Beiträge von EducatedGuess

    Äh... Ja, verstehe ich jetzt auch nicht, warum man das nicht macht. Wenn das wirklich so ist, dann ist es ein ganz klarer Verstoss gegen das Infektionsschutzgesetz und damit strafbar. Und wenn es nicht so ist, müsste man sich sehr gut überlegen, was man da behauptet.

    Ich behaupte das nicht einfach so und wenn es ein einziger Einzelfall gelesen wäre, hätte ich es auch nicht geschrieben. Wieso wird schon wieder unterstellt, es reagiere keiner entsprechend? In der Zeitung steht das alles natürlich nicht...

    Leider ist es die Ecke von Hamburg, in der die Eltern mit ihren Kindern, die in Quarantäne sind, mittags im Supermarkt den Lehrern in die Arme laufen... Ich möchte das jetzt nicht verallgemeinern, aber ich ich fürchte der Anteil derer, die das alles nicht so ernst nehmen, ist in der Ecke ziemlich hoch.

    Ich finde es schon schön, wenn die Kinder zeigen können, was sie drauf haben. Dafür biete ich Gelegenheiten im Musikunterricht an.

    Dafür gibt's maximal ein Plus in der Mitarbeit für die Stunde.

    Bewerten kannst du das ansonsten definitiv nicht! Da müsstest du was mit allen Kindern erarbeiten und dann Paulchen nicht Klavier spielen lassen, wenn er das ohnehin schon lernt, sondern gerade ihn ein fremdes Instrument spielen lassen.

    Kann die Beschwerden der Eltern da schon verstehen.

    Schließlich hat man sich ja dafür entschieden und kein Mensch BRAUCHT ein Zweitstudium, das ist purer Luxus, den man sich eben gönnt.

    Aha! Also bei mir war es kein Luxus, den ich mir so zum Spaß gegönnt habe. Das war harte Arbeit und Notwendigkeit, weil ich mein Erststudium nicht beenden konnte (letztes Semester, fehlten nur noch zwei Prüfungen... Ging aber einfach nicht.) Und irgendwie hatte ich das komische Gefühl ich brauche einen Abschluss mit der Aussicht auf einen Job, den ich machen kann und möchte...

    Ich möchte anmerken, dass die Fähigekit, 60 ECTS im Semester neben Nebenjob und Pendelei zu machen, kein Maßstab ist (und auch nicht erstrebenswert!) und Menschen, die das nicht schaffen, nicht automatisch "nicht belastbar" sind.

    So hab ich das auch nicht gemeint und ich habe auch niemanden als "nicht belastbar" oder "schlechter" bezeichnet. Ich habe das auch nicht als erstrebenswert dargestellt. Was ich sagen wollte ist, dass es prinzipiell schon möglich ist - da Kathrin sich offensichtlich sehr unter Druck setzt in der eng gesetzten Zeit fertig werden zu wollen aus finanziellen Gründen. Machbar ist es... Ob erstrebenswert kommt auf die persönlichen Beweggründe an.


    Ich habe viel eher den Eindruck, dass es eben für dich, liebe Kathrin88 , so gerade nicht leistbar ist und das ist auch überhaupt nicht schlimm!!! Reduziere auf ein für dich schaffbares Maß! Wintersemester ist eh immer doof und lang, im Sommer kommt die Energie meist von allein wieder zurück und hoffentlich auch die Präsenzlehre!

    Ich hab vollstes Verständnis, dass Corona dieses Gefühl Einzelkämpfer zu sein enorm verstärkt und das tut überhaupt nicht gut. Das wird den anderen Studenten aber ähnlich gehen... Tut euch zusammen, teilt Mitschriften, lernt gemeinsam. Dann kommt auch die Freude am Studium zurück.


    Es gibt übrigens auch Studienkredite für ein Zweitstudium. Ist zwar blöd, mit Schulden ins Berufsleben zu starten und fühlt sich aus jetziger Sicht bestimmt nicht so gut an... Sobald dein erstes Gehalt auf dem Konto ist wirst du drüber lachen können und es schnell zurückzahlen.

    Nur Mal so als Tipp: Im Referendariat und im Lehrerberuf wird es NICHT weniger!

    Die Anforderungen, die du vor ein paar Seiten geschildert hast, sind völlig normal. Ich habe unter diesen Umständen 2 Jahre lang 60 Credits pro Semester studiert, hab einen Tag die Woche gearbeitet, bin zwischen Uni und Musikhochschule (1 Stunde Fahrtzeit) gependelt. Geht theoretisch und auch praktisch alles - wenn man die Energie und den Willen dafür hat. Bei uns war alles mit Anwesenheitspflicht. (Ok, manchmal ging es nur mit viel Kaffee und Lebkuchen in der Vorlesung, aber man kann es sich ja gemütlich machen.)

    Dass es von Zuhause und ohne Kommilitonen anstrengend ist, glaube ich. Kannst du dich nicht mit jemandem zusammen tun, gemeinsam die Vorlesungen und Seminare online "besuchen"? Ich hab den Eindruck dir fehlt der Austausch, vielleicht auch Mal jemand mit dem du dich gemeinsam über die Umstände aufregen kannst. Da empfehle ich dir aber sehr den echten Kontakt mit "Leidensgenossen" - macht ja auch Mal Spaß sich aufzuregen und zu meckern. Danach Krone richten und weiter geht's.


    Es gibt übrigens auch noch viele andere Jobs neben Gastro und Schule: Babysitter, Nachhilfe, Nachbarschaftshilfe (Einkaufen und Putzen für Oma Erna), Aushilfe bei der Post...

    Wäre es eine Diskussion mit deinen Eltern wert, dass sie dir quasi einen "Kredit" gewähren? Sobald du im Job bist hast du das so schnell zurück gezahlt!

    D371 Mein Vorschlag zum Abwechseln war erst einmal nicht auf Lehrer bezogen, sondern allgemein. Du hast völlig Recht, dass das bei einem Lehrerpaar nicht so einfach zu handhaben wäre. Allerdings würde ich davon ausgehen, bzw. habe ich die Hoffnung, dass Lehrer weiterhin als systemrelevant gelten und ein Recht auf Notbetreuung haben.

    Für viele andere Berufsgruppen wäre es sicher organisierbar, aber nicht für alle. Vielleicht muss dann jeder Arbeitgeber in den sauren Apfel beißen und ein paar wenige "Urlaubstage" möglich machen. In der Summe wäre so aber sicher mehr Schaden abgewendet, als wenn jetzt reihenweise fast alle Mal 14 Tage in Quarantäne gehen.

    Nachdem hier schon wieder das Betreuungsproblem zerpflückt wird, verweise ich gerne nochmal auf den Vorschlag, dass sich Familien zusammentun und sich in der Betreuung (aber fester Konstellation) abwechseln.


    Woche1 Familie A

    Woche 2 Schule

    Woche 3 Familie B

    Woche 4 Schule

    Woche 5 Familie C

    Woche 6 Schule


    Macht eine Woche Betreuung pro Familie und es werden 6 Wochen überbrückt. Sollte machbar sein...

    So ganz erschließt sich mir das mit der sozialen Diskriminierung hier nicht. Es wäre eine zeitlich begrenzte Maßnahme, um genau den Kindern, die von Benachteiligung betroffen wären, zu helfen. Im ersten Lockdown hatten wir ja irgendwann auch bewusst die Kids in die Notbetreuung geholt (natürlich in Absprache und nur mit Einverständnis der Eltern), bei denen Zuhause gar nichts in Richtung Schule ging. Wahlmöglichkeiten auf freiwilliger Basis sind damit ja nicht ausgeschlossen.

    Die Frage ist doch auch, wodurch die verschärfte Benachteiligung zustande kommt in Zeiten, in denen Zuhause gelernt werden soll. Ich arbeite im Brennpunkt und ich hatte das Gefühl, dass sicher ein paar wenige wegen mangelnder medialer Ausstattung Schwierigkeiten hatten. Das sollte ein Land wie Deutschland lösen können.... (OK wie verschlafen es seit März, aber ich bin überzeugt man könnte es lösen!)


    Die meisten hatten aber meiner Wahrnehmung nach Probleme, weil es den Eltern faktisch egal war, ob die Kinder was für die Schule tun oder nicht. Da wurden die Kinder nicht aus dem Bett geholt und an den Schreibtisch gesetzt. Da wurde ich um 11Uhr von verschlafenen Eltern am Telefon angemault, warum ich schon wieder anrufe. Dabei waren derartige Lernkontrollanrufe mit den jeweiligen Familien abgesprochen... Da müsste man meiner Meinung nach Mal grundsätzlich ran. Wie, keine Ahnung. Natürlich fängt das normaler Schulbetrieb teilweise ab und wird bei Schulschließung verschärft... Aber ich habe erst da so richtig gemerkt, gegen was für Windmühlen wir eigentlich jeden Tag in der Schule kämpfen.


    Was spricht eigentlich dagegen, gerade die sozial schwachen und benachteiligten, jüngeren Schüler im Teilbetrieb vor Ort zu beschulen und dafür diejenigen, die es hinbekommen Zuhause lernen zu lassen?

    Ich weiß von einer Schulleitung, die genau das abfragen wollte. Wer kann sein Kind ohne größere Probleme Zuhause betreuen plus Einschätzung der Lehrer, ob der Schüler da auch etwas Lernen kann, um im Falle einer Schulschließung danach einzuteilen. Durfte so nicht stattfinden... Könnte aber auch eine sinnvolle Vorgehensweise sein.

    Für 5. Klasse ist das eigentlich der typische Zeitpunkt um durchzudrehen. Sie haben sich kennengelernt, an der neuen Schule zurechtgefunden und ab geht die Post, jetzt werden Grenzen getestet.


    Gibt es ein Belohnungssystem? Ich finde das in 5 und 6 durchaus lohnenswert, wenn es konsequent eingesetzt wird. Dadurch hast du auch gleich eine Reflexionsebene (was war gut, warum kann es keine Belohnung geben) und dann stell ihnen etwas größeres in Aussicht, für das sie ansparen können (z.B. ein Ausflug, Klassenkino mit Popcorn oder Pizza), etwas, worauf sie sich wirklich freuen.

    Melde ihnen konsequent zurück, was geht und was nicht. Und wenn du dafür den Unterricht unterbrechen musst - Störungen gehen vor! Das aber dann in ruhigem Ton. Wenn du merkst das geht gerade nicht, nimm eine Position im Raum ein, die du sonst nicht hast und verbinde diese klar mit der Botschaft so geht's hier drin nicht weiter. So bin ich nicht bereit mit euch zu arbeiten.

    Das kapieren sie Recht schnell. Ich setze mich dann z.B. demonstrativ hinters Lehrerpult. Nach 2 Wochen heißt es dann ganz schnell unter den Schülern: "Haltet endlich die Klappe, jetzt ist sie wirklich sauer!" Ohne schreien zu müssen!


    Durch das Rumschreien ist nun sicher vieles im Argen und es wird dauern. Aber ich hab die Erfahrung gemacht, dass man eigentlich mit allen Klassen auf ein angenehmes Arbeitsklima kommen kann. Sieh die Klasse nicht als dein Feind und ihr Verhalten als Teil des Prozesses eine Gruppe zu werden. Vielleicht hilft es dir, dich mit den Teambuilding Phasen nach Tuckman zu beschäftigen, das ganze etwas gelassener zu sehen.

    @Wollsocken80 Für mich ist der Punkt mit den Schulen deshalb unter "Wir wissen es nicht sicher", weil ich (ganz persönlich!!!) eben nicht so ganz überzeugt davon bin, was die Teststrategie an Schulen angeht. Ich bin mir tatsächlich nicht sicher, ob da wirtschaftliche und politische Interessen nicht doch Einfluss nehmen auf die Art und Weise, wie mit Testungen umgegangen wird.

    Woher mein Gefühl kommt? Daher, dass in Deutschland nach dem Sommer ganz schnell die Devise "Die Schulen bleiben offen!" vorgegeben wurde zusammen mit der Aussage, Kinder tragen nicht zum Infektionsgeschehen bei. Auch hier wäre mir ein offenes "Wir wissen es nicht, probieren Mal wie weit wir kommen, ab da und dann ziehen wir die Notbremse" oder ein "Wir wissen es nicht, wir sind lieber vorsichtig und handeln deshalb so und so" lieber gewesen.

    Das ist wohl Typsache, womit man besser umgehen kann. Mir geht's halt so, dass mich solche Parolen eher misstrauisch machen...

    Ich bin da auch ganz ehrlich: Das mit Zahlen zu untermauern versuche ich erst gar nicht. Die Zahlen neulich aus Hamburg hätten mich tendenziell bestätigt, allerdings hast du völlig Recht, es ist eines von 16 Bundesländern und ich konstruiere aus diesen Zahlen auch keinen Absolutheitsanspruch. Es ist ein Beispiel von vielen....

    Beispiellose und völlig unvollständige Auflistung...


    Wir wissen nicht sicher:

    - ob Schulen so sicher sind wie dargestellt (erlebt wohl jeder in seinem schulischen Umfeld komplett verschieden)

    - ob ein Lockdown tatsächlich die Lösung ist

    - was eine langfristige Lösung über die kalte Jahreszeit ist ohne z.B. die Gastronomie an die Wand zu fahren

    - ob alle 20 Minuten 5 Minuten Stoßlüften tatsächlich ausreicht

    - ob der Impfstoff wirklich langfristig wirken wird

    - wie es sich in einem Jahr oder gar darüber hinaus mit Langzeitfolgen einer Corona Erkrankung leben lässt

    - welche Kosten sowohl für das Gesundheitswesen als auch die Wirtschaft aus vorgenanntem Punkt langfristig entstehen könnten

    - ob Masken das Allheilmittel sind

    ......


    Und @Wollsocken80 Nein, du hast mich tatsächlich nicht gefragt, was ich mit "Wir wissen es nicht" meine. Du hast mir etwas unterstellt behauptet zu haben. Ist okay, kann in der Hitze der Diskussion passieren, kein Thema. Aber dann sei doch wenigstens so ehrlich und steh dazu.

    Sind wir doch mal ehrlich: Du behauptest also implizit auch, dass das Land NRW z. B. unzureichende oder gar manipulierte Datensätze veröffentlicht?

    Nein, das habe ich nicht einmal auch nur ansatzweise behauptet!!! Ich habe nicht einmal NRW in meinen Postings erwähnt. Das ist völlig lächerlich und dreist, was du in meinen letzten Beitrag interpretierst.


    Zum Thema Schulen und erhöhtes Infektionsgeschehen habe ich erst neulich Zahlen aus Hamburg geliefert.

    Aber es ist an so viel einfacher mir völlig haltlos irgendeine implizite Behauptung zu unterstellen.


    Und falls es dir entgangen sein sollte: Mir ging es ziemlich explizit darum, Mal wieder ein bisschen mehr Empathie füreinander zu haben und sich nicht permanent irgendwelche Statistiken mit Absolutheitsanspruch um den Kopf zu hauen.

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