Beiträge von CDL

    Guten Morgen,

    Ich habe mich bisher mit Dauerlueften, FFP2 Maske und falls ich mich genähert habe, Alltagsmaske für die Schüler*innen sicher genug gefühlt, dass ich auch in sehr großen Lerngruppen mit 33 Lernenden durch die Reihen gegangen bin, um Fragen zu beantworten.

    (...)

    Ich trage auch FFP2-Maske, um durch die Reihen gehen zu können und fühle mich damit auch ausreichend sicher, wobei bei uns in BW keine Maskenpflicht im Unterricht besteht und die Mehrheit der SuS auch keine Maske trägt. Ich verstehe Bedenken im Hinblick auf Ansteckungsrisiken absolut, aber wenn du sowieso schon selbst FFP2-Maske trägst scheint mir das vor allem eine Kopfsache zu sein, denn die FFP2-Maske schützt dich ja auch selbst wenn die SuS keine Maske tragen und zumindest Dauerlüften schwieriger wird. Ich werde selbst so lange wie möglich beim Dauerlüften bleiben (wobei ich anders als manche KuK meist die Türe schließe, denn den kompletten Durchzug vorne an der Tafel, wo mir dann alles wegfliegt finde ich zum Einen lästig und zum Anderen neige ich selbst zu Lungeninfekten, die ich nicht noch begünstigen möchte. Wenn das Dauerlüften für die SuS zur Zumutung werden sollte (ist es ehrlich gesagt durch den Geräuschpegel von außerhalb teilweise auch jetzt schon leider, aber aktuell sind dann halt maximal mal 5min in der Stunde die Fenster geschlossen), werden wir eben alle 10-15 min Stoßlüften. Aktuell (Dauerlüften) nehme ich punktuell mal die Maske vorne in meiner "sicheren Zone" (es gibt in allen Räumen Klebestreifen auf dem Boden, um die "Lehrerzone" zu kennzeichnen, noch von vor den Sommerferien) ab, damit die Klassen- die mich noch nicht kennen- zumindest punktuell auch mal mein komplettes Gesicht sehen, meine Mimik erkennen können, mich als Menschen und Lehrkraft besser einzuschätzen lernen. Sobald ich mich SuS nähere oder diese sich mir ist die Maske oben (auch bei den SuS, die das schon automatisch machen, wenn ich die Maske hochnehme).

    Muss ein Lehramt-Phänomen sein. Ich mag mich an eine einzige Person in meinem Jahrgang erinnern, die aus Heidelberg kam ;)

    Ich glaube, wenn man aus einer Unistadt kommt, gibt es das gar nicht so selten. Für mich wäre das auch gar nichts gewesen, ich wollte mit 19 raus in die Welt, aber ich kenne viele, die nicht nur aus ihrer Heimatstadt nicht rausgekommen sind im Studium, sondern auch sehr lange noch zuhause gewohnt haben. Und das hat mit Lehramt gar nichts zu tun. Oft sind es finanzielle Aspekte, manchmal auch Angst vor dem auf-den-eigenen-Beinen-Stehen, manchmal auch einfach nur Bequemlichkeit.

    Im HANDwerk geht's um Entfaltung und Entwicklung von eigener Kreativität, im Lehrberuf geht's um die Förderung von Menschen. Im Job ums Geldverdienen. Prioritätsunterschiede halt.

    Das ist mir zu plakativ. Schonmal einen Klempner gefragt, ob er grad seine Kreativität auslebt, während er deine Toilette entstopft? Oder den Schreiner, der grad einfach nur eine Leiste in der Küche repariert? Ganz vieles ist auch für die meisten Handwerker Alltag und Job und nicht Ausdruck ihrer Kreativität, was nicht bedeutet, dass sie ihren Job nicht ernst nehmen oder schlecht machen würden. Ich fördere sehr gerne Menschen, aber das schließt mitnichten aus, dass das schlichtweg auch mein Job ist für den ich, ja, bezahlt werde. Ich habe schon verdammt viel ehrenamtlich gemacht in meinem Leben. Lehrerin bin ich nicht ehrenamtlich. Den Beruf übe ich für Geld aus, egal wieviel intrinsische Motivation ich tatsächlich mitbringe.

    Geographisch gesehen ist ganz Bayern Ostdeutschland, das sollte man mal ohne Zwinkersmiley sagen dürfen :aufgepasst:

    Ich habe nie nicht gezwinkert, nur dem Finklein die Zunge herausgestreckt. (In Liebe und mit ganz viel Zimt liebste Finkin :P.)

    Selbstredend liegt Bayern im Osten Deutschlands. Ob es dadurch automatisch auch zu Ostdeutschland gehört kommt dann eben auf den weiteren Kontext an.

    Das Fooooooo wie Fink, ich meine natürlich Phink sieht ja sensationell lecker aus. Das muss ich mir nächste Woche auch mal machen. Mjam. Ist der Zimt im Sud?

    Warum nicht für Ostdeutschland? :heul:

    Ich dachte, Conni als Zimtheilerin in Ausbildung wäre da näher dran, aber na gut, bis Conni von der Zimtknuddlerin zur vollständigen Zimtheilerin aufgezimtet wurde, unterstütze ich bei Bedarf sogar BUNDESWEIT (das ist inklusive Ostdeutschland, also auch Ostbayern :zungeraus:).

    Vielleicht wäre Zimtheilkunde als Zweitstudium ja auch etwas für dich Samu. Wir brauchen eindeutig mehr Zimtheilkundler bundesweit. :aufgepasst:

    Ich kenne die Abläufe nicht genau, nein. Du könntest dich aber einfach mit dem für euch zuständigen Jugendbeamten der Polizei in Verbindung setzen und diesen fragen, wie genau bei ihnen die Vorgehensweise in solchen Fällen ist. Das ist dessen täglich Brot, so dass dieser dir auch antworten kann (vorausgesetzt, er hat die Zeit dazu).

    Es geht an der Stelle wohl um die Strafunmündigkeit, nicht die beschränkte Geschäftsfähigkeit. :) Die Polizei darf auch eine Anzeige gegen eine strafunmündige Person natürlich nicht einfach unter den Tisch fallen lassen, aber kann natürlich nicht mehr machen, als Gespräche mit Beteiligten und Eltern zu führen, sowie ggf. das Jugendamt in Kenntnis zu setzen. Was sich deine Kollegin vorstellt, was dann aber mit 18 Jahren passieren solle ist absurd: Wer strafunmündig war beim Begehen einer Tat, dem kann diese nicht urplötzlich mit dem vollendeten 18.Lebensjahr strafrechtlich zur Last gelegt werden o.ä. Solche Einträge sind relevant für das Hinzuziehen des Jugendamtes beispielsweise oder auch für Fragen des Familiengerichtes, wenn es darum geht zu prüfen, ob ein Kind aus seiner Familie herausgenommen werden muss. Strafrechtlich relevant dürfen sie nicht sein, was aber natürlich nicht ausschließt, dass die zuständigen Jugendbeamten der Polizei, wenn solche Kandidaten mit 14 im strafrechtlich relevanten Bereich weitermachen, im Bewusstsein um die früheren Vorfälle deutlich anders auftreten und agieren im Umgang, als wenn es sich tatsächlich um einen Jugendlichen handelt, der zum ersten Mal strafrechtlich in Erscheinung tritt. Auch Jugendstaatsanwaltschaften schlagen bei solchen Tätern dann schneller eine härtere Gangart an, um eben zu solchen Jugendlichen auch noch durchdringen zu können.

    Ihr habt in BaWü keine Ausbildungsnote und der Prüfungstag/Prüfungswoche/zeitraum zählt 100% des 2. Staatsexamens? Ich dachte, die 50/50-Regelung sei Pflicht in ganz Deutschland...

    Dass man keine 5 haben darf, finde ich allerdings logischer..

    Ich nehme an, mit Ausbildungsnote sind die Vornoten aus den UBs gemeint? Nein, so etwas gibt es bei uns im Vorbereitungsdienst nicht. Wir (=Sek.I) haben wirklich nur beratende UBs in der Vorbereitungsphase (hat auch etwas für sich, dass die nicht von Beginn an benotet werden), dafür gibt es von denen aber auch nur zwei pro Fach. Die Prüfungsleistungen fürs zweite Staatsexamen (Sek.I, bei drei Fächern) bestehen dann aus Schulrecht (vorgezogen im September/Oktober), einer Lehrprobe je Fach (im Regelfall Ankündigungsfrist von einer Woche), einem Kolloquium in Pädagogik (vorgezogen im September/Oktober), einem vorgezogenen Fachkolloquium (vorgezogen im September/Oktober, dafür schriftlicher Entwurf zur Lehrprobe) und einem Fachkolloquium im Anschluss an die Lehrprobe in einem Fach (dafür mündliche Präsentation des Entwurfs vor der Lehrprobe- das ergibt noch am ehesten einen "Prüfungstag", weil man mit Pausen den Vormittag über beschäftigt ist), in einem Fach gibt es kein Fachkolloquium, dafür muss ebenfalls ein ausführlicher schriftlicher Entwurf eingereicht werden, dazu noch die schriftliche Hausarbeit und das Schulleitergutachten. Lehrprobennoten und SL-Gutachten werden dabei am Ende fünffach gewertet, Schulrecht einfach, der Rest jeweils dreifach. Wird eine Teilleistung (abgesehen vom SL-Gutachten) nicht bestanden, darf diese bei einem Gesamtdurchschnitt von 2,5 oder besser vor den Sommerferien noch wiederholt werden, wird das SL-Gutachten nicht bestanden, müsssen alle Lehrproben ungeachtet ihrer Bewertung wiederholt werden im kommenden Halbjahr.

    Wo ist denn hier?

    Baden-Württemberg. Tatsächlich muss man hier in BW in allen Prüfungsteilleistungen mindestens eine 4,0 erreichen, um bestehen zu können im 1.und 2. Staatsexamen, ausgleichen ist nicht vorgesehen. Andererseits haben wir aber auch keinen Monsterprüfungstag am Stück, sondern mehrere Prüfungstage, haben auch keine Vornoten aus UBs, da diese komplett unbenotet bleiben und lediglich der Beratung dienen. Es wäre übel, wenn man als Ref in so einem System noch nicht einmal eine Teilleistung ausgleichen könnte.

    Ich frage mich, wie einfache Arbeiter in einer Großstadt überleben. Eine Aldi/Lidl/Rossmann Verkäuferin bekommt bei uns erwa 17€/Stunde, bei Edeka/Kaufland usw sind es sogar nur 14€/Stunde.

    Ein KFZ Mechatroniker, Handwerker bekommt auch nicht wesentlich mehr.

    Man muss mal nach unten schauen, um zu sehen, wo wir stehen.

    Die sind dann ganz schnell auf Wohnberechtigungsscheine, Sozialbauwohnungen bzw. Wohngeld oder sogar aufstockendes ALG II angewiesen. Ich habe einige Freunde, wo beide im Niedriglohnsektor tätig sind (teilweise, weil im Ausland erworbene Studienabschlüsse nicht anerkannt werden in Deutschland), dazu dann noch Kinder und mehr als eine Sozialbauwohnung ist nicht stemmbar finanziell in einer Stadt mit entsprechend hohen Mieten. Ich habe jetzt nach dem Ref gerade mal eine 70%-Stelle und verdiene so viel alleine für mich, wie eine meiner besten Freundinnen und ihr Mann für sich und ihre vier Kinder gemeinsam zum Leben zur Verfügung haben. Dafür arbeitet er aber z.B. im Schichtdienst und sie als Dozentin für die VHS, damit sie so gerade über die ALG II-Schwelle kommen als Familie. Ich weiß ganz bestimmt, dass ich verdammt gut verdiene. In meiner Familie mag ich auch weiterhin eher zu den "Geringverdienern" gehören (Schulleiter, Ärzte mit gut laufender eigener, abgezahlter Praxis, Führungskräfte von Dax-Unternehmen etc.), in meinem Freundeskreis gehöre ich zu denen, die mit am besten verdienen (nur meine Freunde im Schuldienst mit voller Stelle verdienen mehr als ich). Das relativiert finde ich sehr vieles, wenn man ein solches Umfeld hat bzw. auch selbst lange deutlich weniger für deutlich mehr Arbeit verdient hat.

    Glückwunsch zum 2.Staatsexamen. Wenn deine SL dich vorab deutlich besser bewertet hat und dir basierend auf deiner bisherigen Arbeit zugesagt hat zu versuchen dich halten zu können, wird das nicht plötzlich als Ergebnis der UPP-Note anders aussehen. Dein SL weiß, was du im Alltag, außerhalb des Prüfungsdrucks zu leisten vermagst, das ist aus seiner Perspektive sicherlich relevanter. Ob es klappt steht dann auf einem anderen Blatt, aber erst einmal mach dir nicht ganz so viel Druck wegen des Gesprächs mit der SL, sondern versuch jetzt zur Ruhe zu kommen, so schwer das auch direkt nach der Prüfung ist (ich habe nach meiner letzten Lehrprobe auch nicht schlafen können, weil ich viel zu überdreht war einerseits und andererseits so weit über den Punkt erschöpft, dass ich schon gar nicht mehr schlafen konnte, aber das legt sich nach und nach, wenn du dir die zunehmende Ruhe erlaubst).

    (...)

    An der Regionalschule (Brennpunkt, Sek I) fehlte diese Regulierung. Das entsprechende Bewusstsein war auch bei den anderen gar nicht erst vorhanden, oder aber wurde für sich behalten, um nicht letztendlich selbst als Opfer dazustehen. Das Ergebnis war meist so, dass eine ganze Reihe von Mitläufern das äußerst spannend und unterhaltsam findet, was Schüler X (oder Y, Z, A, F, M, O, P, ... ) gerade anstellt.

    Dann ist das vielleicht eine Schulentwicklungsaufgabe, in diesem Bereich euer Profil zu stärken und eure Arbeit ab Klasse 5 deutlich zu intensivieren. Ich bin an einer Schule, an der in diesem Bereich deutlich intensiver gearbeitet wird in der Unterstufe, als das bei meiner Ausbildungsschule der Fall war mit einer klaren Stärkung des Team-Gedankens der SuS untereinander. Die Früchte sehe ich aktuell bei z.B. meinen 8.und 9. Klassen, die deutlich konzentrierter, fokussierter und respektvoller/fairer untereinander und im Unterricht agieren, als ich das von meiner Ausbildungsschule her kenne, wo auch viel gemacht wurde, aber es kein so klares gemeinsames Programm und keine so deutliche gemeinsame Vorgehensweise gab, die sich ab Klasse 5 durch alle Klassenstufen konsequent durchzieht. Da steckt unfassbar viel Arbeit dahinter, die die KuK in der Unterstufe leisten, um das anzulegen, aber auch sehr viel gemeinsame Überlegungen, um das entsprechend zu entwickeln mit vielen verschiedenen Bausteinen, die kontinuierlich weiter geschärft werden. Das lohnt sich, gerade wenn man es mit entsprechend herausforderner Klientel zu tun hat (die wir bei genauerer Betrachtung auch haben).

    Ich glaube, das war einer dieser Momente, wo ich pleite war und irgendeine 1€-Lösung die nicht funzt gefühlte 500 Mal durchgespielt habe. Vielleicht darf Kai-Uwe in den Herbstferien wieder einziehen, falls mir da fad werden sollte ohne seinen Quatsch.

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