Bei uns gibt es zur ersten Voreinschätzung den "Heidelberger Rechentest". In dem kann man sehen, ob das Kind - verglichen mit der Stichprobe, die zum Erstellen des Tests führte - ein geringes, mittleres oder hohes Arbeitstempo hat. Liegt das Tempo im deutlich unterdurchschnittlichen Bereich, werden keine weiteren Tests zur Dyskalkulie durchgeführt, sondern dann muss erstmal Konzentrationsförderung/Ergotherapie oder so etwas her.
Falls das Arbeitstempo durchschnittlich bis überdurchschnittlich ist, sieht man in dem Test, welche Leistungen im arithmetischen Bereich vorliegen und welche im logischen/räumlichen Bereich. Liegen in beiden Bereichen deutliche Schwächen vor, wird ebenfalls nicht weiter auf Dyskalkulie getestet, sondern an die Sonderpädagogik (Lernschwäche/LB) verwiesen.
Wenn der Bereich Logik/räumliches Denken unterdurchschnittlich oder besser ist und der arithmetische Teil unterirdisch schlecht, wird ein Arithmetikprofil durchgeführt. Dieses darf nur die Kollegin von der Schulpsychologie machen, die auch jede weitere Testung übernimmt. Alternativ können die Eltern sich selber einen Psychologen suchen.
In allen anderen Fällen, z.B. Logik/Raum durchschnittlich, arithmetischer Bereich unterdurchschnittlich wird das Kind als "rechenschwach" bezeichnet und den Eltern erklärt, dass und wie sie mit dem Kind Grundaufgaben üben müssen. (Meist liegt die Schwäche dann in einem nicht sicheren Rechnen im ZR bis 20.)