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30 Kinder???? 
Mach dich nicht verrückt, da musst du deutliche Abstriche machen.
Ich habe 27, darunter eine Reihe von Kindern mit besonderem Betreuungsbedarf und muss ebenfalls deutliche Abstriche in Kauf nehmen, was mir sehr sehr schwer fällt - Fazit: In diesem Schuljahr war ich vor Beginn der Osterferien so fertig wie sonst vor den Sommerferien. Jetzt bin ich nur noch müde, auch wenn ich genug schlafe.
In meinem Klassenraum sind viele Regale, aber es ist zu eng, um dort freien Zugriff zu haben, die Kinder drängeln sich durch. Ein Platz für einen Sitzkreis, eine Experimentier- oder Leseecke sind nicht möglich. Ich genehmige mir eine kleine Lehrerecke hinter meinem Lehrertisch, denn ich muss ja aufgrund der Differenzierung auch eine Vielzahl an Zusatzmaterialien, Lernstandsbögen, Förderplänen etc. unterbringen, dazu die Materialien für den Fachunterricht in anderen Klassen, CD-Player und diverse CDs, außerdem ein kleiner Hocker, auf den ich mich setze, wenn ich einem Kind länger helfe - für Stühle ist kein zusätzlicher Platz vorhanden, der Hocker ist leicht und ich trage ihn über die Kinderköpfe hinweg.
In meinen Regalen sind: Kunstkartons, Kunstmappen, Zeichenblöcke, Buntpapier, Bücher (Tinto, Lesekiste, Wörterbücher), Buchecke (da geht mittlerweile fast keiner mehr ran, da es einfach voll ist überall und da Kinder davor sitzen), diverse Lesekarteikästen (platzsparend!), Mathematikmaterialien (Rechenrahmen bis 20 und 100, Rechenketten, Zehnerstreifen, Papp-Uhren, eine Zusatzaufgabenkartei, Selbstkontrolleordner für Einstern, eine große Kiste mit Steckwürfeln, Tangram-Kartei, eine Kiste mit den Zehnerstangen und Einerwürfeln aus Holz, Rechenchips etc.), ein paar Spiele. (Nachteil: Kinder brauchen oft einen Stuhl, um an die Tafel schreiben zu können.)
Die Regale unter der Tafel enthalten die Hängeregistraturen der Erstklässler (keinen andern Platz gefunden), Signalkarten, zwei Rechenkarteien und Materialien, die ich nur unter Aufsicht herausgebe.
Auf den Regalen an der Seite und hinten im Raum stehen die Stehordner der Kinder, dort bewahren sie Materialien (Bücher und Hefte) auf, die sie nicht unbedingt mit nach Hause nehmen müssen. Dazu die Hängeregistraturen der Zweitklässler (für angefangene Arbeitsblätter im Wochenplan). Eine Strecke ist für den Wochenplan der 2. Klasse - hier liegen die Arbeitsblätter bzw. die Hefte, in denen gearbeitet werden soll, in Plastikablagen aus. Ein weiteres Stück der hinteren Strecke ist für den Wochenplan der 1. Klasse. Dadurch, dass beide Strecken etwas getrennt sind, müssen die Kinder dort meist nicht anstehen.
Für den Wochenplan müssen die Fachlehrer mitmachen, sowohl in der Erstellung von Aufgaben als auch im Bereitstellen von Unterrichtszeit für die Bearbeitung des Planes. Eigentlich ist das nur möglich, wenn man sehr gut im Team arbeitet. - Oder fast alles selber unterrichtet. Ich bevorzuge die zweite Variante und habe diese zum Glück nun auch in meiner jetzigen Schule. Das ist ein wirklich positiver Effekt meines Wechsels von Brandenburg nach Berlin. Ich möchte bitte nie nie wieder in einer 1. oder 2. Klasse eine Fachlehrerin für Mathematik in meiner Klasse haben.
Meine Tische stehen - nach anfänglicher Gruppentischeuphorie vor 4 Jahren - nun wieder frontal - vor einer Woche habe ich den letzten Gruppentisch aufgelöst. Ich bekomme in eine Klasse mit so vielen Kindern - und darunter so vielen Kindern mit massiven Konzentrationsschwächen - keine Ruhe hinein, weder wenn ich etwas frontal erkläre noch im Wochenplan.