...das ist eher bezeichnend dafür, an welchen Schulen sich dann eben immer weniger Interessenten bewerben... bis die sich mal grundlegend ändern.
Funktioniert in BW nur nicht so, weil es neben den schulscharfen Bewerbungen als Einstellungsverfahren noch das Listenverfahren gibt, wo einfach nach Bedarf, Fach und Leistungsziffer (=Noten des 1.+2.Staatsexamens jeweils x 20 addiert) zugewiesen wird vom Land. Allerdings haben Schulen mit schlechten SLen natürlich das Problem einer hohen Fluktuation, weil die guten Leute sich im Zweifelsfall nach Ablauf der drei Jahre die sie bleiben müssen wegbewerben. Wer also seine Leute (und vor allem die engagierten Leute) halten möchte muss eben auch ein entsprechend gutes Arbeitsklima schaffen, damit diese Leute bleiben und sich einbringen wollen, statt irgendwann zu resignieren und nur noch DnV zu machen.
Ich musste im Ref meine Piercings entfernen, da ich eine "Vorbildfunktion" hätte. Mit Piercing ist man halt kein Vorbild...
So in etwa klang das auch bei dem SL meines Mitanwärters bezüglich der Haarlänge (bin dem am Tag seines Friseursbesuchs zufällig über den Weg gelaufen- wäre er kein Ref gewesen und damit hoch abhängig wäre das anders ausgegangen und hätte ein Nachspiel für die SL gehabt, so kam diese mit ihrer Übergriffigkeit einfach durch). Ich hoffe einfach, dass wir, die so einen Mist selbst erlebt haben, das besser machen mit unseren Anwärtern und ggf. auch SLen gegenüber deutlich machen, wo Grenzen überschritten werden, wenn die Anwärter das qua eigener Position noch nicht vermögen. Bei mir war das zwar nicht negativ was vermerkt wurde, dennoch ist es erbärmlich, den Kleidungsstil zum Teil des Arbeitszeugnisses zu machen, egal wie positiv das gemeint und formuliert sein mag. Das hat einfach nichts in einem Arbeitszeugnis einer Lehrkraft zu suchen. Ich bin schließlich hauptberuflich kein wandelnder Kleiderständer.
Wie machst du das denn inzwischen: Trägst du deine Piercings wieder in der Schule oder hat sich das aus anderen Gründen einfach erledigt inzwischen (gefällt dir selbst nicht mehr etc.)?
Mein ehemaliger Mitanwärter erlaubt sich jetzt in der Probezeit wieder länger wachsende Haare anstelle eines "adretten Kurzhaarschnittes", der nunmal einfach nur von außen aufoktroyiert wurde, weil er zum Glück souverän genug ist zu wissen, dass man seine Probezeit nicht deshalb nicht besteht, weil dem Chef der Haarschnitt nicht zusagt wenn man insgesamt eine gute Arbeit leistet und er auch einfach inzwischen einen anderen SL hat, der Grenzen der eigenen Machtfülle offenbar bessser erfasst.
Also vielleicht bin ich unnormal, aber wenn ich jemandem ein schönes Wochenende wünsche, dann meine ich das tatsächlich so 
Egal ob Kassierer oder meine Schüler. Wenn es mir egal ist, ob jemand ein schönes Wochenende hat, dann sage ich auch nicht "schönes wochenende". Und wenn ich meine Schüler mit "wie schön, dass ihr alle da seit" begrüße, dann meine ich damit tatsächlich, dass ich mich freue, sie zu sehen. Ich wünsche anderen Menschen grundsätzlich, dass es ihnen gut geht. Deshalb wünsche ich anderen Menschen freundliche Dinge. Wenn es mir egal wäre, könnte ich ja auch einfach "geh sterben!" als Abschiedsformel sagen. Gefällt mir aber nicht sooo gut 
Aber vielleicht bin ich auch irgendwie sonderlich 
Nö, das klingt für mich total normal, menschlich und empathisch und geht mir ganz genauso. OK, ich definiere mich nur so begrenzt als "normal", erlaube mir sehr bewusst an bestimmten Stellen aufzubrechen, was teilweise als Norm betrachtet wird, insofern bin ich evtl. ein ganz schlechter Vergleich. Ich halte es aber für sehr normal zu meinen was man sagt und für ebenso normal seinen Mitmenschen tatsächlich von Herzen Gutes zu wünschen. Ich glaube auch, dass das den entscheidenden Unterschied am Ende macht in der Reaktion des Gegenübers, denn natürlich spüren andere Menschen ob man nur eine Floskel aufsagt oder es ernst meint was man sagt. Wo ich also positive Reaktionen überwiegend bekomme wenn ich der Kassierin im Supermarkt ein schönes Wochenede wünsche etc. da liegt das nicht einfach nur an dem Wunsch an sich, sondern daran, dass mein Gegenüber hört dass ich nicht nur floskelhaft höflich bin, sondern meine, was ich sage. Das macht den entscheidenden Unterschied aus. Ich treffe dadurch im Laufe eines Tages viele fremde Menschen, die mich ehrlich freundlich anlächeln, mir ehrlich freundlich einen schöne Tag wünschen etc., weil ich es ebenso ehrlich meine. Ich bin gerne freundlich zu meinen Mitmenschen und freue mich, wenn diese zu lächeln beginnen wenn sie mich sehen, sich wohl fühlen in meiner Nähe, wissen, dass sie mir gegenüber auch einfach mal nicht nur eine starke Fassade zeigen müssen, sondern ehrlich sagen dürfen, wenn es ihnen gerade beschissen geht. Hat schon seinen Grund, warum ich immer Golden Retriever habe: Ich bin halt ein menschlicher Golden Retriever.
(Und nein, die tragen dem Einbrecher nicht noch alles nach, weil sie so nett wären, die wissen, wer nicht zum Rudel gehört und meine Goldies werden bei Bedarf auch einfach mal zum Golden Rottweiler, wenn es darum geht das Rudel zu schützen, was ich sehr sympathisch finde. Wir können also auch Grenzen ziehen bei Bedarf, wir Golden sapiens sapiens.
Aber das geht jetzt gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz weit weg vom Ausgangsthema, wo es glaube ich um den Gegenentwurf zu Golden sapiens sapiens ging bei genauerer Betrachtung.
)