Ich bin mir nicht sicher. 57,7 Mio Tasgesdosen ergeben nach Adam Riese etwas mehr als 158.000 Patienten mit ADHS.
Nach meinen empirischen Erfahrungen (nein, keine "Folklore") wurden die Kinder im Heim sehr sparsam mit Ritalin "versorgt". Hier waren jedoch auch 2 Vollzeit-Psychologen und zahlreiche Sozialpädagogen 24/24 verfügbar.
Nach meinen Informationen und Erfahrungen später mit den "Ritalinis" an der Werkrealschule, fand bei diesen keine begleitende Familientherapie oder Psychotherapie statt. Und ja - als Klassenlehrer wäre ich in entsprechende Hilfeplangespräche eingebunden gewesen und hätte die Infos erhalten.
Danke für deine Antwort. Ich hoffe, du verstehst mich richtig, aber wäre es nicht möglich, dass deine Perspektive an der Stelle zu stark eingefärbt ist von deinen Erfahrungen an der Werkrealschule, wo nun einmal deutlich mehr SuS aus bildungsfernen Elternhäusern sind oder auch aus Elternhäusern mit Eltern, die selbst starke kognitive Einschränkungen haben, sowie unter Umständen kulturellen Hintergründen, die zumindest nicht direkt zu einer Offenheit gegenüber therapeutischen Settings führen?
Ich habe an der Realschule ja auch zahlreiche SuS mit Werkrealschulempfehlungen, die auch bei uns im G- Niveau landen, die aber vor ein paar Jahren noch ausnahmslos z.B. bei dir an der Schule gelandet wären. Diese SuS kommen fast ausnahmslos aus bildungsferneren Elternhäusern. In jeder Klasse gibt es zahlreiche Eltern, die nicht offen sind für Ansätze aus dem Bereich der Schulsozialarbeit, geschweige denn therapeutische Angebote, obwohl gerade in diesen Klassen ausnahmslos Kinder sitzen, die aus diversen Gründen besonderer Förderung, sowie oftmals auch therapeutischer Begleitung bedürften, um ihr Potential ausschöpfen zu können.
Alle Kinder mit diagnostiziertem ADHS in den G- Niveauklassen bekommen aufgrund des Elternwillens lediglich Medikamente, wobei wir auch zahlreiche SuS haben, die obgleich sie dringend Unterstützung benötigen würden, diese infolge des Elternwillens gar nicht erhalten, also weder Medikamente, noch sonstige Begleitung, Unterstützung und Entlastung. In den M- Niveauklassen hat dagegen ein Gutteil der ADHSler mindestens eine therapeutische Begleitung, teilweise auch nur diese. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Diskrepanz bei den präferierten Behandlungswegen durchaus mit dem Bildungsgrad der Eltern korreliert oder wie ist das beispielsweise bei euren ADHSlern Antimon , bekommen die immer alle nur Medis oder auch weitere Unterstützung, z.B. in Form von Therapie?