
Ich wurde heute begrüßt mit der Frage, ob wir heute wieder Aprilscherze machen würden. Wieso denn nicht, es sei doch immer noch April...

Ich werde die Kinder morgen nochmal veralbern: Auf jedem Platz steht eine winzige Schokoladenfigur. Ich werde ihnen sagen, dass der Osterhase nicht mehr für sie dagelassen hat wegen des Verhaltens. In der Zwischenzeit wird dann jemand die Filtertütenosterhasen verstecken...
Übrigens hat gestern eine Klasse Sprungübungen gemacht. Die Lehrerin wusste, dass es ein Aprilscherz war, hat es aber aus Spaß mitgemacht. Die bekommen morgen von mir Bonbons.... Und meine Konrektorin hat heute auch ihren Zettel ausgefüllt in mein Fach gelegt.

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Ich habe einen ESA-Brief allen Kolleginnen ins Fach gelegt. Mit Auswertungs-Abschnitt (Selbsteinschätzungen der Schüler zum Sprungverhalten erfragen). Keine Reaktion, naja, vielleicht hab ich keine mitbekommen.
Die Sekretärin habe ich eingeweiht, die fand es lustig und hat es gleich an eine Freundin, die Sekretärin an einer benachbarten Schule ist, weitergeleitet.Dann habe ich allen Zweitklässlern erzählt, dass in der 5. und 6. Stunde heute 2 Zusatzstunden anstünden, in denen nach Anordnung der Schulleitung alle Schüler die Schulordnung abzuschreiben haben, da es in letzter Zeit einige Verstöße gab. Ein paar Kinder haben vermutet, dass es ein Aprilscherz war (hatte meine Mimik recht gut unter Kontrolle), waren aber doch unsicher. Ich habe auf Nachfrage felsenfest behauptet, es wäre keiner. Nach der 1. Stunde stritten sich dann die Befürworter und die Gegner. Am Ende der 2. Stunde habe ich aufgeklärt. Einigen fiel ein Stein vom Herzen.
In der Musikklasse habe ich tatsächlich einen Test geschrieben. Ich habe ihnen gesagt, dass es ja nicht nur wichtig ist für die Kurzkontrolle (letzte Woche) zu lernen, sondern sich wichtige Dinge auch für die folgenden Schuljahre zu merken. Also gab es einen Mini-Test zu Johann Sebastian Bach.
In einem Worträtsel am Schluss kam dann "April" als Lösungswort raus. Die Kinder, die nicht da waren in der letzten Woche, mussten auch mitmachen, es wäre genug Zeit gewesen zum Nachholen. Die schauten sehr entsetzt. Einem habe ich dann ins Ohr geflüstert, dass er keine Zensur bekäme, der war kurz vorm Weinen. Klasse fand ich, dass die ersten Kinder, die das Lösungswort raus hatten, den Zettel auf den Schreibtisch legten und nichts verrieten.
Ich habe dann ein Puzzle ausgeteilt, unter jede Arbeit noch "April !" geschrieben und einen Smiley ergänzt. Da aber viele Kinder alles richtig hatten (inkl. Geburts- und Todesjahr!) habe ich diesen Kindern eine 1 gegeben und denen, die es wollten und fast alles richtig hatten eine 2.Die Horterzieherin habe ich auch in den April geschickt: Ich habe ihr in das Hort-Verbindungsheft geschrieben, dass Flöhe in der Klasse aufgetreten wären und alle Sofas im Hortgebäude mit Flohpulver behandelt werden müssten. Sie war ganz aufgebracht und kratzte sich schon überall. Als sie fragte, ob es ein bestimmtes Kind beträfe, sagte ich todernst: "Nein, alle!" Dann hat sie es kapiert und mich mit dem Heft gehauen.

Ansonsten hatte ich diverse Spinnen und Fliegen auf dem Kopf, ständig offene Schnürsenkel und meine Ohrringe verloren.

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Meine Nachbarn sind jetzt wach. Cooooool! Das habe ich selber noch nie so gesehen. Aber jetzt, wo du mich darauf hinweist...

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Klasse!
Leider sind wir morgen leitungslos. Vielleicht fahre ich einfach etwas früher und hänge ein Schreiben ins Lehrerzimmer?Meinen Zweitklässlern habe ich morgen nach der 4. Stunde 2 zusätzliche Stunden "Schreiben" angehängt und werde ihnen ankündigen, dass sie in der 5. und 6. Stunde die neue Schulordnung abschreiben müssen. (Sie haben sich gestern und heute daneben benommen. Ich darf nur nicht grinsen - mein größtes Problem ist meine Mimik...)
Meinen Viertklässlern wollte ich ankündigen, dass sie die Kurzkontrolle nochmal schreiben müssen. Vielleicht bereite ich auch noch ein Rätsel vor, das ich als "Kurzkontrolle" austeile?

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@Elaina
Ich habe Lesekarteien, für die ich solche Abhaklisten gemacht habe - A5. Ich habe die Karteien so geteilt, dass die Liste auf A5-Blätter passt, sonst finde ich es zu unübersichtlich.
Die Blätter landen in einer Ablage für angefangene Arbeitsblätter, die jedes Kind bei uns hat. Wenn alle Aufgaben gelöst wurden, geht sie mit nach Hause und die nächste Lesekartei ist dran.
Beim Schreiben sehe ich ja, was im Heft ist. Mathekarteien gibt es zwar, aber sie werden nur in wirklichen Freiarbeitsstunden genutzt, die sind bei mir selten - oder in Regenpausen oder von sehr leistungsstarken Rechnern. Hier habe ich keine Abhakzettel.Stundenplan ist kompliziert.
Ich habe in meiner Klasse:
- 11 Stunden jahrangsgemischt alle
- 4 Stunden jahrgangshomogen mit der Parallelklasse (alle Zweities bei mir, alle Ersties bei der Lehrerin der Parallelklasse) - 2 Deutsch, 2 Mathe
- 3 Stunden alle Zweities (Ersties beim Sport zusammen mit den Ersties der Parallelklasse) - hier haben wir unsere Förderstunden mit eingebracht, ohne dass die Kinder mehr Stunden haben, dafür haben wir aber eine kleinere Gruppe. Wir trennen auch mal nach Leistungsgruppen, aber seltener, denn das bringt für die Kinder wieder ein Orientierungsproblem (Warum muss ich jetzt woanders hin und kann nicht in meinem klassenraum bleiben wie mein Banknachbar?) Wenn Vertretung anfällt, wird hier meine Kollegin oder ich rausgezogen und die andere nimmt alle Zweities zusammen. - Hier machen wir meist 2 Mathe und eine Deutsch.
- 3 Stunden alle Ersties - Zweities sind beim Sport, genauso wie die anderen 3 StundenIn meiner Klasse sind je knapp 1/3 Migranten und deutsche Kinder mit sprachlichen Defiziten (Grammatik, Wortschatz, Aussprache).
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Und nun nochmal mein Senf...
Wie craff festgestellt hat, liegen zwischen "Differenzierung" und "Differenzierung" Welten.
ZitatOriginal von craff
Mein ältestes Kind besuchte eine sehr leistungsheterogene Klasse mit einigen verhaltensauffälligen und/oder lerngestörten und vielen ausländischen (der Terminus "Migrationshintergrund" war noch nicht erfunden) Kindern in einem Brennpunktbezirk.
Das schulische Vorgehen war in etwas so: Einführung in ein Unterrichtsthema - für allle - dann zweigeteilte Aufgaben je nach Leistungsvermögen, aber immer noch gleichzeitig für alle am Thema, anschließend weitere Differenzierung - leistungsstarke Kinder erhielten darüber hinaus Extra-Aufgabe, die sie alleine bearbeiten mussten - mit leistungsschwachen wurde anschließend als Kleingruppe extra alles mit Hilfe und am Vorbild des Lehrers eingeübt.
Im ganzen jedoch immer im Gleichschritt mit gruppenweise unterschiedlicher Differenzierungstiefe.Ähnlich habe ich es in einer Klasse meiner Ausbildungsschule auch erlebt: Während die leistungsstärkeren Kinder an Gruppentischen saßen, weiterführende Aufgaben alleine erledigten und sich dabei halfen, saß die Lehrerin an einem Gruppentisch mit den leistungsschwächeren Schülern und half. Dies war in dieser Klasse möglich und überwiegend erfolgreich.
In meiner jeztigen Klasse sieht es so aus:
1. Jahrgangshomogene Stunden:
- Einführung oder Wiederholung für alle gemeinsam
- Weiterarbeiten im individuellen Tempo, gegenseitige Hilfe erlaubt und erwünscht
- leistungsstärkere Kinder erhalten Extraaufgaben, unsere Hefte bieten da schon schwierigere Aufgaben an
- sehr leistungsschwache Kinder (wären früher an die LB-Schule gegangen) erhalten ganz andere Aufgaben, z.B. rechnen bis 10, wenn die anderen bis 100 rechnenEffekt: Manchmal gibt es wirklich tolle Stunden, in denen fast alle Kinder weiterkommen und einige einen "Aha"-Effekt erleben.
Oft sieht es eher so aus:
Die ganz lernschachen Kinder benötigen eine ständige, pädagogisch durchdachte Unterstützung und Betreuung, maximal 2 Kinder nebeneinander, sonst wird es zu viel für die Aufmerksamkeit, am besten keiner davor, der sich umdrehen könnte. Alleine kommen sie nicht klar (da könnte ich ihnen maximal Ausmalblättchen geben, was ich im 2. Schuljahr nicht für angemessen halte). Eigentlich müsste ich hier sitzen und helfen.
Eine Reihe anderer Kinder schafft es oft maximl 1 Minute, in leisem Tonfall miteinander zu reden, dann folgen 2 min Zimmerlautstärke, danach rufen sie durch die Klasse. (Ich bin schon froh, dass sie es jetzt schon 3 min in erträglicher Lautstärke schaffen, das war harte Arbeit von meiner Seite.) Sie wollen gerne helfen, inzwischen lassen sie auch nur noch selten abschreiben, sondern versuchen zu erklären, aber in einer Lautstärke, dass der Rest nicht mehr arbeiten kann. Wir wünschen uns also nun auf jeder Elternversammlung, dass die Eltern das leise Sprechen mit den Kindern üben, denn oft spiegelt die Lautstärke, die die Kinder in der Schule zeigen einfach die Gesprächslautstärke zu Hause (neben laufendem Fernseher) wider. Ich muss also immer wieder die Klasse beruhigen. Ich habe also höchstens 3 min Zeit, um mich einer kleinen Gruppe in Ruhe zu widmen. Meist nichtmal dies, denn:
Einige Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten fangen an, durch die Klasse zu laufen und ihre Mitschüler zu ärgern, sobald sie alleine oder mit Hilfe des Banknachbarn eine Aufgabe lösen sollen. Diese Kinder muss ich ständig im Blick haben und sie wieder auf ihren Platz verweisen, wodurch ich mich selber beim Erklären unterbrechen muss.
Wenn ich mir alle verhaltensauffälligen Kinder an einen Tisch setze und mich dazu, geht auch nichts, die lenken sich gegenseitig ab.
In der jahrgangshomogenen Gruppe sind bei uns inzwischen 2 extrem lernschwache Kinder (LB-Diagnostik darf erst im 3. Jahr in der Schuleingangsphase durchgeführt werden), 14 Kinder mit Lern- oder Verhaltensauffälligkeiten (auch in Kombination). Hinzu kommen 11 Kinder mit durchschnittlichen Leistungen bis sehr guten Leistungen ohne Verhaltensauffälligkeiten.
Und da kann ich nur sagen: Die Masse machts!2. Jahrgangsgemischte Wochenplanstunden:
- Erklären des Wochenplans für alle, die Aufgaben sind möglichst selbsterklärend gewählt und die Kinder daran gewöhnt
- individuelle Arbeit an meist gleichen Aufgaben
- Kinder mit großen Leistungsschwächen bekommen weniger / andere Aufgaben
- sehr leistungsstarke Kinder bekommen andere / ZusatzaufgabenDanach läuft es ähnlich wie oben, mit dem Unterschied, dass ich meine eigene Klasse häufiger zusammen habe als die jahrgangshomogene Gruppe und sie insgesamt oft ruhiger bekomme. Außerdem sind von meinen Erstklässlern einige ruhiger als meine Zweitklässler.
Aber auch hier macht es die Masse, die Verteilung ist ähnlich der oben erwähnten: 2 extrem lernschwache, 18 Kinder mit Lern- oder Verhaltensproblemen (auch in Kombination), 7 Kinder ohne derartige Probleme.Ein Teil der Kinder ist traumatisiert oder lebt unter sehr schwierigen familiären Bedingungen (1/3 meiner Schüler). Diese Kinder können sich zeitweise gar nicht auf das Lernen konzentrieren bzw. haben eben aufgrund dieser Bedingungen große Schwierigkeiten mit sich und der Welt. Hier müsste ich eigentlich Sozialarbeiterin sein und diese Kinder auffangen, um sie zum Lernen in einer Großgruppe zu befähigen.
Zu der extremen Differenzierungswut:
Wenn leistungsstärkere Schüler Zusatzaufgaben bekommen, ist das laut Ausbildung (Uni, Vorbereitungsdienst) und laut Schulpsychologie gar keine Differenzierung. Eine richtige, echte, wünschenswerte Differenzierung ist immer direkt qualitativ und nicht quantitativ, das schließt ein, dass man eben extra Arbeitsblätter zum gleichen Thema bastelt und "jedes Kind dort abholt, wo es gerade ist".
Wenn du nun eine Schulleitung und eine Elternschaft hast, die das fordert, stehst du unter großem Druck. (Ich habe da Glück.)
Und ja, ich gebe dir recht, dass es nicht so effektiv ist, wenn ich 25 Kindern einzeln ihre Aufgaben und die nächsten Lernschritte erkläre.ZitatOriginal von Referendarin
Woran liegt es denn, dass die Schüler in der Grundschule nicht mehr üben können? Bedeutet individuelle Förderung denn nicht auch üben?Was hat sich denn so verändert? Sind es größere Klassen, das frühere Eingangsalter, neue Lehrplänen mit höheren Anforderungen, Schüler, die oftmals grundlegende Eigenschaften nicht mitbringen oder was ist es?
Einen Teil der Antwort hast du ja oben schon erhalten: Die Masse macht's.
Und dann kommt hinzu: Die Schüler üben ja. Sie üben im Wochenplan, sie üben auch in den jahrgangshomogenen Gruppen.
Aber: Wir üben weniger, denn es kostet mehr Zeit, die Klasse zur Ruhe zu bringen (siehe oben), die Streitigkeiten zu klären (immer wieder streiten sich große Gruppen, im Moment schon fast nur noch verbal, da bin ich sehr froh drüber - und wenn das nicht geklärt ist, können einige Kinder sich kaum auf den Unterricht einlassen), es werden mehr grundlegende Fähigkeiten geübt: leise sprechen, einen Stift halten, ein Lineal benutzen, Ordnung am Arbeitsplatz halten, sich melden, die Brotdose und das Malblatt wegpacken, wenn ich es ansage etc. Und es reicht nicht, das mal zu machen, das wird ständig geübt. Ferner sind es viele Kinder von zu Hause gewöhnt, alles auszudiskutieren und immer ihren Willen durchzusetzen. Auch wenn ich darauf im Unterricht nicht eingehe, kostet es Zeit, bis sich die diskutieren-wollenden Kinder wieder beruhigt haben. Außerdem üben wir das Sitzen, nach vorne schauen und Zuhören, auch im zweiten Schuljahr - und es setzt sich in den Folgejahren fort. Für Kinder, die das nicht schaffen, ist nämlich eine Übungsphase gar keine Übungsphase, weil sie ja von der vorherigen Einführung / Wiederholung nicht viel mitbekommen haben.
Und: Das Üben ist weniger effektiv. Die Konzentration ist schwach, die Merkfähigkeit bei einigen sehr unterdurchschnittlich entwickelt, die Reizüberflutung zu stark: Viele Dinge gelangen nichtmal ins Kurzzeitgedächtnis oder sind dort sofort wieder raus. Letzte Woche haben mich einige meiner Zweitklässler schon wieder wie ein Marsmännchen angeschaut, als ich von ihnen die Selbstlaute hören wollte. Und das haben wir geübt und wiederholt, bis es den meisten aus den Ohren herauskam.
(Und ich kann natürlich auch hier nur über meine Klasse und die Parallelklasse sprechen.)
Schönen Sonntag euch,
Conni -
Abhängig vom Bundesland. In Berlin ist es bei Vollzeit-Angestellten wie bei den Vollzeit-Beamten.
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Nein, Flex und Flo passt preislich nicht in die Schulbuchliste für Klasse 1, da haben wir Einstern.
Für Flex und Flo gibt es ein Heft mit Eingangstests und Lernstandstests, das ist wirklich gut! Endlich nicht mehr diese Zettelwirtschaft bei jedem Lernstandstest.Freies Schreiben... ja, wie zieh ich jetzt da meinen Kopf aus der Schlinge?!?
Machen wir eher weniger. Unsere Erfahrung ist, dass sich die Kinder kaum trauen, wenig eigenständiges Wortmaterial finden etc.Als ich anfangs (mit einer recht leistungsstarken Klasse) noch probierte, die Kinder selbstständig verschriften zu lassen, brauchte mindestns ein Drittel der Kinder gleichzeitig beständige Hilfe. Ich war nach diesen Stunden immer völlig fertig, das war alleine nicht zu leisten, die Kinder waren unzufrieden, die Eltern auch. Ich saß den halben Nachmittag und riet die Wörter, um sie in Erwachsenenschrift aufzuschreiben. Es war ineffektiv und frustrierend.
Jetzt haben wir die Lernangebote mehr auf die Ausgangsbedingungen unseres Einzugsgebietes zugeschnitten:
Wir üben geduldig das Sprechen, die richtige Aussprache von Wörtern und Lauten, das Formulieren von Vorstellungen, Wünschen, das verbale Lösen von Konflikten.
Schon das ist für einige Kinder nur mit Hilfe möglich. "Der hat da das äh die äh das äh dasda dmacht!" kommt da bei einigen raus.
Wir trainieren die Buchstaben und zugehörigen Laute und die Feinmotorik.Wir haben Stunden, in denen mit der Parallelklasse zusammen jahrgangshomogen gearbeitet wird, d.h. alle Erstklässler bei meiner Kollegin, alle Zweitklässler bei mir.
In diesen Stunden übt meine Kollegin einmal pro Woche mit den Erstklässlern das Verschriften von Wörtern, gemeinsam. Wer schon so weit ist, darf alleine probieren und dann mit dem Tafelbild kontrollieren.Mit den Zweitklässlern arbeite ich an Wortfeldern, am Wortmaterial etc.
Die Zeit für das Freie Schreiben ist aufgrund der anderen Lerninhalte, die als Grundlage sehr wichtig sind, stark begrenzt.
Mit 2 Deutschstunden mehr pro Woche (mit jeweils nur den Zweitklässlern) könnten wir sicher auch durch Freies Schreiben das schriftliche Ausdrucksvermögen weiter schulen.... und nun haut mich...

Conni -
Oh danke! Das klingt ja wieder ganz gut. Ich habe gerade vor 3 Wochen für 2007 Einspruch erhoben, habe gerade erst den Steuerbescheid bekommen. Bis 2008 bin ich noch gar nicht vorgedrungen...

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