Hallo leila,
habt ihr zu Tinto die Sprachförderkartei? Wenn ich mich recht entsinne, sind auf den Karten vorne Bilder drauf und auf der Rückseite die passenden Wörter. Das könnte deinem DAZ-Kind helfen, seinen Wortschatz zu erweitern.
Bei dem Kind mit den Sprachschwierigkeiten würde ich mit einem Rechtschreibtraining anfangen, welches aber in den Bereichen, die von den Ausspracheschwierigkeiten betroffen sind, m.M.n. leider nicht strategisch, sondern nur über Lernwörter vorgehen kann.
ABER: Die Grundlage für viele Fibeln und Sprachbücher ist - auch wenn es die Kritiker bestreiten - das lautgetreue Schreiben. Ohne lautgetreues Schreiben müsste jedes Kind im Laufe seiner Grundschulzeit ein übliches Grundschulwörterbuch auswendig lernen.
Deine Schülerin kann beim lautgetreuen Schreiben im Bereich ihrer Ausspracheschwierigkeiten aber nicht ansetzen. Für sie sind alle Wörter, deren korrekte Aussprache sie nicht beherrscht, Merkwörter. Das erschwert ihr das Lernen ungemein, da sie viel mehr Merkwörter lernen muss, als Kinder, die eine korrekte Aussprache haben.
Stell dir mal vor, du könntest ch, sch und s auf der Lautebene nicht voneinander unterscheiden, du kannst nur s sprechen, ch und sch kannst du einfach nicht bilden. Du müsstest dir merken, wie man "es" schreibt, wie "son", "sön", "sreiben", Sokolade", "slafen", "sein", "leist", "Listsein", "Stein", "Stern", "Fest", "spresen", "Haus", "wasen"... Das sind alles Wörter, die sich ein Kind mit korrekter Aussprache aufgrund der lautgetreuen Schreibstrategie, dem Wissen um die Aussprache/Schreibung von st/sp und der Wortbausteine -en und -er erschließen kann und dafür wenig Speicherkapazität im Gedächtnis zur Verfügung stellen müsste.
Deshalb steht meiner Meinung nach die Sprachförderung an erster Stelle.
Kannst du dich mit der logopädischen Praxis in Verbindung setzen? Habt ihr eine Ambulanzlehrerin für Sprache oder eine Sprachheilschule in der Nähe, mit der Kontakt aufnehmen könntest?
Bei Fara und Fu sind vereinzelt Gesichtsabbildungen von Kindern, die den neuen Laut oder ein Wort sprechen. Ob das deiner Schülerin hilft, weiß ich nicht. Das kommt drauf an, ob sie mit diesen Bildern dann einen bestimmten Laut verknüpft. (Mundbilder sind zudem nicht eindeutig.)
Die Schlüsselwörter (die übrigens in vielen Fibeln zu finden sind) werden - im Fall wirklich gravierender Ausspracheschwierigkeiten - für sie bei Weitem nicht ausreichen, um das Schreiben zu erlernen.
Hier findest du Mundbildmemorys und eine Anlauttabelle mit Mundbildern:
http://www.sfz-ulrichschule.de/gs/Materialien/Deutsch/Deutsch.htm
Wenn es wirklich darum gehen soll, Geschichten zu schreiben würde ich sie mit einem anderen Kind zusammen arbeiten, so dass sie auch Ideen entwickeln kann, aber auch eine Hilfe beim Aufschreiben hat.
Grüße,
Conni