Beiträge von CDL

    Nein. Auf meiner privaten Terrasse nehme ich Kohle, weil ich keinen geeigneten Platz zum Lagern von Holz hätte. Im Familiengarten wird aber ausschließlich mit Holz aus dem eigenen Garten gegrillt. Das fällt in ausreichender Menge an.

    Aber DUUM hat vielleicht eine solche generelle Kohlepräferenz und erläutert auch weshalb.

    Nein, warum, wo sollen dann die anderen Konfessionen der Schule bleiben? Deshalb gibt es ja nur noch einen Team-Raum, weil sich Schulhelfer, Erzieher, Sozialarbeiter usw. nicht angesprochen fühlten bzw. ausgeladen gibt es eben nur noch den Team-Raum für alle.

    Und von dem rede ich.

    Das ist bei uns auch so, aber bei uns wurden eben die Einzelnzimmer, die Erzieher usw. hatten eingespart, weil uns Räume fehlten.

    Es gab bei der Planung und dem Bau eurer Schule doch sicherlich mehr als lediglich ein paar kleine Einzelräume für Erzieher: innen, die man in Klasse Zimmer umwidmen konnte später. Oder willst du uns allen Ernstes erzählen, dass an eurer Schule niemals ein Lehrerzimmer existiert hat oder ihr das gar ebenfalls wegrationalisiert habt zugunsten von ein paar Stellwänden in einem Durchgangszimmer, um einen kleinen Teamraum für 12 Personen abzutrennen? Was befindet sich denn in diesem Durchgangszimmer abgesehen von dem Teamraum, dass dieser nicht den Gesamtraum einnehmen kann?

    Das ist ja etwas, was ich an meiner Schule richtig klasse finde: Wir haben insgesamt sechs, relativ kleine Lehrkräftezimmer; in jedem unserer Gebäude gut ausgestattete Lehrkräfte-Arbeitsräume (mit PC-Arbeitsplätzen, Druckern,...); einige etwas größere Besprechungsräume, wo z. B. Teamsitzungen, Nachbesprechungen von Unterrichtsbesuchen, Zeugniskonferenzen oder Klassenkonferenzen stattfinden, sowie ein paar sehr kleine Räume (mit max. sechs Sitzplätzen), die wir als Besprechungsräume im kleinen Rahmen - z. B. für Gespräche mit Erziehungsberechtigten - nutzen können. Unsere Gesamtkonferenzen finden in der Aula statt.

    Das finde ich liest sich nach einer optimalen Lösung, die ich mir ebenfalls wünschen würde. An meiner Refschule gab es ebenfalls zahlreiche kleinere Ausweichräume, um in Ruhe arbeiten zu können (Konferenzräume in diversen Größen, zwei Teeküchen mit Sitzgelegenheiten, kleine Nebenräume auf jeder Etage, die man während des Unterrichts als Differenzierungsräume oder für Nachschreiber: innen nutzen konnte oder eben auch für Elterngespräche,..), zusätzlich zu den zwei geräumigen Lehrerzimmern (in einem hatten alle Lehrpersonen ihre festen Plätze, das zweite war eigentlich für den Ganztag geplant worden auf deren Wunsch hin, der das aber letztlich gar nicht genutzt hat, so dass das ein ruhiger Ort war für Korrekturen oder Vorbereitungen).

    Es gibt bei uns kein Lehrerzimmer (warum sollte es dies auch geben?!?), nur einen Teamraum für alle mit diesen Plätzen.

    Warum sollte es kein Lehrerzimmer geben? Aber gut, nennen wir das eben Teamraum stattdessen, dann bleibt unterm Strich trotzdem stehen, dass dieser offenkundig völlig fehlgeplant ist von der Größe her bei euch, sollte das tatsächlich der einzige Raum sein, in dem ihr euch- egal ob Lehrpersonen, Sozialarbeiter: innen, Erzieher: innen, Buftis/Integrationskräfte oder weiteres Personal- gemeinsam treffen könnt.

    Habt ihr noch weitere Räumlichkeiten? Wo haltet ihr GLK ab mit 90 Personen? Hat bei euch jede Lehrkraft ihr eigenes Klassenzimmer fest zugeordnet, so dass ihr deshalb keine ergänzenden Arbeitsplätze außer einem Raum für GLK und einem kleinen Teamraum benötigt? Wenn ihr weder weitere Räume haben solltet, noch fest zugeordnete Klassenzimmer: Wer zum Henker plant so einen Mist an einer Schule und was macht ihr als Kollegium dagegen?

    Matheproblem?!? 12 Sitzplätze, 90 Personen.

    Und es geht nicht nur um den Geräuschpegel, sondern die Unruhe die durch den Durchgangsraum eben entsteht und die kommenden Eltern usw.

    Nein, ich habe keinerlei Rechenschwäche, danke der Nachfrage, respektive Unterstellung.

    Ein Teamraum, der für Kleingruppengespräche aller Art oder auch Elterngespräche da ist, muss aber ja nicht mehr als 12 Personen Platz bieten. Für das Gesamtkollegium gibt es doch offenbar Plätze in eurem Lehrerzimmer, das ist also lediglich eine Ergänzung dazu für besondere Gesprächssituationen. Zumindest hast du bislang nichts geschrieben, was darauf schließen lässt, dass es in eurem restlichen Lehrerzimmer nicht ausreichend Plätze für sämtliche Lehrkräfte gibt. Nur ein - lösbares- Geräuschproblem bezogen auf das restliche Lehrerzimmer als Arbeitsbereich hattest du angesprochen.

    Problematisch an euerem sogenannten Teamraum scheint mir nicht die Größe zu sein, die für so einen Kleingruppenraum völlig ausreichend ist, sondern der Umstand, dass dieser deiner Beschreibung nach keine echten Wände hat, die Diskretion und erforderliche Ruhe gerade für Elterngespräche gewährleisten.

    Einen extra Konferenzraum für ein 90- Personen- Kollegium zusätzlich zum Lehrerzimmer dürften wohl die wenigsten Schulen haben. Ich kenne bislang zumindest nur Schulen, in denen es kleinere Ergänzungsräume für Elterngespräche oder auch Fachschaftssitzungen, bzw. als Arbeits- und Ruhebereiche gibt.

    Eine Nachbarschule von uns hat vor zwei Jahren im Rahmen eines Umbaus ihr Lehrerzimmer komplett neu konzipiert. In diesem gibt es jetzt keinerlei Stammplätze mehr. Niemand darf also irgendeine Art von Material liegen lassen. Dafür wurden die vorhandenen Tische (an denen maximal die Hälfte des Kollegiums parallel sitzen und arbeiten kann) etwas größer konzipiert, um ausreichend Platz zu bieten für Vor- und Nachbereitung in Freistunden. Die Alternative wären klitzekleine Individualsitzplätze für jede: n gewesen. Dagegen hat sich tatsächlich eine Mehrheit des Kollegiums ausgesprochen gehabt. Wenig überraschend funktioniert das Konzept jetzt in der Praxis aber nicht besonders gut und sorgt für viel Ärger, weil eben doch Material liegen bleibt, Leute sich Plätze reservieren, andere nie einen Platz finden, etc. Als unser Schulträger uns das allen Ernstes als Lösung unseres Platzproblems vorgeschlagen hat, haben wir also dankend abgelehnt. Wir warten lieber auf einen echten Umbau als so eine Verschlimmbesserung zu erhalten.

    Nein, die Ausbildungsschulen können- und das dürfte bundesweit identisch sein- nicht mal eben gewechselt werden. Ganz banal geht es dabei auch darum, dass manche sonst bei jedem Problemchen meinen würden, ein Schulwechsel wäre die Lösung, statt vor Ort Lösungen zu suchen und meist auch zu finden. Du wirst also einen Schulwechsel immer sehr gut begründen müssen dem Seminar gegenüber, umso mehr, wenn du sogar eine Wunschschule angegeben und erhalten hast. Da bedarf es dann generell deutlich schwerwiegenderer Gründe als einer etwas herausfordernderen Zielgruppe, als man sich das vorab erträumt hatte, umso mehr aber bei Erfüllung des Schulwunsches.

    Ich hatte im Ref ein paar Mitanwärter: innen, die ihre Schulen wechseln wollten, wegen Dingen wie Fahrtwegen, Einzugsgebieten der Schulen oder auch der Schulart. Das waren letztlich ausnahmslos keine relevanten Gründe für einen Wechsel. Wechseln durfte ich, weil ich eine Schule zugewiesen bekommen hatte, die mir deutlich gesagt hat, dass sie mich wegen meiner Schwerbehinderung ablehnen will. Wechseln durfte ebenfalls eine Mitanwärterin, die an ihrer Ausbildungsschule keinerlei Betreuung erfahren hat, dafür aber beständig zu unbezahlter Mehrarbeit in erheblichem Umfang verpflichtet wurde, sowie weitere Schikanen der Schulleitung erfahren hat. DAS sind relevante Gründe für einen Schulwechsel. Eine herausfordernde Klientel ist es nicht, denn die kann dir immer begegnen im Beruf und du musst letztlich lernen damit umzugehen. Im Ref hast du die Chance dazu, später erwartet man einfach von dir, dass du das kannst.

    Wenn du dennoch nachfragen willst, mach das erst einmal nicht direkt beim Seminar, sondern beim Personalrat oder auch deiner Gewerkschaft, wo Vertraulichkeit herrscht, Wenn diese dir sagen, dass du eine Chance haben könntest, dann kannst du dein Seminar immer noch ansprechen. Sollte deren Einschätzung aber wie meine lauten, dann musst du dir im Anschluss weder (weitere) Kommentare anhören, dass der Umgang mit herausfordernden SuS dazugehöre, noch befürchten, dass jemand anders bei dir draufschauen würde, als das bei anderen der Fall ist. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass das geschehen würde, manchmal spielt uns aber ja unsere eigene Gefühlswelt in solchen Stresssituationen einen bösen Streich basierend auf unseren Ängsten und Sorgen.

    Beschafft die bei euch die Dienstherrin oder die Schulträgerin? Wo beantrage ich die denn?

    Ich war zwar nicht gefragt, wir haben aber aus dem Schuletat (sprich finanziert durch den Schulträger) inzwischen mehrere Klassensätze solcher Kopfhörer. Einige davon stehen auch uns Lehrkräften zur Nutzung zur Verfügung. Wenn wir mehr benötigen, können wir das bei der Schulleitung anmelden, dann werden auch zeitnah mehr beschafft. Angesichts der generellen Raumnot an allen Stellen bei uns, wird zumindest bei diesem Hilfsmittel als kleine Entlastung nicht gespart.

    Ändert nichts daran, dass es gar keinen Arbeitsplatz gibt und das sehen ja selbst die meisten Gerichte ein und genau das ist der Punkt, der eben zum Todlachen ist.

    Und vor allem, die Ruhe, bei uns ist der Teamraum (der ca. 12 Plätze hat, aber für 90 Personen gedacht ist, denn für sämtliches Personal) noch dazu ein Durchgangsraum und dort finden Elterngespräche und Sitzungen hinter einer stellbaren Wand statt, wie man da vernünftig vor- oder nachbereiten soll, mir ein Rätsel. Die Neuen versuchen es immer wieder, man hört ständig ein "könnt ihr mal leise sein, ich muss mich konzentrieren", aber mehr als 2-3 Mal hat es glaube ich niemand versucht, weil es einfach hoffnungslos ist.

    Wenn ihr nicht nur einen kleinen Teamraum habt, sondern auch Sitzplätze für jede: n an einem Tisch im Lehrerzimmer, dann ist eure Situation aber um einiges komfortabler als bei uns. Nebengeräusche sind in Lehrerzimmern normal. Denen lässt sich aber im Zweifelsfall durch vernünftige Ohrhörer begegnen, um in Ruhe arbeiten zu können, wenn der grundlegende Platz dafür da wäre.

    Ich teile mir einen schmalen Vierertisch mit sieben weiteren KuK, von denen zumindest an einem Tag in der Woche auch tatsächlich alle gleichzeitig anwesend sind. Freie Klassenzimmer als Ausweichorte gibt es am Vormittag bedingt durch mehrere Wanderklassen ebenfalls meist nicht. Da scheitert es dann meist ganz banal an Tisch und Stuhl, nicht etwa an einem - lösbaren- Geräuschproblem, mehr als Kopien anfertigen zu können.

    Man muss aber auch bedenken, dass auch durchaus in der Schule Teile deiner häuslichen Vor- und Nachbereitung erledigen kannst.

    Wenn das bei euch tatsächlich geht freut mich das. Nachdem das aber nicht repräsentativ ist, ist deine These zumindest diskutabel. Ich teile mir an meiner Schule infolge akuten Platzmangels im Lehrerzimmer einen Vierertisch mit sieben KuK. An Vor- und Nachbereitung in der Schule ist unter derartigen Bedingungen nicht zu denken.

    aber ein von einer Lehrkraft unterrichteter Fächerverbund läuft auf das selbe hinaus: 1 oder 2 von 3 Fächern werden fachfremd unterrichtet.

    Möglicherweise ja, das kommt aber letztlich auf die Studienordnung an. In Bayern gibt es beispielsweise in der SEK.I solche Sammelfächer, bei denen dann aber auch schon ein vergleichbares Mischfach studiert wird, das z.B. aus mehreren Naturwissenschaften besteht. In meinem Kollegium gibt es jemanden, der ein solches Mischfach in Bayern studiert hat.

    Darüber hinaus kann es natürlich auch sein, dass man zufällig sämtliche Fächer des Mischfaches tatsächlich einzeln studiert hat.

    Was du beschreibst Chili ist aber erst einmal etwas anderes, als die TE beschrieben hat, die sich nicht auf fachfremden Unterricht bezogen hatte, sondern lediglich darauf, dass mehrere tatsächlich studierte Fächer unter derselben Überschrift unterrichtet werden.

    Das war doch nur Jugendsprache :D. Nicht so ernst nehmen^^

    Das ist mir klar. Hier schreibst du aber nicht mit deinen aktuellen Peers, sondern deinen künftigen Peers, die ausnahmslos erwachsen sind, egal wie jung wir uns fühlen mögen.

    RIP an alle Lehrkräfte die extra 3 Fächer studiert haben um am Ende so degradiert zu werden. Echt schade, finde diese Fächer genauso wichtig wie Physik oder Chemie. Zumindest gesellschaftlich. In welchem BL ist das so?

    Solche Sammelfächer haben am Ende meist in der Summe dieselbe Stundenzahl, wie die Einzelfächer anderswo. Ich verstehe auch nicht, inwiefern man als Lehrkraft degradiert würde, wenn man seine studierten Fächer statt unter drei Überschriften unter einer Samnelüberschrift unterrichtet.

    Das RIP passt dann inhaltlich gar nicht mehr. Ich arbeite in einem Bundesland, in dem ich aktuell alle Fächer getrennt unterrichte und bin noch genauso quicklebendig, wie KuK in anderen BL, die solche Mischfächer unterrichten. Etwas weniger dramatisch ist rhetorisch ggf. überzeugender. ;)

    Hauptproblem an der Kombi ist, dass im Nicht-Gymnasialbereich die Fächer Geschichte, Erdkunde und Politik in der Sek I nicht als eigenständige Fächer existieren, sondern im Fach Gesellschaftslehre aufgehen. Du hättest dann mit der Fachkombi quasi nur ein einziges Fach.

    Stimmt glücklicherweise nicht für alle Bundesländer. Hier in BW sind das jeweils eigenständige Fächer.

    kodi Verstehe ich das richtig, dass ihr in NRW frei wählen könnt als Schule, welche Fächer bei euch als Wahlpflichtfächer angeboten werden? Gibt es dabei irgendwelche Vorgaben, wie viele Optionen zur Wahl stehen müssen oder welche Fächer gemeinsam zur Wahl gestellt werden müssen?

    (Hier in BW ist das landesweit identisch und vorgegeben.)


    Mit Hauptfach meint Kodi vermutlich die Fächer der Fächergruppe I: Deutsch, Englisch, Mathe und oft ein Wahlpflichtfach (am Gym immer die 2. Fremdsprache)

    Hier in BW gibt es als Wahlpflichtfächer in der SEK.I neben Französisch auch noch AES und Technik. Vielleicht hilft ein Blick auf die diesbezüglichen Optionen in NRW dir Zehra , noch ein schulisches Hauptfach zu finden, für das du dich begeistern kannst als Ergänzung zu den beiden bislang präferierten Fächern.

    chilipaprika wurde ja angeboten Englisch fachfremd zu unterrichten. Was ich allerdings gar nicht cool finde einem Deutsch- und Politiklehrer zu sagen, mach doch mal Englisch.

    Wenn man in Bayern Hauptschullehramt studiert, gibt es irgendwie auch nur 1 Hauptfach, bspw. Politik, und 3 Didaktikfächer. Also unterrichten die Lehrer dort sehr wahrscheinlich immer mindestens 4 Fächer. Das ist bestimmt auch nicht ohne.

    Vor allem an Hauptschulen gilt nach wie vor das Klassenlehrerprinzip als Mittel der Wahl, weil es ohne intensive Beziehungsarbeit bei dieser Zielgruppe nicht funktioniert idealiter alle SuS zum erfolgreichen Schulabschluss zu führen. Das zieht immer auch einigen fachfremden Unterricht nach sich, den man zumindest reduzieren kann, wenn man mehr als zwei Fächer studiert hat von vornherein.

    Du wirst mit zwei Nebenfächern in der S1 sicher kein Hauptfach fachfremd unterrichten. So schlimm ist es auch noch nicht. ;)

    Also mir wurden vor vier Jahren auch Stellen quasi hinterhergetragen, bei denen ich Deutsch fachfremd hätte machen sollen ( neben weiteren Fächern fachfremd, sowie meinen studierten drei Fächern). Das gibt es zumindest an ausreichend verzweifelten Schulen vor allem im ländlichenRaum durchaus auch jetzt schon.

    Ich habe u.a. Politikwissenschaft und Wirtschaftslehre studiert. Hier ein BW ergeben sich daraus zwei verschiedene Unterrichtsfächer. Angesichts des aktuellen Mangels in der SEK.I gab es, als ich mich vor fast vier Jahren beworben habe, zahlreiche Stellen, in denen explizit eines meiner Fächer gesucht war und zahlreiche Zusagen, die ich bekommen habe.Wie das einmal sein wird, wenn du einmal fertig bist mit deinem Studium kann dir jetzt niemand garantieren, wobei es sicherlich auch noch in sieben bis acht Jahren einigen Bedarf an Lehrkräften in der SEK.I geben wird. Allerdings werden die Gesellschaftswissenschaften dabei ohne Zweifel auch weiterhin zu den am besten versorgten Fachbereichen gehören und somit am wenigsten explizit gesucht sein.

    Was sich aber jetzt sagen lässt ist, dass es äußerst ungünstig ist ausgerechnet für die SEK.I zwei kleine Nebenfächer zu kombinieren, die je nach Bundesland und Schuljahr unter Umständen nur einstündig bis zweistündig unterrichtet werden. Das bedeutet in der beruflichen Praxis, dass du sehr viele verschiedene Klassen haben wirst, womit nicht nur eine erhöhte Menge an zu lernenden Namen einhergeht, sondern vor allem auch mehr Korrekturen im selben Zeitraum, weil man unter Umständen zahlreiche Parallelklassen hat, x Notenkonferenzen und Klassenkonferenzen, an denen man sämtlich teilnehmen muss, etc.

    Um dann eine Klassenleitung vernünftig übernehmen zu können, sprich auf ausreichend Stunden zu kommen in deiner Klasse, bleibt bei einer solchen Kombi nur sehr viel fachfremder Unterricht, der im Hinblick auf die unterrichtliche Qualität nicht das erste Ziel ist bei der Stundenplanerstellung.

    Welche Fächer man letztlich fachfremd übernimmt in der SEK.I hat einerseits mit dem Bedarf der eigenen Schule zu tun und andererseits mit der eigenen Bereitschaft. Wenn man Fächer fachfremd übernimmt bedeutet das aber IMMER, dass man sämtliche Aufgaben einer Lehrkraft vernimmt, also natürlich auch die Leistungsmessung, Klassenarbeitserstellung und Notengebung. Idealiter übernimmt man Fächer, bei denen man als Vorbildung mehr anzubieten hat als diese lediglich als Schüler: in kennengelernt zu haben, sprich bei denen sich Bezugspunkte aus dem eigenen Studium ergeben, so dass es auch relevantes Vorwissen gibt.

    Nachdem du weder eine Sprache, noch ein musisches Fach, noch mit Geo (SEK.I) eine vollständige Naturwissenschaft als Basis hättest, blieben als verwandte Fächer für fachfremden Unterricht nur Ethik oder Geschichte übrig, wobei es in letzterem null Bedarf an fachfremdem Unterricht gibt. Jedes andere Fach würde nicht nur immense Arbeit für dich bedeuten, da dir die wissenschaftliche Basis komplett fehlen würde, sondern auch im Zweifelsfall mit immensen qualitativen Abstrichen für die SuS einhergehen, bis du dir zumindest eine solche Basis nebenbei erarbeiten konntest. Das darf niemals Teil des Selbstanspruchs sein als Lehrkraft, auch wenn fachfremder Unterricht bei uns in der SEK.I letztlich nicht wegzudenken ist.

    Meine Empfehlung für die SEK.I wäre es insofern IMMER, ungeachtet der Sperenzchen, die manche Studienordnung erlaubt, mindestens ein schulisches Hauptfach zu studieren. Ich selbst habe drei Fächer studiert, wobei eines ein schulisches Hauptfach sein musste. Im Hinblick darauf, was man in der SEK.I dann benötigt halte ich das für deutlich praxisnäher, als die aktuelle Studienordnung, die auch hier in BW momentan das Studium von lediglich zwei Fächern erlaubt, wobei keines ein schulisches Hauptfach sein muss. Das sorgt schon jetzt für eine Zunahme des fachfremden Unterrichts, weil haufenweise Gesellschaftswissenschaftler an die Schulen gespült werden, deren Fächer bereits überversorgt sind, und damit letztlich für eine Abnahme der unterrichtlichen Qualität an vielen Stellen.

    Der Aufwand in Vorbereitung, Nachbereitung, Klausurerstellung und Korrekturen ist je nach Bundesland sehr verschieden. In NRW gibt es wohl im Bereich der SEK.I deutlich weniger schriftliche Leistungsmessung als das hier in BW der Fall ist, wobei auch ich in den Nebenfächern keinerlei Klassenarbeiten schreiben müsste. Diese machen es nur deutlich leichter Eltern und SuS gegenüber Noten zu begründen, weil das Bedürfnis, diese wegdiskutieren zu wollen erheblich geringer ist als ggf.bei mündlichen Noten. Dies geschrieben machen meines Erachtens mündliche Noten, will man diese sauber erheben und sauber begründen, erheblich mehr Arbeit als klassische Korrekturen, weshalb ich ganz dankbar dafür bin, nicht in NRW meine Fächer zu unterrichten, so dass ich eben viele verschiedene Leistungsmessungsformate einsetzen kann.

    Zu beachten ist ganz generell, dass Politik und Wirtschaft sich kontinuierlich weiterentwickeln, so dass man damit ein Fach oder Fächer hat, für die man beständig auf dem Laufenden bleiben muss, beständig seine Materialien anpassen muss und insofern einiges mehr an Aufwand betreiben muss als z.B. für Geschichte.

    Als Arbeitslosenkombi würde ich das angesichts des fortbestehenden Lehrkräftemangels zwar nicht bezeichnen, aber es ist definitiv keine Kombi FÜR die dich jemand einstellen wird, sondern eher TROTZ der man dich aus Verzweiflung nehmen wird, weil man Deputatsstunden benötigt. Das bedeutet dann aber eben auch, dass es durchaus sein kann, dass du nach Abschluss deiner Probezeit nie wieder eines studierten Fächer unterrichten wirst, sondern möglicherweise nur noch fachfremd zum Einsatz kommst, wenn deine studierten Fächer derart überversorgt sind an deiner späteren Schule, dass man dich darin schlicht nicht benötigt. Die Bereitschaft zu fachfremdem Unterricht in diversen Fächern kann bei so einer Ausgangskombi dann in der SEK.I durchaus Einstellungsvoraussetzung sein.

    Obgleich ich drei Fächer studiert habe, darunter ein schulisches Mangelfach, unterrichte ich seit vier Jahren hauptsächlich mein eines fachfremdes Fach. Das ist ok für mich, weil das ein Fach ist, dass ich sowieso studieren hätte wollen als viertes Fach, für dass ich auch fachlich den größten Teil und didaktisch alles durch mein sonstiges Studium abdecken konnte. Ich habe aber sehr bewusst keine der angebotenen Stellen angetreten, bei denen ich direkt diverse Fächer fachfremd hätte leisten sollen, zu denen ich null Bezug habe und für die auch in keiner Weise qualifiziert bin, außer diese mal als Schülerin selbst gehabt zu haben, da das meinem Selbstanspruch als Lehrperson nicht gerecht werden würde, aber auch unfair den SuS gegenüber wäre, die trotzdem am Ende Noten bekommen sollen von Lehrpersonen, die letztlich kaum mehr Ahnung vom Fach haben als ihre SuS.

    Wenn du unbedingt diese beiden Fächer studieren möchtest, dann nimm noch ein drittes Fach, ein schulisches Hauptfach, dazu.

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