müllerin
Ähnlich wie im Unterricht wär es natürlich toll, auch die Hausaufgaben differenzieren zu können. Aber wie willst du das für 25 oder 30 Kinder machen. 
Das Problem ist, dass man oft eben nur sieht, die Hausaufgaben sind nicht da, ohne den Grund zu erfahren. Vielleicht schaff ich es ja bei ner eigenen Klasse dann, dass die Kinder auch sagen können, woran es lag.
Jedenfalls haben wir hier Hortbetreuung, das ist sowas wie Ganztagsschule. Da es immer wieder Probleme mit den Hausaufgaben gab, wurde zwischen Schule und Hort abgesprochen, dass für jede Klassenstufe eine bestimmte Hausaufgabendauer vorgesehen ist. Nach 45 Min. wird in Kl. 1/2 spätestens abgebrochen. Es gibt dann eine Meldung an die Lehrerin (die den Umfang oder Schwierigkeitsgrad der Hausaufgaben dann anpasst), die die Aufgaben stellte und an die Eltern, insbesondere Kinder, die "getrödelt" haben, sollen zu Hause noch weitermachen. Ideal ist die Lösung auch nicht, aber sie führt wenigstens nicht dazu, dass noch mehr Kinder "trödeln", weil sie wissen: Nach 45 Minuten ist Schluss und sie brauchen dann nicht weiterzumachen.
Die Kinder sind natürlich auch nicht optimal betreut, weil eben 20 bis 25 Kinder eine Erzieherin zur Aufsicht haben.
Ich als Lehrerin fände es wichtig, dass Eltern solche Sachen mir mitteilen. Am besten in einer möglichst neutralen Form ("Mein Kind macht keine Hausaufgaben." statt "Was machen Sie überhaupt in der Schule, dass mein Kind keine Hausaufgaben macht?") Und dass das Kind den Raum bekommt auch selber zu sagen, was das Problem ist.
Wir hatten kürzlich einen Fall, wo durch Zufall eine Teilleistungsstärke in einem Bereich festgestellt wurde. Das war keinem aufgefallen, weil die Klasse sehr schwierig ist und das entsprechende Kind sehr unkonzentriert und unruhig im Unterricht (und wohl auch bei den Hausaufgaben) war und es eher so aussah, als würde es die Anforderungen seiner Klassenstufe einigermaßen erfüllen können; weil es auch bei 25 Kindern in der Hausaufgabenbetreuung nicht auffällt und die Mutter sehr viel arbeitet und nicht so viel Zeit hatte. Mit dem Kind wurde eine Absprache bezüglich schwierigerer Aufgaben getroffen und seitdem funktionieren Hausaufgaben und Unterricht besser.
@besonders die Eltern
Was auch ein Problem für mich als Lehrerin ist: Ich kenne es so, dass viele Eltern die Lehrerin dafür verantwortlich machen, wenn ihr Kind irgendetwas noch nicht kann oder wenn die Rahmenlehrpläne nicht eingehalten werden. Real gesehen sind diese Lehrpläne so umfangreich, dass nicht genügend Zeit bleibt, alles so intensiv zu behandeln, dass es ohne Hausaufgaben alle Kinder verinnerlicht haben.
Was denkt ihr denn, wie sollte sich eine Lehrerin dann verhalten?
(Aktueller Fall, Schule einer Freundin: Bestimmte Rechenverfahren werden nicht beherrscht, Schüler verlangen, dass diese Freundin das alles nachholt, sie hat aber einen wirklich vollgepackten Lehrplan. Also wiederholt sie kurz im Unterricht und gibt die Übungsaufgaben für Zuhause auf. Führt natürlich auch wieder zu Unmut.)
Gruß,
Conni