Ja, ich finde das auch traurig Humblebee . Mal schauen, wie die Neufassung des Gesetzes am Ende tatsächlich ausgestaltet sein wird, welches ein tatsächliches Selbstbestimmungsgesetz sein soll gemäß Koalitionsvertrag und sich aktuell in der Abstimmung befindet. Diesem Gesetz nach soll es möglich werden z.B. Namensänderungen oder auch die Geschlechtsbeschreibung männlich/weiblich/divers durch einfache Änderung im Standesamt vornehmen zu lassen, so dass z.B. auch der „Deadname“ (= Name, der aufgegeben wurde samt des dazugehörigen Geschlechts) bei Transgender oder auch Transsexuellen, denen von den Eltern das für sie falsche Geschlecht bei der Geburt zugewiesen worden ist, deutlich einfacher als aktuell nicht mehr in Dokumenten/ Urkunden/ Ausweisen auftaucht, was eine immense psychische Entlastung für davon Betroffene darstellt, die sich sonst oftmals einfach nur noch aufgrund des alten Namens, der nicht zum für andere sichtbaren Geschlecht passt beständig outen müssen vor Wildfremden. Ich bezweifle zwar, dass damit auch der Respekt im Umgang mit Transgender/ Transsexuellen zunimmt, aber zumindest werden damit hoffentlich die Rechte der Betroffenen deutlich gestärkt, um notwendige Grenzen setzen zu können.
Ein Cousin zweiten Grades von mir (15) ist transgender. Zuletzt hat er bei einer Familienfeier berichtet, welchen massiven Anfeindungen er konstant ausgesetzt ist. Schon als 13 jähriger ist er auf der Straße angepöbelt worden, solche wie er müsse man töten (Aufhänger war einzig der Umstand, dass er eine regenbogenfarbene Tasche bei sich getragen hatte). Seine erste Therapeutin (die ihn wegen einer schweren Depression behandelt hat) hat ihm erklärt, er würde sich nur einbilden transgender zu sein (das gebe es nämlich gar nicht..). In der Klinik, in der er bis heute ambulant behandelt wird, muss er regelmäßig darauf bestehen, dass er (seit fast einem Jahr nunmehr) mit Jungenname X angesprochen werden möchte, nicht mehr mit seinem Deadname, Mädchenname Y. Auch in seiner Schule erlebt er tägliche Anfeindungen und Ausgrenzungen, weil er nicht in anderer Menschen Schubladen passt.
Das neue Gesetz wird diese konstanten Anfeindungen nicht ändern, zumindest aber kann es die rechtliche Position von Menschen wie meinem Cousin stärken, damit dieser sich übergriffigen und respektlosen Erwachsenen gegenüber (wie seiner ehemaligen Therapeutin oder aber auch mancher Lehrkraft) noch besser behaupten kann, ohne daran womöglich irgendwann doch zu zerbrechen.